Hinaus in die Welt, wo die Jagd nach Bestzeiten, top Performance und knallharte Wettkampfatmosphäre ganz schnell verpuffen – in eine Fahrt ins Ungewisse. Aber garantiert mit Lächeln in den Gesichtern. Es ist die Geschichte eines Rennradfahrers, der seine Rennmaschine gegen ein Gravel-Bike getauscht hat. Emotionen kunstvoll verpackt in einem sehenswerten Kurzfilm.

 

Es geht nicht immer nur um die Puste. Wenn reine Zahlen und Leistungs-Business im Vordergrund stehen, wird selbst der größten Leidenschaft irgendwann der Sog genommen. Das hat auch Marc Maurer erfahren, der sich vor einigen Jahren vom Rennradzirkus verabschiedet hat und seitdem in der Welt unterwegs ist. Zunächst noch als Backpacker, per Flugzeug, Bus und pedes, aber bald langweilte ihn das. Und erweckte seine Leidenschaft neu: das Radfahren. Das Objekt der Begierde wurde keine Hightech-Maschine, sondern ein Gravel-Bike, das sich mit ein paar Packtaschen, Ladestation und drei Flaschen ausstatten ließ. Als stabiler Begleiter, um seinen Abenteuergeist frei ausleben zu könnte.

 

Der Junge muss von der Strasse Kurzclip Rezension

Für Marc gibt es keine Grenzen, egal ob es schneit, stürmt, regnet, neblig ist, die Indoor-Rolle ist nichts für ihn. „Einfach draußen sein und radfahren.“ (Foto: Paul Masukowitz paul-masukowitz.de)

 

„Wenn ich mit einer Rennrad-Gruppe unterwegs war, hat keiner gegrinst, nur ernste Mienen. Das ist einfach nicht meine Welt.“
(Marc Maurer; Kurzfilm Adlips Productions)

 

Der Junge muss von der Strasse Kurzclip, radfahren im Schnee, Rezension

„Ich liebe es, den Elementen ausgesetzt zu sein. Sport zu treiben, neue Kulturen zu entdecken, zu reisen, Fahrradfahren bedeutet für mich Glück.“ (Foto: Paul Masukowitz)

 

Die erste Route? Startpunkt Köln, Ziel Istanbul, dazwischen ein paar gesteckte Nadeln für die geistige Richtschnur – alles andere würde sich schon ergeben.

Es ergaben sich 6.000 Km, 40.000 Höhenmeter, 54 Tage im Sattel – und haufenweise Emotionen auf der Strecke durch 16 Länder. Denn Marc warf spontan das Flugticker in die Tonne und nahm auch die Rückstrecke mal eben mit dem Bike unter die Pedale – auf einer neuen Route. Nadeln lassen sich umstecken.

Es blieb nicht bei diesem ersten Trip, Marc ist seitdem rund um den Globus unterwegs. Es gibt auch zwei Dokumentarfilme über die Touren, A Journey Beyond I und A Journey Beyond II. Bei all dem geht es Marc aber nicht darum, möglichst viele Ziele abzuklappern oder Superlativen zu jagen. Es geht ihm einzig um den Moment, das tiefe Erleben. Marc liebt es, den Elementen ausgesetzt zu sein. Nebel, Schnee, Regen – so what? Die Landschaften, verschiedenen Kulturen, die Gastfreundschaft und das Bewegen in der freien Natur – all das ist für ihn Freiheit pur. Und größtes Glück empfindet er beim Anblick in die lachenden Gesichter oder auch bei den Teestunden mit Grenzpolizisten.

 

Kurzfilm Adlips Production Der Junge muss von der Strasse, Kocher

Er ist schlank unterwegs – alles, was er braucht, sind Zelt, Kocher, Schlafsack und Isomatte. (Foto: Paul Masukowitz)

So minimalistisch seine Ausstattung, so intensiv ist das Erleben. Emotionen, die selbst in einem nur wenige Minuten dauernden Kurzstreifen von wenigen Minuten  rüberkommen.

Die Bilder des Kurzclips berühren auf breiter Front. Man braucht keine ausufernden Beschreibungen, um das nachzuvollziehen, was Marc empfindet. Es sind nur knapp 4 Minuten, diese aber so intensiv, dass all die Gefühle von Marc direkt überschwappen. Wer dabei einfach nur strahlenden Sonnenschein und grüne Wiesen in einer „Traum“-Kulisse erwartet, wird hier eines Besseren belehrt und erfährt schnell andere Werte, tiefe Werte. Und Elemente, denen Marc sich gerne auf seinen Touren aussetzt. Die Sequenzen, das eingefangene Licht, die Musik – die Filmproduzenten spiegeln dieses tiefe Glücksempfinden von innen perfekt wider.
Vier Minuten zurücklehnen, eintauchen und genießen. Feel deep happyness.

 

Der Link zum Film: https://vimeo.com/412994001

 

Credits

Production: ADLIPS Productions

Rider: Marc Maurer

Producer: Tim Magduschewski

Directing dp: Daniel Hacker

Camera assistant: Marcel Burgmann

Sound: Martin Spyra

Edit: Daniel Hacker

Stills: Paul Masukowitz

 

Der Abenteuer-Freigeist

Marc Maurer, 39, reiste bereits während seines Geographie- und Indo-Chinesisch-Studiums (in Köln) durch fast alle Staaten Asiens und entdeckte dadurch seine große Leidenschaft für das Reisen. Und verband es bald mit Radfahren.

Marc Maurer, Radfahrer, Abenteurer

Marc Maurer (Foto: Paul Masukowitz)