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	<title>Redaktion Text Idee</title>
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	<description>Redaktionsbüro Simone Giesler</description>
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	<title>Redaktion Text Idee</title>
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	<item>
		<title>Biodiversität – Warum sie auch Unternehmen betrifft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2025 11:33:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie / Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter Nachhaltigkeit verstehen wir meist Klimaschutz, Unternehmen reden von Dekarbonisierung. Biodiversität hingegen klingt für viele wie ein Bilderbuch mit Bienen und Blühwiesen. Dabei steht Biodiversität über allem und hat den höchsten Impact – als Lebensgrundlage und Wirtschaftsmodell. Warum ist das so? Und was hat das mit CSRD und Omnibus zu tun? Aus Sicht der  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/biodiversitaet-warum-sie-auch-unternehmen-betrifft/">Biodiversität – Warum sie auch Unternehmen betrifft</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1216.8px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><p><strong>Unter Nachhaltigkeit verstehen wir meist Klimaschutz, Unternehmen reden von Dekarbonisierung. Biodiversität hingegen klingt für viele wie ein Bilderbuch mit Bienen und Blühwiesen. Dabei steht Biodiversität über allem und hat den höchsten Impact – als Lebensgrundlage und Wirtschaftsmodell. Warum ist das so? Und was hat das mit CSRD und Omnibus zu tun?</strong></p>
<p>Aus Sicht der Menschheit ist die unmittelbare, nächste Gefahr die gefährlichste – Coronakrise, Ukrainekrieg, Handelskrieg mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Dazu kommt die Klimakrise. Für die meisten endet hier der aufgetürmte Berg. Dabei gibt es einen weiteren Trigger mit noch schwerwiegenderen Folgen. Doch warum sollte das so sein? Kurz gesagt, gibt es folgende Gründe:</p>
<ol>
<li>Biodiversität ist die <strong>Grundlage für unsere Leben</strong> auf dem Planeten. Ökosysteme funktionieren nur in einem über Jahrtausende aufgebauten Geflecht. Werden Bindeglieder zerstört, geht das Geflecht zugrunde. Kippunkte entstehen (Umkehr ist unmöglich). Handlungs- und Existenzspielräume schwinden.</li>
<li>Biodiversität, die Grundlage unseres Lebens, ist unser <strong>Wirtschaftsmodell</strong>.</li>
<li>Biodiversität beinhaltet ein riesiges Potenzial, auf natürliche Weise <strong>CO2 zu binden</strong> und den <strong>Klimawandel einzudämmen</strong>.</li>
</ol>
<p>Mit dem Blick auf die Wirtschaft:</p>
<ul>
<li style="text-align: left;"><span style="color: #000080;">Über 50 % des weltweiten BIP hängt direkt von Naturleistungen ab.</span></li>
<li style="text-align: left;"><span style="color: #000080;">Investoren haben das erkannt und beginnen, Naturverluste als Finanzielles Risiko zu bewerten.</span></li>
<li style="text-align: left;"><span style="color: #000080;">Finanzvorstände von Unternehmen integrieren Biodiversität zunehmend in ihre Entscheidungen.</span></li>
</ul>
<p>Beim Klimawandel reden wir davon, <strong>WIE</strong> wir in Zukunft leben. Beim Biodiversitätsverlust, <strong>OB</strong> wir in Zukunft leben. Das macht es klar: Diese Frage können wir uns nicht stellen.</p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;">-&gt;Die Frage ist nicht <strong>ob</strong>, sondern <strong>wie schnell</strong> Unternehmen Biodiversität bilanzieren.</span></p>
<p>Die Frage ist nicht: „Können wir uns Klima- und Biodiversitätsschutz leisten?“, sondern:</p>
<p><span style="color: #000080;">„Können wir es uns leisten, Klima- und Biodiversitätsschutz aufzuschieben?“</span></p>
<p>Das Gute: Wir können jetzt handeln. Neben politisch notwendigen Rahmenbedingungen sind auch Unternehmen und Einzelpersonen gefragt. Erkennen und die richtigen Hebel setzen:</p>
<p>Lieferkettenanpassung, regionale Produktion, Umstellen auf erneuerbare Energien, Nutzung und Support aller Technologien, die bereits jetzt Alternativen zu den Fossilen darstellen, Kreislaufwirtschaft, Aufforsten nur mit den richtigen Samen für resistente Bäume in geeigneten Regionen, Schutz bestehender alter Wälder, Renaturierung von Mooren, Einkauf regionaler Produkte – um nur einige zu nennen.</p>
<p><span style="color: #000080;">-&gt;Übergeordnet ist klar: Wachstum lässt sich nicht von Ressourccen entkoppeln.</span></p>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">Inhalt:</span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#Facts für den schnellen Einstieg">Facts für den schnellen Einstieg</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#1. Was ist Biodiversität überhaupt?">1. Was ist Biodiversität überhaupt?</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#2. Warum ist Biodiversität so wichtig?">2. Warum ist Biodiversität so wichtig?</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#2.1 Verlust an Biodiversität: die wichtigsten Treiber">2.1 Verlust an Biodiversität: die wichtigsten Treiber</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#2.2 Probleme, die durch den Verlust an Biodiversität entstehen, und Handlungsbedarfe">2.2 Probleme, die durch den Verlust an Biodiversität entstehen, und Handlungsbedarfe</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#3. Zahlen, Fakten – und die wahren Kosten">3. Zahlen, Fakten – und die wahren Kosten</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#4. Lieferkettensicherung, Effizienz- und Infrastrukturanpassungen">4. Lieferkettensicherung, Effizienz- und Infrastrukturanpassungen</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;">→ <a href="#5. Unternehmen sind erst mit Biodiversität in ihrer ESG-Strategie zukunftsfähig">5. Unternehmen sind erst mit Biodiversität in ihrer ESG-Strategie zukunftsfähig</a></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#5.1 Reporting Standards">5.1 Reporting Standards</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#5.2 Omnibus: Schlingelkurs oder Direttissima zum klaren Ziel?">5.2 Omnibus: Schlingelkurs oder Direttissima zum klaren Ziel?</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#5.3 Transparenz und Vergleichbarkeit – für den eigenen Business Case">5.3 Transparenz und Vergleichbarkeit – für den eigenen Business Case</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#5.4 Mit fachgerechter Beratung und Know-how voran">5.4 Mit fachgerechter Beratung und Know-how voran</a></span></h6>
<h6 style="text-align: left; padding-left: 160px;"><span style="color: #808080;">→ <a style="color: #808080;" href="#5.5 Zugang zu Märkten erhalten, Reputation stärken">5.5 Zugang zu Märkten erhalten, Reputation stärken</a></span></h6>
<h2></h2>
<h2 id="Facts für den schnellen Einstieg"><span style="color: #808080;"><strong>Facts für den schnellen Einstieg</strong></span></h2>
<p>Der Rückgang der Biodiversität erreicht mit einer Million bedrohter Arten weltweit ein dramatisches Ausmaß – was natürliche Ökosysteme zerstört: Wälder, Flüsse, Savannen, Graslandökosysteme, Strände und Korallenriffe. Mit ihnen schwinden die Ökosystemleistungen.</p>
<p>Die 2017 erschienene Krefelder Studie verzeichnete in Deutschland einen Rückgang der Fluginsekten-Biomasse um 70 bis 80%. Weltweit wird ein Aussterben von über 40% der Insektenarten vorausgesagt. Schon jetzt nimmt die Bestäubung von Kakao- und Kaffeepflanzen signifikant ab. Ebenso für die Verbreitung von Samen und ein intaktes ökologisches Gleichgewicht stehen Vögel. In Europa leben heute 420 Mio. Vögel weniger als noch vor 30 Jahren. In Deutschland ist ein Rückgang der Brutvögel um knapp 60% verzeichnet. Die global globale Seevögelpopulation ist seit 1950 um fast 70 % geschrumpft.</p>
<p>Und die Korallenbleiche betrifft mittlerweile 84% der globalen Rifffläche, ein Habitat, von dem fast ein Viertel aller Meeresorganismen abhängig ist.</p>
<p>Hier ein paar wenige weitere Fakten:</p>
</div><div class="fusion-content-boxes content-boxes columns row fusion-columns-1 fusion-columns-total-9 fusion-content-boxes-1 content-boxes-icon-with-title content-left" style="--awb-hover-accent-color:#a0ce4e;--awb-circle-hover-accent-color:#a0ce4e;--awb-item-margin-bottom:40px;" data-animationOffset="top-into-view"><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-1 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Mehr Menschengemachtes als Natürliches</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>2020 gab es zum ersten Mal mehr menschengemachte Dinge als natürliche, doppelt so viel Plastik wie Tiere, und deutlich mehr Gebäude und Infrastruktur als Bäume und Sträucher.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-2 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Vergleich der Biomasse von Säugetieren</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>36 % der Biomasse aller Säugetiere fällt auf Menschen</p>
<p>58,5 % auf Nutz- und Haustiere des Menschen</p>
<p>1,85 % auf alle terrestrischen wildlebenden Säugetiere (von Maus bis Elefanten)</p>
<p>3,7 % auf die marinen Lebewesen (inklusive Wale).</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-3 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Gefährdete Arten</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Weltweit sind rund zwei Millionen von acht Millionen gefährdet.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-4 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Bäume werden zu CO2-Quellen statt CO2-Senken</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>In Europa ist die Hälfte aller endemischen Baumarten bedroht. In Deutschland gibt der Wald aufgrund klimabedingter Schäden inzwischen mehr Kohlenstoff ab als er aufnehmen kann (4. Bundeswaldinventur).</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-5 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Amazonas degradiert</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Seit 2000 sind mehr als drei Viertel des Amazonasregenwalds degradiert. Sie geben inzwischen mehr CO2 ab als sie aufnehmen.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-6 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Antarktis ohne CO2-Ausstoß, aber mit stärksten Veränderungen</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>In der Antarktis, einem Ort ohne CO2-Ausstoß, zeigen sich die stärksten Veränderungen, Meeresspiegelanstiege und die stärkste Erwärmung. Hier macht sich die Jahrtausende lange Verweildauer von CO2 bemerkbar. Ökosysteme sind nicht getrennt zu betrachten</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-7 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Geschwindigkeit</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Die Arten sterben durch den menschlichen Einfluss zehn- bis hundertmal schneller aus als auf natürliche Weise.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-8 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Corona, Malaria, Aids, Ebola, und Grippe</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Die Pufferzonen zwischen Natur und Mensch verschwinden zunehmend, da Wälder in Weiden, Äcker, Plantagen oder Bauland verwandelt werden. Durch die Vernichtung von Lebensräumen nimmt die Populationsdichte einiger weniger Tierarten stark zu. So können sich die Krankheitserreger in diesen Tieren als Wirtsorganismen stärker ausbreiten, ggf mutieren und auf den Menschen überspringen.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-9 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Was hat das mit Unternehmen zu tun?</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Fast jedes Unternehmen ist mit dem Thema Biodiversität konfrontiert, entweder direkt beim Betrieb bzw. Produktion oder indirekt durch Vorprodukte, Lieferketten, Transportwege etc. Risiken und Chancen erkennen ist daher entscheidend für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.</p>
</div></div></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><p>Genau jetzt ist unser Handeln gefragt. Nur so ist es lohnend, für das eigene Unternehmen, für die Gesellschaft, für unsere Zukunft. Der Begriff Nachhaltigkeit ist oft so inflationär, dass er besser beim Namen genannt werden sollte: Zukunftsfähigkeit.</p>
<h2 id="1. Was ist Biodiversität überhaupt?"><span style="color: #808080;"><strong>1. Was ist Biodiversität überhaupt?</strong></span></h2>
<p>Meist wird Biodiversität mit Artenvielfalt gleichgesetzt. Dabei bezeichnet Biodiversität die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten auf drei Ebenen: Neben der ersten Ebene <strong>Artenvielfalt</strong> gibt es die <strong>genetische Vielfalt</strong>. Zum Glück, denn so sind wir nicht alle eine identische Kopie des Homo sapiens, sondern haben verschiedene Ausprägungen, verschiedene Fähigkeiten – was uns vor dem Aussterben bedroht. Wären wir alle Schreiner, hätten wir schützende Häuser, aber nichts zu essen. Und ein einziger Krankheitserreger könnte die gesamte Population ausrotten, hätten wir alle ein identisches Immunsystem. Dank der genetischen Vielfalt, mit der alle Lebewesen ausgestattet sind, ist das nicht so leicht möglich.</p>
<p>Die dritte Ebene ist die <strong>Ökosystem-Vielfalt</strong> – Wüste, Regenwald, Korallenriff, Wattenmeer etc. Was nach Urlaub klingt, ist strenggenommen ein Einkaufsladen. Denn diese Systeme stellen <strong>Ökosystemleistungen</strong> bereit, also Leistungen, die uns die Natur liefert – aus rein anthropozentrischer Brille betrachtet. So entnehmen wir z. B. Holz, Trinkwasser, Bodenerze, Fische.</p>
<p>Was dann 1987 zur allgemein anerkannten <strong>Definition für Nachhaltigkeit der sogenannten Brundtland-Kommission</strong> führte: Demnach ist nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Gleichzeitig müssen die Grundbedürfnisse der Armen weltweit befriedigt werden. Das Prinzip aus der Forstwirtschaft „Nicht mehr ernten, als nachwächst“ lässt sich demnach umformulieren in: Von den Erträgen leben, nicht von der Substanz.</p>
<p>Die Ökosystemleistungen lassen sich weiter unterteilen:</p>
<ol>
<li>Versorgungsleistungen: das, was wir direkt aus der Natur entnehmen, wie Fische, Trinkwasser, Holz</li>
<li>Basisleistungen: fruchtbare Böden; Fotosynthese, mit der aus anorganischem Material organische Substanz entsteht</li>
<li>Regulierungsleistung: die Regulierung des Weltklimas, Reinhaltung von Luft und Wasser, die Aufrechterhaltung globaler Wasserkreisläufe, Bestäubung der Nutzpflanzen etc.</li>
<li>Kulturelle Leistungen: die Erholung und Inspiration, die wir in der Natur finden</li>
</ol>
<div id="attachment_4318" style="width: 972px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4318" class="wp-image-4318" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640.jpg" alt="gestreifte Fische in enem Schwarm an bunten Korallen im tiefblauen Meereswasser" width="962" height="659" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640-200x137.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640-300x205.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640-400x274.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640-600x411.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/fish-378286_640.jpg 640w" sizes="(max-width: 962px) 100vw, 962px" /><p id="caption-attachment-4318" class="wp-caption-text">©joakant/pixabay</p></div>
<h2></h2>
<h2 id="2. Warum ist Biodiversität so wichtig?"><span style="color: #808080;"><strong>2. Warum ist Biodiversität so wichtig?</strong></span></h2>
<p>Die Vielfalt des Lebens auf der Erde – Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen sowie Ökosysteme mit ihren Arten – versorgt uns mit Lebensmitteln, Rohstoffen, Arzneimitteln und Ausgangsstoffen für die Industrie. Sie trägt zur Erholung, Gesundheit und Wohlbefinden bei. Durch die biologische Vielfalt werden Wasser und Luft gereinigt, riesige Mengen an CO<sub>2</sub> und Schadstoffen absorbiert, Pflanzen bestäubt, Böden fruchtbar gehalten, das Klima reguliert.</p>
<p>Ein Jenga-Turm – so kann man es sich vorstellen: Entimmt man einen Baustein (symbolisch für eine Art), wackelt das Konstrukt zunächst und fällt schließlich zusammen. Alles hängt voneinander ab. Bäume brauchen einen bestimmten Abstand in einem funktionierenden Geflecht und einem gesunden Klima, um existieren zu können. Pflanzen benötigen Insekten und Vögel für die Samenverbreitung. Der Boden braucht Regenwürmer und Mikroorganismen, um fruchtbar zu sein. Gleichzeitig braucht es ein Gleichgewicht an Populationen, um keine Krankheiten und weitere Folgen zu verursachen. Viele Folgen bei „Entnahme eines Bausteins“ sind noch nicht mal bekannt. Der Schutz von Arten wird daher immer bedeutender. Für unsere Lebensgrundlagen.</p>
<p>Während wir uns Klimaanlagen installieren können, haben Tiere und Pflanzen keine Chance, sich so schnell anzupassen – ihre Anpassungsstrategien haben sie über Jahrtausende entwickelt.</p>
<p>Sind Ökosysteme geschädigt, sind sie anfälliger gegenüber Extremereignissen. Beispielsweise führen trockengelegte Moore dazu, dass sie ihre natürliche Brandschutz-Funktion aufgrund fehlender Feuchte nicht ausüben können. Ebenso wenig wie ihre Schwammwirkung bei Überschwemmungen, die sonst intakte Torfmoose bewerkstelligen, da sie das 20-Fache ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen können. Allen voran werden trockengelegte Moore von CO2-Senken zu CO2-Quellen. Weltweit stammen 5 % aller Treibhausgase aus zerstörten Moorböden, Tendenz steigend: Gerade die meterdicken Torfbäden in den Regenwäldern, die für die weltweiten Produkte verbrannt oder gerodet werden, gasen Jahrtausende Jahre gespeicherte, riesige Mengen Treibhausgase aus. In Deutschland sind die Moorböden zu 95 % trockengelegt – vorwiegend für Tierhaltung – und sind für rund 7 % aller Treibhausgase hierzulande verantwortlich. Das Gute: Wie oben g´beschriben: Zu all unseren Problemen gibt es Lösungen! In diesem Fall Paludikultur: Wirtschaften auf nassen Böden.<br />
<span style="color: #3366ff;"><span style="color: #333333;"><strong>→ </strong>Artikel </span><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/klimaschutzfaktor-moore-co2-binden-statt-freisetzen" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #2222bd;">Klimaschutzfaktor Moore – CO2 binden statt freisetzen</span></a> <span style="color: #333333;">und </span></span><strong>→</strong> <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/moore-als-co2-speicher-renaturieren-und-gleichzeitig-wirtschaften" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #2222bd;">Moore als CO2-Speicher: renaturieren und gleichzeitig wirtschaften</span></a></p>
<h2></h2>
<h3 id="2.1 Verlust an Biodiversität: die wichtigsten Treiber"><span style="color: #808080;"><strong>2.1 Verlust an Biodiversität: die wichtigsten Treiber</strong></span></h3>
<p>Die 5 wichtigsten Trigger für den Biodiversitätsverlust, die die UN listet, sind:</p>
<ul>
<li><strong>Übernutzung natürlicher Ressourcen</strong>: Durch Ausbeutung von z. B. Fisch- und Wildtierbeständen werden Populationen dezimiert und Ökosyssteme gestört, sodass sie ihre Funktion verlieren können.</li>
<li><strong>Klimawandel</strong>: Wetterextreme, starke Erwärung mit den Folgen von fehlenden Temperaturgradienten und Konvektionen bewirken eine Klimazonenverschiebung, u. a. mit Ausbreitung von Dürre, Abschmelzung der Gletscher und Wasserspiegelanstiegen. Arten können sich nicht schnell genug anpassen und werden in ihrer Existenz bedroht.</li>
<li><strong>Umweltverschmutzung</strong>: Pflanzenschutzmittel, weitere Chemikalien, Luftschadstoffe und Plastikmüll verschmutzen Lebensräume, vergiften Organismen und stören natürliche Ökosystemkreisläufe.</li>
<li><strong>Invasive Arten</strong>: Eingeführte Arten haben keine natürlichen Feinde, verdrängen einheimische Arten und gefährden funktionale Ökosysteme.</li>
<li><strong>Landnutzungsänderungen</strong>: Durch Umwandlung natürlicher Lebensräume in landwirtschaftliche und versiegelten Flächen (Städte, Infrastruktur) werden Ökosysteme zerstört, sodass Arten ihren Lebensraum verlieren.</li>
</ul>
<div id="attachment_4005" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4005" class="wp-image-4005" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia.jpg" alt="grüne büschelige Abschnite in Teeplantagen in leichter Hangneigung" width="870" height="582" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-200x134.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-600x401.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-768x513.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia-800x535.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Teeplantage-Malaysia.jpg 832w" sizes="(max-width: 870px) 100vw, 870px" /><p id="caption-attachment-4005" class="wp-caption-text">(© S. Giesler)</p></div>
<h2></h2>
<h3 id="2.2 Probleme, die durch den Verlust an Biodiversität entstehen, und Handlungsbedarfe"><span style="color: #808080;"><strong>2.2 Probleme, die durch den Verlust an Biodiversität entstehen, und Handlungsbedarfe</strong></span></h3>
<ul>
<li><strong>Klima</strong>: Die Zerstörung und Beschädigung von Ökosystemen und Böden beschleunigt die Erderwärmung.<br />
<u>Handlungsbedarf</u>: Invest in die Wiederherstellung der Natur, da sie den Klimawandel abmildert. Unterstützung der Tranformation der Landwirtschaft durch Politik, aber auch Gesellschaft (z. B. Crowdfunding für Wiederhestellung von Ökosystemen, Naturschutzgebieten, bei Mooren z. B. durch <a href="https://www.moorfutures.de/" target="_blank" rel="noopener">MoorFutures</a> und <a href="https://missiontomarsh.org/" target="_blank" rel="noopener">Mission to Marsh</a>).</li>
<li><strong>Ernährung:</strong> Der Verlust an Pflanzen, Tieren (inkl. Bestäuber) und Bodenorganismen kann die Fruchtbarkeit nicht aufrechterhalten.<br />
<u>Handlungsbedarf</u>:<br />
&#8211; Lebewesen schützen und gesamte Ökosysteme revitalisieren (statt z. B. nur Blühstreifen an Verkehrsstraßen)<br />
&#8211; Ökologische Landwirtschaft und lokale Produktion stärken<br />
&#8211; Wettbewerb öffnen: bei nicht heimischen Produkten skalierbare Projekte wie Soja- und Kakaoanbau aus biodiversitätsfördernden Agroforst unterstützen<br />
&#8211; Forschung unterstützen, um u. a. Umweltzerstörung zu vermeiden und Katastrophen zu bekämpfen.<br />
→ Artikel <span style="color: #2222bd;"><span style="color: #2222bd;"><a style="color: #2222bd;" href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/oelkatastrophen-bekaempfen-biotenside-koennen-mikrobiellen-oelabbau-stimulieren" target="_blank" rel="noopener">Ölkatastrophen bekämpfen – Biotenside können mikrobiellen Ölabbau stimulieren</a><br />
</span></span></li>
<li><strong>Sicherheit</strong>: Der Verlust an natürlichen Ressourcen kann zu Konflikten führen. Zudem wird die Anfälligkeit für Naturkatastrophen und Dürren erhöht.<br />
<u>Handlungsbedarf</u>:<br />
&#8211; Schutz der Ressourcen<br />
&#8211; Schutz vor Bodenverarmung und Erosion (Fruchtwechsel, Agroforst)<br />
&#8211; Förderung widerstandsfähiger sozialer und ökologischer Systeme<br />
&#8211; Schutz vor Austrocknung sowie Überflutung<br />
&#8211; Vorsorgemaßnahmen, um Naturschäden zu vermeiden bzw. abzumildern (z. B. Wiedervernässung von Mooren als Hochwasser- und Brandschutz, Biodiversitätsförderer und CO2-Senke; Hochwasserschutzmaßnahmen und z. B. KI zur Regulierung, s. a. Kap. 4)</li>
<li><strong>Gesundheit:</strong> Die Zerstörung der Natur erhöht das Erkrankungsrisiko und verringert unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.<br />
<u>Handlungsbedarf</u>:<br />
&#8211; Luft, Wasser und Böden inkl. Vegetation schützen; Schadstoffe reduzieren; Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgas und Feinstaubpartikel in der Luft<br />
&#8211; Abluft und Abwasser reinigen, Ressourcen sparen und wiederverwerten (Recycling), Kreislaufwirtschaft stärken (beispielhafter interessanter Ansatz: <strong>→ </strong><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/recycling-der-zukunft-markiertes-plastik-als-kreislaufprodukt" target="_blank" rel="noopener">Markiertes Plastik als Kreislaufprodukt</a>)<br />
&#8211; Natürliche Rückzugsorte schaffen, für Fauna und Flora (Schutz-, Brutreviere) und für Mensch: Die Natur wirkt sich positiv auf die Psyche und das Wohlbefinden aus</li>
<li><strong>Wirtschaft</strong>: Das Naturkapital liefert wichtige Ressourcen für die chemische Industrie (Rohstoffe wie Phenole) Arzneimittelindustrie sowie für die Landwirtschaft. Schützen wir sie nicht, fehlen uns die Grundlagen. Nachjustieren und künstliche Eingriffe sind immer erheblich teurer als der Erhalt.</li>
<li><strong>Verteilungsgerechtigkeit, ungewollte Fluchtbewegungen</strong>: Der Verlust an biologischer Vielfalt ist vor allem in Ländern des globalen Südens vorangeschritten, zerstört ihre Lebensgrundlage bereits jetzt und schadet den ärmsten Menschen am meisten. Ungleichheiten werden verschärft, Existenzen bedroht, Fluchtbewegungen werden unausweichlich.</li>
<li><strong>Generationengerechtigkeit</strong>. Unseren Nachkommen wird die Grundlage für ein erfülltes Leben beraubt.</li>
<li><strong>Resilienz von Unternehmen: </strong>Ohne Nachhaltigkeitsstrategie schwindet das Interesse seitens Stakeholder und Investoren und gefährdert die zukunftsfähige Aufstellung von Unternehmen (s. Kap. 4).<br />
<strong>→</strong><u>Handlungsbedarf</u>: Klare Nachhaltigkeitskonzepte und ESG-Strategie ohne Greenwashing (s. Kap. 5).</li>
</ul>
<h2></h2>
<h2 id="3. Zahlen, Fakten – und die wahren Kosten"><span style="color: #808080;"><strong>3. Zahlen, Fakten – und die wahren Kosten</strong></span></h2>
<p>Biodiversität ist eine der planetaren Grenzen und mit Klima und CO2 verknüpft, steht aber wie in einer Pyramide über allem und muss daher höchste Priorität haben.</p>
<p>Jede Art hat eine Bedeutung im Ökosystem und hält dieses zusammen. Fällt in einer Art der letzte Vertreter aus, der ihr Überleben sichert, ist die Art <strong>irreversibel verschwunden</strong>, ein <strong>Bindeglied im Ökosystem fehlt und kann dieses samt Ökosystemleistungen gefährden</strong>. Und: Nur wenige Folgen sind den Forschenden bisher bekannt. Wir müssen daher dringend alles tun, um die Arten zu erhalten.</p>
<p>Manche Ökosystemleistungen können wir <strong>nicht ersetzen</strong>, wie Böden, oder <strong>nur unzulänglich</strong>, wie Bestäubung. Und Kompensationsmaßnahmen sind immer teurer, während es die Natur kostenlos für uns bereitet. Ein paar Daten und Fakten:</p>
<ul>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Ökosystemleistungen:<br />
</strong>Der Wert der Ökosystemleistungen übersteigt in jedem Jahr den Wert des weltweiten Bruttosozialprodukts (BSP) ungefähr um den Faktor 2 und mehr als 60 % des weltweiten BSPs sind direkt oder indirekt abhängig von diesen Leistungen der Natur.</span></li>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Landdegradation:<br />
</strong>350 Mio. Hektar Land haben wir weltweit degradiert. Würden wir diese bis 2030 renaturieren, würde man Ökosystemleistungen im Wert von 8,4 Billionen € generieren. Und dabei 26 Gigatonnen an Treibhausgasen der Atmosphäre entziehen, genau die Menge, die für das das 1,5 ° C Ziel nötig wäre (target gap zw. 19-27 Gt.).</span></li>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Tierbestand:<br />
</strong>In den letzten 50 Jahren haben wir 69 % aller Säugetier-, Fisch-, Reptilien- und Vogelbestände und 80% aller Insekten vernichtet.</span></li>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Biomasse Säugetiere:<br />
</strong>Die globale Biomasse wild lebender Säugetiere ist seit dem späten Pleistozän um mehr als drei Viertel gesunken. Sie beträgt heute weniger als 10 % der Biomasse, welche die menschliche Bevölkerung ausmacht.</span></li>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Biomasse Vegetation:<br />
</strong>Die globale Biomasse der Vegetation hat sich im Lauf der Menschheitsgeschichte halbiert; Wälder erstrecken sich heute lediglich auf etwa zwei Drittel ihrer vorindustriellen Fläche.</span></li>
<li><span style="color: #003366;"><strong>Feuchtgebiete, Flüsse, Korallen:</strong></span><br />
<span style="color: #003366;">85 % der Feuchtgebiete gingen seit 1700 verloren; und 77 % der Flüsse fließen nicht mehr frei von der Quelle zum Meer. Küstenökosysteme weisen einige der größten und schnellsten Einbrüche der letzten Zeit auf. Der Bestand an lebenden Korallen hat sich in den vergangenen 150 Jahren fast halbiert.</span></li>
</ul>
<p><em>&#8230; Und nur mal ein Beispiel für die Bedeutsamkeit jeder einzelnen Art: Wale: Anders als andere Tiere und Pflanzen, die beim Absterben verrotten, entziehen Wale der Atmosphäre über die Nahrung dauerhaft CO2: Stirbt der Wal, dann sinken mit ihm die aufgenommen 15 Tonnen Kohlenstoff zu Boden und werden ins Sediment eingegraben. Jedoch sind mehrere Walarten durch Fischernetze, Kollisionen mit Schiffen, aber auch Umweltverschmutzung, Lärm und Klimawandel vom Aussterben bedroht.</em></p>
<div id="attachment_4320" style="width: 1343px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4320" class="wp-image-4320 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-scaled.jpg" alt="Frachtschiff von oben mit bunten Containern" width="1333" height="887" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-400x266.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-600x399.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-768x511.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-800x532.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-1024x681.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-1200x798.jpg 1200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-1536x1022.jpg 1536w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/venti-views-1cqIcrWFQBI-unsplash-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1333px) 100vw, 1333px" /><p id="caption-attachment-4320" class="wp-caption-text">©Venti Views/unsplash</p></div>
<h2></h2>
<h2 id="4. Lieferkettensicherung, Effizienz- und Infrastrukturanpassungen"><span style="color: #808080;"><strong>4. Lieferkettensicherung, Effizienz- und Infrastrukturanpassungen</strong></span></h2>
<p>Fast jedes Unternehmen hat einen Impact auf Biodiversität – oder spürt ihn von außen. Beide Perspektiven, Inside-out und Outside-in, müssen in der Wesentlichkeitsanalyse (s. Kap. 5) erfasst werden. Das betrifft Betrieb und Produktion, Verpackung, Transport, Fuhrpark und Lieferkette. Entscheidend ist, sich über Risiken klarzuwerden und Kosten bzw. Maßnahmen entsprechend einzukalkulieren, um sich zukunftsfest aufzustellen.</p>
<p>So investiert z. B. <strong>BASF</strong> in <strong>Lieferkettensicherung</strong>, um sich ggf. auch ohne den Rhein versorgen oder mit bestimmten Schiffen bei Niedrigwasser fahren zu können. Es geht um <strong>Geschäftsmodellveränderungen</strong>, anstatt eine weitere Versicherung abzuschließen, die ohnehin immer weniger Leistungen absichern können. Auch <strong>Stadtwerke</strong> stehen vor Herausforderungen: Liegt die Temperatur aus den Bodenschichten zur Grundwasserentnahme über 6 °C, können sie uns nicht mehr mit keimfreiem Trinkwasser versorgen. Sie müssten dann große Mengen Chlor zusetzen oder noch tiefer bohren – mit ökologischen und ökonomischen Konsequenzen. In der<strong> Landwirtschaft</strong> werden <strong>Wassereffizienzmechanismen </strong>entwickelt, um auch bei dürren Bedingungen Landwirtschaft betreiben zu können. Für die lokale Erzeugung von Obst und Gemüse entwicklen Start-ups wie z. B. <a href="https://www.roko-farming.com/" target="_blank" rel="noopener">ROKO Farmig</a> halbautomatische Produktionsanlagen in einem Vertikal-Farming-Ansatz, bei dem fein verteilte Nährstofflösung und Wasser aufgefangen und in einem Kreislauf wieder eingesetzt werden. Die Platzersparniss wird für Renaturierungsareale genutzt (<a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/nach-oben-gedacht-vertical-farming-zur-kontinuierlichen-produktion-weiterentwickelt" target="_blank" rel="noopener"><strong>→</strong> zum Artikel</a>).</p>
<p>Im Infrastrukturbereich wird in <strong>Hochwasserschutz</strong> investiert, wie das z. B. <strong>ENBW</strong>, der drittgrößte Energieversorger in Deutschland, angeht. Am Kraftwerkstandort Stuttgart-Münster wurde dort eine Art Hülle installiert, um bei einem Hochwasserereignis temporär einen Hochwasserschutz einzuziehen. Andersherum müssen auch bei niedrigen Flusspegelständen die Energierohstoffe angeliefert werden können. Zudem haben Energiekonzerne darauf zu achten, die Temperaturen des Wassers und des Flusses einzuhalten, wenn das thermische Kraftwerk gekühlt bzw. auch Abwasser eingeleitet werden muss. Dazu hat <a href="https://www.enbw.com/nachhaltigkeit/" target="_blank" rel="noopener">ENBW</a> ihre Betriebe mit entsprechenden Regelungsmaßnahmen speziell darauf ausgerichtet. Gleichzeitig wurden im Rahmen ihrer Nachhaltigkeits-Agenda – neben dem Ausbau der Erneuerbaren – die Kraftwerke mit modernen Rauchgasreinigungsanlagen und ölundurchlässigen Auffang- und Schutzeinrichtungen ausgestattet.</p>
<p>Künstliche Intelligenz wird viele Unternehmen unterstützen, um genaue Vorhersagen treffen zu können, aber auch um regulierend und mit weitaus höherer Effizienz und <strong>geringerem Ressourcenverbrauch</strong> in den Betrieb eingreifen zu können. So ermöglicht das Start-up <a href="https://variolytics.de/" target="_blank" rel="noopener">Variolytics</a>, einem Anbieter von Messtechnik &amp; KI-Software, mit weltweit erster Echtzeitanalytik Treibhausgase in Kläranlagen erheblich zu reduzieren.<br />
<a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-ki-zur-treibhausgasreduktion-fuer-abwasserbetriebe" target="_blank" rel="noopener"><strong>→</strong> zum Artikel</a></p>
<div id="attachment_4153" style="width: 353px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-ki-zur-treibhausgasreduktion-fuer-abwasserbetriebe" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4153" class="wp-image-4153" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/11/patrick-federi-bjcceKhRsqA-unsplash_.jpg" alt="Kläranlage von oben" width="343" height="228" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/11/patrick-federi-bjcceKhRsqA-unsplash_-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/11/patrick-federi-bjcceKhRsqA-unsplash_-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/11/patrick-federi-bjcceKhRsqA-unsplash_-400x266.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/11/patrick-federi-bjcceKhRsqA-unsplash_.jpg 458w" sizes="(max-width: 343px) 100vw, 343px" /></a><p id="caption-attachment-4153" class="wp-caption-text">Mit KI zur Treibhausgasreduktion bei Kläranlagen</p></div>
<p>Viele schließen nun auch die Kreislaufwirtschaft stärker in ihr Geschäftsmodell ein. Rohstoffe werden wiedergewonnen, Produkte wiederverwertet, Abwärme genutzt, überschüssige Energie eingespeist – bei Letzterem kommen Speicher eine große Bedeutung zu. Es ist also nicht nur das Risikomanagement mit darauf angepassten Maßnahmen ins Auge zu fassen. Es ergeben sich auch viele neue Chancen, wie auch das nächste Kapitel zeigt.</p>
<p><strong>→</strong> auch interessant: <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/die-stadt-als-reallabor-fuer-einen-biooekonomischen-zukunftsfaehigen-wirtschaftsraum" target="_blank" rel="noopener">Die Stadt als Reallabor für einen bioökonomischen, zukunftsfähigen Wirtschaftsraum</a></p>
<div id="attachment_4160" style="width: 362px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/die-stadt-als-reallabor-fuer-einen-biooekonomischen-zukunftsfaehigen-wirtschaftsraum" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4160" class=" wp-image-4160" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/12/Stuttgart_-als-Transformationsmodell.gif" alt="Stuttgart von oben" width="352" height="233" /></a><p id="caption-attachment-4160" class="wp-caption-text">Die Stadt als Transformationsmodell</p></div>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4308" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-150x150.png" alt="" width="18" height="18" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-66x66.png 66w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-150x150.png 150w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-200x200.png 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-300x300.png 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806-400x400.png 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/wink_10484806.png 512w" sizes="(max-width: 18px) 100vw, 18px" /><em> Kleiner Sidekick-Kommentar: </em><em>Falls man das ganze „grüne Thema“ als wenig spannend, nicht technologisch-hipp oder eben einfach „öko“ erachten mag: Öl und Gas sind auch nur aus Biomasse entstanden, genauer gesagt, aus marinen Lebewesen und Algen  (s. <a href="https://redaktion-text-idee.de/biomasse-aus-algen/" target="_blank" rel="noopener">Biomasse aus Algen – back to the roots</a>). Der evolutionsbedingte Druck und Sauerstoffausschluss sind dann die „technischen“ Finessen. Da nun die oberflächlichen Öl- und Gasquellen weitgehend erschöpft sind, wird nun unter hohem Druck und Chemikalieneinsatz der letzte Rest aus tiefliegenden Gesteinslöchern herausgefrackt. Unter enormen Energieaufwand. Ob das raffiniert ist oder eher kill, baby, kill, mag jede/r für sich beurteilen.</em></p>
<div id="attachment_4315" style="width: 1023px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4315" class="wp-image-4315" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640.jpg" alt="Nadelwald von oben, in der Mitte verläuft eine Straße" width="1013" height="674" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640-400x266.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640-600x399.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/road-4564817_640.jpg 640w" sizes="(max-width: 1013px) 100vw, 1013px" /><p id="caption-attachment-4315" class="wp-caption-text">© marcinjozwiak/pixabay</p></div>
<h2></h2>
<h2 id="5. Unternehmen sind erst mit Biodiversität in ihrer ESG-Strategie zukunftsfähig"><span style="color: #808080;"><strong>5. Unternehmen sind erst mit Biodiversität in ihrer ESG-Strategie zukunftsfähig</strong></span></h2>
<p>Viele Unternehmen haben sich bereits auf den Weg gemacht und verfolgen Nachhaltigkeitsstrategien. Einige haben schon seit Langem aus eigenem Antrieb ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, wie z. B. in der Bekleidungsindustrie die Outdoor-Spezialisten Patagonia und <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/outdoor-ausruestung-aus-cellulose-rizinusoel-und-kaffeesatz-funktionell-und-langlebig">Vaude</a>.</p>
<h3 id="5.1 Reporting Standards"><span style="color: #808080;"><strong>5.1 Reporting Standards</strong></span></h3>
<p>Mit der <strong>Corporate Sustainability Reporting Directive</strong> (<strong>CSRD</strong>) sind größere Unternehmen in der EU seit 2024 verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Der Lagebericht wurde demnach um ökologische und soziale Aspekte erheblich ausgeweitet – als Baustein des European Green Deal, mit dem Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden will. Das Ziel der CSRD: Die europäische Wirtschaft in Europa nachhaltig, ressourceneffizient und wettbewerbsfähig zu machen. Durch höhere Transparenzanforderungen an Unternehmen sollen Geldströme sowie Investitionen in die Unternehmen gelenkt werden, die nachhaltig wirtschaften. Das setzt voraus, dass Stakeholder über entscheidungsrelevante Informationen verfügen.</p>
<p>Die Richtung ist klar: Durch die zunehmende Regulatorik in Nachhaltigkeit wird es für Unternehmensführung und Aufsichtsräte immer wichtiger, Biodiversitätsaspekte beim unternehmerischen Handeln mit einzukalkulieren. Und genau hier steckt das Brisante: Hatte man sich in den vergangen Jahren/Jahrzehnten nur mit Dekarbonisierung und Klima beschäftigt, ist das Thema Biodiversität und seine weitaus höhere Relevanz erst in den letzten wenigen Jahren deutlich geworden.</p>
<p>Für große, kapitalmarktorientierte Unternehmen ist die CSRD ist eine Weiterentwicklung der bestehenden Non-Financial Reporting Directive (NFRD). Sie soll sicherzustellen, dass Unternehmen über ihre Auswirkungen auf Umwelt (<strong>E</strong>nvironment), Gesellschaft (<strong>S</strong>ocial) und Unternehmenspolitik (<strong>G</strong>overnance) umfassend berichten. Bisher konnten Unternehmen frei wählen, wie sie die <strong>ESG</strong>-Informationen veröffentlichen.</p>
<p>Doch was bringt dann das Regelwerk CSRD? Hier lassen sich ein paar Punkte benennen:</p>
<ul>
<li><span style="color: #003366;">Der Stellenwert des Unternehmens wird verändert herausgestellt</span></li>
<li><span style="color: #003366;">Es zeigt den professionellen, kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang des Unternehmens mit ESG-Themen</span></li>
<li><span style="color: #003366;">Im Berichts-Standard wird geregelt, über welche Themen das Unternehmen berichtet: Grundlage ist die <strong>Doppelte Wesentlichkeitsanalyse</strong>, das heißt, es wird analysiert, was für das Unternehmen wesentlich ist, einen echten Impact hat: Mit der Inside-out-Perspektive wird bewertet, wie das Unternehmen Einfluss auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen nimmt, mit der Outside-in-Perspektive, welche Risiken von außen das Unternehmen treffen.</span></li>
<li><span style="color: #003366;">Neben den finanziellen und nicht finanziellen gibt es jetzt <strong>belastbare Nachhaltigkeits-Kennzahlen</strong>, mit denen man transparent arbeitet, die von Wirtschaftsprüfern und Wirtschaftsprüferinnen taxiert werden und auf die man aufbauen kann.</span></li>
<li><span style="color: #003366;">Chancen:</span><br />
<span style="color: #003366;">&#8211; Klare Vorgaben, wie die Kennzahlen offenzulegen sind, liefern die Grundlage für glaubwürdige Kommunikation.</span><br />
<span style="color: #003366;">&#8211; Fokus auf zukünftig wesentlichere Themen: Schwachstelle, sich an unwesentlichen Themen aufzuhalten, wird ausgeräumt</span><br />
<span style="color: #003366;">&#8211; Konzentration auf das Kerngeschäft</span><br />
<span style="color: #003366;">&#8211; Die hohe Transparenz führt zu mehr Substanz, was die Basis für Glaubwürdigkeit ist.</span><br />
<span style="color: #003366;">&#8211; Zielgruppenspezifischere und thematisch differenzierte Kommunikation statt umfassenden, schön gestalteten Nachhaltigkeitsbericht ohne tiefe Substanz: spricht dir richtigen Stakeholder an.</span></li>
</ul>
<p>CSRD ist also das Regelwerk, das die 12 Standards, <strong>ESRS</strong> (European Sustainability Reporting Standards), enthält. Ein Berichtsstandard, der ESRS E4, adressiert Biodiversität und Ökosysteme. Aufsichtsräte und Aufsichtsrätinnen werden die Berichterstattung zu diesen Themen ebenfalls in ihre Prüfung des Lageberichts einbeziehen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Biodiversität ist für Unternehmen also ein wichtiger Faktor, um sich wettbewerbsfähig und mit guter Reputation aufzustellen. Auch die EU-Entwaldungsverordnung (<strong>EUDR</strong>), die ab Dezember 2025 in Kraft tritt, wirkt sich auf das Biodiversitätsmanagement eines Unternehmens aus.</p>
<p><img decoding="async" class="wp-image-4314 aligncenter" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/ESRS-E4-Biologische-Vielfalt-und-Oekosysteme.gif" alt="" width="742" height="275" /></p>
<h3></h3>
<div id="attachment_4324" style="width: 916px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4324" class="wp-image-4324" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640.jpg" alt="grüne Reisterrassen, inmitten ein Holzhaus" width="906" height="605" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640-600x400.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2025/03/apartment-8318376_640.jpg 640w" sizes="(max-width: 906px) 100vw, 906px" /><p id="caption-attachment-4324" class="wp-caption-text">© chienba/pixabay</p></div>
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<h3 id="5.2 Omnibus: Schlingelkurs oder Direttissima zum klaren Ziel?"><span style="color: #808080;"><strong>5.2 Omnibus: Schlingelkurs oder Direttissima zum klaren Ziel?</strong></span></h3>
<p>Zugegeben, vor lauter Abkürzungen und Regelwerke kann einem kann der Kopf schwirren. Aber richtig Schleudertrauma mögen dann so einige am 26. Februar 2025 erhalten haben: Denn die Europäische Union hat mit ihrem Omnibus-Vorschlag* weitreichende Änderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und -verpflichtungen vorgeschlagen.</p>
<p><span style="color: #808080;"><em>*Europäische Kommision, Fragen und Antworten zum Omnibus-Paket; <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_25_615" target="_blank" rel="noopener">https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_25_615</a></em></span></p>
<p>Die Regulationen also auf dem Prüfstand und mit dem Omnibus den Rückwärtsgang einlegen? Nein, es wird verschlankt, aber es geht nicht rückwärts. Omnibus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „für alle“. Letztlich sollten wir genau das vor Augen halten: Es geht um uns alle, unseren Planeten. Wir müssen jetzt anfangen. Die EU will mit der neuen Regelung die Hürden minimieren.</p>
<p>Zwar werden mit der neuen Regelung kleinere und mittlere Unternehmen, die ab disem Jahr berichtspflichtig gewesen wären, nun zunächst noch von der CSRD entbunden. Aber wie bereits beschrieben, führt auch bei ihnen kein Weg daran vorbei, wenn sie sich zukunftsfest aufstellen wollen. Die Übergangsfrist kann demnach nur bedeuten: Jetzt anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zum anderen soll mit der neuen Omnibus-Verordnung durch Reduzierung und zeitlich aufgeschobene Ziele der Einstieg für alle leichter gemacht werden. Es gibt Befürworter, aber auch Gegner zur neuen Regelung, denn viele – nicht nur die kapitalmarktorientieren großen Unternehmen – haben bereits begonnen, die unzähligen Datenunkte zu erfassen und zu parametrisieren. Außerdem befürchten manche, dass einige Anstrengungen in punct Nachhaltigkeit unter dem Tisch fallen.</p>
<p>Dennoch: Die Hürden durch die vielen Datenpunkterfassung sollen reduziert, die Berichterstattung einfacher werden. Zwar kann die Omnibus-Verordnung etwas zu früh sein und man hätte die 2025 entstandenen Erfahrungswerte nutzen können. So hätten sich alle Datenpunkte erst einmal erfassen und redundante zusammenzuführen lassen, um darauf eine vereinfachte Verordnung zu etablieren. Doch sicher wird die Berichtserfassung noch weiter angepasst. Slalom ist ja auch keine Geradeausfahrt und man kommt aber dennoch schnell ins Ziel.</p>
<h3></h3>
<h3 id="5.3 Transparenz und Vergleichbarkeit – für den eigenen Business Case"><span style="color: #808080;"><strong>5.3 Transparenz und Vergleichbarkeit – für den eigenen Business Case</strong></span></h3>
<p>Entscheidend ist, dass nun begonnen wird, um eine <strong>Transparenz und Vergleichbarkeit</strong> zu ermöglichen. Auch für Unternehmen, die heute noch nicht berichtspflichtig sind, wäre das bereits ein wichtiger Schritt, für den eigenen Business Case. Stakeholder werden sich für jene interessieren, die schon vorgedrungen sind in der Nachhaltigkeitsberichterstattung oder es jetzt angehen wollen, allem voran in puncto Lieferkette, bei der auch Biodiversitäts-Aspekte einfließen. Beispielsweise findet im Nahrungsmittelsektor der Großteil des Fußabdrucks upstream statt, außerhalb der EU. Dann ist es sinnvoll, wenn man z. B. berichten kann, dass man jeden Sack Kakao in Peru geotaggen kann, um seine Herkunft nachzuweisen, für die man zuvor die nachhaltigen Prozesse etabliert hat.</p>
<p>Im eigenen Unternehmen spielen dann die <strong>Etablierung umweltfreundlicher Techniken und diversitätsfördernder Maßnahmen</strong> eine Rolle. Dies kann z. B. die Prozesse in der Produktion, Gebäudeart und -technik oder den Fuhrpark betreffen. Hat man in der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse erfasst, was wesentlich für sein Unternehmen ist, weiß man erst, wo entscheidende Schwachpunkte liegen. Diese sollten dann von den Unternehmen mit ausgebildetem Personal oder professionellen Nachhaltigkeitsmanagern und -managerinnen bzw. Unternehmensberatungen angegangen werden. Anhand der neuen Daten gewinnen sie wertvolle Erkenntnisse und können beginnen, ihre Prozesse umzugestalten. Die Anpassung des Geschäftsmodell schafft Vertrauen und macht sie resilient und somit interessant für Investoren, da Wirtschaften mit kurzfristigen Kennzahlen aufgrund der schwindenden Ressourcen heute keinen Bestand mehr hat.</p>
<h3></h3>
<h3 id="5.4 Mit fachgerechter Beratung und Know-how voran"><span style="color: #808080;"><strong>5.4 Mit fachgerechter Beratung und Know-how voran</strong></span></h3>
<p>Auch Aufklärung und fachgerechte Beratung ist entscheidend. So sind z. B. Baumpflanzzertifikate kritisch zu betrachten, denn für einen CO2-Ausgleich müssten die Bäume mindestens 50 Jahre stehen, was keiner der Zertifikatsanbieter versprechen kann. Zum einen setzen sie auf schnell wachsende Monokulturen mit den Problemen geringer Resistenz und kurzer Lebensdauer, zum anderen könnten die Flächen wieder anders genutzt und Pflanzungen umgesiedelt werden oder die Bäume können durch Brand, Stürme und Schädlinge zerstört werden. Baumpflanzen sollte zumindest nicht als Begründung genutzt werden, um weiter fossile Energieträger zu verbrennen.</p>
<p>Möchte man in CO2-negative-Projekte investieren, sind z. B. Projekte mit <strong>Pflanzenkohle</strong> eine interessante Lösung: Biomassereste aus Industrie, Land- und Forstwirtschaft werden mittels Pyrolyse zu technischem Biokohlenstoff umgewandelt. Die Energie dafür wird – einmal angeworfen – kontinuierlich aus dem Prozess gewonnen. Hier bieten die <a href="https://carbonauten.com/" target="_blank" rel="noopener">minus-CO2-factory carbonauten</a> einen spannenden Ansatz: Sie können die Produktion an Stoffströme oder spezielle Produktanforderungen anpassen und im weiteren Prozessschritt die erzeugten technischen Biokohlenstoffe zu sogenannten Negative Emission Technology-Materials veredeln. In großen Mengen und zu niedrigen Preisen, um die Dekarbonisierung für die Industrie wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, auch mit Wirkung in Scope 3. Insgesamt wird in dem Prozess CO2 aus der Atmosphäre (eingebaut in Biomasse) entzogen und in Produkte wie Kunststoffe oder Düngemittel umgewandelt. Die entstandene Energie wird in Form für Wärme in ein Fernwärmenetz oder einen Produktionsstandort, z. B. zur Dampferzeugung, eingeleitet.</p>
<h3></h3>
<h3 id="5.5 Zugang zu Märkten erhalten, Reputation stärken"><span style="color: #808080;"><strong>5.5 Zugang zu Märkten erhalten, Reputation stärken</strong></span></h3>
<p>Die Nachhaltigkeitsanalysen nicht ins Auge zu fassen, wäre auch fatal, denn die größer werdenden Risiken wie Schäden durch Unwetterkatastrophen werden immer weniger versichert. Versorgungsleistungen können ausfallen, wie im Kapitel 4 beschrieben. Ebenso führen Extremwetterereignisse wie Dürren zu hohen Ernteausfällen, etwa beim Oliven- und Weinanbau. Und plötzlich steht ein Industrieunternehmen vor Schwierigkeiten und Produktionsausfällen, wenn Lieferketten unterbrochen sind, da bei der Produktion der Vorprodukte Maschinen ausgefallen sind oder diese aufgrund von Unwetter oder extremer Hitze nicht ausgeliefert werden können, da Straßen, Schienen oder Flüssen nicht mehr befahrbar sind. Auch hier muss ein Umdenken des eigenen Geschäftsmodells stattfinden bzw. Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden.</p>
<p>Selbst wenn, geopolitisch betrachtet, die Regierung in den USA nun einen Schritt zurückgeht, bleiben einige US-Unternehmen bei ihrem eingeleiteten nachhaltigen Weg, schon allein, um ihre Investitionen nicht zu entwerten und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch andere Staaten wie China und Australien haben Sustainability Reporting Standards eingeführt, die denen der EU stark ähneln. Das heißt: Wenn ein Unternehmen Interesse an solchen Märkten hat, könnte es erst durch eine eigene qualifizierte ESG-Berichterstattung einen Marktzutritt erhalten bzw. erst dann im Rahmen von Wertschöpfungsketten interessant sein.</p>
<p>Die planetaren Grenzen machen sich bereits jetzt deutlich und werden uns noch stärker herausfordern. Ohne Doppelte Wesentlichkeits- oder Klimarisikoanalyse sowie Integration nachhaltiger Prozesse ist die Zukunft eine Black Box mit Überraschungen und unangenehmen Folgen.</p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>ZUSAMMENFASSUNG:</strong></span></p>
</div><div class="fusion-content-boxes content-boxes columns row fusion-columns-1 fusion-columns-total-5 fusion-content-boxes-2 content-boxes-icon-with-title content-left" style="--awb-hover-accent-color:#a0ce4e;--awb-circle-hover-accent-color:#a0ce4e;--awb-item-margin-bottom:40px;" data-animationOffset="top-into-view"><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-1 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Rohstoffe sicherstellen</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Werden Ökosysteme durch schwindende Biodiversität destabilisiert, geht das häufig mit Einschränkungen in der Rohstoffzufuhr einher – mit Störungen der Lieferkette und Produktion.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-2 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Betriebskosten senken</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Für Unternehmen wirkt sich der Biodiversitätserhalt langfristig positiv auf die finanzielle Performance aus: Die Rohstoffversorgung wird gesichert, Risiken werden reduziert, Geschäftsprozesse stabilisiert. Hingegen kann der Verlust der Biodiversität zu verringerter Produktivität und erhöhten Betriebskosten führen.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-3 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Reputation</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Ein umweltbewusster Umgang kann den Ruf eines Unternehmens steigern, Skandale und ausgebliebene Vorsorgemaßnahmen bleiben aus und werden nicht kommuniziert. Fokus auf wesentliche Aspekte stärkt die Marke und schafft Vertrauen.</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-4 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Gesteigertes Interesse durch Stakeholder und Investoren</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Immer mehr Kreditgeber und Anleger legen Wert auf ESG-konformes Handeln. Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird ein verstärkter Fokus auf den Aspekt Biodiversität gelegt, um die Resilienz zu erhöhen und langfristige Investitionen festzulegen</p>
</div></div></div><div style="--awb-backgroundcolor:#a1e2dc;" class="fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-5 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last content-box-column-last-in-row"><div class="col content-box-wrapper content-wrapper-background link-area-link-icon icon-hover-animation-fade" data-animationOffset="top-into-view"><div class="heading heading-with-icon icon-left"><div class="icon"><i style="border-color:#333333;border-width:1px;background-color:#333333;box-sizing:content-box;height:42px;width:42px;line-height:42px;border-radius:50%;font-size:21px;" aria-hidden="true" class="fontawesome-icon fa-arrow-right fas circle-yes"></i></div><h2 class="content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated" style="--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.3;">Zugang zu neuen Märkten und Wertschöpfungsketten</h2></div><div class="fusion-clearfix"></div><div class="content-container">
<p>Erst durch Einhaltung der ESG-Reporting Standard könnten neue Märkte erschlossen und Wertschöpfungsketten entwickelt werden.</p>
</div></div></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-3"><p>Nicht der erste Nachhaltigkeitsbericht wird gleich perfekt sein. Es ist ein Learning. Sich zudem abzustimmen zwischen den Mittelständern und Industrieunternehmen, vor allem innerhalb der Sektoren, wäre eine weitere Chance. Wenn sich die Finanzindustrie zunehmend auf ESG-standardisierte Unternehmen fokussiert, ist der große Schritt getan. Unternehmen können sich beraten lassen, <strong>Hubs einrichten, Start-ups einbinden</strong> und mit vielen <strong>Stakeholdern in einen Austausch</strong> gehen. Der Moment ist jetzt – für die Zukunft der Unternehmen, der eigenen Zukunft und die der nachfolgenden Generationen.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p>Fragen und Antworten: EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 – Mehr Raum für die Natur in unserem Leben. Europäische Kommission. Abrufbar unter <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_20_886" target="_blank" rel="noopener">https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_20_886</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Nachhaltige Entwicklung als Handlungsauftrag. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Abrufbar unter <a href="https://www.bmuv.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/nachhaltigkeit-als-handlungsauftrag" target="_blank" rel="noopener">https://www.bmuv.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/nachhaltigkeit-als-handlungsauftrag</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Europäisches Parlament (2020). Verlust der Biodiversität: Ursachen und folgenschwere Auswirkungen. Abrufbar unter <u><a href="https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20200109STO69929/verlust-der-biodiversitat-ursachen-und-folgenschwere-auswirkungen" target="_blank" rel="noopener">https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20200109STO69929/verlust-der-biodiversitat-ursachen-und-folgenschwere-auswirkungen</a> </u>(letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>WWF (2022). Living Planet Report 2022. Building a nature-positive society. Abrufbar unter <u><a href="https://www.livingplanetindex.org" target="_blank" rel="noopener">https://www.livingplanetindex.org</a>  </u>(letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Christian Wirt, Helge Bruelheide et al. (2024). Faktencheck Artenvielfalt &#8211; Bestandsaufnahme und Perspektiven für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland. Oekom science</p>
<p>Frauke Fischer, Hilke Oberhansberg (2020). Was hat die Mücke je für uns getan? Endlich verstehen, was biologische Vielfalt für unser Leben bedeutet. Oekom-Verlag, München</p>
<p>Eurostat-Report (2024). Sustainable development in the European Union: monitoring report on progress towards the SDGs in an EU context – 2024 edition<strong>; </strong>abrufbar unter <a href="https://ec.europa.eu/eurostat/documents/15234730/19397895/KS-05-24-071-EN-N.pdf/730c983a-fa93-6ce2-7905-2379de04f3e9?version=1.0&amp;t=1718611411114" target="_blank" rel="noopener">https://ec.europa.eu/eurostat/documents/15234730/19397895/KS-05-24-071-EN-N.pdf/730c983a-fa93-6ce2-7905-2379de04f3e9?version=1.0&amp;t=1718611411114</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>EU-weit einheitliche Regelung für entwaldungsfreie Lieferketten, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) v. 04.02.2025; abrufbar unter <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/wald/waelder-weltweit/entwaldungsfreie-Lieferketten-eu-vo.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.bmel.de/DE/themen/wald/waelder-weltweit/entwaldungsfreie-Lieferketten-eu-vo.html</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>UN environment programme (2023). Five drivers oft he nature crisis. Abrufbar unter <a href="https://www.unep.org/news-and-stories/story/five-drivers-nature-crisis" target="_blank" rel="noopener">https://www.unep.org/news-and-stories/story/five-drivers-nature-crisis</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Europäisches Parlament: Bedrohte Arten in Europa – Zahlen und Fakten, letzte Aktualisierung 26.02.2025. Abrufbar unter <a href="https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20200519STO79424/bedrohte-arten-in-europa-zahlen-und-fakten-infografik" target="_blank" rel="noopener">https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20200519STO79424/bedrohte-arten-in-europa-zahlen-und-fakten-infografik</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p><em>EU-Richtlinie vom Dezember 2022 zur Nachhaltigkeitsberichterstattung: </em>DIRECTIVE (EU) 2022/2464 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL; abrufbar unter <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2022/2464/oj" target="_blank" rel="noopener">https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2022/2464/oj</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Europäische Kommission, v. 26.02.2025. Weniger Verwaltungsaufwand: Kommission will Regeln für Nachhaltigkeit und EU-Investitionen vereinfachen. Abrufbar unter: <a href="https://germany.representation.ec.europa.eu/news/weniger-verwaltungsaufwand-kommission-will-regeln-fur-nachhaltigkeit-und-eu-investitionen-2025-02-26_de?prefLang=en" target="_blank" rel="noopener">https://germany.representation.ec.europa.eu/news/weniger-verwaltungsaufwand-kommission-will-regeln-fur-nachhaltigkeit-und-eu-investitionen-2025-02-26_de?prefLang=en</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Spektrum der Wissenschaft kompakt (2022). Kipppunkte – Umbruch im System, erschienen am 19.09.2022, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH</p>
<p>DFGE Institute for Energy, Ecology and Economy, ESRS E4 – Biodiversität &amp; Ökosysteme. Abrufbar unter <a href="https://dfge.de/esrs-e4-biodiversitaet-oekosysteme/">https://dfge.de/esrs-e4-biodiversitaet-oekosysteme/</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
<p>Podcast: Gewinne Zukunft – Der Podcast für Sustainability-Pioniere &amp; Profis, Folgen #20, #66, #77</p>
<p>Podcast 2045 by Design or Disaster: Episode 09:  Biodiversität und Aussterben mit Dr. Frauke Fischer; abrufbar unter <a href="https://designordisaster.de/2023/03/10/episode-09-biodiversitaet-und-aussterben-mit-dr-frauke-fischer/">https://designordisaster.de/2023/03/10/episode-09-biodiversitaet-und-aussterben-mit-dr-frauke-fischer/</a> (letzter Zugriff am 11.03.2025)</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft – Unser Land steckt voller Potenziale!</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/ressourceneffizienz-und-kreislaufwirtschaft-unser-land-steckt-voller-potenziale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Oct 2024 17:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie / Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wir wollen alle das Gleiche: Saubere Luft, sauberes Wasser und Energie“. Und: „Als Industrieland sind wir ressourcenintensiv“. Das waren die am meisten vernommene Aussagen beim Kongress BW 2024 Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Simpel? Sicher nicht! Sonst hätte man hier nicht die pure Power und Begeisterung dafür erlebt.   Eingeleitet wurde der Kongress am 16.10.24 von Ministerpräsident  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wir wollen alle das Gleiche: Saubere Luft, sauberes Wasser und Energie“. Und: „Als Industrieland sind wir ressourcenintensiv“. Das waren die am meisten vernommene Aussagen beim Kongress BW 2024 Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Simpel? Sicher nicht! Sonst hätte man hier nicht die pure Power und Begeisterung dafür erlebt.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eingeleitet wurde der Kongress am 16.10.24 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der für eine Dekarbonisierung Recycling und Circular Economy als unabdingbar hält. „Alle Abfallströme sind die Rohstoffquellen der Zukunft.&#8220; Kretschmann nannte den großen ökologischen Rucksack, den Metalle haben (rund 30 Mio. t/Jahr). „Bauten sind ein riesiges Material- und Rohstofflager. Durch Recycling machen wir Ausgangsstoffe verfügbar, ohne lange Transportwege, das macht uns zudem unabhängiger und wettbewerbsfähig.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_4245" style="width: 637px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4245" class="wp-image-4245" title="Kongress BW Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2024/10/Kongress-BW_Winfried-Kretschmann.gif" alt="Kongress-BW_Winfried-Kretschmann" width="627" height="470" /><p id="caption-attachment-4245" class="wp-caption-text">Kongress-BW_Winfried-Kretschmann</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Von Net Zero bis klimapositiv – und zwar bereits angepackt</h3>
<p>Dr. Alina Amann von <a href="https://www.mvv.de/" target="_blank" rel="noopener">MVV Energie AG</a> stellte innovative Verfahren vor – von der zweiten Flusswärmepumpe bis hin zur Pyrolyse mit CO2-negativer Bilanz mithilfe von Pflanzenkohle. Perlschnurartig und chronologisch auf einer Roadmap aufgeführt, und das transparent. Denn – wie schon beim Hackathon „Decarbonize the Planet“ am 7. September in Mannheim verdeutlicht wurde – es sollen alle mitgenommen werden. Der Dreiklang aus gesellschaftlicher Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sei das Fundament. Das Ziel der MVV-Road: bis 2035 als eines der ersten Energieunternehmen in Deutschland klimapositiv zu sein. Sportlich macht Spaß, finde ich, es bedeutet: Es geht auf wohltuende Weise vorwärts.</p>
<div id="attachment_4246" style="width: 662px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4246" class="wp-image-4246" title="Kongress BW Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2024/10/Alina-Amann-MVV-Enegie-beim-Kongress-BW.gif" alt="Alina Amann, MVV Enegie, beim Kongress BW" width="652" height="489" /><p id="caption-attachment-4246" class="wp-caption-text">Alina Amann, MVV Enegie, beim Kongress BW</p></div>
<p>Den Switch eines CO2-intensiven, „langweiligen“ Produkts Zement zum ersten CO2-freien Zement erklärt Dr. Dominik von Achten von <a href="https://www.heidelbergmaterials.com/de" target="_blank" rel="noopener">Heidelberg Materials</a>. Rund 7 % der CO2-Emissionen weltweit stammen aus der Zementindustrie. Das Heidelberger Unternehmen will das ändern, zum einen durch ihr innovatives Net-Zero-Produkt, zum anderen durch 3D-Druckbeton wie beim Wavehouse in Heidelberg, das aus 100% recycelbaren Material mit 55% weniger CO<sub>2</sub>-Emissionen errichtet wurde. Und natürlich geht es um Carbon Removal. Ohne CCS und CCU ist eine Klimaneutralität nicht zu schaffen, wie viele Referent:innen erklären.</p>
<p>Transformation zielgerichtet leiten – Leitung ist inzwischen der Kern der <a href="https://www.linkedin.com/company/witzenmann-gmbh/">Witzenmann Group</a>, wie wir dem Vortrag von Geschäftsführerin Christine Wüst entnehmen. Spezifische Leitungen und Bauteile für die Speicherung und Transport von Wasserstoff sind das Herz des Pforzheimer Unternehmens. Christine Wüst erkläre den beherzten Weg des Automobilzulieferers zu den dekarbonisierten Produkten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>THE LÄND mit dem Lösungs- statt CO2-Rucksack</h3>
<p>Besonders spannend: Die Pitches der Start-ups.</p>
<div id="attachment_4247" style="width: 686px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4247" class="wp-image-4247" title="Kongress BW Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft, KiGi Start-up" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2024/10/Katrin-Schuhen-Wasser-3.0-beim-Kongress-BW.gif" alt="Katrin Schuhen, Wasser 3.0, beim Kongress BW" width="676" height="507" /><p id="caption-attachment-4247" class="wp-caption-text">Katrin Schuhen, Wasser 3.0, beim Kongress BW</p></div>
<p>Vor allem Dr. Katrin Schuhen von <a href="https://wasserdreinull.de/" target="_blank" rel="noopener">Wasser3.0gGmbH</a> hat mich gefesselt: „Mikroplastik ist überall, im Wasser, im Essen, in der Luft. Und es gibt keine Regularien“. Längst ist nachgewiesen, dass wir Mikroplastik in Chipkarten-Größe in unserem Körper haben. Das Start-up weist Mikroplastik-Partikel mit Fluoreszenzmarkern nach, entfernt sie mit einer wartungs- und schadstofffreien Technologie, bei denen die Partikel zu Agglomeraten verklumpen, und ermöglich ein Recycling der Plastikpartikel. Am Abend stand fest: 1. Platz für die Wasser3.o gGmbH bei der Preisverleihung der Kick-Start Green Innovations.</p>
<p>Nicht weniger perspektivenreich die zweiten und dritten Sieger: <a href="https://www.meetmelt.com/" target="_blank" rel="noopener">MELT</a>-Ing GmbH, die skalierbare Wärmespeicherplatten für den Bau herstellen, die die Wärmepumpen ergänzen und Netze entlasten. Und <a href="https://www.ecalia.de/" target="_blank" rel="noopener">Ecalia</a>, die die Energieeffizienz von Wärmepumpen und Klimaanlagen erheblich steigern. Weitere Start-ups zeigten u. a. umweltfreundliche Verackungslösungen und Lösungen zur Lebensmittelversorgung durch Vertical farming – schließlich importieren wir ca. 40 % unseres Gemüses.</p>
<p>Hier geht&#8217;s zu einem Artikel zu Vertical Farming: <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/nach-oben-gedacht-vertical-farming-zur-kontinuierlichen-produktion-weiterentwickelt" target="_blank" rel="noopener">Vertical Farming zur kontinuierlichen Produktion weiterentwickelt</a></p>
<p>Digitalisierung ist in der Start-up-Landschaft beherrschendes Thema. Ob es um intelligentes Management von Energiesystemen, innovative digitale Systeme, etwa zur Senkung des Wasserverbrauchs, oder End-to-End-Ladekonzeptionen geht, eins ist klar: <strong>THE LÄND steckt voller Potenzial!</strong></p>
<div id="attachment_4248" style="width: 705px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4248" class="wp-image-4248" title="Kongress BW Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2024/10/Handlungsfled-Biooekonomie-Vortrag-beim-Kongress-BW.gif" alt="Handlungsfled Bioökonomie, Vortrag beim Kongress BW" width="695" height="521" /><p id="caption-attachment-4248" class="wp-caption-text">Handlungsfeld Bioökonomie, Vortrag beim Kongress BW</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Technologien sind da, überzeugend und zukunftssattelfest</h3>
<p>Interessant auch das Plenum Handlungsfeld Bioökonomie der <a href="https://www.m-r-n.com" target="_blank" rel="noopener">Metropolregion Rhein-Neckar</a> und der <a href="https://trk.de/" target="_blank" rel="noopener">Technologie Region Karlsruhe</a>, die sich das Matching von regionalen Akteuren auf die Brust geschrieben haben und die Projektanbahnung unterstützen. Beide Regionen haben sich zusammengeshclossen, um Informationen und Kommunikation zu relevanten Entwicklungen nach außen zu befördern und die Umsetzung voranzubringen. Einblicke in die Umsetzung erhielt das Publikum durch Dr. Joachim Schulze, Geschäftsführer der <a href="https://bio.consulting/" target="_blank" rel="noopener">Bio-Consulting GmbH.</a> Als Chemiker kenne er viele Hürden bei der Realisierung bioökonomischer Projekte und nannte auch ein paar gescheiterte Vorhaben – auch Lessions learned bringt voran. Gleichzeitig konnte er aber viele spannende, erfolgreiche Umsetzungen hervorheben, die zu enormen Reduktion ehemals CO2-intensiver chemischer Produkte führen. Eines seiner Herzensthemen, das auch viele junge Menschen beschäftigt: Die Reduktion bzw. Ersatz von Fleischprodukten. Denn 70 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland dient der Nutztierhaltung oder Erzeugung von Futtermitteln. Es ist bekannt: Fleisch erzeugt rund zehnmal mehr Treibhausgase als Gemüse und liefert dabei erheblich weniger Energie.</p>
<p>Die Aussteller auf dem Kongress zeigten angegangene sowie umgesetzte Lösungen in Hinblick auf Klimaneutralität, ob beim Bau, Wärme- oder Energiemanagement bis hin zu individuellen Produktn.</p>
<p>Fakt ist: Technologien sind da, überzeugend und zukunftssattelfest – „zukunftsausgerichtet“ lasse ich, es klingt nach „ja, irgendwann“, „wird mal jemand machen“. Es geht um die Umsetzung. Jetzt. Beeindruckend auf diesem Kongress: Es zählen keine Partikularinteressen, der Fokus liegt auf dem großen Ganzen: eine umwelt- und klimaschonende Welt. Ressourcenschonend und -wiederverwertend. Und: Die meisten vorhandenen Lösungen zahlen sich jetzt bereits aus, werden immer günstiger und machen uns unabhängiger von prekären Verhältnissen. Klimaschutz ist aktive Wirtschaftspolitik, wie auch Umweltministerin Thekla Walker die Rolle innovativer GreenTech Lösungen auf den Punkt brachte.</p>
<p>Was mir persönlich noch fehlte: mehr Ansätze zur Förderung der Biodiversität. Was aber den Rahmen diesen Themenkongresses sprengen würde. In einigen Ansätzen, vor allem denen der Start-ups, fließt der Aspekt Biodiversität mit ein. Unter dem Strich ist klar: Schaffen wir gesündere Lebensumstände, können sich auch einige Arten wieder ansiedeln – jedoch müssen wir schnell handeln, um Irreversibilität zu vermeiden (Stichwort Kippunkte). Investieren wir jetzt!</p>
<p>Weitere Informationen zu Kongress BW: <a href="https://www.kongress-bw.de/de">https://www.kongress-bw.de/de</a></p>
<p>Ebenfalls interessant:</p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/die-stadt-als-reallabor-fuer-einen-biooekonomischen-zukunftsfaehigen-wirtschaftsraum" target="_blank" rel="noopener">Die Stadt als Transformationsmodell / Reallabor</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/nach-oben-gedacht-vertical-farming-zur-kontinuierlichen-produktion-weiterentwickelt">Vertical Farming zur kontinuierlichen Produktion weiterentwickelt</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/landwirtschaft-50-mit-agri-photovoltaik-und-pflanzenkohle-gegen-die-klimakrise">Pflanzenkohle und Agri-Photovoltaik</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-ki-zur-treibhausgasreduktion-fuer-abwasserbetriebe">Mit KI zur Treibhausgasreduktion für Abwasserbetriebe</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/co2-aus-der-luft-als-rohstoff-fuer-chemikalien">CO2 aus der Luft als Rohstoff für Chemikalien</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/outdoor-ausruestung-aus-cellulose-rizinusoel-und-kaffeesatz-funktionell-und-langlebig">VAUDE: Outdoor-Ausrüstung aus biobasierten Substanzen und weitere Ansätze</a></p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/recycling-der-zukunft-markiertes-plastik-als-kreislaufprodukt">Recycling der Zukunft – markiertes Plastik als Kreislaufprodukt</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/klima-wissen-was-ist-basis-zum-effektiven-handeln/" target="_blank" rel="noopener">Klima: Wissen, was ist – stablies Mindset statt Radikalismus</a></p>
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		<title>Klima: Wissen, was ist – stabiles Mindset statt Populismus</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/klima-wissen-was-ist-basis-zum-effektiven-handeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jul 2023 13:33:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie / Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sich gezielt über Klima und Nachhaltigkeit informieren – im Mediendschungel geht man schnell verloren. Hier helfen valide Quellen. Sie geben einen klaren Überblick aus wissenschaftlichen Fakten, sodass man die Zusammenhänge klar erkennen kann und ein stabiles Mindset entwickelt – statt in Polularismus oder Radikalismus hineingezogen zu werden. Und es zeigen sich Möglichkeiten, wie sich die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/klima-wissen-was-ist-basis-zum-effektiven-handeln/">Klima: Wissen, was ist – stabiles Mindset statt Populismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sich gezielt über Klima und Nachhaltigkeit informieren – im Mediendschungel geht man schnell verloren. Hier helfen valide Quellen. Sie geben einen klaren Überblick aus wissenschaftlichen Fakten, sodass man die Zusammenhänge klar erkennen kann und ein stabiles Mindset entwickelt – statt in Polularismus oder Radikalismus hineingezogen zu werden. Und es zeigen sich Möglichkeiten, wie sich die Klimaziele doch noch erreichen lassen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zugegeben, ich habe mich schon oft verrannt in den Medien zum Thema Klima und Umweltschutz. Widersprüchliche Aussagen führen da leicht zu Frust und Ratlosigkeit. Dabei will man ja nur Zusammenhänge verstehen, um sich eine klare Meinung bilden und auch selbst handeln zu können. Ohne nebenbei noch ein Studium absolvieren zu müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Valide und prägnante Information</h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber es gibt sie: informative, wissenschaftsbasierte Quellen, übersichtlich und klar dargestellt. Informationen zu Wirkungen und Auswirkungen ist das eine. Vor allem aber zeigen sich Lösungen und Chancen – oftmals liegen sie klar auf der Hand und es braucht nur kleine Anstupser, um den Stein ins Rollen zu bringen. Wer will sich schön von seinen Kindern und Enkeln sagen lassen „Ihr hättet es ändern können. Aber ihr habt nicht gewollt.“ Dazu braucht es die Bereitschaft, etwas ändern zu wollen. Und –  für die meisten in der Chefetage die größte Herausforderung – eine Änderung des Mindset: einen Blick auf lange Sicht statt kurzfristige Budgetierung.</p>
<p>Hier eine kleine Auswahl, die kompaktes Übersichtswissen bietet:</p>
<ul>
<li><strong>Klimafakten</strong>: Als Partner der Helmholtz Klima Initiative mit 15 wissenschaftlichen Zentren beruhen die fortlaufend aktualisierten Beiträge großenteils auf den Sachstandsberichten des Weltklimarats (IPCC): <a href="https://www.klimafakten.de/" target="_blank" rel="noopener">klimafakten.de</a><strong>; </strong><a href="https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/basiswissen" target="_blank" rel="noopener">Basiswissen</a></li>
<li><strong>Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</strong>: Website mit klarer Darstellung der Fakten sowie Zusammenhänge zwischen Klima und Wirtschaft: <a href="https://www.pik-potsdam.de/de/startseite" target="_blank" rel="noopener">Potsdam Institut für Klimafolgenforschung</a></li>
<li><strong>Helmholtz-Gemeinschaft</strong>: <a href="https://www.helmholtz-klima.de/" target="_blank" rel="noopener">Helmholtz KLIMA Dialog-Plattform</a> bringt klimarelevante Forschung vor allem in den politischen Diskurs. Interessant: informative Beiträge mit der Schlagwortsuche unter Klimawissen</li>
<li><strong>Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften</strong>: Als Vertreter der deutschen Wissenschaft im Ausland und Beratung für Politik und Öffentlichkeit bietet die Akademie übergreifende Informationen zu den Themen: <a href="https://www.leopoldina.org/wissenschaft/klimaforschung/" target="_blank" rel="noopener">Leopoldina: Klimaforschung</a> und <a href="https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/klimawandel-ursachen-folgen-und-handlungsmoeglichkeiten-2021/" target="_blank" rel="noopener">Klimawandel</a></li>
<li><strong>Earth League</strong>: Stellungnahmen und Key Facts zu Themen, die im Zusammenhang mit dem globlen Wandel stehen. Launch mit der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCC) auf der aktuellen COP: <a href="https://10insightsclimate.science/" target="_blank" rel="noopener">10 New Insights in Climate Change</a>Detailliertere Hintergrund-Informationen lassen sich dem<a href="https://www.ipcc.ch/" target="_blank" rel="noopener">IPCC-Report 2022</a> <span style="color: #808080;">und dem</span> <a href="https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2022" target="_blank" rel="noopener">UN Emissions Gap Report 2022</a> <span style="color: #808080;">entnehmen (eine knappe Zusammenfassung des letzten ICPP-Berichts bietet das</span> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/ipcc-bericht-sofortige-globale-trendwende-noetig" target="_blank" rel="noopener">Umweltbundesamt</a>).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #333333;"><strong>Und besonders lebendig und einprägsam:</strong></span></p>
<ul>
<li><strong>Livestream Podcast 2o45 by Design or Disaster</strong>: klar verständliche, umfassende Aufklärung auf den Punkt gebracht. Mit Gastwissenchaftlern aus Ökonomie und Ökologie geht – frei vom jeglichen Eigeninteresse – um Hintergründe, Zusammenhänge und Lösungen zur Klimakrise – anregend zum Nachdenken und Handeln im Jetzt: <a href="https://www.youtube.com/@2045byDesign" target="_blank" rel="noopener">Livestream Podcast: 2045 by Design or Disaster</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong>Podcast „Klimabericht“ – Der Spiegel-Podcast zur Lage des Planeten</strong>: Einzelne Themen informativ und leicht verständlich aufbereitet, meist begleitet von Wissenschaftlern und -Wissenschaftlerinnen: <a href="https://www.spiegel.de/thema/klimabericht-podcast/" target="_blank" rel="noopener">Klimabericht – der Spiegel Podcast</a></li>
</ul>
<div id="attachment_4007" style="width: 296px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.spiegel.de/thema/klimabericht-podcast/" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4007" class="wp-image-4007 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim-300x189.jpg" alt="KlimaArena Sinsheim" width="286" height="180" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim-200x126.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim-300x189.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim-320x202.jpg 320w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim-400x252.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/KlimaArena-Sinsheim.jpg 600w" sizes="(max-width: 286px) 100vw, 286px" /></a><p id="caption-attachment-4007" class="wp-caption-text">KlimaArena Sinsheim (Foto: Simone Giesler)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong>Visuell und interaktiv:</strong> Ausstellungen machen Klimafakten anschaulich und stellen Zusammenhänge nachvollziehbar dar. In der <strong>Rhein-Neckar-Region</strong> z. B. bietet die <strong>interaktive Ausstellung KlimaArena</strong> ein spannendes Angebot. Sie richtet sich vor allem an Lehrkräfte, SchülerInnen und Familien mit Kindern. Auch Erwachsene profitieren von den gut präsentierten Themen-Stationen: <a href="https://klima-arena.de/" target="_blank" rel="noopener">KlimaArena Sinsheim</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<h3><strong>Die Technologie macht das schon – kann sie das allein?<br />
</strong></h3>
<p>Technologie und politisches sowie gesellschaftliches Handeln gehören untrennbar zusammengehören. Sich auf Anpassung zu verlassen, bedeutet nun mal das Sterben vieler Menschen und ganzer Ökosysteme. Von weitreichenden Potenzialen für Autokraten ganz zu schweigen. Die Politik muss als Rahmengeber fungieren, für Konjunktive, Wegducken oder – noch verheerender – Heuchelei ist keine Zeit mehr. Und für uns als Gesellschaft ist wichtig, uns umfassend und valide zu informieren, statt influenciert zu werden. Schließlich geht es um nicht weniger als eine lebenswerte Zukunft, der wir alle eine Stimme geben sollten. Wir alle sind in der Verantwortung. Konzerne, mittelständige und kleine Unternehmen bis hin zu Einzelpersonen müssen jetzt mit umgestalten. Mit allem, was wir können.</p>
<p>Beim Klimaschutz sollten aus politischer Sicht schnell umsetzbare Lösungen keine Frage für &#8222;irgendwann&#8220;, sondern sofort erfolgen, wie z. B. das Tempolimit. Es ist inzwischen jeder Person klar, dass dieser Punkt dem Absatz der deutschen Automobilindustrie nicht schadet – der Freiheitsbegriff ist hier ebenso ein Irrläufer wie der Begriff „Technologieoffenheit“. Geht es um die große Lösung, dem Ausbau erneuerbarer Energien durch Windrädern und Photovoltaik, stellt man fest: Schnell umsetztbar hat man sich – nicht allein bei den proklamierten Zahlen  – anders vorgestellt. Ein riesiger Berg an bürokratischem Papierstapeln verhindert nicht nur die Genehmigung, sondern auch den Transport von Windrädern. Bis zu 20.000 Transporte liegen unbearbeitet vor. Ein kräftiges Herbeiwinken von Bürokratieabbau und erkleichterten Prozessen durch Digitalisierung und von neutralen Gutachten, die keinen Partikularinteressen folgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Technologien und Projekte neben den großen Playern Wind und Sonne</h3>
<p>Aber auch Bioenergie lässt sich als erneuerbare Energiequelle stärker nutzen. Aktuell wird z. B. nur ein Drittel des verfügbaren Tiermists als Ausgangsstoff eingesetzt. Vor allem Bioabfälle können verstärkt eingesetzt werden, z. B. aus der Lebensmittelproduktion. Derzeit machen sie nur 5 % der eingesetzten Ausgangsstoffe für die Biogasproduktion aus. Dabei wäre das ausbaubare Potenzial vor allem auch im Hinblick auf die zu reduzierende Nutztierhaltung bedeutsam.</p>
<p>Ein spannendes Forschungsprojekt: Im Forschungsprojekt <a href="https://www.run-projekt.de/" target="_blank" rel="noopener">RUN</a> sollen regionale Nähr- und Wertstoffkreisläufe geschlossen werden, indem Bioabfälle und häusliche Abwässer wiederverwertet werden. Unter Projektkoordination des Institutes für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart werden im Verbund mit vielen weiteren Beteiligten Systemlösungen entwickelt, Umweltauswirkungen analysiert und die Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft und Landwirtschaft im gegenseitigen Austausch untersucht. Das Ziel: In einer Nährstoffgemeinschaft zwischen Stadt und Land die wertvollen Reststoffe wiederzuverwenden und einem Kreislauf zuzuführen, statt zu verschwenden. Und zwar mit einem Mehrfachnutzen: In einer entsprechenden Recyclinganlage entstehen aus Bioabfälle und Brauchwasser Recyclingdünger, recycelbare Biopolymere (Plastikfolie) und Pflanzenkohle. Langfristig sollen so Agrarsysteme nachhaltiger und klimafreundlicher gestaltet und Ressourcen sowie Energie eingespart werden.</p>
<p>Man muss aber nicht immer nur großflächig denken, um Großes zu bewirken. Ein paar Beispiele: Im Gespräch mit den Gründern des <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/nach-oben-gedacht-vertical-farming-zur-kontinuierlichen-produktion-weiterentwickelt" target="_blank" rel="noopener">Ulmer Start-up ROKO Farming</a> konnte ich erfahren, wie man Vertical Farming neu denkt: Die beiden Brüder haben eine Pilotanlage entwickelt, die Obst- und Gemüsebauern eine kontinuierliche Ernte von Pflanzenerzeugnissen auf kleinsten Raum ermöglicht – unter Einsparung von Wasser und Dünger durch eine prozessautomatisierte Kreislaufmethode. Interessanter Nebeneffekt: Flächen um den Faktor 300 lassen sich einsparen und für die Renaturierung – statt für Monokulturen – nutzen. Dies dient sowohl der Biodiversität sowie dem Klimaschutz.</p>
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<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-3718 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/11/CO2-to-chemiacals.jpg" alt="CO2 aus der Luft" width="453" height="302" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/11/CO2-to-chemiacals-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/11/CO2-to-chemiacals-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/11/CO2-to-chemiacals-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/11/CO2-to-chemiacals.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /></p>
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<h3>CO2 aus der Luft einfangen</h3>
<p>Szenenwechsel – mit Blick in die Luft: Das Unternehmen <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/kraftstoff-aus-co2-dezentrale-kompaktanlagen-fuer-emissionsfreie-mobilitaet" target="_blank" rel="noopener">Ineratec fängt CO2 aus der Luft ein, um synthethischen Kraftstoff</a> für die Schifffahrt- und Flugzeugindustrie herzustellen. Eben dort, wo die vorhanden Lösung, Batteriemodule, sich schlecht einsetzen lassen. Allerdings hat die Technologie auch ihre Tücken, und die sind gewaltig: Der Wirkungsgrad liegt gerade mal bei 15 Prozent. Das kennzeichnet den <span class="ILfuVd" lang="de"><span class="hgKElc">Knackpunkt der ganzen Debatte um das Verbrennerauto, dem so einige mit dieser Technologie ein letzten Quäntchen Leben einhauchen würden. Hier ist klar: Für die Autoindustrie ist das keine Alternative. Denn es wäre kontrfaproduktiv und extrem ineffizient, die erneuerbare Energie über Umwege mit enormen Verlusten, statt gleich direkt einzusetzen werden. Hier heißt die seit vielen Jahrzehnten vorhandene Lösung Elektromobilität. Die Forschung an synthetischen Kraftstoffen für andere Einsätze könnte hingegen interessant sein. </span></span>Das Besondere bei Interatec: Das Karlsruher Unternehmen hat eine einzigartige chemische Reaktortechnologie entwickelt, die als mobile Kompaktanlage überall aufstellbar ist. So kann mit Überschussstrom aus erneuerbaren Energien mit dem Power-to-Gas-Verfahren aus elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff und klimaschädlichem CO<sub>2</sub> hochwertiges synthetisches Erdgas erzeugt werden.</p>
<p>Doch wie wird der erste Schritt, das Einsaugen von CO2 aus der Luft, überhaupt möglich? Hier prescht das schweizerische Unternehmen <a href="https://climeworks.com/" target="_blank" rel="noopener">Climeworks</a> als Pionier voran, es ist eines unter fünf Unternehmen, die Direct Air Capture (DAC) marktfähig gemacht haben. Vorstellen kann man sich das Verfahren in punkto Funktion als eine Art „Schwamm“, nur dass es auf Fußballfeld-großen modulare Anlagen Platz findet und nicht wirklich wie ein Schwamm aussieht: Die Umgebungsluft wird über Ventilatoren angesaugt. Dabei strömt die Luft strömt durch ein hochselektives Filtermaterial, an dem die CO₂-Moleküle haften. Stark porös ist das Filtermaterial, schließlich soll eine große Oberfläche erzielt werden. Sobald der Filter gesättigt ist, wird er mithilfe erneuerbarer Energie, z. B. durch ein nahegelegenes Geothermiekraftwerk, erhitzt und das konzentrierte Kohlendioxid als reines Gas aus dem Filter abgeschieden. Der weitere Weg ist vielschichtig – wobei &#8222;Schicht&#8220; schon eine Option beschreibt: So ist das Verpressen in tiefe Erdschichten möglich, was sich CCS, kurz für Carbon Capture and Stotage, nennt. Wie aber wäre es, das eingefangene CO2 zu nutzen – schließlich ist er ein wertvoller Rohstoff, wie es nicht nur Ineratec kennt. Auch die Bauindustrie, etwa Stahl- und Betonwerke, benötigt den Rohstoff. Dennoch muss man das Abscheiden von CO2 systemisch betrachten: Direkt aus Industrieabgasen einzufangen kann das sinnvoll sein, in Stadt und Landschaft zu installieren, wäre zu ineffizient.</p>
<p>Die chemische Industrie hat starkes Interesse an <span class="ILfuVd" lang="en"><span class="hgKElc">Carbon capture, utilization, and storage (CCUS). </span></span>CO2 aus der Luft einfangen, um Rohstoffe für Chemikalien herzustellen – damit beschäftigt sich auch ein Fraunhofer-Team aus Stuttgart und Straubing. Ihnen ist es gelungen, mittels aus der Luft adsorbiertem CO<sub>2</sub> einen Farbstoff herzustellen. Den Artikel über den <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/co2-aus-der-luft-als-rohstoff-fuer-chemikalien" target="_blank" rel="noopener">Ansatz als Kreislaufwirtschaft finden Sie hier</a>.</p>
<p>Alles dreht sich um Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Gleichzeitig muss das CO2, das bereits im Boden eingelagert ist, dort verbleiben – weshalb dem Wiedervernässen der Moore eine extrem große Bedeutung zukommt. Meine Artikel mit Informationen des Greifswald-Moor-Zentrums beschreiben die <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/klimaschutzfaktor-moore-co2-binden-statt-freisetzen" target="_blank" rel="noopener">Bedeutung der Moore als Klimaschutzfaktor</a> und wie sich <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/moore-als-co2-speicher-renaturieren-und-gleichzeitig-wirtschaften" target="_blank" rel="noopener">renaturierte Mooren bewirtschaften</a> lassen.</p>
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<div id="attachment_4036" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4036" class="wp-image-4036 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Moor-Kaltenbronn-Schwarzwald-©-Kay-Dittner-unsplash.jpg" alt="Hochmoor Schwarzwaöd" width="453" height="305" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Moor-Kaltenbronn-Schwarzwald-©-Kay-Dittner-unsplash-200x135.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Moor-Kaltenbronn-Schwarzwald-©-Kay-Dittner-unsplash-300x202.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Moor-Kaltenbronn-Schwarzwald-©-Kay-Dittner-unsplash-400x269.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Moor-Kaltenbronn-Schwarzwald-©-Kay-Dittner-unsplash.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-4036" class="wp-caption-text">Moor Kaltenbronn, Schwarzwald ©Kay Dittner, unsplash</p></div>
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<p>Zusätzlich wird bei allen CO2-Budget-Berechnungen bereits miteingepreist, dass bereits emittiertes CO2 aus der Atmosphäre entnommen wird. Über die gesamte Zeit seit der Industrialisierung ist Deutschland übrigens sechstgrößter CO2-Emittent – auch hier stehen wir in der Verantwortung. Vorreiterollen sind wichtiger denn je. Mit dem Ansatz Biokohle in Kombination mit Agroforst bietet sich eine interessante Möglichkeit, das Kohlenstoffdioxid wieder unter die Erde zu bringen, wie z. B. das Großprojekt <a href="https://fyi-landwirtschaft5.org/" target="_blank" rel="noopener">Landwirtschaft 5.0</a> darlegt. Es beschreibt die Ansätze, die zusammen mit Agri-Photovoltaik riesige Potenziale bergen, wie der folgende Artikel beschreibt: <a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/landwirtschaft-50-mit-agri-photovoltaik-und-pflanzenkohle-gegen-die-klimakrise" target="_blank" rel="noopener">Landwirtschaft 5.0: Mit Agri-Photovoltaik und Pflanzenkohle gegen die Klimakrise</a>.</p>
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<h3><strong>Die Rechnung zu Ende denken</strong></h3>
<p>Gleichzeitig mit schnell umsetzbaren Lösungen sind längerfristige Investitionen nötig, die zeitintensiver sind und deshalb jetzt forciert werden müssen. Und klar: Sie sind kostspielig. Wer glaubt, Klimaschutz und Erhaltung unseres Planeten seien günstig, liegt falsch. Jedoch nur für den Moment: Preist man aber die Folgekosten ein, die durch Nichteinhalten der Klimaziele entstehen, sieht es ganz anders aus. Hinterher-Aufräumen ist schon immer teurer gewesen. Nur: Ohne Handeln kommt man dann dem Aufräumen nicht mal mehr hinterher. Wenn ganze Landstriche überschwemmt oder verbrannt sind, der Boden vertrocknet und verarmt ist und Ökosysteme zerstört sind. Wenn Dürre und Hitze Menschenleben kosten. Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Studie in Auftrag gegeben, die den bevorstehenden Schaden durch die Klimakrise beziffern soll. Das Ergebnis: Bis zu 900 Mrd. Euro könnte sie uns bis 2050 kosten. Und das scheint nicht mal hochgegriffen: Seit dem Jahr 2000 haben hierzulande Schäden durch Auswirkungen der Klimakrise bereits einen Wert von 145 Mrd. Euro verursacht.</p>
<p>Man kennt es, das unliebsame Wort, die Kipppunkte. Pate dafür stehen eingebrochene, geschmolzene Arktis-Eisschilde. Die infolge wärmeren Wassertemperaturen beeinflussen den Jetstream. Und somit festhängende Wetterlagen mit verheerenden Auswirkungen bedeuten.</p>
<p>Das Erreichen der Klimaziele ist nun mal die einzige Option, die wir haben. Viele der Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien, Transformation der industriellen Prozesse und des Bausektors, Ausbau des Schienennetzes, Transformation der Landwirtschaft – und der Gesellschaft. Manche Berufe werden verschwinden, es ergeben sich neue und spannende Aufgaben. Das Umlenken in zukunftsträchtige Aufgaben ist dringend nötig. Der Klimawandel ist nur einer der 9 planetaren Grenzen- – von denen wir welteit schon 7 überwchritten haben.</p>
<blockquote>
<h4>Wenn man ehrlich ist, müssten wir uns tagein, tagaus mit Lösungen und transformativen Prozessen beschäftigen, die alle durchaus ein Geschäftsmodell mit Skalierung ergeben können – statt den vielen unsinnigen und überholten Aufgaben tagtäglich nachzugehen.</h4>
</blockquote>
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<div id="attachment_4057" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4057" class="wp-image-4057 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/02/Agri-Photovoltaik.jpg" alt="Agri-Photovoltaik" width="453" height="307" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/02/Agri-Photovoltaik-200x136.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/02/Agri-Photovoltaik-300x203.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/02/Agri-Photovoltaik-400x271.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/02/Agri-Photovoltaik.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-4057" class="wp-caption-text"><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/landwirtschaft-50-mit-agri-photovoltaik-und-pflanzenkohle-gegen-die-klimakrise" target="_blank" rel="noopener">Agri-Photovoltaik</a>, ©Mariana Proença/unsplash</p></div>
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<h3><strong>Vorwärtsgewandt bei Klima und Nachhaltigkeit<br />
</strong></h3>
<p>Es ist klar: Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen. Das demokratische Wählerstimmensystem mag da als Hürde erscheinen. Ist es das? Inzwischen haben alle verstanden, dass der Klimawandel eine ernste Situation weltweit darstellt. Und gleichzeitig eine Chance für unser Wertesystem, unsere wirtschaftliche Neuausrichtung und wie wir leben wollen – auf den einzigen Planeten, den wir haben. Um dem geordnet und mit Perspektiven entgegenzutreten, braucht es zum einen eine agile Politik, die den Rahmen vorgibt, selbst wenn einiges zunächst unbequem erscheint. Zum anderen Innovation und ein neues Mindset. Die Veränderung kommt eh, Bestandsbewahrungsattitüde ist hingegen längst aus dem Rahmen gefallen.</p>
<p>Offen sein ist das, was wir brauchen: Es fängt beim bewussten Handeln eines Einzelnen an und geht in Gruppendynamiken über. Nutzung von ÖPN, Überdenken von Einkaufszetteln und Anfahrtswegen, Einbau von Wämepumpen und PV-Anlagen – vor allem aber uns Stimmen geben. Mit Netzwerken und Communities zusammentun, denken und handeln statt dem Gegeneinander und Populismus verfallen. Für das, was die Basis für uns alle ist: einen lebenswerten Planeten. Und das geht nur mit einer schnellen CO2-Reduktion.</p>
<p>Eine vorwärtsgewandte Politik mit zukunftsträchtigen Investitionen und Abbau schädlicher Subventionen ist das eine. Wir aber können unserer Stimme Ausdruck geben, mitdenken und mitgestalten. Um letztendlich innovative Ansätze umzusetzen und solche aus Forschung, Entwicklung und Institutionen zu unterstützen. Und mit den Lösungen ernstgenommen zu werden, national sowie global.</p>
<p>Ein schönes Beispiel einer Aktion auf kommunaler Ebene ist das Stuttgarter Klimaschutzprojekt &#8222;Klima-Fahrplan 2035&#8220;, mit dem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Neben den großen Themen Strom-, Wärme- und Verkehrswende sowie Energiemanagement fließen auch die Sektoren Ernährung und Kreislaufwirtschaft ein. Das Besondere: Beim beteiligten Bürgerrat Klima werden per Zufall Bürger:innnen ausgewählt, auch die Gruppe der bei Wahlen sonst vernachlässigten 16- bis 17-Jährigen sind repräsentiert – insgesamt wird eine große Bandbreite abgedeckt. Als Partner und Impulsgeber sind Start-ups, Vereine und Verbände, KMUs bis zu Konzernen an der Umsetzung des Fahrplans beteiligt. Ja, richtig gelesen: auch Konzerne. Bevor der Aufschrei und die – wenn auch teils berechtigten – Anklagen kommen: Das muss der Weg sein, endlich zusammen beherzt Schritte Richtung Klimaneutralität zu gehen. Informativer Podcast dazu: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ljKWk9P3cWw" target="_blank" rel="noopener">Folge 16 der spannenden Reihe 2045 By Design or Distaster</a>, dem interessenfreien Podcast über die Hintergründe, Zusammenhänge und auch Lösungen zur Klimakrise.</p>
<p>Lösungen, die sinnvoll und nachhaltig wirtschaftlich sind – die stabile Basis dazu bilden valide Informationen. Und wer weiß: Vielleicht entspringen dabei auch zündende neue Ideen. Kreativität steckt schließlich in unseren Genen und unterscheidet uns von jeglicher künstlichen Intelligenz, die wir dann für zeitfressende Arbeiten nutzen können, wie Datenverarbeitung, -korrelation und -auswertung, Diagnostik, Medikamentenscreening oder Prozessoptimierung. Wir sind jetzt ja solar&#8230;sorry, sensibilisiert, Erfindungen und Entwicklungen mit Leuchtkraft lassen wir nicht mehr vergilben und setzen sie beherzt um.</p>
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<p><span style="color: #999999;">Titelbild: © Sorin Gheorhita / unsplash</span></p>
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<h3><span style="color: #808080;">Aktuelle Themen: </span></h3>
<h3><span style="color: #808080;">Mit Agrivoltaik und Pflanzenkohle gegen die Klimakrise</span></h3>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/landwirtschaft-50-mit-agri-photovoltaik-und-pflanzenkohle-gegen-die-klimakrise" target="_blank" rel="noopener">Landwirtschaft 5.0: Mit Agri-Photovoltaik und Pflanzenkohle gegen die Klimakrise</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4061" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Agrivoltaik.jpg" alt="" width="257" height="197" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Agrivoltaik-200x153.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Agrivoltaik-300x230.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/11/Agrivoltaik.jpg 317w" sizes="(max-width: 257px) 100vw, 257px" /></p>
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<h3><span style="color: #808080;">Was haben Moore mit dem Klima zu tun?</span></h3>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/klimaschutzfaktor-moore-co2-binden-statt-freisetzen" target="_blank" rel="noopener">Klimaschutzfaktor Moore – CO2 binden statt freisetzen</a> : CO2-Quelle wieder zur CO2-Senke rückwandeln</p>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/moore-als-co2-speicher-renaturieren-und-gleichzeitig-wirtschaften" target="_blank" rel="noopener">Moore als CO2-Speicher: renaturieren und gleichzeitig wirtschaften</a>: Paludikultur als Hoffnungsträger fürs Klima</p>
<div id="attachment_3869" style="width: 260px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/klimaschutzfaktor-moore-co2-binden-statt-freisetzen" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3869" class="wp-image-3869 " title="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/klimaschutzfaktor-moore-co2-binden-statt-freisetzen" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/grosses-Torfmoor-200x133.gif" alt="Torfmoor" width="250" height="166" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/grosses-Torfmoor-200x133.gif 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/grosses-Torfmoor-300x199.gif 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/grosses-Torfmoor-400x266.gif 400w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" /></a><p id="caption-attachment-3869" class="wp-caption-text">Moore als CO2 Speicher</p></div>
<div id="attachment_3887" style="width: 260px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/moore-als-co2-speicher-renaturieren-und-gleichzeitig-wirtschaften" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3887" class="wp-image-3887 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/Wirtschaften-auf-Mooren-200x132.jpg" alt="Wirtschaften auf Mooren" width="250" height="165" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/Wirtschaften-auf-Mooren-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/Wirtschaften-auf-Mooren-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/Wirtschaften-auf-Mooren-400x264.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/06/Wirtschaften-auf-Mooren.jpg 453w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" /></a><p id="caption-attachment-3887" class="wp-caption-text">Moore bewirtschaften</p></div>
<h3></h3>
<h3>Vertical Farming und Renaturierung – ein halbautomatischer Zwilling</h3>
<p><a href="https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/nach-oben-gedacht-vertical-farming-zur-kontinuierlichen-produktion-weiterentwickelt" target="_blank" rel="noopener">Nach oben gedacht: Vertical Farming zur kontinuierlichen Produktion</a></p>
<div id="attachment_3661" style="width: 274px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3661" class="wp-image-3661 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/09/Pilotanlage_vertical_farming.jpg" alt="Basilikum_Pilotanlage" width="264" height="176" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/09/Pilotanlage_vertical_farming-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/09/Pilotanlage_vertical_farming-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/09/Pilotanlage_vertical_farming-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2021/09/Pilotanlage_vertical_farming.jpg 453w" sizes="(max-width: 264px) 100vw, 264px" /><p id="caption-attachment-3661" class="wp-caption-text">Vertical Farming Pilotanlage mit Basilikum, Fachartikel Simone Giesler</p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/klima-wissen-was-ist-basis-zum-effektiven-handeln/">Klima: Wissen, was ist – stabiles Mindset statt Populismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freiheit pur – Abenteuer &#038; Faszination durch Gravel- und Allroad-Bikes</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/freiheit-pur-gravel-versus-allroad-bike-trends-faszination/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 07:35:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Sebastian Breuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Früher waren es übergroße Rucksäcke mit Interrail-Tickets. Heute versprühen andere Kandidaten ungebremstes Abenteuerflair: Räder mit Rennradlenkern. Und das nicht nur auf sauber asphaltierten Straßen. Exploring oder Wattfahren. Oder beides? Wie unterscheiden sich Gravel-Bikes von Allroad-Bikes? Und was macht den Gravel-Trend aus?     Dropbars – nein, es geht nicht um Café-Bars mit leckeren Schokodrops. Dropbar  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/freiheit-pur-gravel-versus-allroad-bike-trends-faszination/">Freiheit pur – Abenteuer &#038; Faszination durch Gravel- und Allroad-Bikes</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Früher waren es übergroße Rucksäcke mit Interrail-Tickets. Heute versprühen andere Kandidaten ungebremstes Abenteuerflair: Räder mit Rennradlenkern. Und das nicht nur auf sauber asphaltierten Straßen. Exploring oder Wattfahren. Oder beides? Wie unterscheiden sich Gravel-Bikes von Allroad-Bikes? Und was macht den Gravel-Trend aus?</strong></p>
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<p>Dropbars – nein, es geht nicht um Café-Bars mit leckeren Schokodrops. Dropbar steht für Rennradlenker, schön geschwungen und mit sportlicher Note. Ist sportlich auch immer gleich super racy? Competition, competition … verbissen nach Sekunden jagen? Keineswegs. Es geht auch ganz schön bequem. Und abenteuerreich.</p>
<div id="attachment_4077" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4077" class="size-full wp-image-4077" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Grossglockner-Hochalpenstrasse.jpg" alt="Grossglockner Hochalpenstraße" width="453" height="340" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Grossglockner-Hochalpenstrasse-200x150.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Grossglockner-Hochalpenstrasse-300x225.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Grossglockner-Hochalpenstrasse-400x300.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Grossglockner-Hochalpenstrasse.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-4077" class="wp-caption-text">Grossglockner-Hochalpenstraße (Foto: Simone Giesler)</p></div>
<p>Immer häufiger betreten Räder mit Rennradlenkern und oft breitere Reifen die Weltbühne. Ihre Piloten sitzen nicht wie bei der Tour der France oder Vuelta a España super gestreckt, sondern etwas aufrechter. Achso, und klar: Wir Normalos sind auch nicht ganz so schnell und fliegengewichtig wie die Profiszene. Mit oftmals langen Fahr-Kilometern vor dem Auge bzw. Display, ist dennoch klar: Bequem muss es sein! Schließlich nach ein paar Kilometern die Nackenmuskeln nicht zu Pfeilsptzen werden oder der Rücken sogar Heimweh nach dem Bürostuhl bekommen. Vor allem, wenn die Untergründe mal etwas rauer werden oder Abstecher ins Gelände locken. Genau hier rollen sie auf den roten Teppich: Endurance Allroad-Rennräder und Gravel-Bikes.</p>
<div id="attachment_4073" style="width: 441px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4073" class="wp-image-4073" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Biketouren.jpg" alt="Pures Lebensgefühl mit Rennrad- und Gravel-Bikes (Foto: Simone Giesler)" width="431" height="316" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Biketouren-200x147.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Biketouren-300x220.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Biketouren-400x293.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Biketouren.jpg 453w" sizes="(max-width: 431px) 100vw, 431px" /><p id="caption-attachment-4073" class="wp-caption-text">Pures Lebensgefühl mit Rennrad- und Gravel-Bikes (Foto: Simone Giesler)</p></div>
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<h3><strong>Der fette Freiheitsbegriff</strong></h3>
<p>Während Allroad-Bikes eher für Performance auf vielen Road-Kilometern mit gelegentlichen Schlenkern auf unebenen Untergrund stehen, haben Gravel-Bikes das Abenteuer im Gepäck. Apropos Gepäck: Durch die vielen Anschraubpunkte an Gravel-Bikes lässt sich dies sicher verstauen. Wenn gewünscht, an fast allen Ecken und Enden: Lenker-, Rahmen-, Vorbau-, Oberrohr- bis Satteltaschen machen das möglich. Carry everything-Bags werden sie genannt – sie enden nicht zuletzt in sogenannten Pouch Bags, die sogar eine Bierdose perfekt aufnehmen. Auch wenn nicht gleich die ganze Campingausstattung und der Kleiderschrank mit muss – Exploration ist hier auf jeden Fall Programm.</p>
<p>Aber ist das mögliche Gepäck der einzige Unterschied zu Allroad-Bikes? Oder anders gefragt: Was macht ein Allroad-, was ein Gravel-Bike aus und braucht man eigentlich für jeden Einsatzzweck ein bestimmtes Bike? Dem geht der Artikel <a href="https://granfondo-cycling.com/de/gravel-bike-vs-allroad-bike/" target="_blank" rel="noopener">Gravel-Bike vs. Allroad-Bike</a> mit einigen Statements zweier Hersteller auf den Grund. Eines vorweg: Freiheit findet man auf beiden Bikes, den fetten Freiheitsbegriff kennzeichnet aber vor allem eins: die Reifenfreiheit.</p>
<div id="attachment_4069" style="width: 504px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4069" class="wp-image-4069" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-vs.-Allroad_blog.jpg" alt="Rennräder-Kategorien" width="494" height="377" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-vs.-Allroad_blog-200x153.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-vs.-Allroad_blog-300x229.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-vs.-Allroad_blog-400x306.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-vs.-Allroad_blog.jpg 453w" sizes="(max-width: 494px) 100vw, 494px" /><p id="caption-attachment-4069" class="wp-caption-text"><a href="https://granfondo-cycling.com/de/gravel-bike-vs-allroad-bike/" target="_blank" rel="noopener">Artikel GRAN FONDO Magazin: Gravel-Bike vers. Allroad-Bike</a></p></div>
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<h3></h3>
<h3><strong>Von der Radiologie über den Mountainbike-EM-Thron ins Abenteuer: Sebastian Breuer in der Gravel-Welt</strong></h3>
<p>Sand, Hitze, flüssige Schokoriegel sind die ständigen Begleiter. Die wildeste Bikepacking Offroad-Challenge in Europa verläuft auf 748 km und über 15.000 hm durch die spanische Wüste Taberna. Und mittendrin: Sebastian Breuer. Nein – genauer gesagt: ganz vorne! Nach knapp 44 Stunden holt sich der Neuling in der Gravel-Rennszene prompt den Badlands-Sieg 2022, einem der renommiertesten Ultra Distance Gravel-Races überhaupt. Es geht aber noch mehr: Über 20.000 Höhenmetern auf 1.356 Kilometer. Sebastian startet 2023 auch hier, beim Atlas Mountain Race, erstmals und kommt  in nur 103 Stunden und 23 Minuten als Vierter ins Ziel.</p>
<div id="attachment_4075" style="width: 492px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4075" class=" wp-image-4075" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Wueste-Spanien.jpg" alt="Wüstenlandschaft" width="482" height="334" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Wueste-Spanien-200x139.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Wueste-Spanien-300x208.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Wueste-Spanien-400x277.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Wueste-Spanien.jpg 453w" sizes="(max-width: 482px) 100vw, 482px" /><p id="caption-attachment-4075" class="wp-caption-text">Taberna Wüste, Spanien, Austragungsort Gravel-Rennen Badlands (Foto: Victor Martin, unsplash)</p></div>
<p>Gravel-Rennen, ehemals in USA geboren, sprießen wie Pilze aus dem Boden. Unter den Teilnehmern finden sich viele ehemalige Profi-Radsportler mit bekannten Namen wie Peter Sagan und Peter Stetina. Die Gravel-Welt hat einen größeren Freiheitsgrad, weniger knebelnde Bedingungen und – trotz Staub und Matsch – ein sauberes Image. Noch. Doch dazu im Artikel mehr.</p>
<p>Auch Sebastian ist nun in der Szene angekommen und bekannt. Dabei fing alles ganz anders an. Der Athlet mit Wahlheimat Bensheim hatte sich als junger Nachwuchssportler zunächst in der Straßenrennszene und der Bundesliga bewegt, bis er seinen Leistungssport auf den Mountainbike-Marathon verlagerte. Das Besondere: Er bezeichnet sich nicht als Profisportler, auch heute nicht – wie auch? Heute arbeitet er in Vollzeit beim Reifenhersteller Schwalbe, neben seinem Leistungssport. Durchgeschlagen hat er sich seit seiner Kindheit mehr oder weniger allein, mit allen Höhen und Tiefen. Und knallharten Erfahrungen im Radsport-Business, die ihm auch fast zum Verhängnis wurden. Fast – denn Sebastian hat es auf eigenem Weg geschafft, 2021 den Titel als Europameister und auch Deutschen Meister im MTB-Marathon zu ergattern. Sehr zur Verblüffung des BDR (Bund Deutscher Radsportler) …</p>
<p>Ich hatte die Gelegenheit, Sebastian Breuer zu interviewen. Der spannende Weg des Ex-Radiologen, MTB-Marathon-Europameisters und in Vollzeit beschäftigten Top-Athleten, der nebenbei seine Coffee-Brand vertreibt, ist hier beschrieben: <a href="https://granfondo-cycling.com/de/sebastian-breuer-mountainbike-em-titel-gravel-bike/" target="_blank" rel="noopener">Das Abenteuer ruft – Sebastian Breuer: vom Mountainbike-EM-Titel aufs Gravel-Bike</a>.</p>
<div id="attachment_3914" style="width: 538px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3914" class="wp-image-3914 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/09/MTB-EM-Sieger-Sebastian-Breuer_Autor_Simone-Giesler.jpg" alt="Marathon Mountainbike-Europameister Sebastian Breuer wechselt in Gravel-Bereich" width="528" height="352" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/09/MTB-EM-Sieger-Sebastian-Breuer_Autor_Simone-Giesler-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/09/MTB-EM-Sieger-Sebastian-Breuer_Autor_Simone-Giesler-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/09/MTB-EM-Sieger-Sebastian-Breuer_Autor_Simone-Giesler-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2022/09/MTB-EM-Sieger-Sebastian-Breuer_Autor_Simone-Giesler.jpg 453w" sizes="(max-width: 528px) 100vw, 528px" /><p id="caption-attachment-3914" class="wp-caption-text"><a href="https://granfondo-cycling.com/de/sebastian-breuer-mountainbike-em-titel-gravel-bike/" target="_blank" rel="noopener">Artikel im GRAN FONDO Magazin: das Abenteuer ruft – Sebastian Breuer: vom Mountainbike-EM-Titel aufs Gravel-Bike</a></p></div>
<h3></h3>
<h3><strong>Gravel-Rennen, Touren und Festivals für Ambitionierte, Genießer oder auch Neueinsteiger</strong></h3>
<p>Es muss ja nicht immer gleich super ambitioniert sein. Auch für Normalos gibt es Rennen, bei denen jeder und jede mitmachen können. Orbit360 ist Deutschlands erste Gravel-Serie, die dieses Jahr zum 4. Mal an den Start geht.</p>
<div id="attachment_4076" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4076" class="size-full wp-image-4076" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-Bike-Event-Orbit360.jpg" alt="Gravel-Bikes" width="453" height="340" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-Bike-Event-Orbit360-200x150.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-Bike-Event-Orbit360-300x225.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-Bike-Event-Orbit360-400x300.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Gravel-Bike-Event-Orbit360.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-4076" class="wp-caption-text">Gravel-Event Orbit360 (Foto: Simone Giesler)</p></div>
<p>Wie sie startete? Während viele sich im Jahr 2020 in Schockstarre befanden, wurde der Gründer Raphael Albrecht aktiv und scoutete die kreisförmig durch jedes Bundesland ziehenden einzelne <em>Orbit</em>-Runden. Wenn schon Gravel-Rennen durch die Corona-Beschränkungen unmöglich waren, dann doch innerhalb der Bundesländer austoben! Entstanden sind sich ständig erweiternde Gravel-Touren, die jeder Bike-Fan laden und nachfahren kann. Wer ambitioniert ist, kann sich auch als aktiver Fahrer und aktive Fahrerin melden, Punkte sammeln und in der Rangliste präsent sein.</p>
<p>Der Spaß steht im Vordergrund. Und das stellt Raphael mit seinem Team auch klar: Auf dem jährlich stattfindenden Festival wird zwar der Startschuss der Serie mit einigen bekannten Größen abgefeuert, sonst aber geht es um Fun, sportliche Side-Events, Filmfestival, Live-Interviews, Rave und einfach Zusammensein auf dem Outdoor-Festival.</p>
<p>Unsere Eindrücke, Interviewgespräch mit Raphael und Fotos kann man im Artikel: <a href="https://granfondo-cycling.com/de/orbit360-gravity-bike-festival/" target="_blank" rel="noopener">Orbit360 Gravity Bike Festival – Rennen? Nein, eine Erlebnisreise!</a> nachlesen.</p>
<div id="attachment_4078" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4078" class="size-full wp-image-4078" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Orbit-360.jpg" alt="Artikel zum Gravel-Bike-Event" width="453" height="324" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Orbit-360-200x143.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Orbit-360-300x214.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Orbit-360-400x286.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2023/04/Orbit-360.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-4078" class="wp-caption-text"><a href="https://granfondo-cycling.com/de/orbit360-gravity-bike-festival/" target="_blank" rel="noopener">Artikel im GRAN FONDO Magazin: Orbit360 Gravity Bike Festival</a></p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/freiheit-pur-gravel-versus-allroad-bike-trends-faszination/">Freiheit pur – Abenteuer &#038; Faszination durch Gravel- und Allroad-Bikes</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Feb 2022 06:45:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsstation]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man sucht sie vergeblich: Gravitationsfreie Räume gibt es auf der Erde nicht. Dabei wäre es spannend, zu sehen, wie sich unter fehlender Schwerkraft neue Materialien formen, Zellen verhalten, etwa um Krebstherapien zu entwickeln, oder auch wie das neue Coronavirus unter Mikrogravitation andockt. Yuri ermöglicht passgenaue Experimente, fast schon für jedermann …   Bilder: © yurigravity.com  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/">Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man sucht sie vergeblich: Gravitationsfreie Räume gibt es auf der Erde nicht. Dabei wäre es spannend, zu sehen, wie sich unter fehlender Schwerkraft neue Materialien formen, Zellen verhalten, etwa um Krebstherapien zu entwickeln, oder auch wie das neue Coronavirus unter Mikrogravitation andockt. Yuri ermöglicht passgenaue Experimente, fast schon für jedermann …</strong></p>
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<p><span style="color: #808080;">Bilder: © <a style="color: #808080;" href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a></span></p>
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<p>Zehn Kubikzentimeter große Boxen, gefüllt mit menschlichen Zellen, versorgt mit einer Nährstofflösung – in 400 Kilometer Höhe. Der deutsche Astronaut Matthias Maurer begleitet die Forschungs-Racks auf der Internationalen Raumstation ISS. Mit an Bord: über 100 Experimente, darunter 35 mit deutscher Beteiligung. So haben die Berliner Charité und Gothe-Universität Frankfurt Zellkukturen auf die ISS geschickt. Sie sollen Aufschlüsse über molekulare und zellphysiologische Details im menschlichen Immunsystem und der Muskulatur unter Mikrogravitation geben. Also nahezu ohne Einflüsse der Schwerkraft.</p>
<p>Yuri – genau: Der Name des Start-ups ist angelehnt an Juri Gagarin, dem ersten Menschen im All. Nicht weniger spannend lesen sich die Angebote des Unternehmens am Bodensee um die Gründer Maria Birlem, Christian, Bruderrek, Philipp Schulien und Mark Kugel: Als Weltraum-Ingenieure und Technologiemanager ermöglichen sie mit <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yuri</a> kommerzielle Forschung in Schwerelosigkeit – auf Parabelflügen, Raketenflügen und der ISS.</p>
<p>Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich nur gewinnen, wenn Experimente der Schwerkraft entfliehen. Und es gibt Fluchtmöglichkeiten: Falltürme, Zero-G-Parabelflüge und Forschungsraketen schalten die Schwerkraft sekunden- oder minutenweise herunter. Oft ist dies bereits ausreichend, um die Eigenschaften von biologischen Systemen oder Werkstoffmaterialien genauer zu analysieren, als es im Labor möglich ist. Für längere Experimente greift yuri auf die ISS zurück. Das 2019 gegründete Start-up hat seinen Head Quarter in Meckenbeuren, unweit von Airbus und ZF Friedrichshafen. Es ermöglicht großen wie kleinen Unternehmen und Forschungseinrichtungen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/senkrechtstart-der-schwerelosigkeit-ein-start-ermoeglicht-kommerzielle-forschungsexperimente-im-all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Experimente in Mikrogravitation, und verspricht schneller und erschwinglicher als in bisherigen Missionen</a> zu sein. Einige Experimente kann yuri mit dem eigens entwickelten Klinostaten dann sogar auf der Erde ausführen.</p>
<p>Die Weltraumforschung ist Treiber vieler Innovationen: von Stress- und Hirnforschung, Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen, Immunkrankheiten oder Entstehung von Tumoren bis hin zu Materialwissenschaften und Mikroelektronik. In der Biomedizin und Biotechnologie erhofft man sich, durch neue Erkenntnisse sowohl auf Gen- als auch Zellebene innovative Ansätze zu entwickeln. Das Spektrum? Nicht weniger unendlich: Es reicht von Grundlagenforschung bis hin zu <a href="https://redaktion-text-idee.de/medizintechnik-innovationen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">individuellen, personalisierten Therapien</a>.</p>
<h3></h3>
<h3><span style="color: #333333;"><strong>Proteinforschung: Schwerkraft-freie Umgebung ermöglicht den Blick ins Detail<br />
</strong></span></h3>
<p>Viele Zellen bzw. Zellbestandteile wie Proteine sind außerhalb ihrer natürlichen Umgebung instabil. Sie zerfallen im Labor schnell und erschwert die Analyse ihrer Struktur, Funktion und den Kontakt mit anderen Zellbestandteilen. Hier kommt die Mikrogravitation ins Spiel: Dort, wo sich Schwerkraft und Zentrifugalkraft infolge der Orbitbewegung fast aufheben, sind detailgenaue Darstellungen möglich. Während auf molekularer Ebene die Expression von Genen abläuft, ist die Funktion der Genprodukte – der Proteine – durch ihre hochspezifische räumliche Struktur bestimmt. Erst wenn Proteine spezifisch gefaltet vorliegen, können sie ihre Funktion erfüllen.</p>
<p>Die <strong>Analyse der Proteinstruktur</strong> ist zur Klärung der Wirkweise und Zusammenhänge im biologischen System essenziell. Und ebendiese komplexe Struktur zerfällt naturbedingt schnell. Abhilfe schafft hier eine gravitationsarme Umgebung, denn hier gibt es weder Ablagerungen noch Konvektionen. Dies macht Kristallisationsexperimente möglich, wie sie auf der Erde nur schwer realisierbar sind. Die genaue Kenntnis der räumlichen Struktur hilft, Funktionen und Eigenschaften besser zu verstehen, um z. B. pharmazeutische Anwendungen zu entwickeln. Auf ihrer Reise in eine gravitationsarme Umgebung erfahren die Zellen zunächst noch einen ordentlichen Kälteschock. So bleiben sie durch Kryokonservierung unter flüssigem Stickstoff vital.</p>
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<h3><strong>Networking losgelöst – Zellforschung ohne Schwerkraft</strong></h3>
<p>Networking auf Zellebene ist ein riesiges Thema. Wenn man bedenkt, welch riesiges Netzwerk unser Körper darstellt, ist das starke Interesse an den Zellverbindungen nur allzu logisch: 100 Billionen Zellen bilden als Haut- und Nervenzellen ein Gewebe oder als Körperzellen Organe. Sie fließen als Blutzellen durch Arterien, Venen und Kapillaren. Als Immunzellen jagen sie nach fremden und schädigenden Stoffen. Das alles geschieht nicht isoliert: Jede einzelne Zelle nimmt ihre Umgebung, um ihre Funktion ausführen zu können. So können unreife Zellen durch „Abtasten“ und „Ziehen“ an Oberflächen taktil erkennen, ob die Umgebung hart oder weich ist und sich in eine entsprechende Zelle, z. B. Knochenzelle, ausdifferenzieren. Durch eine genaue Kenntnis über diese Vorgänge könnte man beispielsweise spezifisch <strong>Stammzellen zum Wachstum</strong> anregen.</p>
<p>Eine weitere Kontaktmöglichkeit sind Zellmembran-Proteine, die Oberflächenrezeptoren. Docken an den Rezeptoren kleine Moleküle an, werden chemische Signale ins Zellinnere geleitet. Klar, Signale bleiben nicht unerkannt: Sie veranlassen die Zelle zu weiteren Aktionen, wie etwa das An- und Ausschalten von Genen. Dies ist beispielsweise für die <strong>Krebsforschung</strong> interessant.</p>
<p>Und was passiert beim Andockprozess des <strong>Coronavirus</strong> Sars CoV-2 an die Zelle? Genau hier sind Strukturanalysen wertvoll, u. a. zur Andockstelle des Virus-Oberflächenproteins an die Wirtszelle – mit Fokus auf die Spaltstelle. So könnte man die verschiedenen Faltungen, die das Spike-Protein kurz vor Eintritt in die Zelle durchmacht, besser darstellen – als Ansatz für eine möglichen Therapie.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt liegt auf der <strong>Osteoporose-Forschung</strong>. Astronauten erfahren im Laufe ihres Weltraum-Aufenthalts einen Knochen- und Muskelabbau. Solche Missionen bieten die einzigartige Situation, die Rolle der Schwerkraft und der Belastung auf Knochen bzw. deren Abbau genau zu untersuchen. Die Weltraumtechnik ermöglicht einen Einblick in die knöcherne Mikroarchitektur. Denn schließlich ist selbst im Erwachsenenalter das Skelett ständig im Werden, es findet ein permanenter Umbau statt. Es geht also nicht um eine simple und oft hinterfragte Knochendichtemessung, sondern um Aufschluss der strukturellen Integrität auf zellulärer Ebene, die für die Festigkeit des Knochens entscheidend ist.</p>
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<div id="attachment_2275" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2275" class=" wp-image-2275" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity.jpg" alt="Gruender von yuri microgravity, Blog Forschung in Schwerelosigkeit" width="810" height="547" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-200x135.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-300x202.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-400x270.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-600x405.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-768x518.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-800x540.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1024x691.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1200x809.jpg 1200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1536x1036.jpg 1536w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity.jpg 1613w" sizes="(max-width: 810px) 100vw, 810px" /><p id="caption-attachment-2275" class="wp-caption-text">Die Gründer von yuri microgravity in Meckenbeuren (© <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</p></div>
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<h3><strong><span style="color: #333333;">Geschwächtes Immunsystem im Weltall – als Simulationsobjekt</span><br />
</strong></h3>
<p>Ein noch immer nicht komplett gelöstes Rätsel ist das Immunsystem. Neue Zusammenhänge kann die Analyse der Blutzellen von Astronauten ans Licht bringen. Denn das Immunsystem wird unter Weltraumbedingungen geschwächt. So ist quasi ein Simulationsobjekt möglich.</p>
<p>Antworten auf spannende Fragen kann man so vielleicht näherkommen. Lassen die Erkenntnisse über die beeinträchtigte Immunfunktion in Schwerelosigkeit auf generelle Ursachen der <strong>Immunschwäche</strong> rückschließen? Auch in der <strong>Umweltmedizin</strong> können Immun-Testsysteme unter Mikrogravitation genutzt werden. Welche Umweltproben und -analysen haben einen schädigenden Einfluss auf das Immunsystem? Dazu lassen sich z. B. Experimente mit Miesmuschel-Zellen unter Mikrogravitation heranziehen. Mit einem entscheidenden Vorteil: <strong>Tierversuche könnten so vermieden werden</strong>, wie sie sonst bei vielen toxikologischen Untersichungen vorgenommen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Biologische Systeme und neue Oberflächen<br />
</strong></h3>
<p>Die Schwerelosigkeit dient nicht nur der Analyse von biologischen Systemen, sondern auch als Mittel zum Zweck: <strong>Schwerelose Viren als molekularbiologische Vehikel</strong> sind stärker infektiös. So lässt sich genetisches Material in Zellen effeltiver einschleusen, die Genexpression beeinflussen und die Resultate daraufhin analysieren.</p>
<p>Auch biologische Oberflächen können ins Visier genommen werden. Dazu wird die Stressantwort von Bakterien untersucht, die im Weltraum hoch ist. Mithilfe speziell entwickelter antimikrobieller Kontaktkatalysatoren lassen sich <strong>Oberflächen beschichten</strong>, die gefährliche Biofilme aus Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroben zerstören. Werden die Grenzen der zugrunde liegenden Metalltechnologie durch Forschung in Schwerelosigkeit durchbrochen, könnten sich so neuartige <strong>Anwendungen im Hygienebereich</strong> ergeben, z. B. in Krankenhäusern oder der Klimatechnik.</p>
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<h3><span style="color: #333333;"><strong>Living in a box – Das Labor in Schachtelgröße</strong></span></h3>
<p>Das Start-up yuri ermöglicht es Forschern, Auswirkungen der Schwerkraft-freien Umgebung auf Zellen, Werkstoffe und Pflanzen zu analysieren. Der Raum dazu? Schwindelfreie Kästchen, in Größe eines Smartphones. Unter Anleitung von yuri können so z. B. bestimmte Gewebe auf ein Gitternetz fixiert oder Zellkulturen im Miniaturformat angelegt werden. Die Forschungskammer wird mit minituarisierter Pumpe und Tanks für die Nährstoff- und Fixierlösung der Zellen angeschlossen. Für ein Experiment auf der ISS müssen im Idealfall die Astronauten die Forschungsboxen nur in eine Plattform stecken, um die Experimente automatisch ablaufen zu lassen. Was auch immer untersucht werden soll, es reist angepasst modularisiert in den Forschungsschränken auf der ISS, in Raumkapseln, in Raketen bei Suborbitalflügen oder bei Parabelfügen.</p>
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<div id="attachment_2276" style="width: 847px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2276" class=" wp-image-2276" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity.jpg" alt="Experimentenkästchen yuri microgravity - Forschung in Schwerelosigkeit" width="837" height="558" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-600x400.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-768x512.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-800x533.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1024x682.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1200x800.jpg 1200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1536x1024.jpg 1536w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity.jpg 2000w" sizes="(max-width: 837px) 100vw, 837px" /><p id="caption-attachment-2276" class="wp-caption-text">Cellbox, Forschungskästchen von yuri microgravity &#8211; bereit zum Abheben (© <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</p></div>
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<h3><strong>Als Forscher ohne Schwerkraft dabei – von Falltürmen, Parabelflügen bis zur ISS<br />
</strong></h3>
<p>Als Auftragsgeber und Forscher wäre man am liebsten selbst dabei. Den Traum eines ISS-Astronauten mag man gerne weiterträumen, eine Versuchsbegleitung ist dennoch möglich: Bei Fallturm-Experimenten oder sogar auf Parabelflügen in einem 20-sekündigen Sturz auf den Boden. Das Freefall-Experiment wird dann gleich mehrmals hintereinander ausgeführt. Ohne langes Anstehen.</p>
<p>Sicher, viele Experimente erfordern eine deutlich längere Dauer der Mikrogravitation. Sie lässt sich mit suborbitalen Raumflügen erreichen, bei denen eine Rakete bis an die Grenzen des Weltraums in über 100 km Höhe gestartet wird und anschließend zur Erde zurückfällt. Da die Dauer mit fünf bis zehn Minuten noch immer vergleichsweise kurz ist, ermöglicht yuri den orbitalen Raumflug in der Umlaufbahn durch die ISS. Mit seiner Expertise kürzt yuri Zertifizierungsschleifen ab: Das Unternehmen stellt Versuchsaufbauten und Plattformen zur Verfügung, kümmert sich um administrative Vorgänge – und macht letztendlich Startslots frei. So soll der meist mehrere Jahre dauernde Prozess vom Kickoff bis zum Start im Idealfall auf 6 Monate verkürzt und Kosten minimiert werden.</p>
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<p><strong>Was auch immer erforscht werden mag – sicher wird man nicht wie einst von Juri Gagarin hören „Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im Weltall“. Aber vielleicht, dass gerade die erste Entdeckung eines wertvollen Materials oder biologischen Vorgangs gemacht worden ist.</strong></p>
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<p>Den Fachartikel für BIOPRO Baden-Württemberg finden Sie hier: <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/senkrechtstart-der-schwerelosigkeit-ein-start-ermoeglicht-kommerzielle-forschungsexperimente-im-all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senkrechtstart in der Schwerelosigkeit – ein Start-up ermöglicht kommerzielle Forschungsexperimente im All</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #999999;">(Beitrags-Startbild: © <a style="color: #999999;" href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/">Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Beachvolleyball – Der athletische Sport erfordert tiefe Skills statt Kameralinsen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Sep 2021 07:45:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport / Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beachvolleyball]]></category>
		<category><![CDATA[Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungssport]]></category>
		<category><![CDATA[mentale Stärke]]></category>
		<category><![CDATA[Olympia]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beachvolleyball zählt nicht zuletzt durch die EM-, WM- und Olympia-Medaillengewinne zu den Trendsportarten Deutschlands. Für das Treppchen ganz oben müssen die Sportler und Sportlerinnen bestimmte Winner-Gene aktivieren – und Skills von Kraken und Geparden besitzen.   Ästhetische Bilder aus der Sand-Arena: Beachvolleyball, seit Atlanta 1996 olympisch, hat auch die olympischen Spiele in Tokio 2021 und  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/beachvolleyball-faszinierend-aesthetisch-und-viel-mehr-als-pure-athletik/">Beachvolleyball – Der athletische Sport erfordert tiefe Skills statt Kameralinsen</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4></h4>
<h4><strong>Beachvolleyball zählt nicht zuletzt durch die EM-, WM- und Olympia-Medaillengewinne zu den Trendsportarten Deutschlands. Für das Treppchen ganz oben müssen die Sportler und Sportlerinnen bestimmte Winner-Gene aktivieren – und Skills von Kraken und Geparden besitzen.</strong></h4>
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<p>Ästhetische Bilder aus der Sand-Arena: Beachvolleyball, seit Atlanta 1996 olympisch, hat auch die olympischen Spiele in Tokio 2021 und die EM in Wien in Bann gezogen – wenn auch situationsbedingt nur am Bildschirm. Für den Zuschauer verbunden mit Sonne, feinem Sand, Cocktails im Liegestuhl. Für die Spieler und Spielerinnen mit knallhartem Einsatz.</p>
<p>Auf den Siegertreppchen der olympischen Spiele sowie Welt- ud Europameisterschaften haben deutsche Athleten bereits einige Fußstapfen hinterlassen. In diesem Jahr konnte sich bei der EM in Wien das deutsche Duo Julia Sude und Karla Borger die Bronzemedaille sichern. In Tokio haben die Teams Julius Thole/Clemens Wickler und Laura Ludwig/Margareta Kozuch den Einzug ins Halbfinale verpasst. Knapp, in einer sehenswerten und hart umkämpften Vorstellung. In einer Arena aus Sand und oftmals extremer Hitze. Einer Umgebung, der den Sportlern und Sportlerinnen zu einem großen Teil ihres Lebens alles abverlangt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Geparden, Kraken und Delfine</h4>
<p>Der Sandplatz. Hier lässt sich voll aufschlagen. Und das am besten im Sprung. Volle Energie in den Absprung, fast senkrecht nach oben. Varianten, wie volle Schlaghärte oder Flatterschlag mit unberechenbarer Flugbahn, können den Gegner bereits unter Druck setzen, bevor diese den Spielzug an sich reißen. Schnell nach vorne sprinten, um am Netz den Angriffsschlag der Gegner abzuwehren.</p>
<p>Der Partner – er antizipiert das Spiel wie der intelligente Krake, der Spielverhalten und Beobachtungen lernt und gewinnbringend umsetzt. Und hechtet nicht verräterisch im letzten Moment genau auf die Seite, die die Blockhand seines Partners am Netz nicht abwehrt. Schmettert der Gegner den Volleyball dann dorthin, wird im Hechtsprung dieser vor Landung auf dem Boden abgewehrt. Nur, um schnell wieder auf die Beine zu springen und den vom Partner zugespielten Ball ins gegnerische Feld zu platzieren.</p>
<p>Punktgewinn. Der nächste von vielen in einem kraftraubenden Spiel. Wer einmal versucht hat, durch den Sand zu rennen, hat einen Hauch von Ahnung, was das bedeutet. Das ist aber nur ein kleiner Teil des Gesamtpakets.</p>
<p>Gefragt ist: Volle Konzentration auf den Gegner, Antizipation des Spiels, Schnellkraft, Geparden-ähnliche Schnelligkeit und kraftvolle Delfin-Sprünge nach oben. Pure Athletik und Multitasking. Durch die schnellen Ballwechsel lässt sich all dies im Fernsehen nicht erahnen. Die Faszination, die auf eindrucksvolle und ästhetische Weise den Zuschauer live auf dem Court sofort einnimmt, soll auch auf den Bildschirmen überspringen. Als könnten es die Bewegungen und Körper per se nicht allein, gibt es eine Kleiderordnung. Das Oberteil der Damen muss eng, kurz und ausgeschnitten sein, das Bikinihöschen an den Seiten nicht mehr als zehn Zentimeter tief. Tiefeneinstellung haben dann auch die Kameras.</p>
<h4></h4>
<h4><strong>Wenig Verband – viel Selbstorganisation</strong></h4>
<p>Man kennt es im Sport. Vermarktung ist fester Bestandteil und Säule im Leistungssport. Und die entscheidende Hürde für talentierte Sportler auf den Weg nach ganz oben. Die wenigsten schaffen es dorthin. Zu eisernem Willen, Selbstdisziplin und purem Können gehört nun mal Unterstützung von außen, finanziell und mental.</p>
<p>Dennoch: Unermüdliche Eigendisziplin und zügellose Leidenschaft für den Leistungssport lassen zumindest an der Luft der Top-Riege schnuppern, wie auch die 23-jährige Beachvolleyballerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonie_Klinke">Leonie Klinke</a> aus Heidelberg weiß. Die Europameisterin U18 und mehrfache deutsche Beachvolleyballmeisterin U17 bis U20 hat bereits an der FIVB World Tour teilgenommen und kennt den harten Weg. Kaum hatte sie als 18-jährige Sportinternatsschülerin das Abitur in der Tasche, standen Stützpunktlehrgänge, Sichtungseinheiten und Vorbereitungsturniere auf dem Programm, um danach von einem Beachvolleyball-Turnier zum anderen zu hechten.</p>
<div id="attachment_1609" style="width: 535px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1609" class="size-full wp-image-1609" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/03/Beach-Volleyball_Blog.jpg" alt="Beachvolleyball Blogs Life Sciences/Energie/Sport" width="525" height="534" /><p id="caption-attachment-1609" class="wp-caption-text">Leonie Klinke, Beachvolleybalerin aus Heidelberg</p></div>
<p>„Es ist schon immer mein größter Traum, hochklassig Beachvolleyball zu spielen“, erklärt die <a href="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/03/BeMyPartner_Leonie-Klinke-Portfolio_2020.pdf" target="_blank" rel="noopener">Athletin Leonie</a>, die über die nötigen Grundvoraussetzungen wie Ballfähigkeit, Athletik und Spielintelligenz verfügt. Und positiven Ehrgeizig. „Man braucht hohe Disziplin, ungebremste Leidenschaft zu seinem Sport und grenzenloses Engagement“. Im Klartext: Man muss sich gut selbst organisieren, Trainingseinheiten und Turniere rund um den Globus planen und finanzieren.</p>
<p>Wenig Verband, dafür viel Selbstorganisation und -verantwortung. Ein Pendant zur deutschen Spitzensport-Bürokratie der etablierten und ratifizierten Disziplinen. Dass es gelingen kann, hat nicht nur das Team Brink/Reckermann gezeigt. Vielseitige Unterstützung und finanzieller Rückhalt sind dennoch nötig, um alle Facetten des Leistungssports zu bespielen. Dazu gehört vor allem die Nutzung eines breitgefächerten Trainingsangebots, zu Kraft, Ausdauer, Perfektion und Spielpräzision – bestenfalls mit erfahrenen Trainern auf jedem Gebiet. Und vor allem mentales Training.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mental, mental – fast schon ein Mantra</strong></p>
<p>Der Druck nach Perfektion verteilt sich lediglich auf zwei Spieler. Die tiefe Bedeutung kennt auch Leonie Klinke: „Ohne einen Fehler zu machen, muss man es dem Gegner möglichst schwer machen, einen direkten Punkt zu erzielen. Also die goldene Mitte zwischen Risikobereitschaft und Sicherheit finden.“ Es spielt sich viel ab zwischen dem Netz, eine nicht sichtbare Herausforderung zwischen den einzelnen Köpfen. Wie Funken zwischen den Gegnern. Man versucht, das Spiel schon vor dem Ballwechsel zu lesen und den Gegner am schwachen Punkt zu treffen. Mentale Stärke nimmt im Beachvolleyball eine enorm große Rolle ein. Erfahrung und selbstbewusstes Auftreten haben schon so einigen Spielern den Sieg vereitelt, obwohl sie vom Niveau her nicht besser, aber überzeugter von sich selbst waren. Wer mit Erfolg und Misserfolg umzugehen weiß und Probleme als Herausforderungen sieht, kann sein Potenzial meist auch unter Druck abrufen.</p>
<p>Einer, der sich auf diesem Gebiet bestens auskennt, ist der Sportpsychologe Lothar Linz, der auch bei den olympischen Spielen in Tokio wieder verschiedene Sportler und Sportlerinnen unterstützt hat. Auch für die Olympiasiege der Beachvolleyballer Julius Brink/Jonas Reckermann oder der Degenfechterin Britta Heidemann hat er seinen Beitrag geleistet.</p>
<p>Es ist also das Rundum-Paket, das im Beachvolleyball zählt. Bei den Siegen und Niederlagen aus den Courts ahnen wir all davon nichts. Wir genießen die athletisch reizvollen Szenen. Und schlurfen derweil an unserem leckeren Cocktail im Liegestuhl im Sand. Träumen darf man ja schließlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4></h4>
<h4><strong>Informationen und Weblinks</strong></h4>
<p>zu den <a href="https://olympics.com/tokyo-2020/en/sports/beach-volleyball/" target="_blank" rel="noopener">olympischen Spielen in Tokio, Beachvolleyball</a></p>
<p>zur <a href="https://www.beach-volleyball.de/top-sport/termine-turniere/europameisterschaften/2021" target="_blank" rel="noopener">Beachvolleyball-EM in Wien</a></p>
<p>Portfolio der Heidelberger Beachvolleyballerin <a href="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/03/BeMyPartner_Leonie-Klinke-Portfolio_2020.pdf" target="_blank" rel="noopener">Leonie Klinke</a></p>
<p>Blog <a href="https://redaktion-text-idee.de/olympia-2020-in-tokio-von-neuen-wettbewerben-sportlern-bis-zur-intelligenten-stadt/" target="_blank" rel="noopener">Olympia Tokio – bedeutsame Spiele</a></p>
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		<item>
		<title>Wie kann das Mikrobiom bei COVID-19 helfen?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/wie-kann-das-mikrobiom-bei-covid-19-helfen-kurz-erklaert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 May 2021 19:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrobiom; SARS; COVID; microbiomepower; Darmbakterien; ARDS; Mikrobiota]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(von Vladimir Jakovljevic, Simone Giesler) Seit mehr als einem Jahr hat uns ein unsichtbarer Feind fest im Griff: das Virus SARS-CoV-2. Der Umgang mit der COVID-19-Pandemie hat die wissenschaftlichen, technologischen, medizinischen und wirtschaftlichen Grenzen der Menschheit erreicht. Da die Bedeutung des Mikrobioms für unsere Gesundheit mehr und mehr akzeptiert wird, wollen wir prüfen, welches Wissen  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-kann-das-mikrobiom-bei-covid-19-helfen-kurz-erklaert/">Wie kann das Mikrobiom bei COVID-19 helfen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(von <a href="https://microbiomepower.com/team/" target="_blank" rel="noopener">Vladimir Jakovljevic</a>, Simone Giesler)</p>
<p>Seit mehr als einem Jahr hat uns ein unsichtbarer Feind fest im Griff: das Virus SARS-CoV-2. Der Umgang mit der COVID-19-Pandemie hat die wissenschaftlichen, technologischen, medizinischen und wirtschaftlichen Grenzen der Menschheit erreicht.</p>
<p>Da die Bedeutung des Mikrobioms für unsere Gesundheit mehr und mehr akzeptiert wird, wollen wir prüfen, welches Wissen über die Zusammenhänge zwischen <a href="https://microbiomepower.com/microbiome-facts/" target="_blank" rel="noopener">Mikrobiom</a> und COVID-19 es bereits gibt und wie wir es im Kampf gegen diese schreckliche Krankheit nutzen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Mikrobiom und Prävention von COVID-19</strong></span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Immunsystem hat die wichtige Aufgabe, Selbst von Nicht-Selbst zu unterscheiden. Seit Millionen von Jahren besteht eine Koevolution von Wirt und Darmmikroben. <strong>Darmmikroben</strong> sind entscheidend für die <strong>Entwicklung und Funktion unseres Immunsystems</strong>. Sie helfen dabei, den Zellen unseres Immunsystems zu „lehren“, wie sie fremde Moleküle (Antigene) erkennen und je nachdem, was wir den Darmbakterien „als Futter“ vorsetzen, produzieren sie bestimmte Stoffwechselprodukte. Diese entstandenen Metabolite regen unser Immunsystem an, Krankheitserreger anzugreifen oder Substanzen freizusetzen, die die körpereigenen Immunreaktionen verstärken. Im Allgemeinen ist sich die Forschung einig, dass eine größere <strong>mikrobielle Vielfalt (Diversität)</strong> im Darm mit einer <strong>stärkeren Immunität</strong>, einschließlich einer stärkeren antiviralen Reaktion, verbunden ist.<sup>1,2</sup></p>
<p>Falsche Ernährung, fortgeschrittenes Alter, übermäßiger Gebrauch von Antibiotika und Medikamenten, Übergewicht, Diabetes, Immunerkrankungen oder Bluthochdruck: Dies alles sind Faktoren, die nachweislich die Diversität des Darmmikrobioms verringern. Doch gerade Menschen mit solchen Faktoren oder Erkrankungen sind am anfälligsten für eine Infektion mit SARS-CoV-2.<sup>3,4</sup> Obwohl detailliertere Zusammenhänge zwischen dem Darmmikrobiom und der Anfälligkeit für COVID-19 noch untersucht werden müssen, lässt sich folgende Aussage bereits treffen: Eine Einflussnahme auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms durch gezielte Ernährung, Nahrungsergänzung oder fäkale Mikrobiota-Transplantationen (FMT) könnte potenziell lebensrettend sein und zu einer besseren Gesamtimmunität gegen COVID-19 beitragen.<sup>4,5</sup></p>
<p>Akutes Lungenversagen, fachsprachlich als &#8222;Acute Respiratory Distress Syndrome&#8220; (<strong>ARDS</strong>) bezeichnet, ist eine schwere und oft tödlich verlaufende, entzündliche Erkrankung der Lunge, die als <strong>Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2</strong> auftreten kann. Es hat sich gezeigt, dass die von den Darmmikroben produzierten Metaboliten die Immunreaktionen im Lungengewebe beeinflussen. Umgekehrt beeinflussen Signalmoleküle aus der Lunge (z. B. Moleküle, die bei einer Lungenentzündung freigesetzt werden) unsere Darmmikrobiota, also die Gesamtheit der Darmbakterien. In der Literatur wird dieser bidirektionale Austausch, der über das Blut verläuft, oft als mikrobielle &#8222;Darm-Lungen-Achse&#8220; bezeichnet.<sup>4,6</sup> Auch die Mikroben der oberen Atemwege – im Mund, Nase und Rachen – spielen bei der Infektion mit SARS-CoV-2 eine Rolle und können schließlich zu Koinfektionen mit anderen Erregern führen, was das Krankheitsbild weiter verkompliziert. Mikrobiom-basierte Mund- oder Nasensprays oder Mundspülungen wurden als sofortige Prävention der SARS-CoV-2-Infektion vorgeschlagen.<sup>7</sup></p>
<p>In den nächsten Monaten werden hunderte von Millionen Menschen weltweit gegen COVID-19 geimpft werden. Obwohl sehr selten, können Impfstoffe schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen, vor allem bei älteren Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.<sup>8</sup> Verbessert man die Immunität durch Eingreifen auf das Mikrobiom, könnte dies auch die globale Impfkampagne gegen COVID-19 positiv beeinflussen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Mikrobiom und Krankheitsverlauf sowie Behandlung von COVID-19</strong></span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehrere aktuelle Studien berichten über signifikante Veränderungen des Darmmikrobioms. Dabei ließen sich bei der Mehrheit der COVID-19-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf eine <strong>Darmdysbiose</strong> beobachten, also ein Ungleichgewicht der Darmmikroben. Die Studien wurden durch die Befunde aus der SARS-Epidemie 2003 gestützt: Auch damals konnte man bei etwa 40 % der schweren Fälle von Infektionen mit SARS-CoV-1, einem mit SARS-CoV-2 verwandten Virus, eine Darmdysbiose nachweisen.<sup>3,9-11</sup></p>
<p>Im Folgenden werden mehrere mögliche Zusammenhänge zwischen dem Darmmikrobiom und dem Verlauf von COVID-19 aufgeführt, die in naher Zukunft dringend untersucht werden müssen:</p>
<p>Zunächst einmal können unsere <strong>Darmbakterien direkt mit den Viren interagieren</strong>, indem sie eine virale Infektion erleichtern, eine Infektion durch Freisetzung antiviraler Wirkstoffe verhindern oder unser Immunsystem stimulieren. Allerdings kann eine übermäßige Stimulation des Immunsystems auch einen negativen Effekt haben: Wenn beispielsweise die Zellen in unserer Lunge aufgrund einer Entzündung zerstört werden, kommt es zur Freisetzung von pro-inflammatorischen Botenstoffen (Zytokinen). Wurde unser Immunsystem bereits durch eine andere Entzündung in Alarmbereitschaft versetzt, z. B. aufgrund der Darmdysbiose, kann es zu einer gefährlichen, massiven Freisetzung dieser entzündungsfördernden Botenstoffe kommen, dem sogenannten <strong>Zytokinsturm</strong>. Die meisten der Todesfälle von COVID-19-Patienten mit akutem Atemnotsyndrom oder anderem Organversagen wurden letztendlich auf den Zytokinsturm zurückgeführt. <sup>12-14</sup> Daher könnte eine Anreicherung des Darmmikrobioms mit spezifischen Mikrobenstämmen oder deren Produkten, die eine entzündungshemmende Aktivität aufweisen oder induzieren, ein entscheidender Faktor bei der Behandlung schwerer COVID-19-Verläufe sein. Aktuelle und äußerst interessante Studien auf diesem Gebiet führt die Firma <strong>Kaleido Biosciences</strong> durch.</p>
<p>Ein Enzym namens <strong>ACE2 </strong>(Angiotensin-Converting Enzyme 2), ist der Haupteintrittsweg des SARS-CoV-2 in menschliche Zellen. ACE2-Moleküle befinden sich auf den Zellen unserer Blutgefäße, unserer Lunge und verschiedener anderer Organe, einschließlich des Darms. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks und haben verschiedene andere Funktionen im Körper. Die Regulation von ACE2 ist komplex und hängt von genetischen und umweltbedingten Faktoren ab. Obwohl das detaillierte Zusammenspiel zwischen ACE2 und COVID-19 noch nicht geklärt ist, wurden bei vielen COVID-19-Patienten mit schweren Verläufen erhöhte ACE2-Spiegel im Darm nachgewiesen. Es ist allgemein bekannt, dass bei Darmdysbiose und pro-inflammatorischen Zuständen der ACE2-Spiegel erhöht ist. Umgekehrt senken einige Arten von Darmbakterien den ACE2-Spiegel und auch die Menge von SARS-CoV-2 in den Stuhlproben.<sup>4,9,15</sup></p>
<p>Generell ist alles, was unser Darmmikrobiom in ein Ungleichgewicht bringt, ein potenzieller Risikofaktor für einen schlechten Verlauf von COVID-19. Neben Personen mit Vorerkrankungen und Risikofaktoren sind Patienten, die viele Medikamente einnehmen, eine besonders gefährdete Gruppe. Leider sind viele der Medikamente, die zur Standardbehandlung von COVID-19 eingesetzt werden, wie z. B. Antibiotika, Paracetamol oder Glucocorticoide, dafür bekannt, dass sie eine Darmdysbiose verursachen. <sup>3,12</sup></p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Mikrobiom und Genesung von COVID-19</strong></span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Müdigkeit, Husten, Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Muskelschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten sind einige der Symptome, die bei einzelnen COVID-19-Patienten beschrieben wurden. Sie halten über Wochen oder Monate an und werden als &#8222;<strong>Long COVID</strong>&#8220; oder &#8222;Post-COVID-Syndrom&#8220; bezeichnet. Die Ursachen für das Post-COVID-Syndrom sind nicht bekannt, können aber auf Organschäden oder einen anhaltenden niedrigschwelligen Entzündungszustand im Körper zurückzuführen sein.<sup>16</sup> Für Letzteres könnte die Darmmikrobiota eine wichtige Rolle spielen und mehrere Studien unterstützen diese Hypothese. Zum Beispiel zeigen viele COVID-19-Patienten gastrointestinale Symptome wie Erbrechen und Durchfall, während bei anderen dies nicht auftritt. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass eine Darmdysbiose bei COVID-19-Patienten bis zu 30 Tage nach Entlassung aus dem Krankenhaus nachweisbar ist. Die Darmdysbiose scheint auch unabhängig von einer Antibiotikatherapie während der Infektion zu sein. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines begrenzten Einsatzes von Antibiotika, um nicht noch mehr in das Darmmikrobiom einzugreifen – es sei denn, es liegt eine sekundäre bakterielle Infektion vor. <sup>3,11</sup></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Inwieweit die Darmdysbiose für eine SARS-CoV-2-Infektion bzw. einen schweren Krankheitsverlauf empfänglich macht und inwieweit sie eine Folge davon ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Weitere Studien sollten den Zusammenhang zwischen Ernährung, Darmmikrobiota und Genesung von COVID-19 genauer untersuchen.</p>
<p>Daher ist es äußerst wichtig, den Zusammenhang zwischen Ernährung, Darmmikrobiota und Verlauf sowie Genesung von COVID-19 durch weitere Studie zu untersuchen und darzulegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr Informationen zur Mikrobiom-Forschung, Kommunikation und Strategieberatung:</strong> <a href="https://microbiomepower.com" target="_blank" rel="noopener">https://microbiomepower.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>About the Author</strong></p>
<p><a href="https://microbiomepower.com/team/" target="_blank" rel="noopener">Vladimir Jakovljevic</a></p>
<p><span style="color: #808080;">Vladimir got his PhD in molecular microbiology from the University of Heidelberg, Germany. He has been working as a researcher more than fifteen years, studying microorganisms. He is an author and co-author of numerous highly-cited publications and contributor to the various international and interdisciplinary projects, as scientific expert and manager. Since 2020, he is owner and founder of the Microbiome Power.</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Simone Giesler</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Simone holds a degree in biology. After working as researcher in a biotech company and in press and public relations at Heidelberg University Hospital, she set up her own business as freelance editor and author.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzen zum Artikel</strong></p>
<p><sup>1</sup> Negi, S., Das, D. K., Pahari, S., Nadeem, S. &amp; Agrewala, J. N. Potential Role of Gut Microbiota in Induction and Regulation of Innate Immune Memory. Front. Immunol. 10, (2019).<br />
<sup>2</sup> Segal, J. P. et al. The gut microbiome: an under-recognised contributor to the COVID-19 pandemic? Ther. Adv. Gastroenterol. 13, 1756284820974914 (2020).<br />
<sup>3</sup> Villapol, S. Gastrointestinal symptoms associated with COVID-19: impact on the gut microbiome. Transl. Res. 226, 57–69 (2020).<br />
<sup>4</sup> Spagnolello, O. et al. Targeting Microbiome: An Alternative Strategy for Fighting SARS-CoV-2 Infection. Chemotherapy 1–9 (2021) doi:10.1159/000515344.<br />
<sup>5</sup> Din, A. U. et al. SARS-CoV-2 microbiome dysbiosis linked disorders and possible probiotics role. Biomed. Pharmacother. 133, 110947 (2021).<br />
<sup>6</sup> Khatiwada, S. &amp; Subedi, A. Lung microbiome and coronavirus disease 2019 (COVID-19): Possible link and implications. Hum. Microbiome J. 17, 100073 (2020).<br />
<sup>7</sup> Bao, L. et al. Oral Microbiome and SARS-CoV-2: Beware of Lung Co-infection. Front. Microbiol. 11, 1840 (2020).<br />
<sup>8</sup> Torjesen, I. Covid-19: Norway investigates 23 deaths in frail elderly patients after vaccination. BMJ 372, n149 (2021).<br />
<sup>9</sup> Zuo, T. et al. Alterations in Gut Microbiota of Patients With COVID-19 During Time of Hospitalization. Gastroenterology 159, 944–955.e8 (2020).<br />
<sup>10</sup> Zuo, T. et al. Depicting SARS-CoV-2 faecal viral activity in association with gut microbiota composition in patients with COVID-19. Gut 70, 276–284 (2021).<br />
<sup>11</sup> Yeoh, Y. K. et al. Gut microbiota composition reflects disease severity and dysfunctional immune responses in patients with COVID-19. Gut 70, 698–706 (2021).<br />
<sup>12</sup> Donati Zeppa, S., Agostini, D., Piccoli, G., Stocchi, V. &amp; Sestili, P. Gut Microbiota Status in COVID-19: An Unrecognized Player? Front. Cell. Infect. Microbiol. 10, 576551 (2020).<br />
<sup>13</sup> Hojyo, S. et al. How COVID-19 induces cytokine storm with high mortality. Inflamm. Regen. 40, 37 (2020).<br />
<sup>14</sup> Han, H. et al. Profiling serum cytokines in COVID-19 patients reveals IL-6 and IL-10 are disease severity predictors. Emerg. Microbes Infect. 9, 1123–1130 (2020).<br />
<sup>15</sup> Oz, M. &amp; Lorke, D. E. Multifunctional angiotensin converting enzyme 2, the SARS-CoV-2 entry receptor, and critical appraisal of its role in acute lung injury. Biomed. Pharmacother. 136, 111193 (2021).<br />
<sup>16</sup> Raveendran, A. V., Jayadevan, R. &amp; Sashidharan, S. Long COVID: An overview. Diabetes Metab. Syndr. Clin. Res. Rev. 15, 869–875 (2021).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Foto: ©vrx123/stock.adobe.com</p>
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		<title>COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2020 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert 16.12.21) mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?   Das große  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert 16.12.21)</span><strong> mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das große Ziel in der Corona-Pandemie ist die Immunität der Bevölkerung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Im Fokus liegt hier eine erfolgreiche, flächendeckende Impfung. Dabei soll ein weitgehend vollständiges Anwerfen des Immunsystems erreicht werden, als <strong>ausgewogene Immunantwort</strong>.</p>
<p>Zum einen sollen für eine gute Immunantwort neutralisierende Antikörper gebildet werden, die direkt an die Viruspartikel binden und sie daran hindern, eine Zelle effektiv zu infizieren. Auch weitere bindende Antikörper sollen auf den Plan rücken, etwa solche, die sich gegen bestimmte Oberflächen-Molekülbereiche richten. Zum anderen geht es um zelluläre Immunität. Und hier ist die Balance besonders wichtig: Das Zusammenspiel in der T-Zell-Aktivierung mit T-Helferzellen, T-Killerzellen, regulatorischen und Gedächtniszellen sowie Botenstoffen (Interferon) muss passen. Denn schließlich wünscht man sich, eine Infektion durch das neue Coronavirus effektiv zu vereiteln bzw. die Schwere einer Erkrankung stark abzumildern.</p>
<p>Vor allem <strong>mRNA-Impfstoffe</strong> rücken dabei in den Fokus. Sie haben <strong>entscheidende Vorteile</strong>: Während bei Totimpfstoffen mit abgetöteten Erregern das Immunsystem nicht immer vollständig aktiviert und die Balance auf T-Zell-Ebene nicht immer ausgewogen sein kann, ist durch mRNA-Impfstoffe eine weitgehend umfassende Immunantwort möglich. Zudem wird die Impfstoff-RNA schnell abgebaut, sodass keine Rückstände im Körper verbleiben. Lebend-Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern bewirken zwar meist eine gute Immunantwort, jedoch sind Entwicklungs- und Herstellungsverfahren eher aufwendig. Dagegen lassen sich mRNA-Impfstoffe relativ einfach und kostengünstig herstellen, sobald ein gutes Konstrukt gefunden ist: Denn anders als bei herkömmlichen Vakzinen muss es nicht erst mühsam in Kultur herangezüchtet und inaktiviert werden. Vielmehr wird nur die Bauanleitung des Antigens produziert. Der menschliche Körper wird so selbst in die Lage versetzt, die spezifischen Proteine herzustellen. Mit dem Auftrag, eine gezielte Immunantwort auszulösen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Elegante Konstrukte</strong></span></h3>
<p>Elegant sind genetische Impfstoffe, die die Baupläne für das Oberflächenprotein (wie das Spike-Protein oder Teile davon) des neuen Coronavirus enthalten. Im Körper verimpft, können die Baupläne in den Zellen von unseren Proteinfabriken (Ribosomen) abgelesen werden. Somit werden die entsprechenden Virusproteine vom Körper selbst hergestellt. RNA-Impfstoffe haben gegenüber DNA-Impfstoffen einen Vorteil: RNA-Moleküle verbleiben im Zellplasma und bergen nicht das unkalkulierbare Risiko, in das Wirtsgenom eingebaut zu werden. Auch können Zellen RNA nicht in DNA umwandeln, da der menschliche Körper keine Enzyme dafür besitzt. Retroviren wie HIV haben zwar solche Enzyme (sogenannte Reverse Transkriptasen), diese können aber spezifisch nur die eigene Virus-RNA ablesen.</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt, den aktuell Wissenschaftler bei Untersuchungen zur Sinusvenenthrombose beschrieben haben (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Da mRNA im Zytosol übersetzt und die Spike-Proteine dort anschließend modifiziert werden, findet kein sogenannter Spleißvorgang statt. Denn dieses Herausschneiden von Abschnitten geschieht nur im Zellkern. Im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen existiert bei mRNA-Wirkstoffen somit keine Gefahr unerwünschter kürzere Proteinvarianten, die in löslicher Form in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen könnten.</p>
<p>Die Technologie verspricht, vergleichsweise sicher zu sein, da der Impfstoff keine fremden Virusbestandteile enthält. Und sie erlaubt eine gewisse Flexibilität: Denn der Impfstoff lässt sich sehr schnell an das Genom eines Erregers anpassen.</p>
<p>Und die Hürde? Das Molekül <strong>mRNA ist von Natur aus instabil</strong> und wird relativ schnell abgebaut. Als Medikment generell gut, könnte man meinen, so müsse man sich nicht um die Entsorgung im Körper Gedanken machen. Allerdings muss das Biomolekül überhaupt erst in die Wirtszelle gelangen. Dort angekommen, müssen sie der Proteinfabrik, den Ribosomen, auch lange genug zur Verfügung stehen, damit das Protein im ausreichenden Maß gebildet werden kann.</p>
<p>Entscheidende Kenntnisse über die Wirkung des RNA-Moleküls erlangte aber bereits in den 90er-Jahren die Wissenschaftlerin <a href="https://www.bostonglobe.com/2020/11/10/metro/inside-quest-covid-19-cure/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Katalin Kariko</strong> an der Universität Pennsylvania</a> in den USA. Hatte man lange nicht an ihre Forschung geglaubt, haben die von ihr entdeckten Zusammenhänge zwischen mRNA und Immunreaktion inzwischen einen Weg aus der Covid-19-Pandemie bereitet: Ihre Entdeckungen zur modifizierten mRNA führten zu den Impfstoffen, die <strong>BioNTech</strong> aus Mainz und <strong>Moderna</strong> aus Massachusetts entwickelt haben. Auch das Tübinger Unternehmen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit diesem Biomolekül und hat eine Entdecker- und Vorreiterrolle in der Entwicklung der mRNA-Technologie eingenommen, die auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten vielversprechende Ansätze findet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Das Grundrezept</strong></span></h3>
<p><strong>Im Grunde benutzen alle mRNA-Entwickler die gleiche Zutat</strong>: den Code eines bestimmten Proteins. In diesem Fall den Code eines Oberflächenproteins des neuen Coronavirus, dem Spike(S)-Protein, oder Teile davon. Hier kommt der erste Grund für die schnelle Impfstoff-Entwicklung zutage: Aufgrund bekannter Daten der genomischen Sequenz verwandter Coronaviren (MERS, SARS-1) konnte die komplette DNA-Sequenz des neuen Coronavirus bereits im Januar 2020 entschlüsselt werden. Das neue Coronavirus unterscheidet sich nur in wenigen Bereichen von seinen Verwandten. Man kannte von diesen nahe verwandten Coronaviren bereits das Spike-Oberflächenprotein, das an die Wirtszelle bindet und das durch Antikörper gut angreifbar ist. <strong>Ohne dieses Vorwissen hätte es Jahre gedauert, das angreifbare Target zu finden</strong>.</p>
<p>Das <strong>Ziel bei der Entwicklung des Konstrukts</strong>? Die künstlich hergestellte RNA (z. B. für das komplette Spike-Protein) soll von der körpereigenen zellulären Maschinerie in Protein übersetzt werden. Damit reiht sich die künstlich hergestellte RNA ein in die zahllosen, natürlich vorkommenden RNA-Molekülen in unseren Zellen, die von den Ribosomen übersetzt und im Zytosol nachträglich gespalten und modifiziert werden. Die entstandenen Häppchen des Spike-Proteins werden dann auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, was eine Immunreaktion in Gang setzt. So wird eine <strong>natürliche Infektion durch SARS-CoV-2 nachgeahmt</strong>.</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die Herstellung der mRNA</span><br />
</strong></h3>
<p>Im Labor lässt sich zunächst der DNA-Strang des Spike-Proteins anhand der Anfang des Jahres ermittelten Sequenz künstlich herstellen. Die DNA dient als Schablone, von der die mRNA* erstellt wird. Das instabile Biomolekül muss nun stabilisiert werden. An dieser Stelle kommen die Feinheiten der Rezeptur ins Spiel, die Hersteller-eigen sind. Zusammen stellt dies mit weiteren Aufbereitungsschritten ihre Kernkompetenz dar. Auch wenn die Hersteller vom gleichen Bauplan ausgehen, baut jeder auf seine Erfahrungen mit seiner <strong>Plattform-Technologie</strong>. So setzen BioNTech und Moderna für ihre COVID-Kandidaten chemisch modifizierte Nukleotide** ein, die vor frühzeitiger Erkennung und Inaktivierung der fremden RNA durch Immunzellen schützen sollen. CureVac hingegen hat bisher  auf natürliche mRNA gesetzt und auch den COVIS-Impfstoff der zweiten Generation auf dieser Basis optimiert. Der Fokus liegt hier im Baukasten der RNA: im Aufbau und Anordnung der Codons, also des Tripletts aus drei aufeinanderfolgenden Nukleotiden.</p>
<p>Einige Grundprinzipien zur Herstellung der mRNA sind in der nachfolgenden Tabelle genannt, die von den Herstellern individuell und auch leicht abweichend verfolgt werden.</p>
<table width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>*Das Umschreiben von DNA in mRNA, der Boten-RNA, wird Transkription genannt. Dabei wird die doppelsträngige DNA zunächst in Einzelstränge zerlegt. Anschließend erstellt ein Enzym anhand der einzelsträngigen Matritze eine Kopie als RNA: Sie unterscheidet sich von der DNA in den Zuckermolekülen und einem der vier Basen (statt Thymin der DNA wird an der RNA-Kette ein Uracil angehängt). Erst der entstandene RNA-Strang kann in Protein übersetzt werden.</em></span></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>**ein Nukleotid ist ein Grundbaustein der DNA bzw. RNA, bestehend aus einem Phosphat-, einem Zuckeranteil und einer von vier Basen. Bei DNA sind die Basen: Cytosin, Guanin, Adenin, Thymin; bei RNA ist Thymin durch Uracil ersetzt.</em></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fertig. Zumindest der mRNA-Strang. Doch wie bekommt man ihn in die menschliche Zelle? Anders als sogenannte Vektorimpfstoffe (z. B. der Impfstoff von AstraZeneca), die Trägerviren als &#8222;Transporter&#8220; nutzen, setzen mRNA-Impfhersteller auf <strong>Nanopartikel</strong>. Understatement ist hier gefragt, schließlich sollen diese Hüllbläschen keinen Alarm des Immunsystems auslösen. Deshalb ähneln sie der Zellmembran: Meist handelt es sich um Lipidnanopartikel (LNPs), winzig kleine Tröpfchen aus fettartigen Substanzen. Sie umschließen die RNA und schützen sie so vor Enzymen. Selbst wenn Fresszellen einige Lipidnanopartikel verdauen, verschmelzen genügend Partikel mit der Zellmembran und geben in der Zelle (Muskelzellen, Immunzellen) ihren Inhalt, die RNA, frei.</p>
<p>Eine Gratwanderung: Die Ladung der Nanopartikel an den Außenschichten muss positiv genug sein, um die negativ geladenen RNA an sich zu binden, zu umhüllen und um mit der negativ geladenen Zellmembran zu fusionieren. Anschließend, in der Zelle, müssen die Nanopartikel die RNA aber auch wieder &#8222;loslassen&#8220;. Hier hat jeder Hersteller seine eigene Formulierung, die auch einen Effekt auf die Temperaturstabilität haben kann. Die häufig verwendeten lipidhaltigen Bestandteile selbst sind jedoch etablierte pharmazeutische Hilfsstoffe, von denen bereits umfangreiche Toxizitätsprüfungen durchgeführt wurden. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zellschädigend (zytotoxisch) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table style="height: 1066px;" width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #333333;"><strong><span style="color: #5f7496;">Wie sind mRNA-Medikamente aufgebaut?</span><br />
</strong></span><span style="color: #808080;">(genannt sind Grundprinzipien. Unternehmen verfolgen individuelle, abweichende oder weitere Ansätze)</span></td>
<td width="19"></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567">
<ul>
<li><span style="color: #5f7496;">Für das gewünschte Protein wird der <strong>Code erstellt</strong>. Zunächst wird im Labor die künstliche DNA hergestellt. Daraus wird dann die einzelsträngige mRNA abgeleitet. Sie muss noch optimiert werden:</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Die Reise von synthetisch hergestellter RNA im Blut der Geimpften würde schnell beendet werden: Fresszellen oder Enzyme würden sie schnell zerstören. Auch eingeschleust in Trägerviren (Vektor) kann das RNA-Molekül nach Verschmelzen mit der Zellmembran als fremd erkannt und vernichtet werden. Deshalb werden beide Enden des Biomolekuls modifiziert – sie erhalten eine <strong>Kappe, um die mRNA zu stabilisieren</strong> und die Übersetzung in Protein effizienter zu machen. Ein solches „Capping“ findet auch mit natürlich vorkommender RNA in Zellen statt.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Stabilisierungen</strong>, am Beispiel von SARS-CoV-2: Bei Infektion bindet das Virus mit seiner Rezeptorbindestelle (RBD) an Rezeptoren der menschlichen Zelle (ACE-Rezeptoren). Im <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener">Eindringprozess des Virus</a>, also bei der Fusion zwischen Virus und Wirtszelle, ändert sich die Gestalt des Virus-Oberflächenproteins (Spike-Proteins): Die „Präfusions-Konformation“ geht dabei kurz vor Zelleintritt in andere Struktur über. Bei der Entwicklung des Impfstoffdesigns strebt man an, die Präfusions-Konformation zu stabilisieren. Dazu werden zwei Prolinmutationen eingeführt.<br />
An bestimmten D</span><span style="color: #5f7496;">omänen des Spike-Proteins können Antikörper binden. Das ist genau der Angriffspunkt:  <strong>Neutralisierende Antikörper</strong> sollen durch Bindung das Virus am Zelleintritt stören. Zusätzlich soll auch die Bindung weiterer Antikörper an mehreren Domänen ermöglicht werden. <strong>Bindende Antikörper</strong>, die das Antigen nicht direkt neutralisieren, wirken auf das zelluläre Immunsystem ein. Letztendlich können so T-Zellen aktiviert werden, die virusbefallene Zellen zerstören, Gedächtniszellen ausbilden sowie Antikörper-bildende Zellen auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Das gewünschte Protein, das eine Immunantwort hervorrufen soll (z. B. das ganze Spike-Protein oder Teile davon), muss für eine gute Wirkung im Körper in ausreichender Menge produziert werden. Dazu wird zum einen der regulatorische Bereich an beiden RNA-Enden angepasst. Aber auch der Bereich, der in das gewünschte Protein übersetzt wird („Open-Reading-Frame“), wird optimiert: Die RNA erhält eine <strong>stärkende Startersequenz</strong>, damit sie in der Zelle bevorzugt abgelesen wird. Und <strong>Wiederholungssequenzen</strong> stellen sicher, dass ausreichende Mengen des gewünschten Proteins hergestellt werden.</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Um in die Zelle gelangen und dort in Protein übersetzt zu werden, muss die RNA vor Enzymen geschützt verpackt werden, z. B. als <strong>Lipid-Nanopartikel</strong>. Gleichzeitig soll es so nicht besonders „auffällig“ erscheinen und das Immunsystem nicht sofort auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Chemische Modifikationen</strong> erhöhen ebenfalls die Stabilität: Sie können die Syntheserate des Proteins erhöhen und somit die Immunstimulation beeinflussen. Hier gibt es verschiedene Ansätze, die Kernkompetenzen der einzelnen Hersteller (wie BioNTech und Moderna) sind. <strong>Aber auch unmodifizierte mRNA</strong> ,wie CureVac sie nutzt, kann in der Immunstimulation und Proteinexpression ausreichend sein. An dieser Stelle spielt u. a. die Wahl der Codons* eine wichtige Rolle. Die Entwickler gehen mit ihren Plattformen unterschiedlich vor, manche mit, manche ohne chemische Modifikationen.<br />
<em>*Ein Codon ist eine Anordnung von drei hintereinandergeschalteten Nukleotiden. Jedes Codon steht für eine Aminosäure, wobei das 3. Nukleotid zum Erhalt derselben Aminosäure etwas variabler ist. Ein Spielansatz, um die RNA möglichst gut zu stabilisieren. Je nach Anordnung der Codons auf der mRNA werden entsprechende Aminososäuren zugeordnet und diese, wie auf einer Perlenkette, hintereinander verknüpft. Je nach Anordnung der Aminosäuren faltet sich diese Kette entsprechend – was bedeutend für die Funktion des entstandenen Proteins ist. Es gibt aber auch Codons, die nicht in Protein übersetzt werden. Sie haben vor allem regulatorische sowie auch Immun-Funktionen.</em><br />
</span></li>
<li><span style="color: #333333;"><span style="color: #5f7496;">Adjuvanzien unnötig: Da das mRNA-Design eine gewisse „angeborene“ Stimulationsfunktion hat, kann auf den Effekt der verstärkenden Zusätze verzichtet werden. Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und CureVac verwenden keine Adjuvanzien. </span><br />
</span></li>
</ul>
</td>
<td width="19"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Im Fokus: Sicherheit<br />
</span></h3>
<p>Generell gilt: Neben der Wirksamkeit ist immer auch die Sicherheit zu belegen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen verschärft: Demnach muss zwei Monate lang bei der Hälfte der Probanden einer Impfstoffstudie eine Wirkung beobachtet werden. Diese 2-Monats-Frist startet gemäß FDA ab Verabreichung der letzten für eine Immunisierung nötige Impfdosis. Dabei muss die Datenlage über Nebenwirkungen und Infektionen unter den Probanden präzise dargelegt werden.</p>
<p>Im Zuge der Studien muss untersucht werden, <strong>welche Effekte eine Dosis mRNA im Körper auslöst</strong>. Wie lange bleibt sie im Körper? Könnte das Biomolekül noch weitere Prozesse im Körper anstoßen? Die Angst, dass sich RNA ins Genom integrieren könnte, ist rein von der Natur des Biomoleküs ausgeschlossen: Die einzelsträngige RNA ist anders aufgebaut als doppelsträngige DNA und RNA kann nicht durch die Kernmembran in den Zellkern gelangen. Viele der genannten Fragen zur mRNA-Technologie wurden schon lange vor der COVID-19-Pandemie in Studien unter die Lupe genommen und die Ergebnisse publiziert. Seit über 20 Jahren wird dazu an Tieren und an Zellen im Labor geforscht, einige Wirkstoffe wurden auch bereits am Menschen getestet, wie etwa der Tollwut-Impfstoff von CureVac (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31665-3/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lancet, 2017</a>). Die Wirkstoff-mRNA wird – wie jede andere mRNA in unserem Körper auch – nach ihrem Ablesevorgang sehr schnell abgebaut. Es ist eher eine Herausforderung, sie in eine Zelle zu schleusen und lange genug stabil zu halten, wie in etlichen Studien untersucht und veröffentlicht worden ist (z. B. <a href="https://www.nature.com/articles/nrd.2017.243" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature, 2018</a>). Die Prüfung auf Sicherheit schließt ebenso die der Verpackungshülle, der Lipid-Nanopartikel, ein. Dies wird auch <a href="https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/sicherheit-wirksamkeit-impfstoff/9-coronavirus-impfstoff-covid-19-sicherheit-lipidnanopartikel-mrna-impfstoffe.html;jsessionid=94B69742AFF61B3DEB192367C0A00043.intranet231" target="_blank" rel="noopener">vom Paul-Ehrlich-Institut geprüft</a>. Demnach sollen die Fettkügelchen im Körper ähnlich wie mit der Nahrung aufgenommene Fette behandelt werden, d.h. in ihre Bestandteile zerlegt, verarbeitet und abgebaut werden.</p>
<p>Potenzielle späte Nebenwirkungen können – wie bei jeder anderen Impfstoffentwicklung, auch gegen andere Erreger – zwar zum jetztigen Zeitpunkt nicht abgesehen werden. Dazu bräuchte man Jahrzehnte. Die bisherige Datenlage, Art der Herstellung ohne Fremderregerbestandteile, Natur der mRNA, lange Erfahrung mit der Technologie und auch vergleichsweise hohe Probandenzahl stimmen Wissenschaftler jedoch durchweg positiv.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Schnelle Entwicklung – vorschnelle Rückschlüsse<br />
</span></h3>
<p>Bei all dem Vorwissen der Technologie seit über 20 Jahren mag man sich fragen, warum noch kein Medikament auf mRNA-Basis entwickelt wurde. Und warum jetzt beim COVID-19-Impfstoff in solch einer Rekordzeit? Sehr schnell lassen sich Rückschlüsse ziehen, dass dies zulasten der Sicherheit gehen könnte. Zunächst einmal muss man berücksichtigen, dass das Virusprotein ein relativ einfaches Antigen darstellt und gut hergestellt werden kann – verglichen zur Herstellung von mRNA-Konstrukten gegen einige andere Erreger oder gar zur Krebstherapie. Gerade bei Krebserkrankungen spielen viele Proteine eine Rolle und die Entwicklung ist entsprechend komplizierter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Für die schnelle Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es einige Gründe:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Rohdaten:</strong> Im Gegensatz zu unbekannten Viren konnte man bei SARS-CoV-2 aufgrund vorhandener Sequenzdaten der verwandten Viren SARS und MERS das genetische Konstrukt sehr schnell entwickeln. An diesem Virustyp forscht man schon Jahrzehnte und kennt daher die angriffsempfindliche Stelle, das Spike-Protein, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste. Auch die Faltung des Proteins war in Grundzügen bekannt.</li>
<li><strong>Konstrukt:</strong> Die genannten bekannten Daten über das Spike-Protein bzw. ihrer zugrunde liegende RNA sind in die mRNA-Plattform eingeflossen: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie dient als Grundlage für die Erstellung des neuen Konstrukts, das in präklinischen Studien getestet wird/wurde. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</li>
<li><strong>schnelle Methode:</strong> Keine langwierige Zellkultur oder Produktion in Hühnereiern (wie beim Influenza-Impfstoff), sondern schnelle synthetische Produktion, die zudem schnell anpassbar ist.</li>
<li><strong>Rückenwind:</strong> Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</li>
<li><strong>Anzahl der Probanden:</strong> Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</li>
<li><strong>Studienzentren:</strong> Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</li>
<li><strong>COVID-Behörden auf der Überholspur</strong>: Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</li>
<li><strong>Risikobereitschaft:</strong> Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</li>
</ul>
<p>In der Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die mRNA-Impfstoff-Entwickler</span></strong></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>BioNTech/Pfizer</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
</strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Mainzer Biotech-Firma BioNTech</span></strong> kooperiert mit dem US-Unternehmen Pfizer. Neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten entwickelt das Unternehmen Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® gegen COVID-19 enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
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<p><strong>Ausgangsdaten</strong><br />
Bereits Anfang Oktober 2020 konnten BioNTech/Pfizer den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einleiten. Damit konnte der Zulassungsprozess beschleunigt werden, während die Phase-3-Studien weiterliefen, bis 164 Infektionsfälle eingeschlossen waren. In der EU und auch vom Paul-Ehrlich-Institut wird diese Zahl für eine Zulassung bislang als nötig erachtet.</p>
<p>Die zugrunde liegenden Daten bauen auf die ursprüngliche Form des Virus auf. Ende 2020 wurden die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie des Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u> veröffentlicht:</p>
<ul>
<li>In der Studie, die in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa an rund 150 Studienzentren durchgeführt wird, wurden dabei über 43.660 Probanden eingeschlossen<em>. </em>Die Hälfte erhielten den Impfstoff, die andere ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Hersteller im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>Sowohl Wirksamkeit wie auch das Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Das Impfschema besteht aus zwei Dosen à 30 µg. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung: Die Probanden zeigten einen 95%igen Impfschutz, auch bei über 65-Jährigen lag er über 94 %.</li>
<li>Insgesamt traten 170 bestätigte COVID-19-Fälle auf, davon 162 Fälle in der Placebogruppe und 8 Fälle in der Gruppe der Geimpften.</li>
<li>Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich, schwere Nebenwirkungen konnten laut Hersteller nicht festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Wichtig dabei ist aber – wie bei allen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Jonhson) – dass auch die zweite Impfung wahrgenommen wird, denn mit nur einer Impfdosis fällt die Wirksamkeit gegen die Deltavariante rasant ab.  Fortlaufende Studien geben weiter Aufschluss. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage.</p>
<p><strong>Unterstützung und Perspektiven</strong><br />
Startkapital erhielt BioNTech u . a. 2007 von Thomas und Andreas Strüngmann, den Gründern von Hexal. Im September 2020 unterstützt der BMBF durch eine <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung des Mainzer Unternehmens sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland. Dazu übernimmt BioNTech vom Schweizer Konzern <a href="https://www.novartis.de/aktuelles/pressemitteilungen/novartis-produktionsstandort-marburg-geht-biotechnologie-unternehmen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novartis die biotechnische Produktionsanlage in Marburg</a>. Sie soll zur größten europäischen Fertigungsanlage gentherapeutischer Impfstoffe ausgebaut werden. Das Werk in Marburg,  für das die EMA Ende März &#8217;21 die Zulassung erteilte, wird voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte mit den Auslieferungen beginnen. Geplant sind für das erste Halbjahr &#8217;21 rund 250 Millionen Dosen, für die Zukunft ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr. Bislang produziert BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und dreizehn Orten von Produktionspartnern, wie <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/">Rentschler Biopharma SE</a>: Das Unternehmen aus Laupheim soll die flüssige Ausgangsbasis für den Wirkstoff reinigen, konzentrieren und steril abfüllen.</p>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Moderna</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Der Impfstoff von <strong>Moderna</strong> (Handelsname: Spikevax) enthält mit 100 μg RNA pro Dosis, verglichen mit BioNTech (30 µg). Er ist seit 06. Januar 2021 auch in der EU für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Auf Grundlage neuer Daten zu seltenen Myokarditis-Fällen bei jüngeren Personen empfiehlt des Paul-Ehrlich-Institut (PEI), den Moderna-Impfstoff bei Personen über 30 Jahren. Für Menschen ab 30 Jahren besteht laut PEI nach der Impfung mit Spikevax kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung.</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong></p>
<p>Im November 2020 hat das US-Unternehmen <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy">Zwischenergebnisse mit einer 94,5%igen Wirksamkeit</a> aus den Phase-III-Studien veröffentlicht (in: <a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2022483" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>). Seit Juli 2020 wurden über 30.000 Personen mit ihrem Kandidaten mRNA-1273 oder einem Placebo geimpft. Unter ihnen traten 196 Fälle von Covid-19 auf, darunter 185 der Probanden, die lediglich das Placebo erhalten hatten. Nur 11 der geimpften Freiwilligen erkrankten an Covid-19, jedochs keiner von ihnen schwer. Als Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit unter 10 Prozent wurden Schmerzen an der Einstichstelle sowie kurzzeitige Muskel- und Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen genannt.</p>
<p>In <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-publication-results-pivotal-phase-3-trial" target="_blank" rel="noopener">abschließenden Studien</a> konnte die hohe Wirksamkeit von 94 % bestätigt werden.</p>
<p>Der Moderna-Impfstoff ist bei 5 °C lagerfähig (ca. 30 Tage; bis zu 6 Monate bei -20°C).</p>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine &#8222;moderate Reduzierung der Wirksamkeit&#8220; genannt. Wie bei allen alnderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend. Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
<p><strong>Unterstützung</strong><br />
Moderna wird von der US-Regierung im Rahmen von Operation Warp Speed unterstützt, einem Programm, das sich vor allem auf Impfstoffentwicklung konzentriert. Dadurch konnte sich das Unternehmen in der mRNA-Technologie etablieren. Es setzt für einzelne Herstellungsschritte, Qualitätskontrolle und Distribution auf ein Netzwerk, bei dem verschiedene Partner in der USA und auch der Schweiz (Lonza) beteiligt sind.</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>CureVac</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Tübunger Firma CureVac</span></strong> hat bei ihrem Konstrukt CVnCoV eine vergleichbar geringe Wirkstoff-Konzentration (12 µg) eingesetzt, mit dem Ziel, starke Schutzwirkungen bei gleichzeitig möglichst geringem Nebenwirkungsprofil zu erzeugen. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrung mit der mRNA-Plattform hat CureVac auch für die Enwticklung des COVID-Impfstoffs nicht chemisch modifizierte RNA eingesetzt, also rein natürlich vorkommende RNA.</p>
<p><strong>Später Einstieg in Phase 2b/3</strong></p>
<p>Das Tübinger Biotech-Unternehmen startete mit CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Gründe dafür sind vielschichtig. Entscheidende Rollen spielen u. a. die längere Entwicklungsphase zu Erstellung eines niedrigdosierten und temperaturstabilen Wirkstoff-Konstrukts mit möglichst geringem Nebenwirkungsprofil, das geringere Startkapital zu Beginn der Pandemie und die vergleichsweise spät eingegangenen Kooperationen. Zum Startpunkt der Phase 3 waren die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und kurz darauf auch die Vektorimpfstoffe bereits zugelassen. So konnte das Tübinger Unternehmen erst im April die insg. 40.000 Probanden rekrutieren, da die Bereitschaft aufgrund zugelassener Impfstoffe sank. Auch wurde die Verfügbarkeit einiger Komponenten zur Herstellung zu diesem späteren Zeitpunkt mehrfach eingeschränkt.</p>
<p><strong>Ergebnisse und Aussichten</strong></p>
<p>Rund 25 % der Studien fanden in Europa, 75 % in Lateinamerika (v. a. Peru) statt, dem zu diesem Zeitpunkt vermuteten Epizentrum des Ausbruchs. Am 30. Juni 2021 gab CureVac die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden und 228 bestätigten Fällen bekannt: Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads betrug demnach 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen beträgt die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wird eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus. Die aktuell vorherrschende Virus-Landschaft beeinflusst die Wirksamkeit der Impfstoffe, was die Wichtigkeit der Anpassung der Vakzine an vorherrschende Varianten unterstreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV aus behördlicher Prüfung zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren. Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) plant CureVac daher die beschleunigte Entwicklung des Kandidaten CV2CoV, der in Tiermodellen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufwies. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen.</p>
<p><strong>Zukunftserspektive Power-to-X auf Biotech-Ebene<br />
</strong></p>
<p>Für viele überraschend – und durch den Besuch von Elon Musk im Herbst <em>’</em>20 aufgerüttelt: Gemeinsam mit der Tesla-Tochter Grohmann Automation hatte CureVac ein Patent für einen sogenannten RNA-Drucker angemeldet. Unterstützt wird CureVac dafür bereits seit <a href="https://www.curevac.com/2019/02/27/cepi-vergibt-einen-vertrag-ueber-34-millionen-us-dollar-an-curevac-zur-weiteren-entwicklung-des-the-rna-printer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2019 durch die Koalition für Innovationen zur Vorsorge vor Epidemien (CEPI)</a>. Bei den Druckern handelt es sich um eine mobile Produktionseinheit. Im Rahmen der Corona-Pandemie ließen sich somit bei nur wenigen Mikrogramm mRNA pro Impfstoffdosis je Produktionslauf Zehntausende Dosen Impfstoff vor Ort produzieren. Aktuell steht die Zulassung für den Printer noch aus. Ursprünglich war geplant, den RNA-Drucker zur <a href="https://www.bmbf.de/de/impfstoffe-aus-dem-drucker-8003.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Produktion von Impfstoffen gegen Tollwut, Lassa-Fieber und Gelbfieber</a> zu entwickeln. Das Potenzial ist klar: Von der Herstellung personalisierter Medizin im Krankenhausumfeld bis hin zur schnellen Versorgung mit Impfstoffkandidaten direkt in Epidemie-Ausbruchsregionen. Sowohl gegen bekannte, als auch neue Erreger „X“ – eine Art Power-to-X auf Biotech-Ebene.</div></div>
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<p><strong>Es gibt es immer mehr Klarheit über neue Potenziale in der Impfstoffentwicklung und Impfstrategie gegen jegliche Virusinfektionen – mit dem besten Zeitpunkt jetzt. Zudem kann das Potenzial mRNA-Technologie auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten besser anerkannt und zukunftsweisend werden.</strong></p>
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<p><span style="color: #999999;">Bild: © antoniemo/depositphotos</span></p>
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<p><strong>Passend zum Thema Coronavirus-Impfstoffe:</strong></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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		<category><![CDATA[CEPI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert: 20.12.21) Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen. (Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)   Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: WHO). Die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(<span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 20.12.21</span>)<strong> Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen.</strong></p>
<h6 style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">(Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)</span></h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>). Die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna werden weltweit verimpft, z. T. bereits als Booster-Impfung. Neben den neuartigen mRNA-Impfstoffen befinden sich Vektor-Impfstoffe des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca und des US-Pharmariesen Johnson &amp; Johnson in der Impfkampagne. Und es gibt einen weiteren Anwärter: Für den ersten Corona-Totimpfstoff, ein Protein-basiertes Vakzin des US-Pharmakonzerns Novavax, ist die EU-Zulassung beantragt.</p>
<h3 style="text-align: center;">→ <a href="#zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler">zum Überblick: COVID-19-Impfstoffe</a></h3>
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<h3><span style="color: #525252;"><strong>Schutz durch Coronavirus-Impfstoffe – weltumspannendes öffentliches Gut</strong></span></h3>
<p>Grundvoraussetzung ist, dass der Nutzen und die Sicherheit eines Impfstoffs höher sind als das Risiko durch Erkrankungen und verbleibende Organschäden einer SARS-CoV-2-Infektion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2417" style="width: 281px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2417" class="wp-image-2417" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg" alt="COVID-19 Impfung, Spritze und Ampulle" width="271" height="168" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-200x124.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-300x186.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-400x248.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-600x372.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-768x476.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-800x496.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-1024x635.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg 1170w" sizes="(max-width: 271px) 100vw, 271px" /></a><p id="caption-attachment-2417" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Phasen der Impfstoffentwicklung und Wirkweisen </a></p></div>
<p>Der Traum eines guten Impfstoffs? Ganz klar: Ein komplettes Anwerfen des stark <strong>ineinander vernetzen Immunsystems</strong>, das neuralisierende und bindende Antikörper auf den Plan rückt, B- und T-Zellen aktiviert, Gedächtniszellen ausbildet, Makrophagen (Fresszellen) aktiviert sowie Enzyme und bestimmte Botenstoffe (Zytokine, z. B. Interferone u.a. Interleukine) ausschütten lässt. Auf Kaskadenwegen kann so eine Abwehrreaktion in Gang gesetzt werden.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 287px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="277" height="183" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der komplexe Zusammenhang im Immunsystem – eine Übersicht</a></p></div>
<p>Die <strong>Immunantwort findet auf verschiedenen Wegen</strong> statt.</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Antikörper und T-Zellen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Selbst wenn der Titer gebildeter Antikörper im Blut nach einer Infektion oder Impfung mit der Zeit in Tests abnimmt, kann auf zellulärer Ebene eine Aktivierung von T-Lymphozyten und Ausbildung von Gedächtniszellen wirksam werden. <strong>Antikörper</strong> können so schnell wieder gebildet werden. Die meisten Antikörpertests konzentrieren sich nur auf neutralisierende Antikörper, also solche, die das Virus hindern, eine Wirtszelle zu infizieren. In der Immunantwort gibt es aber auch weitere bindende Antikörper und unterstützende<strong> T-Zelltypen</strong>. Das angeborene Immunsystem schüttet beispielsweise natürliche Killerzellen aus, die das Virus vernichten. Beim spezifischen Immunsystems kommt es auf die richtige Balance der aktivierten T-Zellen (CD8+ und CD4+) an. Einige wirken als Gedächtniszellen, bei einem erneuten Angriff durch den Erreger erkennen sie diesen schnell und setzen die Antikörperproduktion in Gang. Andere markieren die infizierte Zelle zur Vernichtung, wieder andere heften sich an die Viruszelle und signalisieren Fresszellen, das Virus aufzunehmen und so inaktiv zu machen. Bei den T-Helferzellen ist ein ausgewogenes Verhältnis in ihrer Subpopulation entscheidend: So soll ein optimaler Spiegel an Zytokinen (wie Interferon und Interleukine) ausgeschüttet werden, die entzündungsfördernde Prozesse einleiten. Jedoch nur in einem Maß, die zur Vernichtung des Erregers führt. Ein Übermaß an Entzündungsreaktion würde nämlich zum gefürchteten Zytokinsturm führen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Schwere der Krankheit abmildern</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Es wäre also auch möglich, dass es zwar zu einer (erneuten) Infektion kommen kann, diese aber schnell zum Stillstand kommt oder dass die <strong>Schwere der Krankheit gemildert</strong> wird. Um Zusammenhänge aufzudecken, in welchen Fällen und auf welche Weise Gedächtniszellen eine Rolle spielen, werden aktuell noch mehrere Studien durchgeführt und ausgewertet. Die am 2. Oktober 2020 publizierte <a href="https://science.sciencemag.org/content/370/6512/89" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science-Studie</a> lässt vermuten, dass eine Hintergrundimmunität durch früheren Kontakt mit anderen Coronaviren in einzelnen Fällen eine gewisse Rolle spielen kann. Inzwischen gibt es weitere Studien, die sich auch mit den Mutanten befassen. </div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Warum gibt es z. B. bei HIV noch keinen Impfstoff?</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Jedes Impfstoffunternehmen wünscht sich für einen verlässlichen Schutz eine <strong>möglichst komplette, ausgewogene Immunantwort</strong>, um Erreger wirkungsvoll zu bekämpfen. Denn während Impfstoffe gegen einige Infektionskrankheiten (wie Masern) einen guten Schutz bieten, gibt es noch immer keine verlässlichen Ansätze gegen beispielweise Malaria, HIV, Tuberkulose oder auch SARS-CoV-1. Bei jedem Erreger steht man vor anderen Herausforderungen, bei HIV etwa vor seiner komplizierten Oberflächenstruktur und extrem schnell ändernden Gestalt der Virushülle von einer Generation zur nächsten.<br />
In der aktuellen Pandemie durch SARS-CoV-2 hatte sich die Anfangssituation etwas anders gestaltet: Zum Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 hatte man bereist viel Erfahrung aufgrund der umfassenden Daten zu den nahe verwandten Coronaviren SARS-1 (seit Ausbruch 2002) und MERS (seit Ausbruch 20102). Bisherige Zwischenergebnisse mit den bereits entwickelten und zugelassenen Impfstoffen gegen den Wildtyp und auch gegen die britische Variante noch immer vielversprechend. Gegen die südafrikanische Variante weisen erste Studien auf eine auf eine etwas reduzierte Wirksamkeit hin – zumindest auf Antikörperebene. Deshalb werden aktuell Impfstoff-Kandidaten gegen möglichst alle auftretenden Mutationen optimiert, so auch die von CureVac, für die man im ersten Halbjahr &#8217;21 eine Zulassung erhofft.</div></div>
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<h3><span style="color: #525252;">Rückenwind zur schnellen Impfstoffentwicklung</span></h3>
<p>Gleich zu Beginn im Januar 2020 konnte das genetische Konstrukt aufgrund <strong>bekannter Sequenzdaten</strong> des verwandten Virus SARS schnell erstellt werden. Auch kann auf bekannten Impf-Rohkonstrukten als Basis mit bekannter Datenlage aufgebaut werden. Und neben den <strong>simultan getesteten Studienzentren</strong>, bei denen u.a. auch hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen werden, finden bei vielen Projekten inzwischen <strong>fortlaufend Datenübermittlungen an Kontrollbehörden</strong> statt, die diese Studien primär und mit erheblich aufgestockten Ressourcen abhandeln und mit Experten bewerten.</p>
<p>Durch <strong>staatliche Anreizmechanismen</strong>, allem voran aus der EU sowie USA, wird das finanzielle Risiko nicht allein auf Pharmakonzerne gelenkt. Stattdessen können die sonst zögerlichen, jahrelangen hintereinandergeschaltenen Schritte der Impfstoffentwicklung parallelisiert werden.</p>
<p>Zudem fanden sich durch die beispiellose Pandemiesituation – verglichen zu anderen Arzneimittelentwicklungen – <strong>sehr viele Probanden in kürzester Zeit</strong>. Somit konnten groß angelegte klinische Studien in vergleichbar kurzer Zeit realisiert werden. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</p>
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<h3 id="zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler"><span style="color: #333333;"><strong>Überblick über bedeutende <span style="color: #000000;">COVID-19-Impfstoffe und Entwickler<br />
</span></strong></span></h3>
<h4><span style="color: #808080;">→ <a href="#mRNA-Impfstoffe">mRNA-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Vektor-Impfstoffe">Vektor-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Proteinbasierte Impfstoffe">Proteinbasierte Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Totimpfstoffe">Totimpfstoffe</a></span></h4>
<h3 id="mRNA-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>1.) mRNA-Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>In der Pandemie-Eindämmung wird ihnen eine entscheidende Rolle zugeschrieben: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe</a>. Dabei dreht es sich um das Biomolekül Ribonukleinsäure, das Körperzellen anweist, Proteine zu produzieren: in diesem Fall Oberflächenproteine des neuen Coronavirus bzw. Teile davon. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als fremd und kann so eine Immunantwort gegen das Coronavirus auslösen. Der Vorteil der Verwendung von RNA gegenüber DNA ist, dass sich dieses Biomolekül nicht in das Genom integriert.</p>
<p>Ausführlicher Artikel zu mRNA-Impfstoffen: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a></p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>BioNTech / Pfizer</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch BioNTech (seit <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-announces-pricing-initial-public-offering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herbst 2019 an der US-Technologiebörse Nasdaq</a>) entwickelt – neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten – Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit dem US-Partner Pfizer hat BioNTech/Pfizer seit Ende Juli 2020 die <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/pfizer-and-biontech-choose-lead-mrna-vaccine-candidate-against" target="_blank" rel="noopener noreferrer">globale COVID-19 Studie in Phase 2/3</a> an rund 150 Studienzentren in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa durchgeführt.</p>
<p>Am 10. Dezember 2020 veröffentlichten BioNTech/Pfizer die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie ihres Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u>, so auch zu Nebenwirkungen und Immunität, zusammengefasst. Die Daten sind Teil der bei Behörden auf der ganzen Welt eingereichten Zulassungsanträge, einschließlich der FDA und der EMA. Bereits am 18. November 2020 gaben BioNTech/Pfizer die <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-schliessen-phase-3-studie-erfolgreich-ab-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abschlussanalyse der laufenden Phase-3-Studie</a> mit dem Impfstoffkandidaten BNT162b bekannt.</p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>43.448 Probanden ab 16 Jahren randomisiert getestet: 21.720 erhielten BNT162b2 und 21.728 ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Unternehmen im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 30 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>Die Analyse wurde nach 170 bestätigten COVID-19-Fällen durchgeführt: 8 Fälle wurden in der Gruppe, die BNT162b2 erhalten hatten, festgestellt und 162 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Wirksamkeit sowie Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Ingesamt waren die Nebenwirkungen bei älteren Studienteilnehmern weniger und schwächer ausgeprägt.</li>
</ul>
<p>Eingeschlossen wurden Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung. Auch bei über 65-Jährigen, die 41 % der weltweiten Studienteilnehmer ausmachten, lag die Wirksamkeit über 94 %. Zusätzlich wurden rund 100 Jugendliche zwischen 12 bis 15 Jahren in der Abschlussanalyse eingeschlossen.</p>
<p>Zuvor konnten BioNTech/Pfizer aufgrund der fortgeschrittenen Ergebnisse Anfang Oktober 2020 den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der EMA einleiten: Arzneimittelhersteller können bei ihr schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Ergebnisse zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Präparats einreichen. Die Bekanntgabe zu Phase-1-Daten erfolgte am 14. Oktober 2020 im <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2027906" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Wirksamkeit gegen Varianten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage. Schwere oder gar Todesfälle seien durch den Impfstoff stark verringert. Für eine Kontrolle der Pandemie und Übergang in eine endemische Situation sei aber auch eine Auffrischung mit einer 3. Dosis nötig. Eine solche Booster-Impfung, möglichst nach 6 Monaten, soll im Top-down-Modus verfolgt werden: Ältere und gefährtete Menschen zuerst, gefolgt von der Bevölkerung mit absteigendem Alter.   </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der BMBF unterstützt mit einer <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland (Novartis, Marburg; Sanofi, Frankfurt). Für das Werk in Marburg hat die EMA Ende März 2021 die Zulassung erteilt. Für die Zukunft sollen so insgesamt ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr hergestellt werden. Bislang hat BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und weiteren Orten von Produktionspartnern produziert. Mit <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rentschler Biopharma SE</a> aus Laupheim wird die flüssige Ausgangsbasis mit dem Wirkstoff gereinigt, konzentriert und steril abgefüllt.</p>
<p>Um eine gerechte Verteilung des Impfstoffs auch für Schwellenländer zu ermöglichen, <a href="https://www.pfizer.de/presse/meldungen/pfizer-und-biontech-geben-potenzielle-liefervereinbarung-mit-der-eu-ueber-200" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laufen Verhandlungen mit COVAX</a>. Die Initiative COVAX wurde von Gavi, der Vaccine Alliance, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Moderna</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Bereits im März 2020 hat das Unternehmen aus Massachusetts ihren Impf-Kandidaten mRNA-1273 einer ersten Testperson verimpft – als erste COVID-19-Impfung überhaupt. Der Impfstoff enthält mit 100 μg RNA die größte Wirkstoff-Menge, verglichen mit dem von BioNTech (30 µg) und dem noch in der Zulassungsstudie befindlichen Kandidaten von CureVac (12 µg).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 19. November 2020 erhielt der Moderna-Impfstoff  <span class="aCOpRe">&#8222;mRNA-1273&#8220;</span> (Spikevax) eine Notfallzulassung in den USA, anlässlich der <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positiven Ergebnisse aus ihrer Phase III-Studi</a>e. Ihr mRNA-Wirkstoffkandidat hat demnach eine Wirksamkeit von Wirksamkeit von 94,5 Prozent. In der EU ist der Impfstoff seit Anfang Januar 2021 für Erwachsene zugelassen. Im Juni 2021 hat Moderna ihren <span class="ILfuVd"><span class="hgKElc">Coronaimpfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt.</span></span></p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>30.000 Freiwilligen (darunter 7.000 über 65 Jahre) wurden getestet, bei denen die eine Hälfte den Impfstoff und die andere Hälfte ein Pacebo bekam.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 100 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>In der der Studie zugrunde liegenden Daten erkrankten 95 Teilnehmer an Covid-19: 5 Fälle in der 1273-Impfstoff-Gruppe, 90 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Tests aus den bisherigen Studien sollen laut Moderna eine Reaktion des Immunsystems mit vorübergehenden Nebenwirkungen wie Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit hervorgerufen haben. Laut Moderna gab es zudem keine schweren Fälle bei Menschen, die den Impfstoff erhielten, verglichen mit elf bei Freiwilligen, die ein Placebo erhielten.</li>
</ul>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Wirksamkeit gegen Varianten</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine „moderate Reduzierung der Wirksamkeit“ genannt. Wie bei allen anderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend.</p>
<p>Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>CureVac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Auch das Tübinger Unternehmen CureVac, Vorreiter der <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Technologie</a>, entwickelt neben Impfstoffen auch Medikamente gegen Krebs, Stoffwechselkrankheiten und seltene Krankheiten. Sowohl mit natürlicher mRNA als auch chemisch modifizierter mRNA konnte das Unternehmen gute Erfahrungen machen. Bei unmodifizierter RNA wird die Stabilität durch <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Optimierungen</a>  erhöht, während dies bei chemisch modizierter RNA ein veränderter Baustein bewirken soll.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Hintergrund zum gescheiterten Impfstoff der 1. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Für ihren COVID-Impfstoff der ersten Generation, CVCoV, hatte CureVac &#8211; im Gegensatz zu BioNTech und Moderna &#8211; auf unmodifizierte mRNA gesetzt. Grundlage waren die vielversprechendem <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.23.424138v1">Studienergebnisse in der präklinische Phase. </a>Zudem wurde eine vergleichbar geringe Wirkstoffmenge (12 µg) eingesetzt. Insgesamt so sollte das Nebenwirkungsprofil so gering wie möglich gehalten werden.</p>
<p>CureVac startete mit dem Kandidaten CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus.</p>
<p>Die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden ergab eine Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads von nur 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen betrug die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wurde eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Impfstoff der 2. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt CureVac den verbesserten Impfstoff der 2. Generation, CV2CoV, der in Tiermodellen laut Unternehmen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufgewiesen haben soll. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen. Ziel ist, baldmöglichst in die klinische Entwicklung einzutreten und die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs im kommenden Jahr zu erreichen.</p>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung und Kooperationen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Unternehmen hatte für u. a. von der dievini Hopp BioTech holding und der Bill &amp; Melinda Gates Foundation Eigenkapitalinvestitionen erhalten hatte, um die um Gründer Ingmar Hoerr entwickelte Technologie voranzutreiben. Am 14. August &#8217;20 konnte CureVac einen erfolgreichen Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verzeichnen, es kann der gesamten <a href="https://www.curevac.com/2020/08/10/curevac-kuendigt-geplante-erstemission-von-stammaktien-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RNA-Technologie als Schlüsseltechnologie auch in Hinblick auf Krebstherapien</a> einen guten Schub nach vorne bringen. Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt die Technologie, mit einem mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrungsschatz, als Sprunginnovation.</p>
<p><a href="https://www.curevac.com/de/news/curevac-raises-a-total-of-usd-640-million-in-private-financing-round">Insgesamt 640 Millionen Euro</a> haben im Rahmen der Corona-Pandemie die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Qatar Investment Authority (QIA) und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) investiert. Bei der Kooperation mit GSK geht es neben der COVID-19-Impfstoffentwicklung auch um RNA-basierten Impfstoffe und monoklonalen Antikörpern zur Bekämpfung von Erregern weiterer Infektionskrankheiten sowie von Krebserkrankungen.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-&amp;#8fancyfancy0;default&amp;#8fancyfancy0; su-spoiler-icon-&#8220;plus&#8220; su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>&#8220;</strong>Weitere</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
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<p>Einen Fachartikel über CureVac und die mRNA-Technologie finden Sie hier (Portal BIOPRO Baden-Württemberg): <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff</a></p>
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<h3 id="Vektor-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>2.) Vektorimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Vektorimpfstoffe sind zusammengesetzt aus für Menschen harmlose, abgeschwächte Erreger, den Vektoren (Transporter), und ein oder mehrere Moleküle (Antigene) des Krankheitserregers, gegen den eine Immunantwort hervorgerufen werden soll. So kann etwa ein Molekül aus der Vektor-Virushülle gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers „getauscht“ werden. Diese Vektor-Impfstoffe lösen keine Erkrankung beim Menschen aus. Zur Gewinnung neuer Impfstoffe können Erfahrungen aus Vektorkonstrukte mit bekannter Sicherheit genutzt werden.<br />
Ein Vektor-Impfstoff ist beispielsweise der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, oder der gegen Dengue-Fieber.</p>
<p>Aufgrund der Nebenwirkungen mit Sinusvenenthrombosen, die in seltenen Fällen (rund 1:100.000) sowohl nach Impfung mit dem Astra-Zeneca- als auch Johnson und Johnson-Vektorimpfstoff auftraten, gerät diese Impfstoffart aktuell immer wieder in Kritik. Untersucht wird, ob das Trägervirus eine solche Reaktion auslösen kann oder aber DNA, die möglicherweise in Einzellfällen aus dem Partikel in kleinen Mengen herausgelöst sein kann. Nähere Informationen und Empfehlungen werden auf den Seiten des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Vektorimpfstoff-Tab.html" target="_blank" rel="noopener">RKI</a> aktualisiert.</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>AstraZeneca</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></div></div></strong>Das Wirkstoffprinzip des Kandidaten des britischen Pharmakonzern AstraZeneca beruht auf einem Vektorimpfstoff: Ein modifiziertes Erkältungsvirus (Adenovirus, aus Schimpansen) dient als „Fähre“, um genetisches Material des neuen Coronavirus in den menschlichen Körper zu transportieren und so das Immunsystem zu aktivieren.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 1. Oktober 2020 hat die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EMA den Wirkstoff bereits einem beschleunigten Zulassungsverfahren</a> unterzogen. Es ist das erste Rolling-Review-Verfahren in dieser Pandemie. Damit können Arzneimittelhersteller bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Somit werden fortlaufend bereits verfügbare Daten vom Fachausschuss für Humanarzneimittel ausgewertet, und nicht erst zum Zeitpunkt der Zulassungs-Antragsstellung.</p>
<p>Ende 2020 erhielt der Corona-Impfstoff von AstraZeneca die Zulassung in Großbritannien. Die Daten des zugrundeliegenden <a href="https://www.astrazeneca.com/content/astraz/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfstoff-Kandidatens AZD1222</a> (Vaxzevria®) der Kooperation aus dem Pharmakonzern aus Cambridge und dem Jenner-Institut der Universität Oxford wurden am 08. Dezember veröffentlicht (Fachblatt<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Lancet</a>). Der Impfstoff hat demnach eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus der Wirksamkeit von 62 % bei Verabreichung von zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat. Bei Halbierung der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika durchgeführten Studien gerieten in die Kritik, weil bei der Entwicklung des Impfstoffes ein Dosierungsfehler aufgetreten war – die geringere erste Dosis bei einer Gruppe war demnach ein Zufall.</p>
<p>Die Angaben zur Wirksamkeit beruhen laut der Veröffentlichung auf Daten von 11.600 Probanden, die Angaben zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000 Probanden: Drei von ihnen hätten laut Hersteller im Zeitraum von knapp 3,5 Monaten schwere Nebenwirkungen erlitten. Es sei jedoch unklar, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe. Alle drei sind genesen. Der Kandidat AZD1222 ist in Großbritannien und Brasilien <a href="https://www.astrazeneca.de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-schliesst-vereinbarung-mit-der-europaeischen-kommission-fuer-die-lieferung-von-bis-zu-400-millionen-dosen-des-covid-19-impfstoffs-azd1222.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Phase III angelaufen</a>, die Studie wird fortgeführt. Aufgrund der guten Ergebnisse sind weltweit Impfungen gestartet. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen.</p>
<p>Da zunächst noch nicht genügend Ältere über 65 Jahre in die Studie eingeschlossen waren, hatte das PEI den Impfstoff in Deutschland anfangs nur für Unter-55-Jährige zugelassen. Aufgrund der bald folgenden verbesserten Datengrundlage wurde der Impfstoff auch für die ältere Bevölkerung zugelassen.</p>
<p>Mitte März 2021  wurde die Verimpfung des Impfstoffs Vaxzevria® an Unter-60-Jährigen kurzzeitig ausgesetzt. Der Grund: Sehr seltene, aber gefährlichen Thrombosen in Kombination mit Blutplättchenmangel (TTS) konnten vorwiegend bei jüngeren Frauen im zeitlicher Abfolge nach einer Vaxzevria®-Impfung festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 1,6 Millionen Erstimpfungen, aber noch keine Zweitimpfungen durchgeführt worden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät seit dem 1. April 2021 dazu, die Grundimmunisierung bei den Unter-60-Jährigen mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna abzuschließen. Mittlerweile gibt es auch <a href="https://www.uni-saarland.de/universitaet/aktuell/news/artikel/nr/23581.html" target="_blank" rel="noopener">interessante Daten</a> dazu, mit einem interessanten Ergebnis: Wird das AstraZeneca-Vakzin bei der Zweitimpfung mit dem BioNTech-Vakzin als Zweitdosis kombiniert, zeigen die Geimpften eine deutlich stärkere Immunantwort als bei einer doppelten AstraZeneca-Impfung und sogar auch eine geringfügig höhere als bei einer zweifachen BioNTech-Impfung. Und das auf zweifacher Ebene: auf Antikörper- wie auch T-Zell-Ebene.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Logistik<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Konzern AstraZeneca, der vorwiegend Medikamente gegen Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen entwickelt, hat für die Produktion viele Auftragsfertiger eingespannt (u.a. die US-Konzerne Catalent und Emergent Biosolutions sowie das Serum Institute of India).</p>
<p>Laut Unternehmen ist der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, bei zwei bis acht Grad sechs Monate haltbar und erfordert keine aufwendigen Kühlketten.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Planungen und Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die guten Ergebnisse <a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.06.13.21258859v1" target="_blank" rel="noopener">mit mRNA-Impfstoffen als Zweitdosis</a> lassen auch eine kombinierte Impfung in den Fokus rücken. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zum Impfschema gegen das Coronavirus angepasst: Wer eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hat, soll künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff bekommen. Zusätzlich plant AstraZeneca zur verbesserten Immunwikung Kombinationen ihres Wirkstoffs in weiteren Testungen: mit einem weiteren Vektor-Impfstoff („<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Sputnik" data-rtr-id="f0e32952a6e9416ac2f5b50f28af4404b4d00c33" data-rtr-score="94.4344117049" data-rtr-etype="keyword">Sputnik</span> V“ des Galameya-Instituts, siehe unten).</p>
<p>Wie auch BioNTech ist AstraZeneca der Covax-Initiative beigetreten, um auch ärmeren Ländern zu Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen.</p>
<p>Weitere Optimierungen sind möglich. Es gibt Studien zu möglichen <a href="https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/verunreinigungen-im-astrazeneca-impfstoff-gefundenproteine-koennten-qualitaet-des-vakzins-beeintraechtigen/" target="_blank" rel="noopener">Verunreinigungen mit Hitzeschockproteine</a>, die zwar bei der Herstellung zu erwarten sind, aber in weiteren Reinigungsprozeduren aufgereinigt werden könnten – sollten sich Zusammenhänge mit den sehr seltenen Entzündungsreaktionen bestätigen.</p>
<p>Ebenso lassen sich unerwünschte Spleißreaktionen unterbinden, die diskutiert, aber noch nicht bestätigt wurden (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Beim Oberflächenprotein des Coronavirus (Spike-Protein), das als Impf-Antigen dient, gibt es bestimmte Spleißstellen. Beim sogenannten Spleißen werden die Proteine direkt nach Produktion im Zellkern geschnitten, bevor sie sich im weiteren Verlauf entsprechend falten und ihre volle Funktion erhalten. Wird beim Impfdesign des Impf-Antigens nicht auf spezielle Spleißstellen geachtet, könnten in seltenen Fällen unerwünschte Spleißprodukte entstehen, die dann löslich sind und nicht in der Zellmembran verankert werden. Sie können sie im Blutkreislauf umherschwimmen, der Körper reagiert schlimmstenfalls mit Blutgerinnseln. Solche Spleißstellen lassen sich jedoch durch Punktmutationen entfernen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Johnson &amp; Johnson (Pharmaunternehmen Janssen)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern <a href="https://www.janssen.com/germany/johnson-johnson-beschleunigt-impfstoffentwicklung-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johnson &amp; Johnson</a>, Mutterkonzern des forschenden Pharmaunternehmens Janssen, nutzt ebenfalls einen Vektorimpfstoff, den er in der präklinischen Phase an Rhesusaffen getestet hat. Dabei wird ein verändertes, harmloses menschliches Schnupfenvirus (Adenovirus) verabreicht, dem Konstrukte der Erbinformation für das Spike-Protein des neuen Coronavirus eingefügt wurde. In der Fachzeitschrift <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2607-z">Nature veröffentlichte Daten</a> an Primaten versprechen einen guten Schutz durch Bildung neutralisierender Antikörper.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit August 2020 wird der <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/study/NCT04505722">Impfstoffes Ad26.COV2.S in Phase III</a> getestet. Ende Januar &#8217;21 hat der Pharmakonzern die Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie an 44.000 Probanden bekanntgegeben: Der Impfstoff zeigte demnach vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Daten beziehen sich auf Impfprobanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. Laufende Studien mit älteren Menschen sollen noch weitere Daten liefern.</p>
<p>Am 11. März 21 hat die EU-Kommission den Impfstogg von Johnson &amp; Johnson zugelassen. Die Wirksamkeit liegt nach Angaben des Herstellers bei etwa 66 Prozent. Doch bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent beim Wildtyp. Und die Wirksamkeit gegen Varianten? In der 2020 gestarteten Zulassungsstudie hatte der Impfstoff eine Gesamtwirksamkeit von 64 Prozent gegen die Beta-Variante gezeigt und eine Schutzwirkung von 82 Prozent gegenüber schweren Covid-Erkrankungen. Eine Studiengegen Varianten lag zunächst nur als <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.07.01.450707v1.full.pdf" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a> vor.</p>
<p>Im Gegensatz zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde zunächst nur eine Dosis verabreicht. Anfang Oktober hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für eine <strong>generelle Auffrischung</strong> des Impfschutzes, hier also mit einer 2. Dosis, bei allen Menschen ab 70 Jahren 6 Monate nach der ersten Impfung ausgesprochen. Sie begründete die empfohlene Booster-Impfung durch viele Impfdurchbrüche in Deutschland, die überwiegend in der älteren Bevölkerung mit dem Johnson &amp; Johnson-Impfstoff aufgetreten sein soll. Inzwischen rufen die Experten zu einer Booster-Impfung für alle Bürger und Bürgerinnen auf, die als Erstimpfung den Johnson &amp; Johnson-Impfstoff erhalten haben. Es wird erwartet, dass die Stiko aufgrund des nicht ausreichenden Impfschutzes ihren derzeitigen Entwurf dazu als offizielle Empfehlung ausgeben wird.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Gamaleya</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="121.633156294" data-rtr-etype="keyword">Impfstoff</span> Gam-COVID-Vac Lyo wurde vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Moskau" data-rtr-id="73caaad600dd20deecf8d317d7dd0544868aaff9" data-rtr-score="3.84692235831" data-rtr-etype="location">Moskau</span> entwickelt. Der Vektor-Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in Abstand von 21 Tagen verabreicht werden. Sie beruhen auf rekombinanten Vektoren auf Basis zwei verschiedener menschlichen Adenoviren (Erkältungsviren; Adenovirus Typ 26 und 5), in denen jeweils das S-Protein-Gen des neuen Coronavirus integriert wurde. Die erste Impfkomponente dient als sogenannter „Primer“, der eine erste <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auslöst, die zweite Komponente als „Booster“, der die <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> noch verstärken soll. Die Besonderheit der Prime-Boost-Immunisierung: Durch die Kombination unterschiedlicher Immunogene kann eine bessere Wirkung (additiv oder synergistisch) auf das Immunsystem erzielt werden. Denn bei nur einer Wirkstoffkomponente könnte bereits nach der ersten Applikation das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagieren, anstatt auf SARS-CoV-2-Protein. Bei der zweiten Anwendung des gleichen Impfantigens könnte diese <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auf den <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vektor" data-rtr-id="c926929cd1b8042728a01653dd6cdfb126186273" data-rtr-score="5.15945050792" data-rtr-etype="keyword">Vektor</span> verstärkt werden (Booster-Effekt) und so die eigentlich gewünschte <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> gegen das SARS-CoV-2-Protein überlagern.</p>
<p>Die Studiendetails sind im <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04436471?term=vaccine&amp;cond=covid-19&amp;draw=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Register klinischer Studien nachzulesen</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das russische Gesundheitsministerium hat den Impfstoff, auch unter dem Namen „Sputnik V“ bekannt, als ersten Impfstoffkandidaten am 11. August &#8217;20 in einer Notfallzulassung freigegeben – noch bevor die Phase-3-Studienergebnisse vorlagen. Ein unübliches Vorgehen, dem viele Wissenschaftler kritisch begegnet sind.  Inzwischen läuft eine große Studie, geplant mit über 40.000 Teilnehmern.</p>
<p>Kurz nach Veröffentlichung der Wirksamkeit des BioNTech-Pfizer-Kandidaten wurden auch zum Gamaleya-Wirkstoff erste Studienergebnisse veröffentlicht. Zwischenergebnissen zufolge zeigte der Impfstoff laut Hersteller eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen Covid-19. Diese Zwischenergebnisse wurden von vielen Wissenschaftlern aufgrund der noch dünnen Datenlage als noch nicht aussagekräftig bewertet wurden (<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-03209-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature-Artikel, 11. November 2020</a>), vor allem, da sie nur 20 Fälle beinhalteten. Zum Vergleich: <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="BioNTech" data-rtr-id="5e488bb99e41f613a118b002892897aa839a93ea" data-rtr-score="25.903472631" data-rtr-etype="organisation">Biontech</span>/<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Pfizer" data-rtr-id="40169617979b334684dca99016e47b9937d348fd" data-rtr-score="25.6297822248" data-rtr-etype="organisation">Pfizer</span> hatten zunächst ein Zwischenergebnis nach 32 Fällen geplant, nach Übereinkunft mit der US-Zulassungsbehörde <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="FDA" data-rtr-id="11a18ece6d8ff894ac89624179466893852315fe" data-rtr-score="1.52442613302" data-rtr-etype="organisation">FDA</span> dann auf 62 „verlängert“. Letztendlich wurden aber für eine hohe Verlässlichkeit noch mehr Daten eingeschlossen (94 Fälle).</p>
<p>Am 2. Februar wurden weitere Ergebnisse im Medizinjournal <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a> publiziert: Nach Testung an 20.000 Freiwilligen, von denen rund 15.000 den Impfstoff bekamen (und rund 5.000 ein Placebo) zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91.6 %. Auch für ältere Menschen (bisher getestet an 2.000 Menschen über 60 Jahren) hatte er diese hohe Wirksamkeit.</p>
<p>Schwere Erkrankungen traten bei 45 Personen in der geimpften Gruppe auf (0,2 %) und bei 23 Personen in der Placebogruppe (0,4 %). Diese Werte gelten als selten und keiner der Fälle soll auf die Impfung zurückgeführt werden können. Es kam zu vier Todesfällen, von denen keiner mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.</p>
<p>Das bekannte Primer-Boost-Konzept ist auch für AstraZeneca interessant. Mitte Dezember gab die britische Pharmafirma bekannt, eine Kombination ihres Kandidatens mit dem des russischen Wirkstoffs (beide beruhen auf dem Konzept der Adenoviren-Vektorimpstoffe) zu prüfen, um möglicherweise eine Studie zu planen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>IDT Biologika</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das dritte deutsche Impfstoffunternehmen, das neben BioNTech und CureVac vom Bund unterstützt wird, ist eine Kooperation aus dem Biotech-Unternehmen IDT Biologika aus Dessau, dem Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Philipps-Universität Marburg und des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE Hamburg). Ihr Vektorimpfstoff-Konstrukt: Es besteht aus dem harmlosen, modifizierten Pockenvirus MVA als „Träger“, der an der Ludwig-Maximilian-Universität in München bereits über 30 Jahren verwendet wird. Dieses Trägervirus wird mit nicht vermehrungsfähigem Genmaterial des Coronavirus, der Gensequenz des Spike-Proteins, kombiniert.</p>
<p>Das Besondere der IDT-Entwicklung: Es handelt sich dabei um eine Plattform-Technologie, bei der im Prinzip jede anvisierte genetische Information unter die Kontrolle des bewährten Trägervirus gestellt werden kann. Das Basisvirus ist vollständig charakterisiert und mittlerweile an über 12.000 Personen klinisch getestet, Nebenwirkungsprofil und Immunogenität sind daher bekannt. Während mRNA-Impfstoffe keinen Vektor benötigen, wird hier genetisches Material als rekombiniertes Genmterial mit einem Trägervirus verimpft, über den man jedoch bereits sehr lange Erfahrung hat. Es kam bereits bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Mers-Coronavirus zum Einsatz. Die Technologie ist demnach für eine großtechnische Produktion bereits etabliert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Konstrukt war ab Oktober &#8217;20 in <a href="https://idt-biologika.de/sars-cov-2-idt-biologika-f%C3%BCllt-impfstoffkandidat-ab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinischer Phase I</a> an der UKE Hamburg an ersten gesunden Probanden zwischen 18 und 45 Jahren verabreicht worden. Am 08. Januar &#8217;21 aber gab Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf bekannt, die klinische Erprobung auszusetzen. Da die Immunreaktionen in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen liegen würden, wolle man die Ursachen dafür finden und den Wirkstoff optimieren.</div></div>
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<h3 id="Proteinbasierte Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>3.) P<span style="color: #339966;">roteinbasierte</span> Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Proteinbasierte <span data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="395.42186889" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffe</span> enthalten als <span data-rtr-entity="Impfantigen" data-rtr-id="3b032f9c484a50632d987bcf9828ae59826f7f4d" data-rtr-score="15.2630648973" data-rtr-etype="keyword">Impfantigen</span> virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Proteine</span>. Dazu werden bestimmte Zellen in Zellkultur gentechnisch mit dem gewünschten Gen für das virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Protein</span> ausgestattet. Das in großen Mengen produzierte Protein (Antigen) wird anschließend isoliert und aufgereinigt. Nach Impfung werden sie in bestimmten Zellen unseres Immunsystem, den Antigen-präsentierenden Zellen, aufgenommen, in Stücke zerteilt und diese „Häppchen“ dem Immunsystem präsentiert. Dies löst eine entsprechende Immunantwort aus, die allerdings nicht immer ausreichend stark ist, sodass oft Impfverstärker (Adjuvanzien) zugesetzt werden. Dazu muss dann die Verträglichkeit auch des Adjuvanz genauestens untersucht werden. Nebenwirkungen wie lokale Entzündung können provoziert werden.</p>
<p>Proteinimpfstoffe kennt man bereits: So gibt es den Hepatitis-B-Impfstoff, der Hepatitis-B-Oberflächenantigen enthält, oder den HPV-Impfstoff, der als <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Antigen" data-rtr-id="894513c9bdc1ba3a7ff98abf4a0e32e21190e327" data-rtr-score="9.80071181444" data-rtr-etype="keyword">Antigen</span> L1-Proteine verschiedener Typen des humanen Papillomavirus beinhaltet. Wie bei mRNA-Impfstoffen oder Vektorimpfstoffen auch, wird das Antigen bei Proteinimpfstoffen gentechnisch hergestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das US-Biotechunternehmen <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> hat einen rekombinanten Nanopartikel-Impfstoff (NVX-CoV2373; Nuvaxovid) aus einem gentechnisch hergestellten Virusantigen und einem Adjuvans auf Saponin-Basis entwickelt. Dazu wird das Spike-Protein des Virus in Insektenzellen vermehrt, aus diesen Zellen gewonnen und anschließend mit Lipidnanopartikeln kombiniert. Nach der Impfung soll unser Körper die Partikel als &#8222;echtes Virus&#8220; erkennen und einen Immunschutz aufbauen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Nach der ersten Phase I/II-Studie  an Probanden in Australien und USA (<a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2026920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New English Journal of Medicine</a>) hat der US-Konzern  Novavax im Juni 2021 die Phase-3-Daten veröffentlicht. Demnach schützt ihr Kandidat NVX-CoV2373 zu 89,7 % gegen die Alpha-Variante und zu 100 % vor mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verläufen. Auch bei Varianten soll noch ein hoher Schutz vorliegen (<a href="https://ir.novavax.com/2021-06-30-Novavax-Publishes-Results-of-United-Kingdom-Phase-3-Clinical-Trial-in-New-England-Journal-of-Medicine,-Demonstrating-High-Levels-of-Efficacy-of-COVID-19-Vaccine" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung Novavax</a> vom 30.06.21). Am 20. Dezember 2021 hat die EMA den Novavax-Impfstoff als 5. Impfstoff gegen Coronaviren zugelassen. Die zugrundeliegende Studie mit 30.000 Teilnehmern aus den USA und Mexiko zeigte, dass der Impfstoff ähnlich stark wie die zugelassenen mRNA-Impfstoffe und genauso sicher sei. Anfang November 2021 hat Indonesien den Novavax-Impfstoff als erstes Land zugelassen. Verabreicht wird er in 2 Dosen im Abstand von 3 Wochen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für die Produktentwicklung, Testung und Lieferung von mindestens 100 Millionen Dosen hat die US-Regierung im Rahmen des <a href="https://ir.novavax.com/news-releases/news-release-details/novavax-announces-16-billion-funding-operation-warp-speed" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Operation Warp Speed“ dem Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar</a> zugesichert. Weitere 388 Millionen Dollar stellt die internationale Impfstoff-Allianz Cepi dem Unternehmen zur Verfügung. Novavax hat für die Produktion eine Kooperation u.a. mit Emergent BioSolutions abgeschlossen. Insgesamt soll das Unternehmen so über Kapazitäten von bis zu zwei Milliarden Dosen verfügen können. Der Impfstoff kann bei 2 bis 8 °C transportiert und gelagert werden.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sanofi / GlaxoSmithKline (GSK)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der französische Pharmakonzern Sanofi nutzt u. a. frühere Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff aus vergangener Edipemie, um möglicherweise die Entwicklung eines SARS-CoV2-Impfstoffs zu beschleunigen. Zusammen mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) arbeitet Sanofi in den USA an der Technologieplattform zur Herstellung eines rekombinanten Impfstoffs mit Adjuvans, Vidprevtyn genannt. Dabei geht es um einen rekombinanten Protein-Impfstoff. Das Spike-Protein des neuen Coronavirus wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt, d. h. die exakte genetische Kopie des Virus-Oberflächen-Proteins erstellt. Diese wird dann als DNA-Sequenz in ein sogenanntes Baculovirus-Expressionssystem integriert. Das daraus produzierte Antigen soll so das Immunsystem aktivieren. Das Baculovirus-Expressionssystem ist keine Unbekannte: Es wird als Grundlage für einen rekombinanten Influenza-Impfstoff genutzt, der in den USA zugelassenen ist.</p>
<p>GlaxoSmithKline, Impfstoff-Weltmarktführer, steuert dabei das Adjuvanz (Impfverstärker) bei. <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2020/2020-04-14-13-00-00" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Kooperation wurde Mitte April</a> bekanntgegeben.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Erste klinische Phase-1/2-Studien sind im September 2020 mit 440 Teilnehmern in den USA (<a href="https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04537208?term=sanofi+vaccine&amp;cond=Covid19&amp;draw=2&amp;rank=1" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">NCT04537208</a>) angelaufen, Ende Mai 2021 dann Phase 3-Studien. Der Grund für die Verzögerung sei laut der Unternehmen die – im Gegensatz zu unter 49-Jährigen – noch unzureichende Immunantwort bei älteren Menschen. Daher verbesserten sie zunächst das Konstrukt durch Konzentration der Antigene. Die Ergebnisse aus <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2021/2021-05-17-07-30-00-2230312" target="_blank" rel="noopener">Phase 2-Studien</a> zeigten hohe virusneutralisierende Titer sowie akzeptable Verträglichkeit und Sicherheit. Die daraufhin gestartete Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit von zwei Varianten des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vakzine" data-rtr-id="64592436ba1e0f1084eb989060f3710eb3a8ff3a" data-rtr-score="34.2475949397" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffs</span> ermitteln: Eine ist gegen den Wildtyp des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Virus" data-rtr-id="fdb391a8b0af42d7038a0b326143c6ab7eb49c8e" data-rtr-score="3.43630573248" data-rtr-etype="keyword">Virus</span> gerichtet und eine gegen die südafrikanische Variante B.1.351.</p>
<p>Der Impfstoff von Sanofi, der im Abstand von 28 Tagen in 2 Impfdosen verabreicht wird, befindet sich seit dem 20. Juli 2021 im Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA): Die erforderlichen Daten werden für den Zulassungsantrag nicht gebündelt abgegeben, sondern immer dann, wenn sie verfügbar sind. Aus einem Bericht zur <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Nationale_Impfstrategie_Juni_2021.pdf" target="_blank" rel="noopener">nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums vom Juni 2021</a> geht hervor, dass mit einer möglichen Zulassungsentscheidung im vierten Quartal 2021 gerechnet werden könnte.</p>
</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt noch weitere proteinbasierte Impfstoffprojekte, wie z. B. in Kuba (Name der Impfstoffkandidaten: &#8222;Soberana&#8220;), die sich in den klinischen Phasen befinden, und als Versogung eigener sowie bestimmter weiterer Länder dienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 id="Totimpfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>4.) Totimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Totvakzine enthalten abgetötete, nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger bzw. Teile davon. Der Proten-basierte Impfstoff von Novavax ist im engeren Sinne ein Totimpfstoff.</p>
<p>Totimpfstoffe sind schon länger auf dem Markt, Beispiele sind die Impfstoffe gegen Influenza und Hepatitis B. Sie sind relativ einfach herzustellen, müssen aber in Studien längerfristig beobachtet werden, um ein potenzielles Risiko einer unausgewogenen Immunantwort auszuschließen. Eine Verschlimmerung durch unbalancierte T-Zell-Aktivierung mit möglicherweise stärkerer Virusvermehrung in Immunzellen muss ausgeschlossen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die Bezeichnung Totimpfstoff für den Kandidaten von <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> , Nuvaxovid (NVX-CoV2373), ist ungenau. Nuvaxovid enthält künstlich hergestellte Teile des Spike-Proteins, einem Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, mit dem sich das Virus Eintritt in die Zelle verschafft. Im Unterschied zu den mRNA- und den Vektorimpfstoffen, die den genetischen Bauplan für das Protein liefern und dieses dann erst produzieren müssen, werden bei Novavax bereits fertige Teile des Proteins injiziert. Es handekt sich um einen proteinbasierten Impfstoff, siehe dort (weiter oben).</div></div>
<p><strong> </strong></p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Valneva</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der COVID-Impfstoffkandidat des österreichisch-französische Impfstoffherstellers Valneva (VLA2001) besteht aus inaktivierten ganzen Viruspartikeln von SARS-CoV-2 mit hoher S-Protein-Dichte. Während die bisher zugelassenen Impfstoffe nur gegen das Spikeprotein (S-Protein) wirken, zeigten die mit dem Ganzvirus-Impfstoff von Valneva behandelten Versuchsteilnehmer auch T-Zellantworten gegen das N- und das M-Protein des Virus. Der Impfstoff enthält zwei Wirkverstärker, sog. Adjuvanzien.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>VLA2001 befindet sich in Studienphase III mit über 4000 Probanden über 30 Jahren. Erste Studienangaben des Unternehmens zufolge (<a href="https://valneva.com/press-release/valneva-reports-positive-phase-3-results-for-inactivated-adjuvanted-covid-19-vaccine-candidate-vla2001/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung, 18.10.2021</a>) soll der Impfstoff sowohl einen hohen Titer an neutralisierenden Antikörpern als auch eine gute T-Zell-Immunität hervorrufen. Letzteres würden die zwei Adjuvanzein positiv beeinflussen. Laut Unternehmen wurde der Impfstoff bei den Probanden gut vertragen, es stehen aber noch mehr Studiendaten aus.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Weitere Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für eine abschließende Beurteilung stehen noch mehr Studiendaten aus. Die EU wird das Vakzin, wie die bisher zugelassen Impfstoffe auch, im Rahmen eines Rolling-Review-Verfahrens prüfen.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinovac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der private chinesische Impfstoffentwickler <a href="http://www.sinovac.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinovac</a> hat ebenfalls einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bei Untersuchungen an Rhesusaffen zeigte der Impfstoffkandidat CoronaVac bereits Erfolge (<a href="https://doi.org/10.1126/science.abc1932">Science: Gao et al., 2020</a>).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Kandidat wurde ab April 2020 in Phasen I/II-Studien getestet und soll nach eigenen Angaben bei über 90 Prozent aller Probanden Antikörper gegen CoV-2 entwickelt haben. Mit einem brasilianischen immunologischen Institut (Butantan) ist Sinovac in Phase-III-Studie in Brasilien gestartet. Außerdem laufen Studien mit Tausenden Freiwilligen laufen in Indonesien und der Türkei.</p>
<p>In Brasilien zeigte die Studie mit rund 13.000 Probanden laut Gesundheitsbehörde in Sao Paulo eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent gezeigt. Bei Studien in der Türkei ergab sich vorläufigen Daten zufolge ein Schutz vor dem Coronavirus von rund 91 Prozent.</p>
<p>In China ist das Vakzin seit Februar 2021 zugelassen. CoronaVac ist einer der Impfstoffe, die im Notfallprogramm der chinesischen Regierung bereits Zehntausenden Menschen vor Abschluss der klinischen Studien verabreicht wurden.</p>
<p>Im Mai 2921 leitete die EMA ein rollierendes Verfahren zur Prüfung ein. Die WHO hat CoronaVac am 1. Juni 2021 <a href="https://www.who.int/news/item/01-06-2021-who-validates-sinovac-covid-19-vaccine-for-emergency-use-and-issues-interim-policy-recommendations" target="_blank" rel="noopener">die Zulassung erteilt</a>. Der Impfstoff kommt mittlerweile in über 50 Ländern, darunter Chile und Botswana, zum Einsatz.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinopharm</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch der staatliche chinesische Biotechkonzern <a href="http://www.sinopharm.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinopharm</a> setzt auf zwei Totimpfstoff-Kandidaten (des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Wuhan Institute" data-rtr-id="fde38a568bcdd68bb287199dca19e683262aa0cd" data-rtr-score="13.400975711" data-rtr-etype="organisation">Wuhan Institute</span> of Biological Products und des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Beijing Institute" data-rtr-id="82327b96baa2b05363ca5753452a967706039ecc" data-rtr-score="13.0529894125" data-rtr-etype="organisation">Beijing Institute</span> of Biological Products). Die inaktivierten Virusfragmente werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem an. Das Unternehmen aus Peking hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Impfstoffe (u.a. gegen das H1N1-Grippevirus) entwickelt, und ist mittlerweile an der US-Börse notiert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit Mitte Juli 2020 hat Sinopharm in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Phase-III-Studie mit 15.000 Freiwilligen begonnen, auch Argentinien, Peru, Bahrain und Marokko haben Phase-III-Tests zugelassen. Sinopharm hat gleich zwei Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Einer davon hat seit Februar 2021 eine volle Marktzulassung in China und eine Notfallzulassung in Nordmazedonien, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela erhalten. Das zweite Vakzin hat in China, Bahrain, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine volle Marktzulassung und in vielen weiteren Ländern eine Notfallzulassung erhalten. Er wird auch im Rahmen des WHO-Covax-Programms verimpft, das ärmere Länder mit Impfstoff versorgen soll.</p>
<p>Die Sinopharm-Impfstoffe gehören zum Notfallprogramm in China, in dessen Rahmen Zehntausende Menschen vor Abschluss der klinischen Studien geimpft wurden.</p>
<p>Das zur staatlichen China National Pharmaceutical Group gehörende Unternehmen setzt mit seiner Impfstoffmethode mit den Totimpfstoffen im Wesentlichen auf eine lang bewährte Technologie. Der Nachteil diese Technologie liegt meist in einem oft nötigen Impfstoffverstärker-Einsatz sowie begrenzter Produktkapazität.</div></div>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h3><span style="color: #525252;">Perspektiven</span></h3>
<p>Es ist wichtig, viele Impfstoffe zu entwickeln, um möglichst viel abdecken zu können: nicht nur Anzahl an Personen, sondern auch individuelle Voraussetzungen. So können sich einige Impfstoffe für bestimmte Personengruppen mit bestimmten Vorerkrankungen oder auch ethnische Bevölkerungsgruppen als geeigneter erweisen als andere. Außerdem vergrößert die Entwicklung vieler Konstrukte die Chance, solche mit einem möglichst langanhaltenden und umfassenden Schutz – auch gegen mögliche Varianten – zu generieren. Entscheidend dabei sind Anreize und Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Produktion. Gerade auch Europa kann das vorhandene große Know-how im Pharmabereich stärken. Selbst wenn es in Deutschland oft noch an Biotech-Analysten und Wagemut seitens Investoren fehlt, ist ein Ruck nun spürbar.</p>
<p>Ende September 2020 haben sich 16 globale Pharmaunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung dazu bekannt, die Produktionskapazitäten so schnell wie noch nie zu erhöhen, um der gesamten Weltbevölkerung COVID-19-Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe zugänglich zu machen. Unter anderem mit Spenden und der Abgabe von Produkten zum Selbstkostenpreis für ärmere Länder. Die <strong>WHO</strong> setzt sich in der Initiative <strong>COVAX</strong> zusammen mit der CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) für die faire Verteilung der Impfstoffe ein und hat dabei bereits über 150 Länder gewonnen. Durch die Allianz sollen ca. 11 Mrd. Dosen beschaffen werden, um ärmere Länder zu versorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Impfung einer ganzen Bevölkerung in Kurzzeit ist beispiellos. Die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung sind enorm. Es geht um den Ziellauf gut verträglicher, möglichst nebenwirkungsfreier Impfstoffe. Gleichzeitig müssen sie lange und auch gegen Mutanten wirksam sein. Eine Mammutaufgabe. Und selbsterklärend, dass diese weder als Nationalstreich noch als Pharmaunternehmen im Alleingang gelöst werden kann.</strong></p>
<p><em>Informationen zu COVID-19-Impfstoffprojekten:</em></p>
<p><a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO: Draft landscape of COVID-19 candidate vaccines</a></p>
<p><a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die forschenden Pharma-Unternemen (vfa): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion</a></p>
<p><a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paul-Ehrlich-Instutut: Alle Infos zu Co­ro­na­vi­rus SARS-CoV-2</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nobelpreis für Entdeckerinnen der Genschere CRISPR/Cas9 – Was ist das überhaupt?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/nobelpreis-fuer-chemie-crispr-cas9/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2020 14:55:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Nobelpreis für Chemie 2020 zeichnet Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna für die Entwicklung einer Methode zur Erbgut-Veränderung aus. Die Möglichkeiten der Genschere CRISPR/Cas9 in der Therapie z. B. von Krebs- Erbkrankheiten sind riesig – gleichzeitig gibt es auch Gefahren. Doch was ist das Gen-Werkzeug überhaupt?   Sprengkraft hat er, der auf den Dynamiterfinder und  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/nobelpreis-fuer-chemie-crispr-cas9/">Nobelpreis für Entdeckerinnen der Genschere CRISPR/Cas9 – Was ist das überhaupt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Nobelpreis für Chemie 2020 zeichnet Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna für die Entwicklung einer Methode zur Erbgut-Veränderung aus. Die Möglichkeiten der Genschere CRISPR/Cas9 in der Therapie z. B. von Krebs- Erbkrankheiten sind riesig – gleichzeitig gibt es auch Gefahren. Doch was ist das Gen-Werkzeug überhaupt?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sprengkraft hat er, der auf den Dynamiterfinder und Chemiker Alfred Nobel zurückgehende Nobelpreis. Und das auch in diesem Jahr, wie in der Kategorie Chemie: Seit der Entdeckung der Genschere CRISPR/Cas9 im Jahr 2012 gibt es eine Flut an wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Diskussionen. <a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-02765-9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die beiden Entdeckerinnen</a> Emmanuelle Charpentier, derzeit Leiterin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene in Berlin, und Jennifer Doudna, Professorin an der University of California in Berkeley, haben mit der CRISPR/Cas9-Methode ein neues Feld in der Biotechnologie und Gentechnik geschaffen. Mit dieser Methode lässt sich das Erbgut aller Lebewesen schneller und gezielter verändern als je zuvor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Woher kommt das Werkzeu<span style="color: #808080;">g </span></strong><strong>CRISPR/Cas9 </strong><strong>?</strong></span></h3>
<p>Ursprünglich stammt das CRISPR/Cas-System aus Bakterien: Es dient ihnen als natürlichen Mechanismus, mit dem sie sich vor schädlichen Viren schützen. Dazu spalten die bakteriellen Cas-Proteine die eingedrungene Virus-DNA in kleine Fragmente auf. Diese werden dann in einem bestimmten Abschnitt im Bakterien-Erbgut aus kurzen, sich wiederholenden DNA-Sequenzen eingefügt – wie eine neue Buchreihe im (haptischen) Bücherregal. Man nennt diesen Abschnitt CRISPR (<em>Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats</em>). Werden die Bakterien erneut von diesen Viren befallen, werden die CRISPR-Abschnitte in RNA umgeschrieben. Diese inspiziert dann die Viren-DNA: Ist die Virus-DNA mit dem gespeicherten Abschnitt identisch, wird sie durch die Cas-Proteine zerschnitten – und dem Virus der Garaus gemacht.</p>
<p>Erst die Entdeckung des vollständigen Systems verschaffte den Wissenschaftlerinnen Doudna und Charpentier den Durchbruch. Somit konnten sie die „Genschere“ konstruieren, bestehend aus der DNA-Sequenz, einer RNA für das Erkennen der Fremd-DNA, und dem Schneide-Enzyms Cas.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>CRISPR/Cas9 – das Tool</strong></span></h3>
<p>Doch was genau macht das System? Es handelt sich hierbei um ein präzises Schneide-Instrument, das punktuelle Veränderungen der DNA ermöglicht.</p>
<p>Das Genome Editing-Verfahren läuft in drei Schritten ab:</p>
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<li>Detektivarbeit: Der CRISPR-Abschnitt erkennt das jeweilige Ziel, d. h. eine bestimmte DNA-Sequenz im gewünschten Gen. Damit genau die Stelle gefunden wird, bei der eine Änderung durchgeführt werden soll, wird eine passende „Sonde“ aus RNA-Abschnitten konstruiert. Sie entspricht der DNA-Abfolge der gewünschten Zielsequenz. Hat die Sonde die Zielsequenz gefunden, dockt sie dort an.</li>
<li>Der Cut: An dem CRISPR-Abschnitt ist ein Protein, Cas9, gekoppelt. Es schneidet den DNA-Doppelstrang exakt an der angedockten Stelle, der gewünschten Zielsequenz.</li>
<li>Reparatur und Modifikation: Die zelleigenen Reparatursysteme verknüpfen den durchtrennten DNA-Strang wieder. In diesem Schritt können einzelne DNA-Bausteine entfernt oder modifiziert werden. Zudem lassen sich auch kurze DNA-Sequenzen neu einbauen. So lässt sich das Gen ausschalten oder die DNA anschließend „umschreiben“, also eine gezielte Änderung in der Basenabfolge einführen.</li>
</ol>
<p>Das Verfahren funktioniert grundsätzlich bei allen Organismen.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Möglichkeiten für die Pflanzenzüchtung<br />
</strong></span></h3>
<p>Verglichen mit anderen Genome Editing-Verfahren lässt sich die CRISPR/Cas-Methode viel schneller, einfacher und kostengünstiger durchführen. Zudem funktioniert sie präziser, unbeabsichtigte Schnitte im DNA-Strang außerhalb der Zielregion sind seltener.</p>
<p>Bei der klassischen Gentechnik, wie sie in der Pflanzenzüchtung angewandt wird, ist es hingegen vom Zufall abhängig, an welcher Stelle im Genom das neue, zusätzliche Gen integriert wird. Der ungezielte Einbau des Fremdgens an irgendeiner Stelle kann somit die Gen-Funktionen beeinträchtigen. Deshalb sind für gentechnisch veränderte (gv-)Pflanzen in den meisten Ländern aufwändige Zulassungsverfahren vorgeschrieben. Die Hersteller müssen vor der Markteinführung die Sicherheit ihrer Produkte nachweisen. Eine solche Zulassung für gv-Pflanzen benötigt viel Zeit und verschlingt enorme Kosten, sodass solche Entwicklungen meist nur Großkonzerne ermöglichen können.</p>
<p>In der molekularen Pflanzenzüchtung ist das Verfahren dann sicher und zielführend, wenn nur diejenigen Pflanzen verwendet werden, die genau die gewünschte Mutation tragen. Es werden bereits Experimente durchgeführt, etwa um bestimmte Pflanzen resistent gegen Viren zu machen oder auch Gluten-arme Weizensorten herstellen zu können. Auch könnten sich Pestizide einsparen lassen und ein höherer Ertrag erzielen lassen. <a href="https://www.transgen.de/aktuell/2723.publikationen-genome-editing-crispr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die meisten Studien</a> kommen aus China, gefolgt von den USA. Während in den USA bereits einige Freisetzungsversuche mit CRISPR-Pflanzen im Gange oder geplant sind, ist das <a href="https://redaktion-text-idee.de/crispr-cas/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorgehen in Europa streng reguliert</a>.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Medizinische Grundlagenforschung durch CRISPR/Cas9: Perspektiven<br />
</strong></span></h3>
<p>Bedeutsam ist die Methode vor allem für die medizinische Grundlagenforschung. So könnten bestimmte Genfunktionen, die bisher nicht klar verstanden sind, aufgeklärt werden. Weil die Methode so spezifisch ist und man bis dato wenige bis keine gefährlichen Veränderungen entdeckt hat, wurden vielfache Versuche mit gesunden Spenderzellen vorgenommen. Das Ziel ist klar: Für spezielle Therapien könnte man bald auch in klinische Studien starten. Bereits letztes Jahr war es soweit: Bei einer Patientin mit Sichelzellanämie wurde die <a href="https://transkript.de/news/crispr-therapie-schlaegt-bei-regensburger-patientin-an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit erste unternehmensfinanzierte Therapie mit der Genschere CRISPR</a> an einem Menschen durchgeführt. Dazu wurden der Patientin Milliarden von Blutstammzellen aus dem Knochenmark entnommen und im Labor mit der CRISPR/Cas-Methode genetisch verändert. Anschließend erhielt die Patientin eine Chemotherapie, um im Körper das Knochenmark mit dem Gendefekt zu eliminieren. Einige Zeit danach wurden die im Labor genveränderten Zellen zurück in den Körper der Patientin geleitet.</p>
<p>Auch in der Diagnostik kann die Methode zukünftig eingesetzt werden, z. B. als Schnelltest für Virusnachweis wie etwa das neue Coronavirus. Dabei kann der CRISPR-basierte Test durch Austausch der „Suchschablone“ in der CRISPR-Sequenz schnell an den jeweiligen Virus angepasst werden. Wann der entwickelte SARS-CoV2-Test offiziell zugelassen und ausreichend verfügbar sein wird, ist aktuell noch offen (<a href="https://www.nature.com/articles/s41587-020-0513-4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature Biology, 2020</a>).</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Welche Gefahren gibt es?</strong></span></h3>
<p>Bei all den aussichtsreichen Perspektiven ist das Verfahren jedoch umstritten, da bereits eine geringe Fehlerrate fatale Folgen haben kann, wie etwa unkontrolliertes Zellwachstum. Auch können durch eine gezielte Veränderung von Keimzellen mit CRISPR-Cas eingebrachte Mutationen an Nachkommen weitergegeben werden. Potenziell auftretende Fehler können so für immer im Erbgut gespeichert sein. Auch werden ethische Fragen aufgeworfen. Denn es muss unterschieden werden, ob das Werkzeug eine bahnbrechende Methode zur Behandlung einer schweren Krankheit darstellt oder als „Designer-Update“ missbraucht werden kann. In China gab es im November 2018 einen ersten Fall, bei dem ein Wissenschaftler in das Genom von zwei Babys noch im Embryonenstadium eingegriffen hatte, um sie vor einer möglichen HIV-Infektion zu schützen (<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-00001-y" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature-Artikel</a>, 2020). Zuvor gab es zwar bereits Experimente mit Embryonen, jedoch nicht mit lebenden, die dann ausgetragen wurden. Wenn solch eine Manipulation in Keimzellen oder im sehr frühen Embryo-Stadium erfolgt, wird sie auch an die folgenden Generationen weitergegeben. Es ist ein Eingriff in die Keimbahn – und somit ein Überschreiten ethischer Grenzen. Dieser Eingriff ist international verurteilt worden.</p>
<p>Zur Regulierung ist zum Beispiel auch das WHO-Expertengremium gefordert, wie auch das <a href="https://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/crispr-199343.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesinstitut für Risikobewertung</a> und viele weitere Gremien. Denn wie bei vielen anderen hochtechnologischen Errungenschaften ist es wichtig, den Nutzen klar herauszustellen und Risiken auszuschließen sowie Missbrauch zu verhindern.</p>
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<p>Passend zum Thema: <a href="https://redaktion-text-idee.de/crispr-cas/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CRISPR/Cas auf dem Europäischen Gerichtshof</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/nobelpreis-fuer-chemie-crispr-cas9/">Nobelpreis für Entdeckerinnen der Genschere CRISPR/Cas9 – Was ist das überhaupt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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