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	<title>Coronavirus Archive - Redaktion Text Idee</title>
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	<description>Redaktionsbüro Simone Giesler</description>
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	<title>Coronavirus Archive - Redaktion Text Idee</title>
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	<item>
		<title>Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert: 20.12.21) Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen. (Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)   Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: WHO). Die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(<span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 20.12.21</span>)<strong> Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen.</strong></p>
<h6 style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">(Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)</span></h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>). Die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna werden weltweit verimpft, z. T. bereits als Booster-Impfung. Neben den neuartigen mRNA-Impfstoffen befinden sich Vektor-Impfstoffe des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca und des US-Pharmariesen Johnson &amp; Johnson in der Impfkampagne. Und es gibt einen weiteren Anwärter: Für den ersten Corona-Totimpfstoff, ein Protein-basiertes Vakzin des US-Pharmakonzerns Novavax, ist die EU-Zulassung beantragt.</p>
<h3 style="text-align: center;">→ <a href="#zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler">zum Überblick: COVID-19-Impfstoffe</a></h3>
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<h3><span style="color: #525252;"><strong>Schutz durch Coronavirus-Impfstoffe – weltumspannendes öffentliches Gut</strong></span></h3>
<p>Grundvoraussetzung ist, dass der Nutzen und die Sicherheit eines Impfstoffs höher sind als das Risiko durch Erkrankungen und verbleibende Organschäden einer SARS-CoV-2-Infektion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2417" style="width: 281px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2417" class="wp-image-2417" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg" alt="COVID-19 Impfung, Spritze und Ampulle" width="271" height="168" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-200x124.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-300x186.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-400x248.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-600x372.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-768x476.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-800x496.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-1024x635.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg 1170w" sizes="(max-width: 271px) 100vw, 271px" /></a><p id="caption-attachment-2417" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Phasen der Impfstoffentwicklung und Wirkweisen </a></p></div>
<p>Der Traum eines guten Impfstoffs? Ganz klar: Ein komplettes Anwerfen des stark <strong>ineinander vernetzen Immunsystems</strong>, das neuralisierende und bindende Antikörper auf den Plan rückt, B- und T-Zellen aktiviert, Gedächtniszellen ausbildet, Makrophagen (Fresszellen) aktiviert sowie Enzyme und bestimmte Botenstoffe (Zytokine, z. B. Interferone u.a. Interleukine) ausschütten lässt. Auf Kaskadenwegen kann so eine Abwehrreaktion in Gang gesetzt werden.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 287px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="277" height="183" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der komplexe Zusammenhang im Immunsystem – eine Übersicht</a></p></div>
<p>Die <strong>Immunantwort findet auf verschiedenen Wegen</strong> statt.</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Antikörper und T-Zellen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Selbst wenn der Titer gebildeter Antikörper im Blut nach einer Infektion oder Impfung mit der Zeit in Tests abnimmt, kann auf zellulärer Ebene eine Aktivierung von T-Lymphozyten und Ausbildung von Gedächtniszellen wirksam werden. <strong>Antikörper</strong> können so schnell wieder gebildet werden. Die meisten Antikörpertests konzentrieren sich nur auf neutralisierende Antikörper, also solche, die das Virus hindern, eine Wirtszelle zu infizieren. In der Immunantwort gibt es aber auch weitere bindende Antikörper und unterstützende<strong> T-Zelltypen</strong>. Das angeborene Immunsystem schüttet beispielsweise natürliche Killerzellen aus, die das Virus vernichten. Beim spezifischen Immunsystems kommt es auf die richtige Balance der aktivierten T-Zellen (CD8+ und CD4+) an. Einige wirken als Gedächtniszellen, bei einem erneuten Angriff durch den Erreger erkennen sie diesen schnell und setzen die Antikörperproduktion in Gang. Andere markieren die infizierte Zelle zur Vernichtung, wieder andere heften sich an die Viruszelle und signalisieren Fresszellen, das Virus aufzunehmen und so inaktiv zu machen. Bei den T-Helferzellen ist ein ausgewogenes Verhältnis in ihrer Subpopulation entscheidend: So soll ein optimaler Spiegel an Zytokinen (wie Interferon und Interleukine) ausgeschüttet werden, die entzündungsfördernde Prozesse einleiten. Jedoch nur in einem Maß, die zur Vernichtung des Erregers führt. Ein Übermaß an Entzündungsreaktion würde nämlich zum gefürchteten Zytokinsturm führen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Schwere der Krankheit abmildern</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Es wäre also auch möglich, dass es zwar zu einer (erneuten) Infektion kommen kann, diese aber schnell zum Stillstand kommt oder dass die <strong>Schwere der Krankheit gemildert</strong> wird. Um Zusammenhänge aufzudecken, in welchen Fällen und auf welche Weise Gedächtniszellen eine Rolle spielen, werden aktuell noch mehrere Studien durchgeführt und ausgewertet. Die am 2. Oktober 2020 publizierte <a href="https://science.sciencemag.org/content/370/6512/89" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science-Studie</a> lässt vermuten, dass eine Hintergrundimmunität durch früheren Kontakt mit anderen Coronaviren in einzelnen Fällen eine gewisse Rolle spielen kann. Inzwischen gibt es weitere Studien, die sich auch mit den Mutanten befassen. </div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Warum gibt es z. B. bei HIV noch keinen Impfstoff?</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Jedes Impfstoffunternehmen wünscht sich für einen verlässlichen Schutz eine <strong>möglichst komplette, ausgewogene Immunantwort</strong>, um Erreger wirkungsvoll zu bekämpfen. Denn während Impfstoffe gegen einige Infektionskrankheiten (wie Masern) einen guten Schutz bieten, gibt es noch immer keine verlässlichen Ansätze gegen beispielweise Malaria, HIV, Tuberkulose oder auch SARS-CoV-1. Bei jedem Erreger steht man vor anderen Herausforderungen, bei HIV etwa vor seiner komplizierten Oberflächenstruktur und extrem schnell ändernden Gestalt der Virushülle von einer Generation zur nächsten.<br />
In der aktuellen Pandemie durch SARS-CoV-2 hatte sich die Anfangssituation etwas anders gestaltet: Zum Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 hatte man bereist viel Erfahrung aufgrund der umfassenden Daten zu den nahe verwandten Coronaviren SARS-1 (seit Ausbruch 2002) und MERS (seit Ausbruch 20102). Bisherige Zwischenergebnisse mit den bereits entwickelten und zugelassenen Impfstoffen gegen den Wildtyp und auch gegen die britische Variante noch immer vielversprechend. Gegen die südafrikanische Variante weisen erste Studien auf eine auf eine etwas reduzierte Wirksamkeit hin – zumindest auf Antikörperebene. Deshalb werden aktuell Impfstoff-Kandidaten gegen möglichst alle auftretenden Mutationen optimiert, so auch die von CureVac, für die man im ersten Halbjahr &#8217;21 eine Zulassung erhofft.</div></div>
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<h3><span style="color: #525252;">Rückenwind zur schnellen Impfstoffentwicklung</span></h3>
<p>Gleich zu Beginn im Januar 2020 konnte das genetische Konstrukt aufgrund <strong>bekannter Sequenzdaten</strong> des verwandten Virus SARS schnell erstellt werden. Auch kann auf bekannten Impf-Rohkonstrukten als Basis mit bekannter Datenlage aufgebaut werden. Und neben den <strong>simultan getesteten Studienzentren</strong>, bei denen u.a. auch hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen werden, finden bei vielen Projekten inzwischen <strong>fortlaufend Datenübermittlungen an Kontrollbehörden</strong> statt, die diese Studien primär und mit erheblich aufgestockten Ressourcen abhandeln und mit Experten bewerten.</p>
<p>Durch <strong>staatliche Anreizmechanismen</strong>, allem voran aus der EU sowie USA, wird das finanzielle Risiko nicht allein auf Pharmakonzerne gelenkt. Stattdessen können die sonst zögerlichen, jahrelangen hintereinandergeschaltenen Schritte der Impfstoffentwicklung parallelisiert werden.</p>
<p>Zudem fanden sich durch die beispiellose Pandemiesituation – verglichen zu anderen Arzneimittelentwicklungen – <strong>sehr viele Probanden in kürzester Zeit</strong>. Somit konnten groß angelegte klinische Studien in vergleichbar kurzer Zeit realisiert werden. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</p>
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<h3 id="zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler"><span style="color: #333333;"><strong>Überblick über bedeutende <span style="color: #000000;">COVID-19-Impfstoffe und Entwickler<br />
</span></strong></span></h3>
<h4><span style="color: #808080;">→ <a href="#mRNA-Impfstoffe">mRNA-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Vektor-Impfstoffe">Vektor-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Proteinbasierte Impfstoffe">Proteinbasierte Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Totimpfstoffe">Totimpfstoffe</a></span></h4>
<h3 id="mRNA-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>1.) mRNA-Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>In der Pandemie-Eindämmung wird ihnen eine entscheidende Rolle zugeschrieben: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe</a>. Dabei dreht es sich um das Biomolekül Ribonukleinsäure, das Körperzellen anweist, Proteine zu produzieren: in diesem Fall Oberflächenproteine des neuen Coronavirus bzw. Teile davon. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als fremd und kann so eine Immunantwort gegen das Coronavirus auslösen. Der Vorteil der Verwendung von RNA gegenüber DNA ist, dass sich dieses Biomolekül nicht in das Genom integriert.</p>
<p>Ausführlicher Artikel zu mRNA-Impfstoffen: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>BioNTech / Pfizer</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch BioNTech (seit <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-announces-pricing-initial-public-offering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herbst 2019 an der US-Technologiebörse Nasdaq</a>) entwickelt – neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten – Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
<p>&nbsp;</p>
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</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit dem US-Partner Pfizer hat BioNTech/Pfizer seit Ende Juli 2020 die <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/pfizer-and-biontech-choose-lead-mrna-vaccine-candidate-against" target="_blank" rel="noopener noreferrer">globale COVID-19 Studie in Phase 2/3</a> an rund 150 Studienzentren in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa durchgeführt.</p>
<p>Am 10. Dezember 2020 veröffentlichten BioNTech/Pfizer die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie ihres Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u>, so auch zu Nebenwirkungen und Immunität, zusammengefasst. Die Daten sind Teil der bei Behörden auf der ganzen Welt eingereichten Zulassungsanträge, einschließlich der FDA und der EMA. Bereits am 18. November 2020 gaben BioNTech/Pfizer die <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-schliessen-phase-3-studie-erfolgreich-ab-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abschlussanalyse der laufenden Phase-3-Studie</a> mit dem Impfstoffkandidaten BNT162b bekannt.</p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>43.448 Probanden ab 16 Jahren randomisiert getestet: 21.720 erhielten BNT162b2 und 21.728 ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Unternehmen im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 30 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>Die Analyse wurde nach 170 bestätigten COVID-19-Fällen durchgeführt: 8 Fälle wurden in der Gruppe, die BNT162b2 erhalten hatten, festgestellt und 162 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Wirksamkeit sowie Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Ingesamt waren die Nebenwirkungen bei älteren Studienteilnehmern weniger und schwächer ausgeprägt.</li>
</ul>
<p>Eingeschlossen wurden Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung. Auch bei über 65-Jährigen, die 41 % der weltweiten Studienteilnehmer ausmachten, lag die Wirksamkeit über 94 %. Zusätzlich wurden rund 100 Jugendliche zwischen 12 bis 15 Jahren in der Abschlussanalyse eingeschlossen.</p>
<p>Zuvor konnten BioNTech/Pfizer aufgrund der fortgeschrittenen Ergebnisse Anfang Oktober 2020 den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der EMA einleiten: Arzneimittelhersteller können bei ihr schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Ergebnisse zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Präparats einreichen. Die Bekanntgabe zu Phase-1-Daten erfolgte am 14. Oktober 2020 im <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2027906" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Wirksamkeit gegen Varianten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage. Schwere oder gar Todesfälle seien durch den Impfstoff stark verringert. Für eine Kontrolle der Pandemie und Übergang in eine endemische Situation sei aber auch eine Auffrischung mit einer 3. Dosis nötig. Eine solche Booster-Impfung, möglichst nach 6 Monaten, soll im Top-down-Modus verfolgt werden: Ältere und gefährtete Menschen zuerst, gefolgt von der Bevölkerung mit absteigendem Alter.   </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der BMBF unterstützt mit einer <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland (Novartis, Marburg; Sanofi, Frankfurt). Für das Werk in Marburg hat die EMA Ende März 2021 die Zulassung erteilt. Für die Zukunft sollen so insgesamt ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr hergestellt werden. Bislang hat BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und weiteren Orten von Produktionspartnern produziert. Mit <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rentschler Biopharma SE</a> aus Laupheim wird die flüssige Ausgangsbasis mit dem Wirkstoff gereinigt, konzentriert und steril abgefüllt.</p>
<p>Um eine gerechte Verteilung des Impfstoffs auch für Schwellenländer zu ermöglichen, <a href="https://www.pfizer.de/presse/meldungen/pfizer-und-biontech-geben-potenzielle-liefervereinbarung-mit-der-eu-ueber-200" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laufen Verhandlungen mit COVAX</a>. Die Initiative COVAX wurde von Gavi, der Vaccine Alliance, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Moderna</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Bereits im März 2020 hat das Unternehmen aus Massachusetts ihren Impf-Kandidaten mRNA-1273 einer ersten Testperson verimpft – als erste COVID-19-Impfung überhaupt. Der Impfstoff enthält mit 100 μg RNA die größte Wirkstoff-Menge, verglichen mit dem von BioNTech (30 µg) und dem noch in der Zulassungsstudie befindlichen Kandidaten von CureVac (12 µg).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 19. November 2020 erhielt der Moderna-Impfstoff  <span class="aCOpRe">&#8222;mRNA-1273&#8220;</span> (Spikevax) eine Notfallzulassung in den USA, anlässlich der <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positiven Ergebnisse aus ihrer Phase III-Studi</a>e. Ihr mRNA-Wirkstoffkandidat hat demnach eine Wirksamkeit von Wirksamkeit von 94,5 Prozent. In der EU ist der Impfstoff seit Anfang Januar 2021 für Erwachsene zugelassen. Im Juni 2021 hat Moderna ihren <span class="ILfuVd"><span class="hgKElc">Coronaimpfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt.</span></span></p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>30.000 Freiwilligen (darunter 7.000 über 65 Jahre) wurden getestet, bei denen die eine Hälfte den Impfstoff und die andere Hälfte ein Pacebo bekam.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 100 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>In der der Studie zugrunde liegenden Daten erkrankten 95 Teilnehmer an Covid-19: 5 Fälle in der 1273-Impfstoff-Gruppe, 90 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Tests aus den bisherigen Studien sollen laut Moderna eine Reaktion des Immunsystems mit vorübergehenden Nebenwirkungen wie Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit hervorgerufen haben. Laut Moderna gab es zudem keine schweren Fälle bei Menschen, die den Impfstoff erhielten, verglichen mit elf bei Freiwilligen, die ein Placebo erhielten.</li>
</ul>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Wirksamkeit gegen Varianten</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine „moderate Reduzierung der Wirksamkeit“ genannt. Wie bei allen anderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend.</p>
<p>Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>CureVac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Auch das Tübinger Unternehmen CureVac, Vorreiter der <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Technologie</a>, entwickelt neben Impfstoffen auch Medikamente gegen Krebs, Stoffwechselkrankheiten und seltene Krankheiten. Sowohl mit natürlicher mRNA als auch chemisch modifizierter mRNA konnte das Unternehmen gute Erfahrungen machen. Bei unmodifizierter RNA wird die Stabilität durch <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Optimierungen</a>  erhöht, während dies bei chemisch modizierter RNA ein veränderter Baustein bewirken soll.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Hintergrund zum gescheiterten Impfstoff der 1. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Für ihren COVID-Impfstoff der ersten Generation, CVCoV, hatte CureVac &#8211; im Gegensatz zu BioNTech und Moderna &#8211; auf unmodifizierte mRNA gesetzt. Grundlage waren die vielversprechendem <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.23.424138v1">Studienergebnisse in der präklinische Phase. </a>Zudem wurde eine vergleichbar geringe Wirkstoffmenge (12 µg) eingesetzt. Insgesamt so sollte das Nebenwirkungsprofil so gering wie möglich gehalten werden.</p>
<p>CureVac startete mit dem Kandidaten CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus.</p>
<p>Die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden ergab eine Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads von nur 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen betrug die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wurde eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Impfstoff der 2. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt CureVac den verbesserten Impfstoff der 2. Generation, CV2CoV, der in Tiermodellen laut Unternehmen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufgewiesen haben soll. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen. Ziel ist, baldmöglichst in die klinische Entwicklung einzutreten und die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs im kommenden Jahr zu erreichen.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung und Kooperationen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Unternehmen hatte für u. a. von der dievini Hopp BioTech holding und der Bill &amp; Melinda Gates Foundation Eigenkapitalinvestitionen erhalten hatte, um die um Gründer Ingmar Hoerr entwickelte Technologie voranzutreiben. Am 14. August &#8217;20 konnte CureVac einen erfolgreichen Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verzeichnen, es kann der gesamten <a href="https://www.curevac.com/2020/08/10/curevac-kuendigt-geplante-erstemission-von-stammaktien-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RNA-Technologie als Schlüsseltechnologie auch in Hinblick auf Krebstherapien</a> einen guten Schub nach vorne bringen. Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt die Technologie, mit einem mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrungsschatz, als Sprunginnovation.</p>
<p><a href="https://www.curevac.com/de/news/curevac-raises-a-total-of-usd-640-million-in-private-financing-round">Insgesamt 640 Millionen Euro</a> haben im Rahmen der Corona-Pandemie die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Qatar Investment Authority (QIA) und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) investiert. Bei der Kooperation mit GSK geht es neben der COVID-19-Impfstoffentwicklung auch um RNA-basierten Impfstoffe und monoklonalen Antikörpern zur Bekämpfung von Erregern weiterer Infektionskrankheiten sowie von Krebserkrankungen.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-&amp;#8fancyfancy0;default&amp;#8fancyfancy0; su-spoiler-icon-&#8220;plus&#8220; su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>&#8220;</strong>Weitere</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
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<p>Einen Fachartikel über CureVac und die mRNA-Technologie finden Sie hier (Portal BIOPRO Baden-Württemberg): <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff</a></p>
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<h3 id="Vektor-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>2.) Vektorimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Vektorimpfstoffe sind zusammengesetzt aus für Menschen harmlose, abgeschwächte Erreger, den Vektoren (Transporter), und ein oder mehrere Moleküle (Antigene) des Krankheitserregers, gegen den eine Immunantwort hervorgerufen werden soll. So kann etwa ein Molekül aus der Vektor-Virushülle gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers „getauscht“ werden. Diese Vektor-Impfstoffe lösen keine Erkrankung beim Menschen aus. Zur Gewinnung neuer Impfstoffe können Erfahrungen aus Vektorkonstrukte mit bekannter Sicherheit genutzt werden.<br />
Ein Vektor-Impfstoff ist beispielsweise der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, oder der gegen Dengue-Fieber.</p>
<p>Aufgrund der Nebenwirkungen mit Sinusvenenthrombosen, die in seltenen Fällen (rund 1:100.000) sowohl nach Impfung mit dem Astra-Zeneca- als auch Johnson und Johnson-Vektorimpfstoff auftraten, gerät diese Impfstoffart aktuell immer wieder in Kritik. Untersucht wird, ob das Trägervirus eine solche Reaktion auslösen kann oder aber DNA, die möglicherweise in Einzellfällen aus dem Partikel in kleinen Mengen herausgelöst sein kann. Nähere Informationen und Empfehlungen werden auf den Seiten des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Vektorimpfstoff-Tab.html" target="_blank" rel="noopener">RKI</a> aktualisiert.</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>AstraZeneca</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></div></div></strong>Das Wirkstoffprinzip des Kandidaten des britischen Pharmakonzern AstraZeneca beruht auf einem Vektorimpfstoff: Ein modifiziertes Erkältungsvirus (Adenovirus, aus Schimpansen) dient als „Fähre“, um genetisches Material des neuen Coronavirus in den menschlichen Körper zu transportieren und so das Immunsystem zu aktivieren.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 1. Oktober 2020 hat die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EMA den Wirkstoff bereits einem beschleunigten Zulassungsverfahren</a> unterzogen. Es ist das erste Rolling-Review-Verfahren in dieser Pandemie. Damit können Arzneimittelhersteller bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Somit werden fortlaufend bereits verfügbare Daten vom Fachausschuss für Humanarzneimittel ausgewertet, und nicht erst zum Zeitpunkt der Zulassungs-Antragsstellung.</p>
<p>Ende 2020 erhielt der Corona-Impfstoff von AstraZeneca die Zulassung in Großbritannien. Die Daten des zugrundeliegenden <a href="https://www.astrazeneca.com/content/astraz/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfstoff-Kandidatens AZD1222</a> (Vaxzevria®) der Kooperation aus dem Pharmakonzern aus Cambridge und dem Jenner-Institut der Universität Oxford wurden am 08. Dezember veröffentlicht (Fachblatt<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Lancet</a>). Der Impfstoff hat demnach eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus der Wirksamkeit von 62 % bei Verabreichung von zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat. Bei Halbierung der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika durchgeführten Studien gerieten in die Kritik, weil bei der Entwicklung des Impfstoffes ein Dosierungsfehler aufgetreten war – die geringere erste Dosis bei einer Gruppe war demnach ein Zufall.</p>
<p>Die Angaben zur Wirksamkeit beruhen laut der Veröffentlichung auf Daten von 11.600 Probanden, die Angaben zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000 Probanden: Drei von ihnen hätten laut Hersteller im Zeitraum von knapp 3,5 Monaten schwere Nebenwirkungen erlitten. Es sei jedoch unklar, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe. Alle drei sind genesen. Der Kandidat AZD1222 ist in Großbritannien und Brasilien <a href="https://www.astrazeneca.de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-schliesst-vereinbarung-mit-der-europaeischen-kommission-fuer-die-lieferung-von-bis-zu-400-millionen-dosen-des-covid-19-impfstoffs-azd1222.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Phase III angelaufen</a>, die Studie wird fortgeführt. Aufgrund der guten Ergebnisse sind weltweit Impfungen gestartet. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen.</p>
<p>Da zunächst noch nicht genügend Ältere über 65 Jahre in die Studie eingeschlossen waren, hatte das PEI den Impfstoff in Deutschland anfangs nur für Unter-55-Jährige zugelassen. Aufgrund der bald folgenden verbesserten Datengrundlage wurde der Impfstoff auch für die ältere Bevölkerung zugelassen.</p>
<p>Mitte März 2021  wurde die Verimpfung des Impfstoffs Vaxzevria® an Unter-60-Jährigen kurzzeitig ausgesetzt. Der Grund: Sehr seltene, aber gefährlichen Thrombosen in Kombination mit Blutplättchenmangel (TTS) konnten vorwiegend bei jüngeren Frauen im zeitlicher Abfolge nach einer Vaxzevria®-Impfung festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 1,6 Millionen Erstimpfungen, aber noch keine Zweitimpfungen durchgeführt worden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät seit dem 1. April 2021 dazu, die Grundimmunisierung bei den Unter-60-Jährigen mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna abzuschließen. Mittlerweile gibt es auch <a href="https://www.uni-saarland.de/universitaet/aktuell/news/artikel/nr/23581.html" target="_blank" rel="noopener">interessante Daten</a> dazu, mit einem interessanten Ergebnis: Wird das AstraZeneca-Vakzin bei der Zweitimpfung mit dem BioNTech-Vakzin als Zweitdosis kombiniert, zeigen die Geimpften eine deutlich stärkere Immunantwort als bei einer doppelten AstraZeneca-Impfung und sogar auch eine geringfügig höhere als bei einer zweifachen BioNTech-Impfung. Und das auf zweifacher Ebene: auf Antikörper- wie auch T-Zell-Ebene.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Logistik<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Konzern AstraZeneca, der vorwiegend Medikamente gegen Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen entwickelt, hat für die Produktion viele Auftragsfertiger eingespannt (u.a. die US-Konzerne Catalent und Emergent Biosolutions sowie das Serum Institute of India).</p>
<p>Laut Unternehmen ist der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, bei zwei bis acht Grad sechs Monate haltbar und erfordert keine aufwendigen Kühlketten.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Planungen und Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die guten Ergebnisse <a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.06.13.21258859v1" target="_blank" rel="noopener">mit mRNA-Impfstoffen als Zweitdosis</a> lassen auch eine kombinierte Impfung in den Fokus rücken. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zum Impfschema gegen das Coronavirus angepasst: Wer eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hat, soll künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff bekommen. Zusätzlich plant AstraZeneca zur verbesserten Immunwikung Kombinationen ihres Wirkstoffs in weiteren Testungen: mit einem weiteren Vektor-Impfstoff („<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Sputnik" data-rtr-id="f0e32952a6e9416ac2f5b50f28af4404b4d00c33" data-rtr-score="94.4344117049" data-rtr-etype="keyword">Sputnik</span> V“ des Galameya-Instituts, siehe unten).</p>
<p>Wie auch BioNTech ist AstraZeneca der Covax-Initiative beigetreten, um auch ärmeren Ländern zu Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen.</p>
<p>Weitere Optimierungen sind möglich. Es gibt Studien zu möglichen <a href="https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/verunreinigungen-im-astrazeneca-impfstoff-gefundenproteine-koennten-qualitaet-des-vakzins-beeintraechtigen/" target="_blank" rel="noopener">Verunreinigungen mit Hitzeschockproteine</a>, die zwar bei der Herstellung zu erwarten sind, aber in weiteren Reinigungsprozeduren aufgereinigt werden könnten – sollten sich Zusammenhänge mit den sehr seltenen Entzündungsreaktionen bestätigen.</p>
<p>Ebenso lassen sich unerwünschte Spleißreaktionen unterbinden, die diskutiert, aber noch nicht bestätigt wurden (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Beim Oberflächenprotein des Coronavirus (Spike-Protein), das als Impf-Antigen dient, gibt es bestimmte Spleißstellen. Beim sogenannten Spleißen werden die Proteine direkt nach Produktion im Zellkern geschnitten, bevor sie sich im weiteren Verlauf entsprechend falten und ihre volle Funktion erhalten. Wird beim Impfdesign des Impf-Antigens nicht auf spezielle Spleißstellen geachtet, könnten in seltenen Fällen unerwünschte Spleißprodukte entstehen, die dann löslich sind und nicht in der Zellmembran verankert werden. Sie können sie im Blutkreislauf umherschwimmen, der Körper reagiert schlimmstenfalls mit Blutgerinnseln. Solche Spleißstellen lassen sich jedoch durch Punktmutationen entfernen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Johnson &amp; Johnson (Pharmaunternehmen Janssen)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern <a href="https://www.janssen.com/germany/johnson-johnson-beschleunigt-impfstoffentwicklung-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johnson &amp; Johnson</a>, Mutterkonzern des forschenden Pharmaunternehmens Janssen, nutzt ebenfalls einen Vektorimpfstoff, den er in der präklinischen Phase an Rhesusaffen getestet hat. Dabei wird ein verändertes, harmloses menschliches Schnupfenvirus (Adenovirus) verabreicht, dem Konstrukte der Erbinformation für das Spike-Protein des neuen Coronavirus eingefügt wurde. In der Fachzeitschrift <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2607-z">Nature veröffentlichte Daten</a> an Primaten versprechen einen guten Schutz durch Bildung neutralisierender Antikörper.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit August 2020 wird der <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/study/NCT04505722">Impfstoffes Ad26.COV2.S in Phase III</a> getestet. Ende Januar &#8217;21 hat der Pharmakonzern die Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie an 44.000 Probanden bekanntgegeben: Der Impfstoff zeigte demnach vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Daten beziehen sich auf Impfprobanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. Laufende Studien mit älteren Menschen sollen noch weitere Daten liefern.</p>
<p>Am 11. März 21 hat die EU-Kommission den Impfstogg von Johnson &amp; Johnson zugelassen. Die Wirksamkeit liegt nach Angaben des Herstellers bei etwa 66 Prozent. Doch bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent beim Wildtyp. Und die Wirksamkeit gegen Varianten? In der 2020 gestarteten Zulassungsstudie hatte der Impfstoff eine Gesamtwirksamkeit von 64 Prozent gegen die Beta-Variante gezeigt und eine Schutzwirkung von 82 Prozent gegenüber schweren Covid-Erkrankungen. Eine Studiengegen Varianten lag zunächst nur als <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.07.01.450707v1.full.pdf" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a> vor.</p>
<p>Im Gegensatz zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde zunächst nur eine Dosis verabreicht. Anfang Oktober hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für eine <strong>generelle Auffrischung</strong> des Impfschutzes, hier also mit einer 2. Dosis, bei allen Menschen ab 70 Jahren 6 Monate nach der ersten Impfung ausgesprochen. Sie begründete die empfohlene Booster-Impfung durch viele Impfdurchbrüche in Deutschland, die überwiegend in der älteren Bevölkerung mit dem Johnson &amp; Johnson-Impfstoff aufgetreten sein soll. Inzwischen rufen die Experten zu einer Booster-Impfung für alle Bürger und Bürgerinnen auf, die als Erstimpfung den Johnson &amp; Johnson-Impfstoff erhalten haben. Es wird erwartet, dass die Stiko aufgrund des nicht ausreichenden Impfschutzes ihren derzeitigen Entwurf dazu als offizielle Empfehlung ausgeben wird.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Gamaleya</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="121.633156294" data-rtr-etype="keyword">Impfstoff</span> Gam-COVID-Vac Lyo wurde vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Moskau" data-rtr-id="73caaad600dd20deecf8d317d7dd0544868aaff9" data-rtr-score="3.84692235831" data-rtr-etype="location">Moskau</span> entwickelt. Der Vektor-Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in Abstand von 21 Tagen verabreicht werden. Sie beruhen auf rekombinanten Vektoren auf Basis zwei verschiedener menschlichen Adenoviren (Erkältungsviren; Adenovirus Typ 26 und 5), in denen jeweils das S-Protein-Gen des neuen Coronavirus integriert wurde. Die erste Impfkomponente dient als sogenannter „Primer“, der eine erste <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auslöst, die zweite Komponente als „Booster“, der die <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> noch verstärken soll. Die Besonderheit der Prime-Boost-Immunisierung: Durch die Kombination unterschiedlicher Immunogene kann eine bessere Wirkung (additiv oder synergistisch) auf das Immunsystem erzielt werden. Denn bei nur einer Wirkstoffkomponente könnte bereits nach der ersten Applikation das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagieren, anstatt auf SARS-CoV-2-Protein. Bei der zweiten Anwendung des gleichen Impfantigens könnte diese <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auf den <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vektor" data-rtr-id="c926929cd1b8042728a01653dd6cdfb126186273" data-rtr-score="5.15945050792" data-rtr-etype="keyword">Vektor</span> verstärkt werden (Booster-Effekt) und so die eigentlich gewünschte <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> gegen das SARS-CoV-2-Protein überlagern.</p>
<p>Die Studiendetails sind im <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04436471?term=vaccine&amp;cond=covid-19&amp;draw=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Register klinischer Studien nachzulesen</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das russische Gesundheitsministerium hat den Impfstoff, auch unter dem Namen „Sputnik V“ bekannt, als ersten Impfstoffkandidaten am 11. August &#8217;20 in einer Notfallzulassung freigegeben – noch bevor die Phase-3-Studienergebnisse vorlagen. Ein unübliches Vorgehen, dem viele Wissenschaftler kritisch begegnet sind.  Inzwischen läuft eine große Studie, geplant mit über 40.000 Teilnehmern.</p>
<p>Kurz nach Veröffentlichung der Wirksamkeit des BioNTech-Pfizer-Kandidaten wurden auch zum Gamaleya-Wirkstoff erste Studienergebnisse veröffentlicht. Zwischenergebnissen zufolge zeigte der Impfstoff laut Hersteller eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen Covid-19. Diese Zwischenergebnisse wurden von vielen Wissenschaftlern aufgrund der noch dünnen Datenlage als noch nicht aussagekräftig bewertet wurden (<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-03209-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature-Artikel, 11. November 2020</a>), vor allem, da sie nur 20 Fälle beinhalteten. Zum Vergleich: <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="BioNTech" data-rtr-id="5e488bb99e41f613a118b002892897aa839a93ea" data-rtr-score="25.903472631" data-rtr-etype="organisation">Biontech</span>/<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Pfizer" data-rtr-id="40169617979b334684dca99016e47b9937d348fd" data-rtr-score="25.6297822248" data-rtr-etype="organisation">Pfizer</span> hatten zunächst ein Zwischenergebnis nach 32 Fällen geplant, nach Übereinkunft mit der US-Zulassungsbehörde <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="FDA" data-rtr-id="11a18ece6d8ff894ac89624179466893852315fe" data-rtr-score="1.52442613302" data-rtr-etype="organisation">FDA</span> dann auf 62 „verlängert“. Letztendlich wurden aber für eine hohe Verlässlichkeit noch mehr Daten eingeschlossen (94 Fälle).</p>
<p>Am 2. Februar wurden weitere Ergebnisse im Medizinjournal <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a> publiziert: Nach Testung an 20.000 Freiwilligen, von denen rund 15.000 den Impfstoff bekamen (und rund 5.000 ein Placebo) zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91.6 %. Auch für ältere Menschen (bisher getestet an 2.000 Menschen über 60 Jahren) hatte er diese hohe Wirksamkeit.</p>
<p>Schwere Erkrankungen traten bei 45 Personen in der geimpften Gruppe auf (0,2 %) und bei 23 Personen in der Placebogruppe (0,4 %). Diese Werte gelten als selten und keiner der Fälle soll auf die Impfung zurückgeführt werden können. Es kam zu vier Todesfällen, von denen keiner mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.</p>
<p>Das bekannte Primer-Boost-Konzept ist auch für AstraZeneca interessant. Mitte Dezember gab die britische Pharmafirma bekannt, eine Kombination ihres Kandidatens mit dem des russischen Wirkstoffs (beide beruhen auf dem Konzept der Adenoviren-Vektorimpstoffe) zu prüfen, um möglicherweise eine Studie zu planen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>IDT Biologika</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das dritte deutsche Impfstoffunternehmen, das neben BioNTech und CureVac vom Bund unterstützt wird, ist eine Kooperation aus dem Biotech-Unternehmen IDT Biologika aus Dessau, dem Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Philipps-Universität Marburg und des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE Hamburg). Ihr Vektorimpfstoff-Konstrukt: Es besteht aus dem harmlosen, modifizierten Pockenvirus MVA als „Träger“, der an der Ludwig-Maximilian-Universität in München bereits über 30 Jahren verwendet wird. Dieses Trägervirus wird mit nicht vermehrungsfähigem Genmaterial des Coronavirus, der Gensequenz des Spike-Proteins, kombiniert.</p>
<p>Das Besondere der IDT-Entwicklung: Es handelt sich dabei um eine Plattform-Technologie, bei der im Prinzip jede anvisierte genetische Information unter die Kontrolle des bewährten Trägervirus gestellt werden kann. Das Basisvirus ist vollständig charakterisiert und mittlerweile an über 12.000 Personen klinisch getestet, Nebenwirkungsprofil und Immunogenität sind daher bekannt. Während mRNA-Impfstoffe keinen Vektor benötigen, wird hier genetisches Material als rekombiniertes Genmterial mit einem Trägervirus verimpft, über den man jedoch bereits sehr lange Erfahrung hat. Es kam bereits bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Mers-Coronavirus zum Einsatz. Die Technologie ist demnach für eine großtechnische Produktion bereits etabliert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Konstrukt war ab Oktober &#8217;20 in <a href="https://idt-biologika.de/sars-cov-2-idt-biologika-f%C3%BCllt-impfstoffkandidat-ab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinischer Phase I</a> an der UKE Hamburg an ersten gesunden Probanden zwischen 18 und 45 Jahren verabreicht worden. Am 08. Januar &#8217;21 aber gab Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf bekannt, die klinische Erprobung auszusetzen. Da die Immunreaktionen in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen liegen würden, wolle man die Ursachen dafür finden und den Wirkstoff optimieren.</div></div>
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<h3 id="Proteinbasierte Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>3.) P<span style="color: #339966;">roteinbasierte</span> Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Proteinbasierte <span data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="395.42186889" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffe</span> enthalten als <span data-rtr-entity="Impfantigen" data-rtr-id="3b032f9c484a50632d987bcf9828ae59826f7f4d" data-rtr-score="15.2630648973" data-rtr-etype="keyword">Impfantigen</span> virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Proteine</span>. Dazu werden bestimmte Zellen in Zellkultur gentechnisch mit dem gewünschten Gen für das virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Protein</span> ausgestattet. Das in großen Mengen produzierte Protein (Antigen) wird anschließend isoliert und aufgereinigt. Nach Impfung werden sie in bestimmten Zellen unseres Immunsystem, den Antigen-präsentierenden Zellen, aufgenommen, in Stücke zerteilt und diese „Häppchen“ dem Immunsystem präsentiert. Dies löst eine entsprechende Immunantwort aus, die allerdings nicht immer ausreichend stark ist, sodass oft Impfverstärker (Adjuvanzien) zugesetzt werden. Dazu muss dann die Verträglichkeit auch des Adjuvanz genauestens untersucht werden. Nebenwirkungen wie lokale Entzündung können provoziert werden.</p>
<p>Proteinimpfstoffe kennt man bereits: So gibt es den Hepatitis-B-Impfstoff, der Hepatitis-B-Oberflächenantigen enthält, oder den HPV-Impfstoff, der als <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Antigen" data-rtr-id="894513c9bdc1ba3a7ff98abf4a0e32e21190e327" data-rtr-score="9.80071181444" data-rtr-etype="keyword">Antigen</span> L1-Proteine verschiedener Typen des humanen Papillomavirus beinhaltet. Wie bei mRNA-Impfstoffen oder Vektorimpfstoffen auch, wird das Antigen bei Proteinimpfstoffen gentechnisch hergestellt.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das US-Biotechunternehmen <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> hat einen rekombinanten Nanopartikel-Impfstoff (NVX-CoV2373; Nuvaxovid) aus einem gentechnisch hergestellten Virusantigen und einem Adjuvans auf Saponin-Basis entwickelt. Dazu wird das Spike-Protein des Virus in Insektenzellen vermehrt, aus diesen Zellen gewonnen und anschließend mit Lipidnanopartikeln kombiniert. Nach der Impfung soll unser Körper die Partikel als &#8222;echtes Virus&#8220; erkennen und einen Immunschutz aufbauen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Nach der ersten Phase I/II-Studie  an Probanden in Australien und USA (<a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2026920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New English Journal of Medicine</a>) hat der US-Konzern  Novavax im Juni 2021 die Phase-3-Daten veröffentlicht. Demnach schützt ihr Kandidat NVX-CoV2373 zu 89,7 % gegen die Alpha-Variante und zu 100 % vor mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verläufen. Auch bei Varianten soll noch ein hoher Schutz vorliegen (<a href="https://ir.novavax.com/2021-06-30-Novavax-Publishes-Results-of-United-Kingdom-Phase-3-Clinical-Trial-in-New-England-Journal-of-Medicine,-Demonstrating-High-Levels-of-Efficacy-of-COVID-19-Vaccine" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung Novavax</a> vom 30.06.21). Am 20. Dezember 2021 hat die EMA den Novavax-Impfstoff als 5. Impfstoff gegen Coronaviren zugelassen. Die zugrundeliegende Studie mit 30.000 Teilnehmern aus den USA und Mexiko zeigte, dass der Impfstoff ähnlich stark wie die zugelassenen mRNA-Impfstoffe und genauso sicher sei. Anfang November 2021 hat Indonesien den Novavax-Impfstoff als erstes Land zugelassen. Verabreicht wird er in 2 Dosen im Abstand von 3 Wochen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für die Produktentwicklung, Testung und Lieferung von mindestens 100 Millionen Dosen hat die US-Regierung im Rahmen des <a href="https://ir.novavax.com/news-releases/news-release-details/novavax-announces-16-billion-funding-operation-warp-speed" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Operation Warp Speed“ dem Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar</a> zugesichert. Weitere 388 Millionen Dollar stellt die internationale Impfstoff-Allianz Cepi dem Unternehmen zur Verfügung. Novavax hat für die Produktion eine Kooperation u.a. mit Emergent BioSolutions abgeschlossen. Insgesamt soll das Unternehmen so über Kapazitäten von bis zu zwei Milliarden Dosen verfügen können. Der Impfstoff kann bei 2 bis 8 °C transportiert und gelagert werden.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sanofi / GlaxoSmithKline (GSK)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der französische Pharmakonzern Sanofi nutzt u. a. frühere Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff aus vergangener Edipemie, um möglicherweise die Entwicklung eines SARS-CoV2-Impfstoffs zu beschleunigen. Zusammen mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) arbeitet Sanofi in den USA an der Technologieplattform zur Herstellung eines rekombinanten Impfstoffs mit Adjuvans, Vidprevtyn genannt. Dabei geht es um einen rekombinanten Protein-Impfstoff. Das Spike-Protein des neuen Coronavirus wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt, d. h. die exakte genetische Kopie des Virus-Oberflächen-Proteins erstellt. Diese wird dann als DNA-Sequenz in ein sogenanntes Baculovirus-Expressionssystem integriert. Das daraus produzierte Antigen soll so das Immunsystem aktivieren. Das Baculovirus-Expressionssystem ist keine Unbekannte: Es wird als Grundlage für einen rekombinanten Influenza-Impfstoff genutzt, der in den USA zugelassenen ist.</p>
<p>GlaxoSmithKline, Impfstoff-Weltmarktführer, steuert dabei das Adjuvanz (Impfverstärker) bei. <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2020/2020-04-14-13-00-00" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Kooperation wurde Mitte April</a> bekanntgegeben.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Erste klinische Phase-1/2-Studien sind im September 2020 mit 440 Teilnehmern in den USA (<a href="https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04537208?term=sanofi+vaccine&amp;cond=Covid19&amp;draw=2&amp;rank=1" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">NCT04537208</a>) angelaufen, Ende Mai 2021 dann Phase 3-Studien. Der Grund für die Verzögerung sei laut der Unternehmen die – im Gegensatz zu unter 49-Jährigen – noch unzureichende Immunantwort bei älteren Menschen. Daher verbesserten sie zunächst das Konstrukt durch Konzentration der Antigene. Die Ergebnisse aus <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2021/2021-05-17-07-30-00-2230312" target="_blank" rel="noopener">Phase 2-Studien</a> zeigten hohe virusneutralisierende Titer sowie akzeptable Verträglichkeit und Sicherheit. Die daraufhin gestartete Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit von zwei Varianten des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vakzine" data-rtr-id="64592436ba1e0f1084eb989060f3710eb3a8ff3a" data-rtr-score="34.2475949397" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffs</span> ermitteln: Eine ist gegen den Wildtyp des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Virus" data-rtr-id="fdb391a8b0af42d7038a0b326143c6ab7eb49c8e" data-rtr-score="3.43630573248" data-rtr-etype="keyword">Virus</span> gerichtet und eine gegen die südafrikanische Variante B.1.351.</p>
<p>Der Impfstoff von Sanofi, der im Abstand von 28 Tagen in 2 Impfdosen verabreicht wird, befindet sich seit dem 20. Juli 2021 im Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA): Die erforderlichen Daten werden für den Zulassungsantrag nicht gebündelt abgegeben, sondern immer dann, wenn sie verfügbar sind. Aus einem Bericht zur <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Nationale_Impfstrategie_Juni_2021.pdf" target="_blank" rel="noopener">nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums vom Juni 2021</a> geht hervor, dass mit einer möglichen Zulassungsentscheidung im vierten Quartal 2021 gerechnet werden könnte.</p>
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<p>Es gibt noch weitere proteinbasierte Impfstoffprojekte, wie z. B. in Kuba (Name der Impfstoffkandidaten: &#8222;Soberana&#8220;), die sich in den klinischen Phasen befinden, und als Versogung eigener sowie bestimmter weiterer Länder dienen.</p>
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<h3 id="Totimpfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>4.) Totimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Totvakzine enthalten abgetötete, nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger bzw. Teile davon. Der Proten-basierte Impfstoff von Novavax ist im engeren Sinne ein Totimpfstoff.</p>
<p>Totimpfstoffe sind schon länger auf dem Markt, Beispiele sind die Impfstoffe gegen Influenza und Hepatitis B. Sie sind relativ einfach herzustellen, müssen aber in Studien längerfristig beobachtet werden, um ein potenzielles Risiko einer unausgewogenen Immunantwort auszuschließen. Eine Verschlimmerung durch unbalancierte T-Zell-Aktivierung mit möglicherweise stärkerer Virusvermehrung in Immunzellen muss ausgeschlossen werden.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die Bezeichnung Totimpfstoff für den Kandidaten von <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> , Nuvaxovid (NVX-CoV2373), ist ungenau. Nuvaxovid enthält künstlich hergestellte Teile des Spike-Proteins, einem Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, mit dem sich das Virus Eintritt in die Zelle verschafft. Im Unterschied zu den mRNA- und den Vektorimpfstoffen, die den genetischen Bauplan für das Protein liefern und dieses dann erst produzieren müssen, werden bei Novavax bereits fertige Teile des Proteins injiziert. Es handekt sich um einen proteinbasierten Impfstoff, siehe dort (weiter oben).</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Valneva</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der COVID-Impfstoffkandidat des österreichisch-französische Impfstoffherstellers Valneva (VLA2001) besteht aus inaktivierten ganzen Viruspartikeln von SARS-CoV-2 mit hoher S-Protein-Dichte. Während die bisher zugelassenen Impfstoffe nur gegen das Spikeprotein (S-Protein) wirken, zeigten die mit dem Ganzvirus-Impfstoff von Valneva behandelten Versuchsteilnehmer auch T-Zellantworten gegen das N- und das M-Protein des Virus. Der Impfstoff enthält zwei Wirkverstärker, sog. Adjuvanzien.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>VLA2001 befindet sich in Studienphase III mit über 4000 Probanden über 30 Jahren. Erste Studienangaben des Unternehmens zufolge (<a href="https://valneva.com/press-release/valneva-reports-positive-phase-3-results-for-inactivated-adjuvanted-covid-19-vaccine-candidate-vla2001/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung, 18.10.2021</a>) soll der Impfstoff sowohl einen hohen Titer an neutralisierenden Antikörpern als auch eine gute T-Zell-Immunität hervorrufen. Letzteres würden die zwei Adjuvanzein positiv beeinflussen. Laut Unternehmen wurde der Impfstoff bei den Probanden gut vertragen, es stehen aber noch mehr Studiendaten aus.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Weitere Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für eine abschließende Beurteilung stehen noch mehr Studiendaten aus. Die EU wird das Vakzin, wie die bisher zugelassen Impfstoffe auch, im Rahmen eines Rolling-Review-Verfahrens prüfen.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinovac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der private chinesische Impfstoffentwickler <a href="http://www.sinovac.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinovac</a> hat ebenfalls einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bei Untersuchungen an Rhesusaffen zeigte der Impfstoffkandidat CoronaVac bereits Erfolge (<a href="https://doi.org/10.1126/science.abc1932">Science: Gao et al., 2020</a>).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Kandidat wurde ab April 2020 in Phasen I/II-Studien getestet und soll nach eigenen Angaben bei über 90 Prozent aller Probanden Antikörper gegen CoV-2 entwickelt haben. Mit einem brasilianischen immunologischen Institut (Butantan) ist Sinovac in Phase-III-Studie in Brasilien gestartet. Außerdem laufen Studien mit Tausenden Freiwilligen laufen in Indonesien und der Türkei.</p>
<p>In Brasilien zeigte die Studie mit rund 13.000 Probanden laut Gesundheitsbehörde in Sao Paulo eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent gezeigt. Bei Studien in der Türkei ergab sich vorläufigen Daten zufolge ein Schutz vor dem Coronavirus von rund 91 Prozent.</p>
<p>In China ist das Vakzin seit Februar 2021 zugelassen. CoronaVac ist einer der Impfstoffe, die im Notfallprogramm der chinesischen Regierung bereits Zehntausenden Menschen vor Abschluss der klinischen Studien verabreicht wurden.</p>
<p>Im Mai 2921 leitete die EMA ein rollierendes Verfahren zur Prüfung ein. Die WHO hat CoronaVac am 1. Juni 2021 <a href="https://www.who.int/news/item/01-06-2021-who-validates-sinovac-covid-19-vaccine-for-emergency-use-and-issues-interim-policy-recommendations" target="_blank" rel="noopener">die Zulassung erteilt</a>. Der Impfstoff kommt mittlerweile in über 50 Ländern, darunter Chile und Botswana, zum Einsatz.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinopharm</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch der staatliche chinesische Biotechkonzern <a href="http://www.sinopharm.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinopharm</a> setzt auf zwei Totimpfstoff-Kandidaten (des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Wuhan Institute" data-rtr-id="fde38a568bcdd68bb287199dca19e683262aa0cd" data-rtr-score="13.400975711" data-rtr-etype="organisation">Wuhan Institute</span> of Biological Products und des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Beijing Institute" data-rtr-id="82327b96baa2b05363ca5753452a967706039ecc" data-rtr-score="13.0529894125" data-rtr-etype="organisation">Beijing Institute</span> of Biological Products). Die inaktivierten Virusfragmente werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem an. Das Unternehmen aus Peking hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Impfstoffe (u.a. gegen das H1N1-Grippevirus) entwickelt, und ist mittlerweile an der US-Börse notiert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit Mitte Juli 2020 hat Sinopharm in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Phase-III-Studie mit 15.000 Freiwilligen begonnen, auch Argentinien, Peru, Bahrain und Marokko haben Phase-III-Tests zugelassen. Sinopharm hat gleich zwei Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Einer davon hat seit Februar 2021 eine volle Marktzulassung in China und eine Notfallzulassung in Nordmazedonien, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela erhalten. Das zweite Vakzin hat in China, Bahrain, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine volle Marktzulassung und in vielen weiteren Ländern eine Notfallzulassung erhalten. Er wird auch im Rahmen des WHO-Covax-Programms verimpft, das ärmere Länder mit Impfstoff versorgen soll.</p>
<p>Die Sinopharm-Impfstoffe gehören zum Notfallprogramm in China, in dessen Rahmen Zehntausende Menschen vor Abschluss der klinischen Studien geimpft wurden.</p>
<p>Das zur staatlichen China National Pharmaceutical Group gehörende Unternehmen setzt mit seiner Impfstoffmethode mit den Totimpfstoffen im Wesentlichen auf eine lang bewährte Technologie. Der Nachteil diese Technologie liegt meist in einem oft nötigen Impfstoffverstärker-Einsatz sowie begrenzter Produktkapazität.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h3><span style="color: #525252;">Perspektiven</span></h3>
<p>Es ist wichtig, viele Impfstoffe zu entwickeln, um möglichst viel abdecken zu können: nicht nur Anzahl an Personen, sondern auch individuelle Voraussetzungen. So können sich einige Impfstoffe für bestimmte Personengruppen mit bestimmten Vorerkrankungen oder auch ethnische Bevölkerungsgruppen als geeigneter erweisen als andere. Außerdem vergrößert die Entwicklung vieler Konstrukte die Chance, solche mit einem möglichst langanhaltenden und umfassenden Schutz – auch gegen mögliche Varianten – zu generieren. Entscheidend dabei sind Anreize und Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Produktion. Gerade auch Europa kann das vorhandene große Know-how im Pharmabereich stärken. Selbst wenn es in Deutschland oft noch an Biotech-Analysten und Wagemut seitens Investoren fehlt, ist ein Ruck nun spürbar.</p>
<p>Ende September 2020 haben sich 16 globale Pharmaunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung dazu bekannt, die Produktionskapazitäten so schnell wie noch nie zu erhöhen, um der gesamten Weltbevölkerung COVID-19-Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe zugänglich zu machen. Unter anderem mit Spenden und der Abgabe von Produkten zum Selbstkostenpreis für ärmere Länder. Die <strong>WHO</strong> setzt sich in der Initiative <strong>COVAX</strong> zusammen mit der CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) für die faire Verteilung der Impfstoffe ein und hat dabei bereits über 150 Länder gewonnen. Durch die Allianz sollen ca. 11 Mrd. Dosen beschaffen werden, um ärmere Länder zu versorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Impfung einer ganzen Bevölkerung in Kurzzeit ist beispiellos. Die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung sind enorm. Es geht um den Ziellauf gut verträglicher, möglichst nebenwirkungsfreier Impfstoffe. Gleichzeitig müssen sie lange und auch gegen Mutanten wirksam sein. Eine Mammutaufgabe. Und selbsterklärend, dass diese weder als Nationalstreich noch als Pharmaunternehmen im Alleingang gelöst werden kann.</strong></p>
<p><em>Informationen zu COVID-19-Impfstoffprojekten:</em></p>
<p><a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO: Draft landscape of COVID-19 candidate vaccines</a></p>
<p><a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die forschenden Pharma-Unternemen (vfa): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion</a></p>
<p><a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paul-Ehrlich-Instutut: Alle Infos zu Co­ro­na­vi­rus SARS-CoV-2</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 17:14:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-App]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
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		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
		<category><![CDATA[Tracing-App]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Für den Weg aus der Coronakrise setzen viele auf die Corona-Warn-App. Um Infektionsketten durch das Coronavirus frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen, kann die App einer von vielen Bausteinen sein. Dennoch wird sie vereinzelt kontrovers diskutiert. Ein paar Punkte im Überblick.   Seit dem frühen Morgen des 16. Juni steht in Deutschland die Corona-Warn-App  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/">Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Für den Weg aus der Coronakrise setzen viele auf die Corona-Warn-App. Um Infektionsketten durch das Coronavirus frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen, kann die App einer von vielen Bausteinen sein. Dennoch wird sie vereinzelt kontrovers diskutiert. Ein paar Punkte im Überblick.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit dem frühen Morgen des 16. Juni steht in Deutschland die Corona-Warn-App zum Download bereit. Vorgestellt vom Robert-Koch-Institut, von der Politik und SAP- sowie Telekom-Vertretern. Beweisen muss sie sich noch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ziele und Chancen</strong></p>
<p>Die App soll als dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus, die vorwiegend über Tröpfchen und Aerosole geschieht, in Deutschland abzubremsen. Dazu sollen Personen nach Kontakten mit Infizierten gewarnt werden.</p>
<p>Wie geht das? Hat sich ein App-Nutzer mit Sars-CoV-2 infiziert und dies in die App eingegeben, erhalten alle Kontaktpersonen der zurückliegenden 14 Tage, die die Software ebenfalls nutzen, einen Hinweis. Sie können sich so in Quarantäne begeben und testen lassen, selbst wenn sie noch keine Symptome haben. Denn schon bevor sich Symptome bemerkbar machen, besteht eine Infektionsgefahr. In einer Studie (<a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0869-5?utm_medium=affiliate&amp;utm_source=commission_junction&amp;utm_campaign=3_nsn6445_deeplink_PID2190813&amp;utm_content=deeplink" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature Medicine, 15. April 2020</a>) wurde ermittelt, dass knapp die Hälfte der Ansteckungen vor Beginn der Symptome stattfand.</p>
<p>Mit der Corona-Warn-App soll so unterbunden werden, dass Patienten die Krankheit unbemerkt weitertragen. Im Pandemie-Alltag kommt es immer wieder zu zufälligen Begegnungen, was eine manuelle Nachverfolgung erschwert. Hingegen registriert die App alle nahen Kontakte, sobald sich zwei Smartphones lange genug bis auf unter 2 Meter nahekommen. Damit lasst sich das Gesundheitsamt-Prozedere ergänzen und ist dabei deutlich schneller.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist die App entstanden und wie funktioniert sie?</strong></p>
<p>Der Softwarekonzern <a href="https://news.sap.com/germany/series/corona-warn-app/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SAP</a> ist für die Programmierung und weitere Optimierung verantwortlich, der Telekommunikationsspezialist <a href="https://www.telekom.com/de/konzern/details/corona-warn-app-antworten-auf-haeufig-gestellte-fragen-600362" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telekom</a> für die Netzwerk- und Mobilfunktechnik. Die App nutzt den Funkstandard <a href="https://www.bluetooth.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bluetooth Low Energy</a> (BLE), deshalb muss beim Nutzer am Mobilphone immer Bluetooth eingeschaltet sein. Zur Erforschung der Technologie unter Annäherung der Nutzer wurde die Fraunhofer-Gesellschaft mit einbezogen.</p>
<p>Das Prinzip hinter der Software? Alle paar Minuten wird eine neue Identifikationsnummer erstellt und an die nahe Umgebung ausgesendet, gleichzeitig werden die Signale anderer registriert. Sind zwei Smartphones mit der Corona-Warn-App über eine gewisse Zeit weniger als in einem definierten Abstand voneinander entfernt, werden die beiden anonymen Identifikationsnummern auf beiden Smartphones verschlüsselt ausgetauscht. Hat ein Nutzer nachfolgend Krankheitssymptome, kann er das freiwillig über die App eingeben und so die gefährdeten Kontakte warnen. Identität und Standort der betreffenden Personen werden nicht erhoben. Die Bundesregierung hat aus Datenschutzgründen einer dezentralen Speicherung der Daten zugestimmt, also nur auf den Smartphones der Nutzer selbst.</p>
<p>Entwickelt wurde die App in nur 7 Wochen. Der <a href="https://github.com/corona-warn-app/cwa-documentation/blob/master/solution_architecture.md#risk-score-calculation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist offengelegt, eingeschlossen werden Faktoren wie Kontaktzeit, Kontaktnähe (unter 2 m) und Übertragungsrisiko (<a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infektionszeit</a>). Theorie ist eine Sache, wie gut das Warnsystem letztlich in der Praxis funktioniert, ist noch unklar. Erfahrungen werden sicher noch dazugewonnen, auch hinsichtlich Eignung der Bluetooth-Technologie für die Distanzbestimmung.</p>
<p>Wie steht es um die Privatsphäre? Das Konzept sieht vor, dass Teilnehmer anonym bleiben, da bei der Kontaktverfolgung nur anonymisierte und regelmäßig ändernde Schlüssel eigesetzt werden. Informationen über das Zusammentreffen von Personen, die die Corona-Warn-App nutzen, erfolgt dezentral auf deren Smartphones. Dem Server der Betreiber liegt demnach eine Liste mit den anonymisierten Schlüsseln von Infizierten vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Kritikpunkte gibt es?</strong></p>
<p>Zusätzlich zur Bluetooth-Technologie an sich gibt es weitere Punkte, die für ein gutes, reales Abbild hinterfragt werden: So wird nicht berücksichtigt, ob die Nutzer Masken tragen oder sich in Räumen, draußen oder in großen Räumlichkeiten mit starken Konvektionen aufhalten.</p>
<p>Damit die App überhaupt einen guten Effekt hat, müssten laut einer <a href="https://www.research.ox.ac.uk/Article/2020-04-16-digital-contact-tracing-can-slow-or-even-stop-coronavirus-transmission-and-ease-us-out-of-lockdown" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oxford-Studie</a> mindestens 60 % der Bevölkerung diese nutzen (und Bluetooth eingeschaltet haben). Laut vieler Virologen ist aber auch ein geringerer Anteil an Nutzern sinnvoll, um frühzeitig Cluster zu erkennen. Denn großes Ziel ist, ohne eine zweite Welle über den Winter zu kommen und dafür ist es wichtig, größere Übertragungscluster zu verhindern.</p>
<p>Die Bluetooth-Technologie verbraucht Strom, den manche Bürger nicht immer berücksichtigen, sofern sie Bluetooth nicht schon immer gewohnt angeschaltet haben. Möglicherweise muss man dann einplanen, sein Smartphone öfter zu laden, es lassen sich aber auch energiesparende Einstellungen vornehmen (z. B. Abrufen der E-Mails in größeren zeitlichen Abständen, Ausschalten der GPS-Ortung etc.).</p>
<p>Besitzer älterer Smartphones können sich möglicherweise hier nicht einreihen. Mindeststandards sind bei iPhones das aktuelle Betriebssystem iOS 13.5 (es läuft auf Modellen ab dem iPhone 6s und dem iPhone SE), bei Android-Smartphones Betriebssystem-Versionen, die Bluetooth Low Energy (BLE) und Play Store unterstützen. Und Huawei? Da neue Modelle aufgrund US-Sanktionen die Google-Dienste nicht verwenden dürfen, stellt das Unternehmen eine eigene Schnittstelle bereit. Problematisch wird es auch für die ältere Bevölkerung, die entweder gar kein Smartphone benutzt oder die App nicht selbst installieren kann. Gerade diese verstärkt gefährdete Bevölkerungsgruppe wird dann nicht erfasst. Auch wird kritisiert, dass Personen, die sich kein entsprechendes Smartphone leisten können, außen vor gelassen werden.</p>
<p>Die Bundesregierung betont die Freiwilligkeit der App-Nutzung. Die Kontaktverfolgung ist demnach nur dann möglich, wenn man die App selbst installiert und den Datenaustausch im Betriebssystem selbst aktiviert. Um Vertrauen zu stärken, wird ein begleitendes Gesetz diskutiert, das die Freiwilligkeit der Nutzung festschreibt. Denn manche Bürger befürchten, dass etwa Unternehmen ihren Mitarbeitern oder Restaurants ihren Besuchern das Nutzen der Corona-Warn-App zukünftig vorschreiben könnten.</p>
<p>Ein neuralgischer Punkt ist die teilwiese mangelnde digitale Anbindung vieler Labore: Ist man positiv auf COVID-19 getestet, gibt man diesen Status selbst in die App ein. Um einen Missbrauch zu verhindern, muss dieser Status offiziell bestätigt werden. Dazu erhält man vom Test-Labor einen QR-Code zum Einscannen. Der Haken: Viele Labore sind nicht ausreichend sicher digital angebunden. Die Installation neuer Server können sich noch Wochen bis Monate hinziehen. Als Übergangslösung haben das Gesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, deren Mitarbeiter entsprechend geschult sein und zielgerichtete Fragen stellen sollen, um einen Missbrauch der App-Warnfunktion durch Falschinformationen möglichst zu verhindern. Erst dann erhält man einen Code.</p>
<p>Neben dieser Verifikations-Hotline wird es eine weitere Hotline zur Beantwortung technischer Fragen geben. Auch sollen weitere Entwicklungen kommen, die die App weitgehend barrierefrei gestalten und in mehreren Sprachversionen verfügbar machen.</p>
<p>In Europa werden unterschiedliche Apps genutzt, alle zwar immer mit dem Ziel, Infektionsketten zu verfolgen, aber mit unterschiedlichen Systemen. In vielen Ländern wird die Standorterkennung mit GPS genutzt, die jedoch Bewegungsprofile von Personen anfertigt, was den deutschen Datenschutzanforderungen widerspricht. Das langfristige Ziel ist, verschiedene Apps von EU-Staaten untereinander kompatibel zu machen. Aktuell ist das noch nicht der Fall.</p>
<p>Pro Land gibt es immer nur eine offizielle Tracing-App zur Nachverfolgung möglicher infektiösen Kontakte. Es gibt zwar andere Apps, diese haben aber andere Ziele, wie etwa die Datenspende-App des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Corona-Datenspende.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Robert-Koch-Instituts</a>, die Informationen von Fitness-Trackern erhält. Damit soll u. a. eine Fieberkarte für Deutschland berechnet werden, mit der Rückschlüsse auf eine Region gezogen und so z. B. die Entstehung neuer „Hot Spots“ von COVID-19 sichtbar gemacht werden können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/">Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Corona: Zahlen und Zusammenhänge</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/</link>
					<comments>https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 10:32:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[Fallzahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Infektionszahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Modellierungsstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aktualisiert am: 20. Juli 2020 Möglichkeiten für den weiteren Pandemie-Verlauf werden durchgerechnet. Doch welche Größen dienen dabei als Maßstab?   Zahlen und Begriffe hat die Pandemie einige im Gepäck. Um konkrete Maßnahmen ableiten zu können, ist eine gute Datengrundlage nötig. Wissenschaftler weltweit versuchen, Szenarien zu berechnen. Damit lässt sich modellieren, in welchen Rahmen sich der  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/">Corona: Zahlen und Zusammenhänge</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">aktualisiert am: 20. Juli 2020</span></p>
<p><strong>Möglichkeiten für den weiteren Pandemie-Verlauf werden durchgerechnet. Doch welche Größen dienen dabei als Maßstab?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zahlen und Begriffe hat die Pandemie einige im Gepäck. Um konkrete Maßnahmen ableiten zu können, ist eine gute Datengrundlage nötig. Wissenschaftler weltweit versuchen, Szenarien zu berechnen. Damit lässt sich modellieren, in welchen Rahmen sich der zukünftige Verlauf bewegen kann: für den akuten Klinikbedarf, für die Politik, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft.</p>
<p>Das Virus ist neu – und ebenso neu sind die Erkenntnisse, die fortlaufend gewonnen werden. Umso erstaunlicher ist, wie schnell Wissenschaftler und beteiligte Personen agieren und neue Errungenschaften zutage bringen. So konnte das Virusgenom in nur drei Tagen sequenziert werden. Die vollständige Entschlüsselung des Genoms dient u. a. als Grundlage für die Entwicklung der Nachweistests sowie der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung, an der gleichermaßen mit Hochdruck gearbeitet wird.</p>
<p>Im Folgenden sind Begriffe, Größen für die Datengrundlage und Zusammenhänge stichpunktartig erläutert, ergänzt mit Hinweisen, wo Zahlen differenzierter zu betrachten sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Reproduktionszahl R</strong></p>
<ul>
<li>Die <strong>Basisreproduktionszahl R<sub>0</sub></strong> gibt an, wie viele Menschen ein einzelner Infizierter durchschnittlich ansteckt, <u>solange niemand immun ist und keine Gegenmaßnahmen getroffen werden</u> (wie Impfen, Isolierung etc.). R<sub>0</sub> steht also für eine Bevölkerung, <em>in der keinerlei Immunität</em> gegen die Erkrankung, hier COVID-19, besteht.</li>
<li>Für das neue Coronavirus SARS-CoV-2 wird eine R<sub>0</sub> von 2–3 angenommen<sup>1</sup>, d. h.: jeder Infizierte gibt das Virus durchschnittlich an zwei bis drei andere Menschen weiter. Zum Vergleich: R<sub>0</sub> der saisonalen Grippe beträgt 1,3, R<sub>0</sub> der Masernerkrankung 12 bis 18 (s. Robert-Koch-Institut,<a href="https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/MMR/FAQ_Uebersicht_MSG.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> RKI</a>).</li>
<li>R<sub>0</sub> bedeutet zunächst – ohne Intervention – ein exponentielles Wachstum: Jeder Infizierte steckt ca. 2 bis 3 Mitmenschen an, diese stecken wieder 2 bis 3 an usw.</li>
<li>Würde jeder Infizierter genau eine andere Person anstecken, bliebe die Zahl der Infizierten konstant. Sinkt die Basisreproduktionszahl aufgrund vieler immuner Menschen auf unter 1, kommt die Pandemie zum Stillstand.</li>
<li>R<sub>0</sub> hängt davon ab, auf wie viele andere Personen ein Infizierter trifft, <u>solange er ansteckend ist</u>. Treffender lässt sich eine Übertragungsrate mit der <em>Secondary Attack Rate</em> (s. u.) beschreiben.</li>
<li>Die Basisreproduktionszahl kann nie exakt bestimmt werden. Gründe:<br />
&#8211; Da Infizierte das Virus SARS CoV-2 auch ohne Symptome weiterverbreiten können, bleibt die R<sub>0</sub> am Anfang hoch.<br />
&#8211; Im Verlauf der Epidemie nimmt sie ab, weil Schutzmaßnahmen ergriffen werden.<br />
&#8211; Generell ist bei Tröpfcheninfektionen die R<sub>0</sub> in kalten Jahreszeiten etwas höher (für das neue Coronavirus wird dies noch untersucht): Personen halten sich dann vorwiegend in Räumen auf, in denen<br />
1. ein engerer Kontakt zwischen den Personen besteht und<br />
2. trockene Heizungsluft herrscht. Die Tröpfchen erfahren dann einen Verdünnungseffekt und Viren können länger als Aerosol im Luftraum schweben bzw. fast schon an einer Stelle bleiben, anstatt abzusinken. Im Freien hingegen gibt es Einflüsse durch Luftfeuchtigkeit, aber auch bei sehr trockenen Bedingungen findet zumindest Zirkulation statt. Auch sind Viren hier physikalischen Faktoren wie UV-Licht ausgesetzt. [Deshalb wird ein Aufenthalt im Freien empfohlen. Sportliche Betätigung kann zudem das eigene Immunsystem stärken. Bei all dem sollten Begrenzung der Personenzahl und Abstandsregeln aktuell weiterhin eingehalten werden. Es gibt verschiedene Aerodynamik-Modelle, wie z. B. der Universität Eindhoven, die Flugbahnen der Tröpfchenwolken z. B. beim Radfahren beschreiben, was jedoch vor allem beim Windschattenfahren relevant ist. Über die Infektionsgefahr durch Bewegung im Freien gibt es jedoch keine klaren Angaben. Nebeneinander oder versetzt hintereinander zu laufen oder Rad zu fahren unter Einhaltung der normalen Abstände sollte jegliche Gefahr aber reduzieren.]</li>
<li>Alle Maßnahmen, die derzeit getroffen wurden (Hygienemaßnahmen, Kontaktverfolgung, Kontakteinschränkung), dienen dazu, die Reproduktionszahl zu senken. Man spricht dann von <strong>effektiver Reproduktionszahl</strong>. Je kleiner die Reproduktionszahl, desto flacher die Kurve. Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie eine Stellungnahme mit Modellierungen zu verschiedenen Szenarien<sup>2</sup> veröffentlicht. Es ist aber zu beachten, dass selbst bei einer aktuellen Reproduktionszahl von unter 1 (Stand: 19.04.2020) durch Lockerung der Maßnahmen diese wieder steigen wird. Zudem wird befürchtet, dass nicht nur eine größere Angleichung des Infektionsgeschehen innerhalb der Regionen stattfinden wird, sondern auch innerhalb der Altersgruppen. Dadurch könnten auch gerade ältere Menschen verstärkt medizinische Betreuung benötigen.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText3">https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText3</a><br />
<sup>2</sup> <a href="https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109">https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S</strong><strong>ekundäre Attack Rate</strong></p>
<ul>
<li>Die <u>Attack Rate</u> (AR) beschreibt den Anteil an Personen, die nach einer bestimmten Exposition erkrankt sind.<br />
Die <u>sekundäre Attack Rate</u> gibt an, auf wie viele Kontaktpersonen ein Infizierter das Virus <u>tatsächlich übertragen hat</u> <sup>1</sup>.</li>
<li>In einer Studie <sup>2</sup> mit den ersten Coronafällen in Deutschland, dem frühen Münchener Ausbruch, wurde festgestellt, dass die größte Übertragung im Haushalt stattfand. Die Autoren der Studie gehen dabei von ca. 10 % aus, bei Arbeits- und Freizeitkontakten läge sie etwas darunter. Im Alltagsgeschehen jedoch ist das Zeitfenster für eine Infektion größer. Denn die Infektion beginnt laut <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a> 2–3 Tage vor Auftreten der Symptome und dauert im Durchschnitt 5–6 Tage, in einigen Fällen bis zu 14 Tagen. Da durch das Gesundheitsamt und Isolationsmaßnahmen jedoch eingegriffen wurde, müsste dies in den tatsächlichen Übertragungszahlen berücksichtigt werden. Prof. Drosten der Charité Berlin geht daher von einer etwas höheren Secondary Attack Rate als 10 % aus.</li>
<li>Die sekundäre Attack Rate kann die Übertragungsrate in der Realität nicht exakt widerspiegeln, solange nicht Kontaktnähe und -dauer in die Modellrechnung mit berücksichtigt werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Centers für Desease Control and Prevention: <a href="https://www.cdc.gov/csels/dsepd/ss1978/lesson3/section2.html">https://www.cdc.gov/csels/dsepd/ss1978/lesson3/section2.html</a><br />
<sup>2</sup> <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3551335">The Lancet: Outbreak of COVID-19 in Germany Resulting from a Single Travel-Associated Primary Case</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Durchseuchungsrate und Herdenimmunität</strong></p>
<ul>
<li>Die <strong>Durchseuchungsrate</strong> gibt an, wie verbreitet ein Erreger in einer bestimmten Population ist.</li>
<li>Eine hohe Durchseuchungsrate bewirkt, dass sich das Virus nicht mehr ausbreiten kann. Das Virus findet nicht schnell genug einen neuen Wirt, um sich dort zu vermehren und sich so weiter zu verbreiten. Dies bewirkt – ebenso wie eine flächendeckende Impfung – eine Herdenimmunität.</li>
<li><strong>Herdenimmunitätsschwelle</strong>: Jede Infektionskrankheit hat eine charakteristische Basisreproduktionszahl (s. o.). Anhand dieser lässt sich die Herdenimmunitätsschwelle ermitteln. Wie viele Menschen müssen immun sein, damit eine Herdenimmunität auftritt, die auch Ungeschützte vor der Ansteckung schützt? In die Berechnung<sup>1</sup> fließt mit ein, dass die tatsächliche Infektiosität immer geringer ist, weil in jeder Bevölkerung ein Anteil gegen jede Infektion bereits immun ist. Auf den Seiten des <a href="http://rocs.hu-berlin.de/D3/herd/musketierprinzip/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI ist das Prinzip Herdenimmunität anschaulich beschrieben</a>.<br />
Für SARS-CoV-2 hatte man zunächst eine Herdenimmunitätsschwelle von 65–70 %angenommen. Das würde bedeuten: Solange es noch keinen <strong>Impfstoff</strong> gibt, wäre die <strong>Pandemie</strong> erst vorüber, wenn sich 65–70 % der Menschen infiziert und erholt hätten und dann immun wären. Aber: Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass die Immunität bei COVID-19 anders verläuft (s.a. <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a>, letzter Abschnitt: &#8222;Wie sind die Aussichten?&#8220;. Eine fixe Angaber zur Herdenimmunität kann demnach nicht mehr mit einer verlässlichen Aussagekraft herangezogen werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Gregg N. Milligan, Alan D. T. Barrett: <em>Vaccinology.</em> Wiley, 2015, ISBN 978-1-118-63628-2</h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verdopplungsrate </strong>(<em>Epidemic Doubling Time</em>)</p>
<ul>
<li>Sie ist durch die Zeit definiert, die es dauert, bis jeweils doppelt so viele Menschen infiziert sind.</li>
<li>Sie ist abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests und von der Geschwindigkeit der Meldeverfahren. Zu Letzteren wird die Nutzung einer Tracking-App diskutiert. Die App kann den Verwaltungsapparat unterstützen und so eine Nachverfolgung schneller bewerkstelligen, um der Infektionsausbreitung entgegenzutreten (s. u., Intensivmedizin).</li>
<li>Auch wenn sich die Verdopplungsrate verlangsamt, kann die Zahl der Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte knapp werden. Initiativen und Kooperationen bieten hier wertvolle Unterstützung, wie z. B. <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/Corona-Kooperationsboerse/medizintechnik-formular/angebote-medizintechnik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> (Hilfsangebote gelistet nach: Medizintechnik/Beatmungsgeräte, Schutzkleidung, Diagnostik, Telemedizin und Software).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fallzahlen und Testungen</strong></p>
<ul>
<li>Die Fallzahlen lassen sich den Seiten des <a href="https://corona.rki.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>, weltweit der <a href="https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a> entnehmen. Damit werden die gemeldeten, positiven Laborergebnisse erfasst.</li>
<li>Nicht erfasst werden Infizierte mit unentdeckten bis leichten Symptomen. Zudem lässt sich mit den zugrunde gelegten Daten aus PCR-Testungen nur eine akute Infektion (ca. in den ersten 7 Tagen, s. u. „Viruslast und Virusnachweis“) nachweisen.</li>
<li>Zur Ermittlung der Fallzahlen im Durchschnitt sind Stichproben, wie sie in <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2006100?query=featured_coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Island</a> und Österreich durchgeführt wurden, nicht aussagekräftig. Sie können nur einer Momentaufnahme dienen, nicht jedoch einer landesweit repräsentativen Situation, da die Infektion zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einheitlich verläuft. Auch die „Gangelt“-Studie („Heinsberg“-Studie) durch Befragungen und Antikörpertests stellt nach eigenen Angaben der Bonner Forscher um den Virologen Hendrik Streeck eine hochprävalente Situation dar, da Gangelt aufgrund des akuten Infektionsherds nach Fasching stark betroffen war. Aktuell gibt es nur Befunde mit zufällig verteiltem Infektionsgeschehen, da wir noch am Anfang der Epidemie stehen.</li>
<li>Die Anzahl der aktuell durchgeführten <strong>PCR-Testungen</strong> (s. u.), die fortlaufend durch hochtechnologische Apparaturen erhöht wird, sind im <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts</a> und im <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/epid_bull_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epidemiologischen Bulletin</a> veröffentlicht. Dort finden sich auch Angaben zu Lieferschwierigkeiten von europaweit geforderten PCR-Reagenzien, was eine schnelle, groß angelegte Testung einschränkt.</li>
<li>Für die Ermittlung eines Ausgangszustands, Überblick über das Infektionsgeschehen und zur Steuerung des Personals im Krankenhaus sowie auch des öffentlichen Lebens muss eine breit verteilte und großflächige Bevölkerung sowie die Geschwindigkeit der Infektionen erfasst werden. Hier werden teilweise <strong>Antikörper-Testungen</strong> (s. u.) eingeführt werden, selbst wenn der Anteil an Antikörper-Positiven in der Bevölkerung aktuell noch gering ist. Das RKI hatte großflächige Antikörper-Testungen angekündigt (<a href="https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/05_2020.html;jsessionid=3B013C4962E0840990B1FD1A764A5E3F.internet061" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI-Pressemitteilung</a>). Mittlerweile hat man aber die Erkenntnis, dass vor allem bei Personen mit nur wenigen oder gar keinen Symptomen schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind. Bluttests der ersten Corona-Patienten in München Ende Januar weisen bei vier der neun Patienten eine inzwischen sinkende Zahl an neutralisierenden Antikörper nach. Auch in China hat man bereits solche Beobachtungen machen können (<a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0965-6#citeas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature 18. Juni 2020, doi.org/10.1038/s41591-020-0965-6</a>).Nach Ansicht vieler Virologen ließe sich damit nicht aber zwingend Rückschlüsse ziehen, dass keine Immunität mehr vorläge – vielmehr könne der Schutz weniger stabil und von kürzerer Dauer sein. Wie hoch der Antikörperspiegel und die Neutralisationsaktivität für einen sicheren Schutz muss, um einen ausreichenden Schutz vor der Erkrankung zu gewährleisten, ist noch nicht bekannt.</li>
<li>Zukünftig weitere wichtige Daten sind die Ermittlung der Fälle pro verfügbaren Krankenhaus- und Intensivbetten, um schneller Voraussagen treffen und planen zu können. Auch die Erfassung des Krankheitsverlaufs der positiv Getesteten sowie die Rate der Infizierten, die ärztliche Hilfe benötigen, müssten für weitere Prognosen erfasst werden.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Todesfälle und Letalität</strong></p>
<p>Aktuelle Angaben zu <u>Todesfällen</u> lassen sich – wie die Anzahl Infizierter (s. Fallzahlen) – den <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>&#8211; und <a href="https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>-Seiten entnehmen. Zu unterscheiden sind.</p>
<ul>
<li><u>Fallsterblichkeit</u> <u>Fall-Verstorbenen-Anteil</u> (<em><u>Case Fatality Rate</u></em>, CFR): beschreibt die Zahl der gemeldeten verstorbenen Fälle bezogen auf die Zahl der gemeldeten Fälle.</li>
<li><u>Mortalität</u> beschreibt die Todesfälle in Bezug auf die gesamte Bevölkerung bzw. eine betrachtete Bevölkerungsgruppe.</li>
<li><u>Letalität</u> beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten Fälle <sup>1</sup>. Dazu liegen keine verlässlichen Daten vor. Gründe:<br />
&#8211; Dunkelziffer nicht berücksichtigt. Statt Todesrate ist die „<em><u>Infection Fatality Rate</u></em>“, die <u>Infektionssterblichkeit</u>, die bessere Kennzahl, also der Anteil an Todesfällen aller Infizierten – auch von solchen, die gar keine oder nur wenige Symptome haben. Die Infektionssterblichkeit wird derzeit weiterhin auf ca. 0,7 % geschätzt.<br />
&#8211; Vor allem zu Beginn der Pandemie waren wenig Tests verfügbar (angegebene Infektionsrate zu niedrig und dementsprechend unklares Verhältnis Todes-zu Infektionsrate).<br />
&#8211; Anfangs waren die Krankenhäuser nicht auf die Epidemie vorbereitet.<br />
&#8211; Eine Person, die mit einer Corona-Infektion stirbt, wird statistisch als eine an Corona gestorbene Person gezählt. Die Todesursache könnte in einigen Fällen jedoch eine andere sein. Die Situation bleibt jedoch gleich: Auch für Risikopatienten muss eine medizinische Versorgung sichergestellt sein.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Inkubationszeit und Dauer der Infektiosität</strong></p>
<ul>
<li>Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, liegt durchschnittlich bei 5–6 Tagen, max. 14 Tagen.</li>
<li>Die Infektion beginnt ca. 1–2 Tage vor Auftreten der Symptome. Deshalb kann das Tragen von selbstgemachten <strong>Masken</strong> ein möglicher Schutz für andere sein. Inzwischen haben alle Bundesländer die Maskenpflicht bei engen Kontakten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen, eingeführt.</li>
<li>Die Infektiösität ist am Tag vor Symptombeginn am größten<sup>1</sup>.</li>
<li>Das Ende der infektiösen Periode ist laut <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a> aktuell noch nicht klar definiert. In einer Studie konnten vermehrungsfähige Viren aus Rachen-Proben bis zum vierten, und aus abgehusteten Proben aus der Lunge bis zum achten Tag nach Symptombeginn nachgewiesen werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19, <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0869-5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature Medicine, published 14.04.2020</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Viruslast und Virusnachweis</strong></p>
<p><strong>PCR-Testung</strong></p>
<p>Eine hohe Viruslast befindet <u>in der 1. Woche</u> (manchmal bis ca. 14 Tage) im Rachen und kann in dieser Zeit mit Rachen-Proben durch die PCR-Methode äußerst zuverlässig nachgewiesen werden. Mit der PCR wird hochspezifisch und sensitiv <u>genetisches Material</u> des Virus nachgewiesen <sup>1</sup>.</p>
<p><strong>Antigen-Tests</strong></p>
<p>Auch aktuell entwickelte <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antigen-Tests</a> weisen Virus-Material nach und könnten daher ebenfalls in der Anfangsphase zukünftig dem Nachweis dienen.</p>
<p><strong>Antikörper-Tests</strong></p>
<p><u>Ab ca. 7 Tagen</u> findet laut RKI eine Verlagerung der Viren in die Lunge statt. Im Sputum, also durch Abhusten erhaltenem Schleim, lässt sich mit der PCR das Virus nachweisen, im Rachenabstrich dagegen kaum. Hier bietet sich der <strong>ELISA-Antikörpertest</strong></p>
<ul>
<li>Die Immunfluoreszenz-Methode weist in einer Farbreaktion <u>Antikörper gegen das </u><u>Nukleokapsid-Protein</u>, dem Hauptbauprotein des Virus, nach.</li>
<li>Da Antikörper erst ab der 2. Woche gebildet werden, bedeutet ein negatives Ergebnis nicht, dass man nicht infiziert ist.</li>
<li>Der Test kann eingesetzt werden, um zu prüfen, ob eine Immunität besteht. Das aufwendige Zellkulturverfahren wird gegenwärtig immer weiter optimiert. In Kürze sollen in sehr vielen Labors hochautomatisierte und validierte Tests zur Verfügung stehen.</li>
<li>Problem: Zum einen ist die Verfügbarkeit validierter Immunfluoreszenz-Tests derzeit noch begrenzt. Zum anderen ist eine Kreuzreaktion mit anderen Coronaviren nicht ausgeschlossen: Hat man gerade eine Infektion mit einem der <a href="https://www.helmholtz-hzi.de/de/wissen/themen/keime-und-krankheiten/coronaviren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erkältungs-Coronaviren</a> hinter sich, können einige Wochen danach noch IgM-Antikörper aus dieser Infektion im Test gegen das neue Corona-Virus nachweisbar sein (falsch Positive). Es gibt aber weitere, ergänzende Zellkulturverfahren, wie z. B. Neutralisationstests, die die Funktion nachweisen: Befällt in Zellkultur das Virus die Serumzellen noch? Ist das nicht der Fall, hat der Patient Antikörper gebildet. Für solche aufwendigen Tests ist die jeweilige Notwendigkeit abzuklären (z. B. Priorität für klinisches Personal).</li>
<li>Das RKI erachtet eine breite Testung auf SARS-CoV-2 durch spezifische Antikörper wichtig für epidemiologische Fragestellungen, um den Stand der Immunisierung in der Bevölkerung abzuschätzen. Zwar lässt sich damit noch keine flächendeckende Aussage zum Infektionsgeschehen treffen, dafür aber zu Ergebnissen wie z. B. zur Serokonversionsrate in der Bevölkerung. Gemeint ist damit der Antikörperwechsel von unspezifischen IgM- zu spezifischen IgG-Antikörpern <sup>2</sup>, die eine Immunität vermitteln.</li>
<li>Auch wenn von einigen bereits verfügbaren Schnelltests momentan noch abgeraten wird (s. a. RKI), da sie noch nicht komplett validiert sind und evt. falsch negative, andererseits stark kreuzreagieren und falsch positive Ergebnisse liefern können, werden solche Schnelltests weiter geprüft und validiert. Für die künftige IVD-Verordnung bereitet sich das Paul-Ehrlich-Institut als eines der möglichen EU-Referenzlabore vor <sup>3</sup>.</li>
<li>Da sich in einigen PCR-Proben Virusmaterial auch im Darm nachweisen ließ (bisher ohne nachgewiesene Infektiösität, s. <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>), wäre generell auch Stuhl-Testung möglich. Allerdings ist hier ein komplett anderes Testverfahren vonnöten, das zudem noch validiert werden müsste.</li>
</ul>
<p>Weitere und aktuelle Informationen zur Immunität, Immunisierung und Impfung sowie Aussichten:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<h5><sup>1 </sup>Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM e.V.) und Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI e.V.), <a href="https://www.alm-ev.de/pressemitteilung/nachweis-des-coronavirus-abstrich-untersuchungen-mit-etablierten-pcr-verfahren-bleiben-das-mittel-der-wahl.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a><br />
<sup>2 </sup>Xiao DAT et al. Profile of specific antibodies to SARS-CoV-2: <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7118534/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the first report</a><br />
<sup>3</sup> Paul-Ehrlich-Institut, newsroom <a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/200323-covid-19-nat-tests.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/200323-covid-19-nat-tests.html </a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Intensivmedizin: Modellrechnungen</strong></p>
<p>Es gibt einen Aspekt, der oft nicht wahrgenommen wird: Bei einem großen Teil der COVID-19-Betroffenen handelt es sich um ältere vielfach erkrankte Menschen. Dabei ist ein großer Anteil der Erkrankten schwerstpflegebedürftig oder wurde bislang palliativmedizinisch versorgt. Wird nun eine Corona-Infektion diagnostiziert, wird aus dem Patienten ein Intensivpatient. Auch hier müssen Ausstattung und Personal vorbereitet sein. Zum anderen müssen auch ethische Fragen in der Palliativmedizin geklärt werden.</p>
<p>Ob nun Palliativpatient, ältere Menschen oder <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Risikopatienten</a> jeglichen Alters: Wie stark müssten wir die Reproduktionszahl senken, damit die Kurve hinreichend flach wird, d. h. unser Gesundheitssystem mit der Erkrankung gut fertigwerden kann? Hier stellt sich die Frage nach verfügbaren Kapazitäten (Personal, Schutzkleidung, Intensivbetten, Beatmungsgeräte) unseres deutschen Gesundheitssystems. Dazu hat die <a href="https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie verschiedene Szenarien</a> anhand des Faktors Anzahl Intensivbetten (derzeit rund 30.000, die jedoch mit weiteren Intensivpatienten geteilt werden müssen) errechnet. Geschätzt werden 2–6 % Intensivbehandlung und 10–20 Tage Liegedauer der Patienten. Selbst im besten Fall – 2 % Intensivbehandlung, 10 Tage Liegedauer und einer Reproduktionszahl von 1,5 – würde man sich zwar der 30.000-Betten-Kurve etwas annähern, in Peak-Zeiten sie aber noch immer übersteigen.</p>
<p>Anhand dieser Modellstudien wurde errechnet, dass sich die Reproduktionszahl auf 1,1 senken müsste, um eine Überbelastung der Intensivstationen zu vermeiden. Das dafür nötige Durchhalten der aktuellen Kontaktverbots-Maßnahmen über 1,5 Jahre ist mental, gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht tragbar. Deshalb verfolgt man aktuell die Möglichkeit etwas lockereren Maßnahmen mit der Konsequenz, dass sich die Bevölkerung wieder stärker infiziert und die Reproduktionsziffer wieder stärker steigt.</p>
<p>Ziel dabei ist weiterhin die <strong>Isolation von Kranken</strong> und die <strong>Nachverfolgung der Kontakte</strong>, um Infektionsketten zu brechen. Dennoch müssen die Fallzahlen so klein sein, dass unsere Gesundheitsämter wieder dazu in der Lage sind, alle Fälle zu verfolgen. Dazu muss die Datengrundlage fortlaufend verbessert werden. Eine<strong> Tracking-App</strong> kann hier unterstützen. Zusammen mit Schutzmaßnahmen wie Einhaltung von <strong>Hygieneregeln</strong>, Tragen von <strong>Masken</strong> in der Öffentlichkeit (öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufen) sowie breit angelegter <strong>Antikörper-Testung</strong> könnten diese Gegenmaßnahmen nachkorrigieren, ohne dass die Übertragungsrate wieder explodiert und die Krankenversorgung einen Kollaps erfährt. Dieses Nachkorrigieren könnte nach Einschätzung vieler Wissenschaftler ein Weg aus dem Corona-Shutdown oder eines <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ON-Off-Mechanismus</a> sein. Aber auch damit würde eine Herdenimmunität noch lange nicht erreicht. Diese lässt sich dann erst durch eine <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung</a> erzielen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Offene Aspekte – es gibt auch hoffnungsvolle<br />
</strong></p>
<p>Doch bis es soweit ist, gibt es noch einige Aspekte, die positiven Einfluss haben könnten, wenngleich sie derzeit spekulativ sind. So sind zum einen weitere Fortschritte in der Medikamentenentwicklung zu erwarten, sodass man z. B. Risikopatienten frühzeitig medikamentös behandeln könnte.</p>
<p>Darüber hinaus weiß man noch zu wenig über die Infektiösität von Kindern. Erfahrungen aus Infektionsgeschehen mit anderen Coronaviren haben gezeigt, dass Kinder vergleichsweise wenig infiziert werden. Für diese Infektion mit dem neuen Coronavirus müsste man prüfen, ob Kinder nur ohne Symptome oder auf irgendeine bestimmte Art resistent sind und somit die Herdenimmunitätsschwelle herabsetzen würden.</p>
<p><strong>Zur Übertragungsrate: </strong>Die Charité in Berlin hat am 30. April <a href="https://virologie-ccm.charite.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine erste Studie</a> dazu vorgenommen. Auch wenn es noch weiterer Studien bedarf, geben diese Ergebnisse – wie auch die frühe Studie aus China<sup>1</sup> –erste Hinweise, dass Kinder das Virus genauso übertragen wie Erwachsene. Jedoch kann die Empfänglichkeit eine andere sein.</p>
<p><strong>Die Empfänglichkeit</strong> wurde in einer weiteren Studie aus Shanghai<sup>2</sup> analysiert. Grob vereinfacht hat sie ergeben, dass ein Kind (0 bis ca. 14 Jahre) etwa ein Drittel so hohes Risiko hat, das Virus zu empfangen wie ein Erwachsener. Zudem ermittelte die Studie, dass ein Ruheständler ein anderthalbmal so hohes Risiko hat wie ein Erwachsener.</p>
<p>Möglicherweise gibt es noch eine weitere unbekannte<a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Immunität</a>: Die Studie aus China beschreibt, dass innerhalb eines Haushalts nur rund 15 % Übertragung stattfindet. Hygiene- und Abstandsregeln können in einem Haushalt nur bedingt Einfluss haben. Es muss noch erforscht werden, ob und auf welcher Basis eine gewisse Immunität, eine <strong>Grundimmunität</strong>, vorliegen könnte, etwa durch frühere Infektionen mit Erkältungs-Coronaviren. Möglicherweise hat auch die Saisonalität einen Einfluss (s.o. Reproduktionszahl), auch wenn Epidemiologen hier eher einen eher geringen vermuten.</p>
<p>Aktuelle Informationen zur Immunität, Immunisierung und Impfung:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><sup>1 </sup><a href="https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(20)30357-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impact of contact tracing on SARS-CoV-2 transmission</a>, The Lancet, April 27th<br />
<sup>2 </sup><a href="https://science.sciencemag.org/content/early/2020/04/28/science.abb8001?rss=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Changes in contact patterns shape the dynamics of the COVID-19 outbreak in China</a>, Science, April 29th</h5>
<p><strong>Unverkennbar ist: So plötzlich das neue Virus aufgetreten ist, so rasant laufen auch Forschungen und Studien. Es geht um den Schutz von Menschen und darum und dabei den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten. Wichtig dabei ist, dass Daten umfassend erhoben und richtig interpretiert werden. Schließlich dienen sie als Stellschrauben für weitere Maßnahmen. Dennoch ist klar: Erst durch Impfung lässt sich die Situation in den Griff bekommen. Unterstützung für Wissenschaft und Forschung ist essenziell. Sei es durch Förderung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene als auch auf gesellschaftlicher, bei der Akzeptanz, Bildung von Initiativen oder einfach nur Geduld gefragt sind. Das gilt sowohl für diese Epidemie als auch für jede weitere.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/">Corona: Zahlen und Zusammenhänge</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2020 11:51:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aktualisiert: 18.06.2020 Die Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen und Medikamente läuft auf Hochtouren. Derzeit zeichnen Modellierungsstudien verschiedene Szenarien zur Eindämmung des Coronavirus auf, wie etwa die vielbeachtete Studie des Imperial College London. Dabei kommen alle auf den gleichen Nenner: Durch Ergreifen von Maßnahmen wird wertvolle Zeit gewonnen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und um Coronavirus-Impfstoffe und  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/">Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 18.06.2020</span></p>
<p><strong>Die Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen und Medikamente läuft auf Hochtouren. Derzeit zeichnen Modellierungsstudien verschiedene Szenarien zur Eindämmung des Coronavirus auf, wie etwa die vielbeachtete <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/">Studie des Imperial College London</a>. Dabei kommen alle auf den gleichen Nenner: Durch Ergreifen von Maßnahmen wird wertvolle Zeit gewonnen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und um Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente auf den Weg zu bringen.<br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Forschung und Entwicklung an Impfstoffkonzepten ist im vollen Gange. Sie liefert vielversprechende Ansätze und Konzepte, die sich teilweise bereits in klinischen Studien befinden. Aktuell gibt es ehr als <a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">90 Impfstoff-Projekte</a> von Einzelunternehmen sowie als Kooperationen, einige davon werden von CEPI, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, finanziell unterstützt. Die Initiative vernetzt Stiftungen (wie etwa die Bill &amp; Melinda Gates Foundation), Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen. Ziel dabei ist, auf Epidemien besser vorbereitet zu sein und auch Impfstoffe gegen besonders gefährliche Krankheitserreger zu entwickeln. Wie z. B. aktuell Coronavirus-Impfstoffe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Auf herkömmlichen Impfverfahren aufbauen</h3>
<p>Mit herkömmlichen Impfverfahren hat man bereits viel Erfahrung gewinnen können und deshalb werden derzeit Ansätze geprüft, die schnell darauf aufbauen können. Bei der passiven Immunisierung handelt es sich um Verfahren mit Antikörpern gegen das Virus sowie Impfung mit Oberflächenstrukturen von Viren. Coronavirus-Impfstoffe können darauf aufbauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Genbasierte Impfverfahren als neuer Ansatz</h3>
<p>Zusätzlich zu diesen Ansätzen verdienen auch die neuen genbasierten Impfverfahren eine Beachtung. Der Vorteil: Es kann damit eine größere Menge von Impfstoff in kurzer Zeit hergestellt werden, da der Impfstoff relativ einfach aufgebaut und leicht herzustellen ist. Neben einigen anderen Unternehmen rücken hier vor allem die kollaborierenden Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BioNTech (Mainz) mit Pfitzer</a> sowie das Tübingen Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> ins Blickfeld. Beiden Unternehmen hat das Paul-Ehrlich-Institut die Genehmigung zum Start der klinischen Phase erteilt. Ihr Konzept ist die Nutzung von mRNA als therapeutisches Molekül: Der Impfstoff enthält nicht Bestandteile des Virus direkt, sondern – anhand der sequenzierten Daten zum Erbgut von SARS-CoV-2 – nur die Bauanleitung dafür, in Form einer messenger-RNA. Diese mRNA wird von den Zellen aufgenommen und in den Ribosomen, der Proteinmaschinerie der Zelle, „ausgelesen“. Das daraufhin produzierte virale Protein wird von dem Immunsystem erkannt und bildet gegen dieses Antigen Antikörper. Dieser Impfstoff liesse sich leicht in großen Mengen produzieren und könnte demnach der optimale Pandemie-geeignete Impfstoff sein. Das Verfahren dieser aussichtsreichen Methode ist im <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel über CureVac</a> genauer beschrieben.</p>
<p>Die Crux: Bisher ist noch kein genetischer Impfstoff zugelassen, allerdings hat beispielsweise CureVac bereits lange Erfahrung und große Datenmengen zu anderen Ansätzen, wie z. B. zum mRNA-basierten Tollwut-Vakzin, das sich ebenfalls bereits in klinischen Studien befindet. Zudem gibt es seit Kurzem auch erste <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-basierte therapeutische Medikamente gegen seltene Krankheiten</a>, erste Erfahrung mit dieser Molekül-Klasse sind bereits vorhanden.</p>
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<h3>Coronavirus-Impfstoffe mit Booster-Effekt</h3>
<p>Auch Adjuvanzien, also Wirkverstärker in Impfstoffen, wie sie etwa das Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GSK</a> beisteuern, haben eine große Bedeutung bei der Impfstoffentwicklung. Im Nationalen Pandemieplan des Robert-Koch-Instituts ist dies im Fall der Influenza-Impfstoffe beschrieben. Neuartige Adjuvanzien könnten dabei zu einer deutlichen Verstärkung der Antikörperantwort nach der Impfung führen. Durch diesen Booster-Effekt lässt sich die pro Impfdosis erforderliche Menge an Antigen reduzieren. Gerade im Pandemiefall ist eine hohe Zahl an schnell verfügbaren Impfdosen extrem wichtig.</p>
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<h3>Welche medikamentösen Ansätze gibt es?</h3>
<p>Derzeit werden viele <a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/therapeutische-medikamente-gegen-die-coronavirusinfektion-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medikamente gegen das neue Corona-Virus</a> erprobt, wie etwa das gegen Ebola entwickelte Virostatikum <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111311/Bundesweit-erste-Studie-zu-Remdesivir-bei-COVID-19-Patienten-gestartet">Remdesivir</a>, das aktuell in Deutschland getestet wird. Auch laufen bereits Studien mit Freiwilligen zu monoklonalen Antikörpern, die ursprünglich Behandlung des MERS-Coronavirus entwickelt wurden, sowie Testungen zu Antikörpern, die gegen das 2003 kursierende SARS-Virus eingesetzt wurden.</p>
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<h3>Wie ist das mit der Zulassung?</h3>
<p>Klar ist: Der Fokus richtet sich hauptsächlich auf Impfstoffe. Entsprechend stellt sich vielerorts die Frage nach einer verkürzten Zulassung. Das Robert-Koch-Institut beschreibt im Nationalen Pandemieplan (<a href="https://edoc.rki.de/handle/176904/174" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teil II</a>; seit 05.03.2020 auch eine allg. Ergänzung zu <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COVID-19</a>), wie z. B. die Influenza-Impfung bewerkstelligt wird. Da sich die Antigene in diesem Fall kontinuierlich ändern, wird der Influenza-Impfstoff jedes Jahr datengestützt in leicht veränderter Form auf den Markt gebracht. Für die saisonale Grippe liegte bereits eine jahrzehntelange Erfahrung in der Anwendung in der Bevölkerung mit umfangreicher Wirk- und Sicherheitsdatenbasis vor. Dies ermöglicht eine gewisse Flexibilität und ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.</p>
<p>Man würde sich nun auch eine solche Flexibilität bzw. Abkürzung in der Zulassung eines neu entwickelten Impfstoffs gegen COVID wünschen. Im Falle der akuten Corona-Virusinfektion müssten die Zulassungsvorgänge im Vergleich zur Influenza dann noch stärker beschleunigt werden. Das bedeutet, der Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit müsste mit weniger Studiendaten erfolgen als normalerweise üblich.</p>
<p>Einige Wissenschaftler stellen bereits Überlegungen an, wie Erfahrungen genutzt und Verfahren für Coronavirus-Impfstoffe angepasst werden könnten. So könnte beispielsweise ein weit entwickelter, bereits klinisch getesteter Impfstoff, wie etwa der gegen das SARS-Virus von 2003, ein guter Ausgangspunkt für die Entwicklung eines COVID-Impfstoffs sein. In diesem Fall könnte man sich die Ähnlichkeit beider Viren zunutze machen. Man könnte auch überlegen, regulatorische Prozesse zu beschleunigen und z. B. den Zugang zu einem neuen Impfstoff für eine Spezialgruppe in der Bevölkerung als Ausnahmesituation zu ermöglichen. Fundamental für eine gezieltes Voranbringen von Innovationen sind eine gute <a href="https://redaktion-text-idee.de/medizintechnik-innovationen/">Wissenschaftsvernetzung und ein valider Datenaustausch</a>.</p>
<p><strong>Bei all dem geht es immer um die übergeordnete Nutzen-Risiko-Abwägung. Hier liegt es an der Zulassungsbehörde zu entscheiden, ob dies beim Coronavirus mit der aktuellen Sterblichkeitsrate zu einer Ausnahmeregelung führen kann. Dadurch ergeben sich viele Fragen, sowohl für die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die über die Zulassung entscheidet, sowie Haftungsfragen.</strong></p>
<p><strong>Es gibt viele Ansätze, um die aktuelle Pandemie einzudämmen Diese zu forcieren und zielgerecht zu steuern, ist die große Herausforderung dieser Tage.</strong></p>
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<p>Weiterführende Informationen:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/">Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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