Mit Daten im steigenden Maßstab sind viele konfrontiert. Dass aber die Gesundheitsbranche durch ein gutes Daten-Management viel stärker revolutioniert werden kann, ist noch nicht überall durchgedrungen. Dabei gibt es vielversprechende Medizintechnik-Innovationen, die darauf aufbauen.

 

Welche Möglichkeiten ergeben sich durch bildgebende Verfahren und Big Data?

Vergleichbar mit der Entdeckung des Penicillins erlebt die Medizin durch Digitalisierung, Big Data und KI eine neue Ära. Drei Attribute – drei Bereiche: Da ist zum einem das Monitoring, etwa durch Wearables wie Smartwatches, die signifikante Abweichungen bei essenziellen Körperdaten rückmelden. Krankheiten können so im Frühstadium erkannt und entsprechend behandelt werden.

Die Diagnostik als zweites Feld kann durch künstlich intelligente Systeme mit jedem analysierten Bild aus bildgebenden Verfahren klüger werden. In rasanter Geschwindigkeit können Daten und Krankenakten mit einer riesigen Menge Informationen äußerst genau verglichen werden. Wie eine effiziente Automatisierung und Prozessoptimierung zum Beispiel auch im OP-Saal für eine zielgerichtete Therapie aussehen kann, ist im Blog Operationssaal der Zukunft beschrieben.

Und drittens haben Big Data und Künstliche Intelligenz das Potenzial, schneller und genauer nach neuen Substanzen, Arzneimitteln und Therapien zu suchen. Bisher werden unzählige Analysen aus Molekülkombinationen, Tierversuche und klinische Studien auf Wirksamkeit durchgeführt. A long way – bis schließlich ein neues Medikament entsteht, oder auch durchfällt. Ein milliardenschweres Pokerspiel. Durch computergestützte Prognoseverfahren, die auf einen riesigen Pool an Forschungsdaten zugreifen, könnte dies effizienter und gewinnbringender verlaufen.

Ein aktuelles Beispiel liefert die Corona-Krise: Am 22. März legten Wissenschaftler dem Verteidigungsministerium und dem Bundeskanzleramt eine Studie vor. Das Strategiepapier mit dem Titel „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ beschreibt, dass längerfristig auch der Einsatz von Big Data unumgänglich sei (die Süddeutsche Zeitung berichtete).

 

Medizintechnik-Innovationen: Reglementierungen und Datenschutz

Der intensive Austausch innerhalb Fachkreise im Gesundheitssektor ist essenziell, um weiterführend Regelungen mit der Gesetzgebung und Krankenkassen zu ermöglichen und so die Erstattung besser an die Lebensqualität anzupassen. Um den Blick auf den Patienten und sein Wohlergehen zu richten, anstatt auf abstrakte Reglementierungen und Verfahren (wie z. B. generaliserte Krebstherapien), rückt die Personalisierte Medizin immer stärker in den Fokus. In einigen Datenanalysen konnte bereits nachgewiesen werden, dass maßgeschneiderte, individuelle Therapien besser wirken und so auf Dauer Kosten sparen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt wäre, Reglementierungen im Life-Science-Bereich europaweit anzugleichen. Das gilt sowohl für den Medizintechnik-Bereich als auch für Entwicklung von neuen Molekülsubstanzen für die medikamentöse und Impfstoff-Therapie. Gerade bei schnell aufkommenden Epidemien oder Pandemien, z. B. der Corona-Pandemie, ist eine zielgreichtete Vorgehensweise entscheidend. Dazu sind auch Abkürzung von Zulassungsverfahren eine Beachtung wert. Das schließt auch verstärkte Wissenschaftsvernetzung und Datenaustausch für einen guten Gesundheitszustand in der Bevölkerungen ein.

Datenschutz ist ein großes und wichtiges Thema. Allerdings ist das Konzept gerade in den Life Sciences nicht ausgereift. Reglementierungen bergen die Gefahr, nicht förderlich für innovative Entwicklungen zu sein. Viele Wissenschaftler fürchten eine Zensur oder haben Angst vor nicht absehbaren Konsequenzen. Hier wäre es wichtig, Reglementierungen praxisnah anzupassen und den offenen Austausch zwischen Politik und Wissenschaft zu fördern. Dabei geht es nicht zwingend um wissenschaftlich-technischen Hintergründe im Detail, sondern um Zusammenhänge und Auswirkungen der verschiedenen Ansätze.
Digitale Sicherheit verläuft auf mehreren Ebenen, oberste Priorität hat dabei die Infrastruktursicherheit.

 

Wie sieht ein gutes Management aus? Und was sind die Hürden zu Medizintechnik-Innovationen?

Die Frage, wie man ein Life Sciences-Produkt auf den Markt bringt, beschäftigt viele Wissenschaftler. Dazu hat Dr. Vitor Viera der INOVA GmbH in einem Interview Aufschluss gegeben. Er kennt die fünf entscheidenden Schritte genau:

  • Problemlösung aus Patientensicht,
  • Finanzierung,
  • Bildung eines interdisziplinären Teams,
  • Berücksichtigung der Gesetzeslage bei der Ausarbeitung des Business-Models sowie
  • Unterstützung durch Förder- und Accelerator-Programmen sowie Marktkenner.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Dienstleisters für Innovationsmanagement und Softwareentwicklung in Heidelberg ließen sich Einblicke in das Thema Innovationsmanagement in der Gesundheitsindustrie gewinnen – von Chancen, Hemmnissen und riesigen Wachstumspotenzialen: Innovationsmanagement in Life Sciences – Inova DE liefert Einblicke