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	<title>Impfung Archive - Redaktion Text Idee</title>
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	<description>Redaktionsbüro Simone Giesler</description>
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		<title>COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2020 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert 16.12.21) mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?   Das große  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert 16.12.21)</span><strong> mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das große Ziel in der Corona-Pandemie ist die Immunität der Bevölkerung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Im Fokus liegt hier eine erfolgreiche, flächendeckende Impfung. Dabei soll ein weitgehend vollständiges Anwerfen des Immunsystems erreicht werden, als <strong>ausgewogene Immunantwort</strong>.</p>
<p>Zum einen sollen für eine gute Immunantwort neutralisierende Antikörper gebildet werden, die direkt an die Viruspartikel binden und sie daran hindern, eine Zelle effektiv zu infizieren. Auch weitere bindende Antikörper sollen auf den Plan rücken, etwa solche, die sich gegen bestimmte Oberflächen-Molekülbereiche richten. Zum anderen geht es um zelluläre Immunität. Und hier ist die Balance besonders wichtig: Das Zusammenspiel in der T-Zell-Aktivierung mit T-Helferzellen, T-Killerzellen, regulatorischen und Gedächtniszellen sowie Botenstoffen (Interferon) muss passen. Denn schließlich wünscht man sich, eine Infektion durch das neue Coronavirus effektiv zu vereiteln bzw. die Schwere einer Erkrankung stark abzumildern.</p>
<p>Vor allem <strong>mRNA-Impfstoffe</strong> rücken dabei in den Fokus. Sie haben <strong>entscheidende Vorteile</strong>: Während bei Totimpfstoffen mit abgetöteten Erregern das Immunsystem nicht immer vollständig aktiviert und die Balance auf T-Zell-Ebene nicht immer ausgewogen sein kann, ist durch mRNA-Impfstoffe eine weitgehend umfassende Immunantwort möglich. Zudem wird die Impfstoff-RNA schnell abgebaut, sodass keine Rückstände im Körper verbleiben. Lebend-Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern bewirken zwar meist eine gute Immunantwort, jedoch sind Entwicklungs- und Herstellungsverfahren eher aufwendig. Dagegen lassen sich mRNA-Impfstoffe relativ einfach und kostengünstig herstellen, sobald ein gutes Konstrukt gefunden ist: Denn anders als bei herkömmlichen Vakzinen muss es nicht erst mühsam in Kultur herangezüchtet und inaktiviert werden. Vielmehr wird nur die Bauanleitung des Antigens produziert. Der menschliche Körper wird so selbst in die Lage versetzt, die spezifischen Proteine herzustellen. Mit dem Auftrag, eine gezielte Immunantwort auszulösen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Elegante Konstrukte</strong></span></h3>
<p>Elegant sind genetische Impfstoffe, die die Baupläne für das Oberflächenprotein (wie das Spike-Protein oder Teile davon) des neuen Coronavirus enthalten. Im Körper verimpft, können die Baupläne in den Zellen von unseren Proteinfabriken (Ribosomen) abgelesen werden. Somit werden die entsprechenden Virusproteine vom Körper selbst hergestellt. RNA-Impfstoffe haben gegenüber DNA-Impfstoffen einen Vorteil: RNA-Moleküle verbleiben im Zellplasma und bergen nicht das unkalkulierbare Risiko, in das Wirtsgenom eingebaut zu werden. Auch können Zellen RNA nicht in DNA umwandeln, da der menschliche Körper keine Enzyme dafür besitzt. Retroviren wie HIV haben zwar solche Enzyme (sogenannte Reverse Transkriptasen), diese können aber spezifisch nur die eigene Virus-RNA ablesen.</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt, den aktuell Wissenschaftler bei Untersuchungen zur Sinusvenenthrombose beschrieben haben (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Da mRNA im Zytosol übersetzt und die Spike-Proteine dort anschließend modifiziert werden, findet kein sogenannter Spleißvorgang statt. Denn dieses Herausschneiden von Abschnitten geschieht nur im Zellkern. Im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen existiert bei mRNA-Wirkstoffen somit keine Gefahr unerwünschter kürzere Proteinvarianten, die in löslicher Form in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen könnten.</p>
<p>Die Technologie verspricht, vergleichsweise sicher zu sein, da der Impfstoff keine fremden Virusbestandteile enthält. Und sie erlaubt eine gewisse Flexibilität: Denn der Impfstoff lässt sich sehr schnell an das Genom eines Erregers anpassen.</p>
<p>Und die Hürde? Das Molekül <strong>mRNA ist von Natur aus instabil</strong> und wird relativ schnell abgebaut. Als Medikment generell gut, könnte man meinen, so müsse man sich nicht um die Entsorgung im Körper Gedanken machen. Allerdings muss das Biomolekül überhaupt erst in die Wirtszelle gelangen. Dort angekommen, müssen sie der Proteinfabrik, den Ribosomen, auch lange genug zur Verfügung stehen, damit das Protein im ausreichenden Maß gebildet werden kann.</p>
<p>Entscheidende Kenntnisse über die Wirkung des RNA-Moleküls erlangte aber bereits in den 90er-Jahren die Wissenschaftlerin <a href="https://www.bostonglobe.com/2020/11/10/metro/inside-quest-covid-19-cure/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Katalin Kariko</strong> an der Universität Pennsylvania</a> in den USA. Hatte man lange nicht an ihre Forschung geglaubt, haben die von ihr entdeckten Zusammenhänge zwischen mRNA und Immunreaktion inzwischen einen Weg aus der Covid-19-Pandemie bereitet: Ihre Entdeckungen zur modifizierten mRNA führten zu den Impfstoffen, die <strong>BioNTech</strong> aus Mainz und <strong>Moderna</strong> aus Massachusetts entwickelt haben. Auch das Tübinger Unternehmen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit diesem Biomolekül und hat eine Entdecker- und Vorreiterrolle in der Entwicklung der mRNA-Technologie eingenommen, die auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten vielversprechende Ansätze findet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Das Grundrezept</strong></span></h3>
<p><strong>Im Grunde benutzen alle mRNA-Entwickler die gleiche Zutat</strong>: den Code eines bestimmten Proteins. In diesem Fall den Code eines Oberflächenproteins des neuen Coronavirus, dem Spike(S)-Protein, oder Teile davon. Hier kommt der erste Grund für die schnelle Impfstoff-Entwicklung zutage: Aufgrund bekannter Daten der genomischen Sequenz verwandter Coronaviren (MERS, SARS-1) konnte die komplette DNA-Sequenz des neuen Coronavirus bereits im Januar 2020 entschlüsselt werden. Das neue Coronavirus unterscheidet sich nur in wenigen Bereichen von seinen Verwandten. Man kannte von diesen nahe verwandten Coronaviren bereits das Spike-Oberflächenprotein, das an die Wirtszelle bindet und das durch Antikörper gut angreifbar ist. <strong>Ohne dieses Vorwissen hätte es Jahre gedauert, das angreifbare Target zu finden</strong>.</p>
<p>Das <strong>Ziel bei der Entwicklung des Konstrukts</strong>? Die künstlich hergestellte RNA (z. B. für das komplette Spike-Protein) soll von der körpereigenen zellulären Maschinerie in Protein übersetzt werden. Damit reiht sich die künstlich hergestellte RNA ein in die zahllosen, natürlich vorkommenden RNA-Molekülen in unseren Zellen, die von den Ribosomen übersetzt und im Zytosol nachträglich gespalten und modifiziert werden. Die entstandenen Häppchen des Spike-Proteins werden dann auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, was eine Immunreaktion in Gang setzt. So wird eine <strong>natürliche Infektion durch SARS-CoV-2 nachgeahmt</strong>.</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die Herstellung der mRNA</span><br />
</strong></h3>
<p>Im Labor lässt sich zunächst der DNA-Strang des Spike-Proteins anhand der Anfang des Jahres ermittelten Sequenz künstlich herstellen. Die DNA dient als Schablone, von der die mRNA* erstellt wird. Das instabile Biomolekül muss nun stabilisiert werden. An dieser Stelle kommen die Feinheiten der Rezeptur ins Spiel, die Hersteller-eigen sind. Zusammen stellt dies mit weiteren Aufbereitungsschritten ihre Kernkompetenz dar. Auch wenn die Hersteller vom gleichen Bauplan ausgehen, baut jeder auf seine Erfahrungen mit seiner <strong>Plattform-Technologie</strong>. So setzen BioNTech und Moderna für ihre COVID-Kandidaten chemisch modifizierte Nukleotide** ein, die vor frühzeitiger Erkennung und Inaktivierung der fremden RNA durch Immunzellen schützen sollen. CureVac hingegen hat bisher  auf natürliche mRNA gesetzt und auch den COVIS-Impfstoff der zweiten Generation auf dieser Basis optimiert. Der Fokus liegt hier im Baukasten der RNA: im Aufbau und Anordnung der Codons, also des Tripletts aus drei aufeinanderfolgenden Nukleotiden.</p>
<p>Einige Grundprinzipien zur Herstellung der mRNA sind in der nachfolgenden Tabelle genannt, die von den Herstellern individuell und auch leicht abweichend verfolgt werden.</p>
<table width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>*Das Umschreiben von DNA in mRNA, der Boten-RNA, wird Transkription genannt. Dabei wird die doppelsträngige DNA zunächst in Einzelstränge zerlegt. Anschließend erstellt ein Enzym anhand der einzelsträngigen Matritze eine Kopie als RNA: Sie unterscheidet sich von der DNA in den Zuckermolekülen und einem der vier Basen (statt Thymin der DNA wird an der RNA-Kette ein Uracil angehängt). Erst der entstandene RNA-Strang kann in Protein übersetzt werden.</em></span></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>**ein Nukleotid ist ein Grundbaustein der DNA bzw. RNA, bestehend aus einem Phosphat-, einem Zuckeranteil und einer von vier Basen. Bei DNA sind die Basen: Cytosin, Guanin, Adenin, Thymin; bei RNA ist Thymin durch Uracil ersetzt.</em></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fertig. Zumindest der mRNA-Strang. Doch wie bekommt man ihn in die menschliche Zelle? Anders als sogenannte Vektorimpfstoffe (z. B. der Impfstoff von AstraZeneca), die Trägerviren als &#8222;Transporter&#8220; nutzen, setzen mRNA-Impfhersteller auf <strong>Nanopartikel</strong>. Understatement ist hier gefragt, schließlich sollen diese Hüllbläschen keinen Alarm des Immunsystems auslösen. Deshalb ähneln sie der Zellmembran: Meist handelt es sich um Lipidnanopartikel (LNPs), winzig kleine Tröpfchen aus fettartigen Substanzen. Sie umschließen die RNA und schützen sie so vor Enzymen. Selbst wenn Fresszellen einige Lipidnanopartikel verdauen, verschmelzen genügend Partikel mit der Zellmembran und geben in der Zelle (Muskelzellen, Immunzellen) ihren Inhalt, die RNA, frei.</p>
<p>Eine Gratwanderung: Die Ladung der Nanopartikel an den Außenschichten muss positiv genug sein, um die negativ geladenen RNA an sich zu binden, zu umhüllen und um mit der negativ geladenen Zellmembran zu fusionieren. Anschließend, in der Zelle, müssen die Nanopartikel die RNA aber auch wieder &#8222;loslassen&#8220;. Hier hat jeder Hersteller seine eigene Formulierung, die auch einen Effekt auf die Temperaturstabilität haben kann. Die häufig verwendeten lipidhaltigen Bestandteile selbst sind jedoch etablierte pharmazeutische Hilfsstoffe, von denen bereits umfangreiche Toxizitätsprüfungen durchgeführt wurden. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zellschädigend (zytotoxisch) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table style="height: 1066px;" width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #333333;"><strong><span style="color: #5f7496;">Wie sind mRNA-Medikamente aufgebaut?</span><br />
</strong></span><span style="color: #808080;">(genannt sind Grundprinzipien. Unternehmen verfolgen individuelle, abweichende oder weitere Ansätze)</span></td>
<td width="19"></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567">
<ul>
<li><span style="color: #5f7496;">Für das gewünschte Protein wird der <strong>Code erstellt</strong>. Zunächst wird im Labor die künstliche DNA hergestellt. Daraus wird dann die einzelsträngige mRNA abgeleitet. Sie muss noch optimiert werden:</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Die Reise von synthetisch hergestellter RNA im Blut der Geimpften würde schnell beendet werden: Fresszellen oder Enzyme würden sie schnell zerstören. Auch eingeschleust in Trägerviren (Vektor) kann das RNA-Molekül nach Verschmelzen mit der Zellmembran als fremd erkannt und vernichtet werden. Deshalb werden beide Enden des Biomolekuls modifiziert – sie erhalten eine <strong>Kappe, um die mRNA zu stabilisieren</strong> und die Übersetzung in Protein effizienter zu machen. Ein solches „Capping“ findet auch mit natürlich vorkommender RNA in Zellen statt.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Stabilisierungen</strong>, am Beispiel von SARS-CoV-2: Bei Infektion bindet das Virus mit seiner Rezeptorbindestelle (RBD) an Rezeptoren der menschlichen Zelle (ACE-Rezeptoren). Im <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener">Eindringprozess des Virus</a>, also bei der Fusion zwischen Virus und Wirtszelle, ändert sich die Gestalt des Virus-Oberflächenproteins (Spike-Proteins): Die „Präfusions-Konformation“ geht dabei kurz vor Zelleintritt in andere Struktur über. Bei der Entwicklung des Impfstoffdesigns strebt man an, die Präfusions-Konformation zu stabilisieren. Dazu werden zwei Prolinmutationen eingeführt.<br />
An bestimmten D</span><span style="color: #5f7496;">omänen des Spike-Proteins können Antikörper binden. Das ist genau der Angriffspunkt:  <strong>Neutralisierende Antikörper</strong> sollen durch Bindung das Virus am Zelleintritt stören. Zusätzlich soll auch die Bindung weiterer Antikörper an mehreren Domänen ermöglicht werden. <strong>Bindende Antikörper</strong>, die das Antigen nicht direkt neutralisieren, wirken auf das zelluläre Immunsystem ein. Letztendlich können so T-Zellen aktiviert werden, die virusbefallene Zellen zerstören, Gedächtniszellen ausbilden sowie Antikörper-bildende Zellen auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Das gewünschte Protein, das eine Immunantwort hervorrufen soll (z. B. das ganze Spike-Protein oder Teile davon), muss für eine gute Wirkung im Körper in ausreichender Menge produziert werden. Dazu wird zum einen der regulatorische Bereich an beiden RNA-Enden angepasst. Aber auch der Bereich, der in das gewünschte Protein übersetzt wird („Open-Reading-Frame“), wird optimiert: Die RNA erhält eine <strong>stärkende Startersequenz</strong>, damit sie in der Zelle bevorzugt abgelesen wird. Und <strong>Wiederholungssequenzen</strong> stellen sicher, dass ausreichende Mengen des gewünschten Proteins hergestellt werden.</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Um in die Zelle gelangen und dort in Protein übersetzt zu werden, muss die RNA vor Enzymen geschützt verpackt werden, z. B. als <strong>Lipid-Nanopartikel</strong>. Gleichzeitig soll es so nicht besonders „auffällig“ erscheinen und das Immunsystem nicht sofort auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Chemische Modifikationen</strong> erhöhen ebenfalls die Stabilität: Sie können die Syntheserate des Proteins erhöhen und somit die Immunstimulation beeinflussen. Hier gibt es verschiedene Ansätze, die Kernkompetenzen der einzelnen Hersteller (wie BioNTech und Moderna) sind. <strong>Aber auch unmodifizierte mRNA</strong> ,wie CureVac sie nutzt, kann in der Immunstimulation und Proteinexpression ausreichend sein. An dieser Stelle spielt u. a. die Wahl der Codons* eine wichtige Rolle. Die Entwickler gehen mit ihren Plattformen unterschiedlich vor, manche mit, manche ohne chemische Modifikationen.<br />
<em>*Ein Codon ist eine Anordnung von drei hintereinandergeschalteten Nukleotiden. Jedes Codon steht für eine Aminosäure, wobei das 3. Nukleotid zum Erhalt derselben Aminosäure etwas variabler ist. Ein Spielansatz, um die RNA möglichst gut zu stabilisieren. Je nach Anordnung der Codons auf der mRNA werden entsprechende Aminososäuren zugeordnet und diese, wie auf einer Perlenkette, hintereinander verknüpft. Je nach Anordnung der Aminosäuren faltet sich diese Kette entsprechend – was bedeutend für die Funktion des entstandenen Proteins ist. Es gibt aber auch Codons, die nicht in Protein übersetzt werden. Sie haben vor allem regulatorische sowie auch Immun-Funktionen.</em><br />
</span></li>
<li><span style="color: #333333;"><span style="color: #5f7496;">Adjuvanzien unnötig: Da das mRNA-Design eine gewisse „angeborene“ Stimulationsfunktion hat, kann auf den Effekt der verstärkenden Zusätze verzichtet werden. Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und CureVac verwenden keine Adjuvanzien. </span><br />
</span></li>
</ul>
</td>
<td width="19"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Im Fokus: Sicherheit<br />
</span></h3>
<p>Generell gilt: Neben der Wirksamkeit ist immer auch die Sicherheit zu belegen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen verschärft: Demnach muss zwei Monate lang bei der Hälfte der Probanden einer Impfstoffstudie eine Wirkung beobachtet werden. Diese 2-Monats-Frist startet gemäß FDA ab Verabreichung der letzten für eine Immunisierung nötige Impfdosis. Dabei muss die Datenlage über Nebenwirkungen und Infektionen unter den Probanden präzise dargelegt werden.</p>
<p>Im Zuge der Studien muss untersucht werden, <strong>welche Effekte eine Dosis mRNA im Körper auslöst</strong>. Wie lange bleibt sie im Körper? Könnte das Biomolekül noch weitere Prozesse im Körper anstoßen? Die Angst, dass sich RNA ins Genom integrieren könnte, ist rein von der Natur des Biomoleküs ausgeschlossen: Die einzelsträngige RNA ist anders aufgebaut als doppelsträngige DNA und RNA kann nicht durch die Kernmembran in den Zellkern gelangen. Viele der genannten Fragen zur mRNA-Technologie wurden schon lange vor der COVID-19-Pandemie in Studien unter die Lupe genommen und die Ergebnisse publiziert. Seit über 20 Jahren wird dazu an Tieren und an Zellen im Labor geforscht, einige Wirkstoffe wurden auch bereits am Menschen getestet, wie etwa der Tollwut-Impfstoff von CureVac (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31665-3/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lancet, 2017</a>). Die Wirkstoff-mRNA wird – wie jede andere mRNA in unserem Körper auch – nach ihrem Ablesevorgang sehr schnell abgebaut. Es ist eher eine Herausforderung, sie in eine Zelle zu schleusen und lange genug stabil zu halten, wie in etlichen Studien untersucht und veröffentlicht worden ist (z. B. <a href="https://www.nature.com/articles/nrd.2017.243" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature, 2018</a>). Die Prüfung auf Sicherheit schließt ebenso die der Verpackungshülle, der Lipid-Nanopartikel, ein. Dies wird auch <a href="https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/sicherheit-wirksamkeit-impfstoff/9-coronavirus-impfstoff-covid-19-sicherheit-lipidnanopartikel-mrna-impfstoffe.html;jsessionid=94B69742AFF61B3DEB192367C0A00043.intranet231" target="_blank" rel="noopener">vom Paul-Ehrlich-Institut geprüft</a>. Demnach sollen die Fettkügelchen im Körper ähnlich wie mit der Nahrung aufgenommene Fette behandelt werden, d.h. in ihre Bestandteile zerlegt, verarbeitet und abgebaut werden.</p>
<p>Potenzielle späte Nebenwirkungen können – wie bei jeder anderen Impfstoffentwicklung, auch gegen andere Erreger – zwar zum jetztigen Zeitpunkt nicht abgesehen werden. Dazu bräuchte man Jahrzehnte. Die bisherige Datenlage, Art der Herstellung ohne Fremderregerbestandteile, Natur der mRNA, lange Erfahrung mit der Technologie und auch vergleichsweise hohe Probandenzahl stimmen Wissenschaftler jedoch durchweg positiv.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Schnelle Entwicklung – vorschnelle Rückschlüsse<br />
</span></h3>
<p>Bei all dem Vorwissen der Technologie seit über 20 Jahren mag man sich fragen, warum noch kein Medikament auf mRNA-Basis entwickelt wurde. Und warum jetzt beim COVID-19-Impfstoff in solch einer Rekordzeit? Sehr schnell lassen sich Rückschlüsse ziehen, dass dies zulasten der Sicherheit gehen könnte. Zunächst einmal muss man berücksichtigen, dass das Virusprotein ein relativ einfaches Antigen darstellt und gut hergestellt werden kann – verglichen zur Herstellung von mRNA-Konstrukten gegen einige andere Erreger oder gar zur Krebstherapie. Gerade bei Krebserkrankungen spielen viele Proteine eine Rolle und die Entwicklung ist entsprechend komplizierter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Für die schnelle Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es einige Gründe:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Rohdaten:</strong> Im Gegensatz zu unbekannten Viren konnte man bei SARS-CoV-2 aufgrund vorhandener Sequenzdaten der verwandten Viren SARS und MERS das genetische Konstrukt sehr schnell entwickeln. An diesem Virustyp forscht man schon Jahrzehnte und kennt daher die angriffsempfindliche Stelle, das Spike-Protein, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste. Auch die Faltung des Proteins war in Grundzügen bekannt.</li>
<li><strong>Konstrukt:</strong> Die genannten bekannten Daten über das Spike-Protein bzw. ihrer zugrunde liegende RNA sind in die mRNA-Plattform eingeflossen: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie dient als Grundlage für die Erstellung des neuen Konstrukts, das in präklinischen Studien getestet wird/wurde. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</li>
<li><strong>schnelle Methode:</strong> Keine langwierige Zellkultur oder Produktion in Hühnereiern (wie beim Influenza-Impfstoff), sondern schnelle synthetische Produktion, die zudem schnell anpassbar ist.</li>
<li><strong>Rückenwind:</strong> Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</li>
<li><strong>Anzahl der Probanden:</strong> Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</li>
<li><strong>Studienzentren:</strong> Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</li>
<li><strong>COVID-Behörden auf der Überholspur</strong>: Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</li>
<li><strong>Risikobereitschaft:</strong> Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</li>
</ul>
<p>In der Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die mRNA-Impfstoff-Entwickler</span></strong></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>BioNTech/Pfizer</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
</strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Mainzer Biotech-Firma BioNTech</span></strong> kooperiert mit dem US-Unternehmen Pfizer. Neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten entwickelt das Unternehmen Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® gegen COVID-19 enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong><br />
Bereits Anfang Oktober 2020 konnten BioNTech/Pfizer den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einleiten. Damit konnte der Zulassungsprozess beschleunigt werden, während die Phase-3-Studien weiterliefen, bis 164 Infektionsfälle eingeschlossen waren. In der EU und auch vom Paul-Ehrlich-Institut wird diese Zahl für eine Zulassung bislang als nötig erachtet.</p>
<p>Die zugrunde liegenden Daten bauen auf die ursprüngliche Form des Virus auf. Ende 2020 wurden die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie des Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u> veröffentlicht:</p>
<ul>
<li>In der Studie, die in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa an rund 150 Studienzentren durchgeführt wird, wurden dabei über 43.660 Probanden eingeschlossen<em>. </em>Die Hälfte erhielten den Impfstoff, die andere ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Hersteller im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>Sowohl Wirksamkeit wie auch das Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Das Impfschema besteht aus zwei Dosen à 30 µg. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung: Die Probanden zeigten einen 95%igen Impfschutz, auch bei über 65-Jährigen lag er über 94 %.</li>
<li>Insgesamt traten 170 bestätigte COVID-19-Fälle auf, davon 162 Fälle in der Placebogruppe und 8 Fälle in der Gruppe der Geimpften.</li>
<li>Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich, schwere Nebenwirkungen konnten laut Hersteller nicht festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Wichtig dabei ist aber – wie bei allen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Jonhson) – dass auch die zweite Impfung wahrgenommen wird, denn mit nur einer Impfdosis fällt die Wirksamkeit gegen die Deltavariante rasant ab.  Fortlaufende Studien geben weiter Aufschluss. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage.</p>
<p><strong>Unterstützung und Perspektiven</strong><br />
Startkapital erhielt BioNTech u . a. 2007 von Thomas und Andreas Strüngmann, den Gründern von Hexal. Im September 2020 unterstützt der BMBF durch eine <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung des Mainzer Unternehmens sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland. Dazu übernimmt BioNTech vom Schweizer Konzern <a href="https://www.novartis.de/aktuelles/pressemitteilungen/novartis-produktionsstandort-marburg-geht-biotechnologie-unternehmen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novartis die biotechnische Produktionsanlage in Marburg</a>. Sie soll zur größten europäischen Fertigungsanlage gentherapeutischer Impfstoffe ausgebaut werden. Das Werk in Marburg,  für das die EMA Ende März &#8217;21 die Zulassung erteilte, wird voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte mit den Auslieferungen beginnen. Geplant sind für das erste Halbjahr &#8217;21 rund 250 Millionen Dosen, für die Zukunft ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr. Bislang produziert BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und dreizehn Orten von Produktionspartnern, wie <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/">Rentschler Biopharma SE</a>: Das Unternehmen aus Laupheim soll die flüssige Ausgangsbasis für den Wirkstoff reinigen, konzentrieren und steril abfüllen.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Moderna</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Der Impfstoff von <strong>Moderna</strong> (Handelsname: Spikevax) enthält mit 100 μg RNA pro Dosis, verglichen mit BioNTech (30 µg). Er ist seit 06. Januar 2021 auch in der EU für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Auf Grundlage neuer Daten zu seltenen Myokarditis-Fällen bei jüngeren Personen empfiehlt des Paul-Ehrlich-Institut (PEI), den Moderna-Impfstoff bei Personen über 30 Jahren. Für Menschen ab 30 Jahren besteht laut PEI nach der Impfung mit Spikevax kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung.</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong></p>
<p>Im November 2020 hat das US-Unternehmen <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy">Zwischenergebnisse mit einer 94,5%igen Wirksamkeit</a> aus den Phase-III-Studien veröffentlicht (in: <a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2022483" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>). Seit Juli 2020 wurden über 30.000 Personen mit ihrem Kandidaten mRNA-1273 oder einem Placebo geimpft. Unter ihnen traten 196 Fälle von Covid-19 auf, darunter 185 der Probanden, die lediglich das Placebo erhalten hatten. Nur 11 der geimpften Freiwilligen erkrankten an Covid-19, jedochs keiner von ihnen schwer. Als Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit unter 10 Prozent wurden Schmerzen an der Einstichstelle sowie kurzzeitige Muskel- und Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen genannt.</p>
<p>In <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-publication-results-pivotal-phase-3-trial" target="_blank" rel="noopener">abschließenden Studien</a> konnte die hohe Wirksamkeit von 94 % bestätigt werden.</p>
<p>Der Moderna-Impfstoff ist bei 5 °C lagerfähig (ca. 30 Tage; bis zu 6 Monate bei -20°C).</p>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine &#8222;moderate Reduzierung der Wirksamkeit&#8220; genannt. Wie bei allen alnderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend. Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
<p><strong>Unterstützung</strong><br />
Moderna wird von der US-Regierung im Rahmen von Operation Warp Speed unterstützt, einem Programm, das sich vor allem auf Impfstoffentwicklung konzentriert. Dadurch konnte sich das Unternehmen in der mRNA-Technologie etablieren. Es setzt für einzelne Herstellungsschritte, Qualitätskontrolle und Distribution auf ein Netzwerk, bei dem verschiedene Partner in der USA und auch der Schweiz (Lonza) beteiligt sind.</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>CureVac</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Tübunger Firma CureVac</span></strong> hat bei ihrem Konstrukt CVnCoV eine vergleichbar geringe Wirkstoff-Konzentration (12 µg) eingesetzt, mit dem Ziel, starke Schutzwirkungen bei gleichzeitig möglichst geringem Nebenwirkungsprofil zu erzeugen. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrung mit der mRNA-Plattform hat CureVac auch für die Enwticklung des COVID-Impfstoffs nicht chemisch modifizierte RNA eingesetzt, also rein natürlich vorkommende RNA.</p>
<p><strong>Später Einstieg in Phase 2b/3</strong></p>
<p>Das Tübinger Biotech-Unternehmen startete mit CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Gründe dafür sind vielschichtig. Entscheidende Rollen spielen u. a. die längere Entwicklungsphase zu Erstellung eines niedrigdosierten und temperaturstabilen Wirkstoff-Konstrukts mit möglichst geringem Nebenwirkungsprofil, das geringere Startkapital zu Beginn der Pandemie und die vergleichsweise spät eingegangenen Kooperationen. Zum Startpunkt der Phase 3 waren die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und kurz darauf auch die Vektorimpfstoffe bereits zugelassen. So konnte das Tübinger Unternehmen erst im April die insg. 40.000 Probanden rekrutieren, da die Bereitschaft aufgrund zugelassener Impfstoffe sank. Auch wurde die Verfügbarkeit einiger Komponenten zur Herstellung zu diesem späteren Zeitpunkt mehrfach eingeschränkt.</p>
<p><strong>Ergebnisse und Aussichten</strong></p>
<p>Rund 25 % der Studien fanden in Europa, 75 % in Lateinamerika (v. a. Peru) statt, dem zu diesem Zeitpunkt vermuteten Epizentrum des Ausbruchs. Am 30. Juni 2021 gab CureVac die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden und 228 bestätigten Fällen bekannt: Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads betrug demnach 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen beträgt die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wird eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus. Die aktuell vorherrschende Virus-Landschaft beeinflusst die Wirksamkeit der Impfstoffe, was die Wichtigkeit der Anpassung der Vakzine an vorherrschende Varianten unterstreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV aus behördlicher Prüfung zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren. Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) plant CureVac daher die beschleunigte Entwicklung des Kandidaten CV2CoV, der in Tiermodellen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufwies. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen.</p>
<p><strong>Zukunftserspektive Power-to-X auf Biotech-Ebene<br />
</strong></p>
<p>Für viele überraschend – und durch den Besuch von Elon Musk im Herbst <em>’</em>20 aufgerüttelt: Gemeinsam mit der Tesla-Tochter Grohmann Automation hatte CureVac ein Patent für einen sogenannten RNA-Drucker angemeldet. Unterstützt wird CureVac dafür bereits seit <a href="https://www.curevac.com/2019/02/27/cepi-vergibt-einen-vertrag-ueber-34-millionen-us-dollar-an-curevac-zur-weiteren-entwicklung-des-the-rna-printer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2019 durch die Koalition für Innovationen zur Vorsorge vor Epidemien (CEPI)</a>. Bei den Druckern handelt es sich um eine mobile Produktionseinheit. Im Rahmen der Corona-Pandemie ließen sich somit bei nur wenigen Mikrogramm mRNA pro Impfstoffdosis je Produktionslauf Zehntausende Dosen Impfstoff vor Ort produzieren. Aktuell steht die Zulassung für den Printer noch aus. Ursprünglich war geplant, den RNA-Drucker zur <a href="https://www.bmbf.de/de/impfstoffe-aus-dem-drucker-8003.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Produktion von Impfstoffen gegen Tollwut, Lassa-Fieber und Gelbfieber</a> zu entwickeln. Das Potenzial ist klar: Von der Herstellung personalisierter Medizin im Krankenhausumfeld bis hin zur schnellen Versorgung mit Impfstoffkandidaten direkt in Epidemie-Ausbruchsregionen. Sowohl gegen bekannte, als auch neue Erreger „X“ – eine Art Power-to-X auf Biotech-Ebene.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Es gibt es immer mehr Klarheit über neue Potenziale in der Impfstoffentwicklung und Impfstrategie gegen jegliche Virusinfektionen – mit dem besten Zeitpunkt jetzt. Zudem kann das Potenzial mRNA-Technologie auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten besser anerkannt und zukunftsweisend werden.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #999999;">Bild: © antoniemo/depositphotos</span></p>
<hr />
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<p><strong>Passend zum Thema Coronavirus-Impfstoffe:</strong></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2020 14:35:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizintechnik]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lüften in der kalten Jahreszeit – wie soll das aussehen? Dass Sars-CoV-2 neben Tröpfchen auch durch Aerosole verbreiten werden kann, ist inzwischen bekannt. Die kleinen Partikel, die wir bereits beim Atmen, vor allem aber beim Sprechen, Singen und Husten abgeben, sinken nicht direkt auf den Boden, sondern schweben lange in der Luft. Auch wenn die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/">Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lüften in der kalten Jahreszeit – wie soll das aussehen? Dass Sars-CoV-2 neben Tröpfchen auch durch Aerosole verbreiten werden kann, ist inzwischen bekannt. Die kleinen Partikel, die wir bereits beim Atmen, vor allem aber beim Sprechen, Singen und Husten abgeben, sinken nicht direkt auf den Boden, sondern schweben lange in der Luft.</p>
<p>Auch wenn die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung beachtlich sind, ist eine flächendeckende Versorgung mit Impfstoffen und somit weltweite Immunität gegen das neue Coronavirus noch nicht in greifbarer Nähe. Daher wird empfohlen, gerade in der kalten Jahreszeit neben bisherigen Vorsichtsmaßnahmen (wie Hygiene, Anstand und Mundschutz) auch auf regelmäßiges Lüften zu achten. Vor allem dort, wo keine <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raumlufttechnische Anlagen</a> vorhanden sind, die eine 100% Frischluftzufuhr ermöglichen oder Filtersysteme zur effizienten Virusabscheidung on top. Doch wie kann man sich durch Lüften ausreichend schützen?</p>
<h3><strong>Lüften – ein entscheidender Faktor zur Senkung der Viruslast</strong></h3>
<p>Es geht um die Senkung der Viruslast. Ein Mund-Nasen-Schutz kann die Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamen, wenn es um größere Partikel &gt; 5 µm geht (Tröpfchen), für Aerosole gilt der Schutz nur im begrenzten Maße. Überall wird an weiteren Möglichkeiten zur Reduzierung der Viruslast geforscht. Das Spektrum ist dabei durchaus ideenreich, von <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kfz-Innenraumfiltern mit virusinaktivierenden Oberflächen</a>, über <a href="https://www.empa.ch/web/s604/coronatest" target="_blank" rel="noopener noreferrer">optische Bio-Sensoren</a> zur Virus-Detektion in Räumen bis hin zur Entwicklung von Nasensprays. Doch die Zeit drängt. Der Griff zum Fenster ist eine schnell umsetzbare weitere Maßnahme. Auf der Bundespressekonferenz am 08. Oktober erklärte der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts an der TU Berlin, Martin Kriegel, dass in gut gelüfteten Räumen bisher keine Superspreader-Events nachweisbar waren.</p>
<p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/dokumente/irk_stellungnahme_lueften_sars-cov-2_0.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umweltbundesamt</a> gibt folgende Empfehlungen:</p>
<h3>Wohnräume</h3>
<ul>
<li>Stoßlüftung, d. h. Lüften über weit geöffnete Fenster, für mindestens 10–15 Minuten, im Sommer eher 20–30 Minuten. Im Winter genügen auch 5 Minuten. Der Grund: Da im Winter zwischen Außen- und Innenraumluft ein größerer Temperaturunterschied herrscht, drängt die kältere Luft mit höherer Dichte schneller nach innen.</li>
<li>Noch effektiver ist das Öffnens gegenüberliegender Fenster (Lüften über weit geöffnete Fenster)</li>
<li>Bei Anwesenheit vieler Personen im Raum ist es wichtig, während der Besuchsdauer zu lüften.</li>
</ul>
<h3>Schulen</h3>
<p>Für Klassenräume mit ca. 60–75 m<sup>3</sup> und einer Schüleranzahl von üblicherweise 20–30 Kindern gilt:</p>
<ul>
<li>intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern in jeder Unterrichtspause</li>
<li>zusätzliches Lüften auch während des Unterrichtes bei Unterrichtseinheiten von mehr als 45 Minuten Dauer (Doppelstunden oder bei nur kurzen Pausen von 5 Minuten)</li>
<li>Möglichst Querlüftung. Ist keine Querlüftung möglich, soll die Tür zum Flur geschlossen bleiben, um eine Übertragung von potenziellen Aerosolen in andere Räumen zu vermeiden.</li>
<li>Sind raumlufttechnische Anlagen in den Schulen vorhanden, sollten diese möglichst durchgehend laufen und korrekt durch professionelles Personal gewartet werden. Wichtig: Dabei ist 100 % Zuluft von außen (Frischluft) zuzuführen, bei RLT-Anlagen mit Umluftanteil müssen die Anlagen mit zusätzlicher Filterung (HEPA-Filter) versehen sein.</li>
<li>Sensoren können helfen, die Lüftungsnotwendigkeit rasch zu erkennen: Die sogenannten CO2-Ampeln dienen dabei als Indikator für einen nötigen Luftwechsel, der ab einer angezeigten CO2-Konzentration über 1000 ppm (0,1 Vol-%) empfohlen wird.</li>
</ul>
<h3><strong>Büros</strong></h3>
<ul>
<li>Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat <a href="https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Coronavirus/Coronavirus_node.html">ausführliche Richtlinien</a> veröffentlicht.</li>
<li>Demnach sollte in Büros grundsätzlich alle 60 Minuten stoßgelüftet werden.</li>
<li>Bei Besprechungen sollte aufgrund der erhöhten Personenzahl bzw. kleineren Räumen mindestens alle 20 Minuten gelüftet werden (Lüftung wie oben beschrieben).</li>
<li>Vor der Benutzung der Räume sollte zusätzlich gelüftet werden.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Für alle Räume gilt außerdem:</h3>
<p>Kommt es bei geschlossenen Fenstern bei einzelnen Personen zu Krankheitssymptomen wie wiederholtem Niesen oder Husten, sollte unmittelbar eine Stoßlüftung erfolgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Auch interessant:</h3>
<h3>aktuelle Events:</h3>
<p><a href="https://alt.vdma.org/viewer/-/v2article/render/53367189">Chillventa eSpecial 2020 &#8211; Experten der Luftfiltertechnik informieren (13.–15.10.2020)</a></p>
<p><a href="https://www.provention-erfurt.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/provention-corona-mit-filtern-und-lueftungssystemen-beherrschbar-machen-180/">Pro.vention: bundes- und wohl auch europaweit erste Fachmesse und erste Konferenz zu Corona-Schutzmaßnahmen (5.—6.11.2020)</a></p>
<h3>weitere Artikel:</h3>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus ausgebremst: Mit Filtern gegen die Aerosol-Verbreitung</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/">Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Impfung und Immunisierung bei COVID-19</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2020 21:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[CureVac]]></category>
		<category><![CDATA[Immunisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Impfstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[mRNA]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://redaktion-text-idee.de/?p=2414</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie erfolgt die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und welche Arten der Immunisierung gibt es bei COVID-19? Eine Übersicht. (aktualisiert: 05.02.21)   Die Liste ist lang. Laut WHO gibt es derzeit über 230 Impfstoffprojekte, 63 sind bereits in der klinischen Phase (Stand 29.01.2021). Zugelassen, auch in der EU, sind bereits 3 Impfstoffe: Die mRNA-Kandidaten von Biontech/Pfizer sowie  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie erfolgt die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und welche Arten der Immunisierung gibt es bei COVID-19? </strong><strong>Eine Übersicht.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert: 05.02.21)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Liste ist lang. Laut <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines">WHO</a> gibt es derzeit über 230 Impfstoffprojekte, 63 sind bereits in der klinischen Phase (Stand 29.01.2021). Zugelassen, auch in der EU, sind bereits 3 Impfstoffe: Die <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener">mRNA-Kandidaten</a> von Biontech/Pfizer sowie Moderna und der Vektorimpfstoff von AstraZeneca.</p>
<p>Bis vor wenigen Jahren hätte man von der Analyse des Virus bis zur Zulassung des Impfstoffs rund 10 bis 15 Jahre angesetzt. In der beispiellosen Situation der Corona-Pandemie wurde eine enorme Beschleunigung möglich, nicht zuletzt aufgrund der Vorerfahrung mit Coronaviren und Impfstoffprojekten. Bei der Fahrt auf der Überholspur kann einen zunächst ein mulmiges Gefühl beschleichen, es gibt jedoch viele Erklärungen für die schnelle Entwicklungen, die die Sicherheit nicht beeinträchtigen sollen  – und somit auch neue Perspektiven.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Phasen der Impfstoffentwicklung</h2>
<p>In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Prüfung klinischer Studien zuständig. Anträge müssen unter Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils genehmigt werden, die Frist hierfür beträgt max. 30 Tage. Am 22. April hat das PEI die <a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2020/08-erste-klinische-pruefung-sars-cov-2-impfstoff-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen COVID-19</a> in Deutschland genehmigt, bereits nach wenigen Tagen.</p>
<p>Bevor ein Impfstoff an Menschen getestet wird, muss er sich <strong>präklinischen Studien</strong> in Zellkultur und Tierversuchen beweisen. Kann der Wirkstoff das Virus hindern, menschliche Zellen zu infizieren? Welche Dosis ist wirksam? Zeigt er in Tierversuchen Nebenwirkungen, die den Einsatz beim Menschen ausschließen? Wie könnte der Impfstoff verabreicht werden?</p>
<p>Hat sich ein Kandidat bewährt, wird er beim Menschen in <strong>klinischen Studien</strong> eingesetzt:</p>
<ul>
<li>In <strong>Phase I</strong> wird an einer kleinen Gruppe von rund 100 gesunden Probanden gemessen, ob und wie gut eine Immunantwort ausfällt und wie verträglich er ist.</li>
<li>Nach einer Beobachtungszeit der Geimpften wird der Wirkstoff in <strong>Phase II</strong> an mehreren Hundert Probanden getestet und sowohl die Dosis optimiert sowie Nebenwirkungen analysiert.</li>
<li>In <strong>Phase III</strong> mit Tausenden bis Zehntausenden Probanden muss sich der Impfstoff beweisen: Ist messbar, dass sich Geimpfte mit dem Erreger nicht infizieren? Ist er sicher oder gibt es verstärkte Symptome?</li>
<li>Hat sich der Kandidat hier bewiesen, ist die Prüfbehörde für die Zulassung (<strong>Phase IV</strong>) am Zug, für Europa ist das die <a href="https://www.ema.europa.eu/en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Medicines Agency (EMA)</a>, sie gibt Empfehlungen an die Kommission, die letztendlich die Zulassung erteilt oder nicht.</li>
</ul>
<p>Auch wenn der Impfstoff dann auf dem Markt ist, laufen die Studien noch weiter. Es wird weiterhin beobachtet, ob Geimpfte den Wirkstoff gut vertragen. Kommt es etwa zu Nebenwirkungen, muss dies an die zuständigen Bundesoberbehörden Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM), das Paul Ehrlich Institut (PEI) und an den Hersteller gemeldet werden meisten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Auf der Überholspur</h2>
<p>Den größten Teil der Entwicklungszeit nimmt die Erprobung von Impfstoffen mit Freiwilligen in Anspruch. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffes viele Jahre bis Jahrzehnte. In der aktuellen Coronavirus-Pandemie gibt es schon nach wenigen Monaten die ersten Tests mit Freiwilligen. Der Grund? Zum einen gibt flexiblere Impfstoff-Arten, die auf bestehende Konstrukte und Erfahrungen aufbauen, zum anderen Neuentwicklungen – und ordentliche Motoren.</p>
<p>Insgesamt gibt es viele Faktoren für die schnelle Entwicklung eines COVID-Impfstoffs:</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Rohdaten schnell verfügbar</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">SARS-CoV-2 war kein komplett neues Virus: Aufgrund der verwandten Viren SARS und MERS mit vorhandenen Sequenzdaten konnte man das genetische Impfstoff-Konstrukt sehr schnell entwickeln. So ist auch das Spike-Protein, mit dem sich das Virus an die menschliche Zelle bindet, kein Alien gewesen. Anhand der bekannten Struktur und Faltung des Proteins konnte die Entwicklung der Wirkstoffe nun losgehen. Es ist die angriffsempfindliche Stelle, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Konstrukt</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die genetische Information des Spike-Proteins ist direkt in die Impfstoff-Plattformen eingeflossen: a) mRNA-Impfstoff: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie wurde bereits in präklinischen Studien getestet wird. b) Vektorimpfstoffe werden schon länger eingesetzt. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Rückenwind</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Anzahl der Probanden</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Parallel statt hintereinander</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Behörden: COVID first</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Produktion ins Blaue hinaus</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</div></div>
<p>In der renommierten Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Paralleluniversum der Impfstoffarten</h2>
<h3><strong><span style="color: #000080;">I. Passive Immunisierung – Akuttherapie</span><br />
</strong></h3>
<p>Bei der passiven Immunisierung erhält man <strong>Blutserum von Personen</strong>, die von einer Covid-19-Infektion genesen und immun sind. Ihr Blutserum enthält ein Cocktail aus verschiedenen Antikörpern gegen unterschiedliche Strukturen des SARS-CoV-2. Das Problem der passiven Immunisierung: Der Körper wird bei der Heilung durch „vorgefertigte Antikörper“ unterstützt. Nach einigen Wochen werden diese Antikörper wieder abgebaut. Es geht hier also um eine medikamentöse Therapie für schwer erkrankte Patienten, nicht um eine anhaltende Impfung.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 393px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="383" height="253" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 383px) 100vw, 383px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/uni-klinikum-erlangen-darf-immunplasma-herstellen,RvGY1EI" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Uniklinik Erlangen</em> ist eine der ersten Einrichtungen</a> in Deutschland, die für die Herstellung von therapeutischem Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten vom Robert-Koch-Institut eine behördliche Genehmigung erhalten hat. Der Herstellung lebensrettender Antikörper aus Plasma von geheilten COVID-19 Patienten widmet sich u. a. auch <a href="https://www.biotest.com/de/de/investor_relations/news_und_publikationen_/biotest_pressemitteilungen/press_detail.cfm?instance_ID=2769&amp;cmfaction=xmldetail.xmldetail.detailview&amp;showdetails=1939973" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Biotest AG</em></a>, um so z. B. Patienten mit Immundefekten oder mit Immunsuppression (z. B. aufgrund einer Chemotherapie) schnellen Schutz zu bieten.</p>
<p>Aktuell werden als schnelle Therapie bei COVID-19 auch <strong>monoklonale Antikörper</strong> in Betracht gezogen: Es handelt sich hier nicht um ein Gemisch, sondern um nur eine ganz spezifische Antikörperart. Deutschland hat bereits Antikörper-Medikamente von zwei Herstellern bezogen (<a href="https://investor.lilly.com/news-releases/news-release-details/lillys-neutralizing-antibody-bamlanivimab-ly-cov555-prevented" target="_blank" rel="noopener">Ely Lilly</a> und <a href="https://investor.regeneron.com/news-releases/news-release-details/regenerons-regn-cov2-antibody-cocktail-reduced-viral-levels-and/" target="_blank" rel="noopener">Regeneron</a>, vielen vielleicht als Cocktail-Bestandteil der Therapie von Donald Trump bekannt). Erste Studienergebnisse lassen jedoch Zweifel für die Anwendung an schwer Erkrankten. Risikopatienten können sie jedoch vor schweren Erkrankungen bewahren.</p>
<p><strong><u>Antikörper-Therapie im Fokus – Wo liegt der Haken?</u></strong></p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Antikörper-Therapie im Fokus – Wo liegt der Haken</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Gewinnt man Blutplasma genesener Covid-19-Patienten, kann dies hunderte, leicht unterschiedliche Antikörper enthalten. Allerdings wirken nur einige davon <strong>neutralisierend</strong>, also „störend“: Sie binden auf der Virusoberfläche und verhindern entweder dessen die Bindung an die Wirtszelle. Oder sie stören die Strukturänderung der Proteine, wie hier des Spike-Proteins, das es kurz vor Eintritt in die Wirtszelle macht, um sich Eintritt in die Wirtszelle zu verschaffen. Der Türsteher hat somit volle Arbeit geleistet, es kommt gar nicht erst zur Aktivierung der Zellen des Immunsystems.</p>
<p>Hat man solche neutralisierenden Antikörper identifiziert, können sie im Labor massenhaft vermehrt werden und dann als sogenannte <strong>monoklonale Antikörper</strong> gezielt zur Behandlung von Covid-19-Patienten oder <strong>als passive Immunisierung</strong> eingesetzt werden. Eine solche Therapie entwickelt beispielsweise die <a href="https://magazin.tu-braunschweig.de/pi-post/auf-der-suche-nach-einem-antikoerper-medikament-gegen-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Technische Universität Braunschweig</em></a> in Zusammenarbeit mit dem Biotechnologieunternehmen <a href="https://www.yumab.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>YUMAB GmbH</em></a> im CORAT Konsortium.</p>
<p>Es gibt aber noch Haken: Die „<strong>Antibody-Dependent Enhancement</strong>“, d. h. eine von Antikörpern verursachte Verschlimmerung. Denn wenn die verabreichten Antikörper nicht 100% passen und das Virus nicht sofort neutralisieren, kann das Virus sogar noch leichter in Zellen eindringen. Ein weiteres Problem kann die Fähigkeit des Virus sein, zu <strong>mutieren</strong>. Teilweise reicht bereits eine strukturverändernde Mutation im Spike-Protein aus, um die Antikörper-Bindung zu verhindern. Es gibt aber auch hier bereits weiterführende Forschungen: Antikörper-Cocktails aus zwei Antikörpern, die an entscheidenden Stellen des Virus ansetzen, ohne sich dabei gegenseitig zu stören. Sie sollen die Mutationsmöglichkeit ausschließen und eine hohe Neutralisationspotenz besitzen (Science, <a href="https://science.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.abd0827" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doi: 10.1126/science.abd0827).</a></p>
<p>Auch die Herstellung künstlicher menschlicher Antikörper rückt auf den Plan. So konnten Forscher des <a href="https://www.helmholtz-hzi.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI)</em></a> aus einer Vielzahl künstlicher hergestellter Konstrukte 750 Antikörper finden, die an das Coronavirus andocken – als mögliche Therapieentwicklung zur akuten Behandlung von Patienten. An einem vielversprechenden Ansatz mit positiv überraschenden Ansätzen arbeitet auch eine <em>Forschungskooperation aus Köln, München, Tübingen, Marburg, Frankfurt und Israel</em>, wie im letzten Abschnitt „<em>Wie sind die Aussichten?</em>“ unten beschrieben ist.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Antikörper können aber immer nur als medikamentöse Akuttherapie dienen, für eine langanhaltende Immunität ist die aktive Immunisierung entscheidend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #333399;"><strong>II. Aktive Immunisierung</strong></span></h3>
<p>Mit herkömmlichen Impfstoffen werden entweder<strong> abgetötete oder abgeschwächte Viren</strong> verabreicht. Oder auch nur <strong>Virusteile</strong> – Antigene, wie etwa Oberflächen-Proteinen oder Zuckerketten. Diese wandern ins Lymphgewebe, wo Immunzellen sie erkennen und die Bildung <strong>Antikörpern</strong> angeregt werden soll. Auch das <strong>zelluläre Immunsystem</strong> soll auf den Plan rücken und <strong>Gedächtniszellen</strong> aktiviert werden. Bei einem späteren Kontakt des Geimpften mit dem Erreger ist das Immunsystem alarmiert und kann den Erreger zielgerichtet angreifen.</p>
<p><strong><u>Impfstoff-Arten bei COVID-19<br />
</u></strong></p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Lebendimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Dabei werden abgeschwächte (attenuierte) Viren verabreicht, die sich im Körper zwar vermehren können, aber keine Krankheit auslösen. Die Symptome können jedoch ähnlich sein, jedoch in abgeschwächter Form. Der Vorteil dieser Impfung: Unser Immunsystem erinnert sich an diesen Erreger sein Leben lang.</p>
<p>Zu deren Entwicklung macht man sich natürliche Mutationen zunutze: Wissenschaftler suchen im Labor spezifisch solche Virenexemplare heraus, bei denen ein passender Gendefekt vorliegt. Oder sie führen diese Gendefekte durch Bestrahlung oder Chemikalien herbei. Einsatz findet sich z. B. bei Pocken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken/Gürtelrose.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Totimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Für die Herstellung von Totimpfstoffen, wie z. B. für die Grippeimpfung, werden die Viren meist in Hühnereiern gezüchtet und mit Chemikalien im Anschluss zerstört. So erhält man Fragmente, etwa Teile der wichtigen Virenhülle, die als Antigen wirken und die das Immunsystem erkennt.</p>
<p>Der Vorteil: Das Infektionsrisiko ist aufgrund der chemischen Zerstörung extrem gering. Als Nachteil ergibt sich aber einen nicht sehr lange anhaltenden Impfschutz, was Auffrischungen nötig macht. Oftmals werden Zusätze, Adjuvanzien, eingesetzt, um einen ausreichenden Schutzeffekt zu erzielen.<br />
Einsatz findet sich z. B. bei: Keuchhusten, Poliomyelitis, Tollwut, FSME), Hepatitis A.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Vektorimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Bei Vektorimpfstoffen versuchen Wissenschaftler die nötige <strong>genetische Information</strong> zu den Antigenen, z. B. zu Oberflächenproteinen, <strong>in harmlose Trägerviren einzubauen</strong> und dieses Konstrukt als Impfstoff zu verimpfen. So nutzen beispielsweise die Kooperation aus der Oxford University und des schwedisch-britischen Konzerns <a href="https://www.astrazeneca.de/content/az-de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-und-die-universitaet-oxford-kuendigen-ein-wegweisendes-abkommen-zur-entwicklung-eines-impfstoffs-gegen-covid-19-an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AstraZeneca einen entschärften Adenovirus</a>, einem Schimpansen-Erkältungsvirus, als „Fähre“. Diesem Virus wurden die nötigen Gene genommen, um sich selbst in den menschlichen Zellen vermehren zu können. Stattdessen wurden sie mit einer Bauanleitung für das Spikeprotein von Sars-CoV-2 ausgestattet. Das Immunsystem erkennt die in der Zelle nachgebauten Corona-Proteine und bildet im Idealfall so die passenden Antikörper in ausreichenden Mengen. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen. Die deutsche Impfkommission empfiehlt aufgrund der anhand bisheriger Daten fraglichen Wirksamkeit bei Älteren, dass er nur an Menschen unter 65 Jahren ausgegeben werden soll.</p>
<p>Auch Johnson&amp; Johnson arbeitet an einen Vektorimpfstoff. Ende Januar zeigten ihre Daten der Phase-3-Studie, dass der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen aufweist. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent und nahm im Laufe der Zeit zu.</p>
<p>Die Kooperation aus dem Deutsches Zentrum für Infektionsforschung, der Universität München, der Universität Hamburg sowie Universität Marburg müssen ihr Vektor-Konstrukt überarbeiten. Sie konnten Anfang Oktober in die <a href="https://www.dzif.de/de/gruenes-licht-fuer-erste-klinische-pruefung-des-dzif-impfstoffs-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinische Prüfung starten</a>. Aufgrund der bisher schwachen Wirksamkeit bisher streben sie nun eine Optimierung an.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Genbasierte Impfstoffe: mRNA-Impfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Sie sind der Hype pur – genetische Impfstoffe. Der Clou dahinter: Man braucht hier nicht mal einen Vektor. Da sich Viren nicht selbst vermehren können, greifen sie auf die Maschinerie der Wirtszellen zu: Sie dringen in Zellen ein und lassen dort ihr Viruserbgut ablesen, das als Bauplan dient, um einzelne Teile des Virus nachzubauen. So lässt es sich vervielfältigen, um im Anschluss andere Zellen zu befallen. Diesen Trick nutzen nun Forscher: Spritzt man dem Körper einen genetischen Bauplan, kann in den Körperzellen dieser Teil des Erregers selbst gebaut werden. Und somit das Immunsystem mit einer möglichst <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umfassenden Immunantwort</a>, die einer natürlichen gleicht, reagieren lassen. Im Falle von Sars-CoV-2 geht es dabei meist um das Spike-Protein. Die große Unbekannte dabei: Die Methode ist noch relativ neu, bisher ist noch kein genetischer Impfstoff zugelassen. Da RNA im Gegensatz zu DNA nicht in das menschliche Erbgut eingebaut werden kann, ist diese <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener">mRNA-Impfstofftechnologie</a> sicher und besonders aussichtsreich.</p>
<p>Aufgrund der guten Daten aus Phase-3-Studien wurden sowohl der mRNA-Impfstoff der Kooperation Biontech/Pfizer (Mainz, USA) als auch der des US-Unternehmens Moderna bereits zugelassen. Das Tübinger Unternehmen, Vorreiter dieser mRNA-Technologie, strebt eine Zulassung bis Frühsommer an (ausführlicher Artikel: <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a>).</div></div>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Hersteller von Impfstoffen bei COVID-19 und der aktuelle Stand ist im folgenden Beitrag beschrieben:</strong></span></p>
<div id="attachment_2459" style="width: 463px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-welche-kandidaten-sind-besonders-aussichtsreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2459" class="wp-image-2459 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small.jpg" alt="Coronavirus-Impfstoffe" width="453" height="255" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-200x113.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-300x169.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-400x225.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /></a><p id="caption-attachment-2459" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-welche-kandidaten-sind-besonders-aussichtsreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p></div>
<h2>Wie sind die Aussichten?</h2>
<p>Es gibt Mikroorganismen, gegen die sich einfach keine Impfstoffe entwickeln lassen, wie z. B. gegen HIV und Hepatitis-C-Viren (HCV). Beide Viren sind sehr gut darin, unserem Immunsystem zu entwischen. Und die Immunantwort, die bisher entwickelte Impfstoffkandidaten in unserem Körper auslösen, schützen offenbar nicht vor einer Infektion.</p>
<p>Sollte es bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus genauso sein? Viele Forscher beschreiben, dass bisherige Studienergebnisse dagegensprechen. So entwickelten Rhesusaffen eine stabile Immunantwort, nachdem sie mit einem Impfstoff aus abgetöteten SARS-CoV-2-Viren behandelt worden waren, auch war eine Reinfektion nicht mehr möglich (<a href="https://science.sciencemag.org/content/369/6499/77.full" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science DOI: 10.1126/science.abc1932</a>, 03.07.2020). Ein Grund dafür kann sein, dass sie weniger variabel wie etwa HIV und HCV sind. Bei HIV und HCV hingegen kursieren innerhalb der Bevölkerung zahlreiche Versionen, die sich dazu ständig weiter verändern. Auch wenn sich das neue Coronavirus seit seinem erstmaligen Auftreten in China bereits verändert hat und die Version, erstmals in Europa identifiziert, nun als Wildtyp-Variante angesehen wird und dominiert, ist die Mutationsrate, verglichen mit Viren wie HIV oder Influenza, geringer.</p>
<p><strong>Und die neu auftretenden Virus-Varianten?</strong></p>
<p>Es hat sich aber gezeigt, dass das neue Coronavirus sein Erbgut umarrangieren kann, d. h. es kann kleine Bereiche seiner RNA mit anderen Coronaviren austauschen. Grippeviren machen dies etwas anders: Sie tauschen ganze Gensegmente aus, deshalb muss jedes Jahr der Grippe-Impfstoff angepasst werden. Coronaviren dagegen haben kein segmentiertes Genom. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass Veränderungen in dieser Größenordnung für diese Viren vorerst nicht zu erwarten sind.</p>
<p>Die neu auftretenden Varianten – britische, südafrikanische und brasilianische – werfen jedoch Spekulationen auf. Nicht nur zur erhöhten Übertragbarkeit, sondern auch zur Immunität: Ist man nach einer durchgemachten Infektion durch eine solche Variante möglicherweise nicht mehr so lange immun? Wirken die Impfstoffe gegen die neuen Varianten weniger gut? Auch wenn Biontech-Pfizer anhand bisheriger Studien keine Beeinträchtigung der Wirksamkeit durch die britische, südafrikanische Variante erwartet, sieht es mit der brasilianischen Variante anders aus. Verlässlichere Daten werden die kommenden Wochen liefern.</p>
<p><strong>Aber: </strong>Eine Immunität beruht <strong>nicht nur auf Antikörper</strong>, die im Blut patrouillieren. Es geht immer um das gesamte Immunitätsgeschehen, und das schließt neben Antikörpern <strong>auch Immunzellen</strong> ein. T- und B-Lymphozyten bilden zum einen Gedächtniszellen, die nach einer erneuten Infektion sowohl Antikörper neu bilden als auch weitere Immunzellen (z. B. Fresszellen) sowie Enzyme und Substanzen (wie Interferone) auf den Plan rücken lassen. Wie komplex unser Immunsystem ist, um Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen, ist <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> beschrieben.</p>
<p>Manchmal ist es einfach klasse, wenn wir Menschen so komplexe Kreaturen sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Passend zum Thema:</strong></p>
<p class="entry-title fusion-post-title fusion-responsive-typography-calculated" data-fontsize="30" data-lineheight="38.1px"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-hoechstleistungsrechnen-und-data-analytics-gegen-das-coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Höchstleistungsrechnen und Data Analytics gegen das Coronavirus</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coronavirus – Modellierungsstudien</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 18:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antigen-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Coronavirus-Modellierungsstudien über die Entwicklung der aktuellen Pandemie lassen aufhorchen. Was bringen die Maßnahmen und welche Perspektiven ergeben sich? Geschlossene Gewerbe und Schulen, Kontakt und- Ausgangsbeschränkungen. Weltweit werden Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus in den Griff zu kriegen. Die Bedrohung durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist überall angekommen. Doch damit ergibt sich eine  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3></h3>
<p><strong>Coronavirus-Modellierungsstudien über die Entwicklung der aktuellen Pandemie lassen aufhorchen. Was bringen die Maßnahmen und welche Perspektiven ergeben sich?<br />
</strong></p>
<p>Geschlossene Gewerbe und Schulen, Kontakt und- Ausgangsbeschränkungen. Weltweit werden Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus in den Griff zu kriegen. Die Bedrohung durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist überall angekommen.</p>
<p>Doch damit ergibt sich eine weitere Gefahr. Schnell kommt schnell das Gefühl der Ratlosigkeit auf – oder noch fataler: des Kontroll- und Moralverlusts. Der Leiter der Virologie an der Charité Berlin, Prof. Christian Drosten ergriff im NDR-Podcast schnell die Chance, an die Vernunft zu appellieren. Klares Handeln ist jetzt gefragt.</p>
<p>Dass Quarantänemaßnahmen und Kontaktverbote nötig sind, ist klar. Es gibt unzählige modellhafte Darstellungen zur exponentiellen Ausbreitung. Ebenso eindeutig ist aber auch: Mit zwei oder drei Wochen sozialer Isolation ist das Problem nicht gelöst.</p>
<p>Denn bei einer exponentiellen Virus-Ausbreitung werden die Menschen zwar schnell immun: Eine „Herdenimmunität“ und Stopp der weiteren Virusausbreitung werden erreicht, wenn voraussichtlich 60-70 % der Bevölkerung immun sind. Gleichzeitig aber werden die Kapazitäten des weltweiten Gesundheitssystems weit überschritten und unzählige Menschen werden sterben.</p>
<p>Um die Tausende Tote aufgrund Infektionen mit SARS-CoV-2 zu verhindern (aktuellen Zahlen: <a href="https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>), sind langfristige Maßnahmen notwendig. Aber was bedeutet das genau?</p>
<h3 id="Modellierungsstudie zur Eindämmung des Coronavirus"><strong>Modellierungsstudie zur Eindämmung des Coronavirus </strong><strong>SARS CoV-2</strong></h3>
<p>Am 24. März publizierten Forscher des <a href="https://www.imperial.ac.uk/news/196234/covid19-imperial-researchers-model-likely-impact/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Imperial College London eine Modellierungsstudie</a>. Die viel beachtete Studie analysierte die wahrscheinlichen Auswirkungen mehrerer Maßnahmen auf die Eindämmung und Unterdrückung der Ausbreitung des Coronavirus weltweit. Gerade diese Prognosen haben die aktuelle britische politische Strategie maßgeblich beeinflusst. Auch in Deutschland hat sich das <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-in-deutschland-vertrauliche-regierungsstudie-beschreibt-verschiedene-szenarien-a-1cafaac1-3932-434d-b4de-2f63bce0315d?utm_source=pocket-newtab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesinnenministerium</a> an dieser Studie orientiert.</p>
<p>Die Ergebnisse der Studie wurden im <a href="https://www.imperial.ac.uk/mrc-global-infectious-disease-analysis/news--wuhan-coronavirus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">9. Bericht des WHO-Kollaborationszentrums</a> für die Modellierung von Infektionskrankheiten veröffentlicht. Das Team hat sich dabei sich auf die Auswirkungen von fünf solcher <strong>Maßnahmen, allein und in Kombination</strong>, fokussiert:</p>
<ol>
<li>Isolierung folgender Personen zu Hause: diejenigen mit Symptomen der Krankheit (Husten und/oder Fieber) nach dem Auftreten der Symptome</li>
<li>Hausquarantäne: alle Haushaltsmitglieder von Personen mit Krankheitssymptomen bleiben 14 Tage lang nach dem Auftreten der Symptome zu Hause</li>
<li>„Social distancing“, wie es gerade bei uns in Deutschland und in vielen anderen Ländern gehandhabt wird: Kontakte außerhalb des Haushalts (Schule, Arbeitsplatz etc.) werden gemieden</li>
<li>„Social distancing“ der über 70-Jährigen, die am stärksten von schweren Krankheiten bedroht sind (z. B. Kontakt mit Verwandten einschränken)</li>
<li>Schließung von Schulen und Universitäten</li>
</ol>
<p>Die Durchführung nur von einzelnen der oben genannten Maßnahmen führte in der Studie zu ernüchternden Ergebnissen. Intensivbetten für schwerkranke Patienten würden weiterhin nicht ausreichend zur Verfügung stehen, ebenso wie Beatmungsgeräte.</p>
<p>Die Forscher stellten bei der Modellierung fest, dass Kombinationen von Maßnahmen zu einem von zwei Szenarien führen würden:</p>
<p><strong>Szenario 1</strong> (Verlangsamung der Infektionsausbreitung):</p>
<p>Die Maßnahmen würden die Ausbreitung der Infektion verlangsamen, aber nicht vollständig stoppen. Jedoch würde das Gesundheitssystem etwas entlastet und die am stärksten von schweren Krankheiten bedrohten Personen geschützt. Der Höhepunkt der Infektionswelle würde über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten im Sommer erreicht sein.</p>
<p><strong>Szenario 2</strong> (Unterdrückung der Infektionsausbreitung):</p>
<p>Die intensiveren Maßnahmen könnten die Übertragung zunächst unterbrechen und die Fallzahlen senken. Sobald diese Maßnahmen jedoch gelockert werden, würden die Fallzahlen wieder steigen. Dies birgt ein Risiko einer Folge-Epidemie in den Wintermonaten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wie sehen die berechneten Ergebnisse der beiden Szenarien aus? Im ersten Szenario wäre die optimale Kombination folgende: häusliche Isolation der Symptom-Fälle (Punkt 1 der Liste oben), häusliche Quarantäne (Punkt 2) und soziale Distanzierung der über 70 Jahre alten Menschen (Punkt 4). Damit ließe sich die Spitzenlast im Gesundheitswesen um zwei Drittel und die Zahl der Todesfälle um die Hälfte reduzieren.</p>
<p>Das zweite Szenario zielt auf eine Unterdrückung des Ausbruchs. Hier wäre die gesamte Maßnahmen-Kombination erforderlich. Also auch eine soziale Distanzierung außerhalb des Haushalts (Punkt 3) und zusätzlich Schul- und Universitätsschließung (Punkt 5). Damit einhergehend müssen immer die aktuellen Krankheitsdaten betrachtet werden. So könnten Maßnahmen im Laufe der Zeit vorübergehend gelockert, aber auch schnell wieder zu verschärft werden, sobald die Fallzahlen steigen. Gerade die fortlaufende Situation in Südkorea und China sollte dazu auch einbezogen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Zeitfenster für Medikamente und Impfstoffe</strong></h3>
<p>Dieses zweite Szenario erinnert also an On-Off-Beziehungen. Was gesellschaftspolitisch, sozial und wirtschaftlich tragbar ist, wird derzeit überall diskutiert. Die Modellrechnung besagt: Durch Kombination der Maßnahmen würde das Gesundheitssystem etwas entlastet, aber keine Herdenimmunität erreicht.</p>
<p>Es findet demnach eine Verschiebung statt, sobald wir uns alle wieder in der Gesellschaft treffen, türmt sich die Welle erneut auf. Jedoch mit einem Vorteil: Es ist Zeit gewonnen, um das medizinische Personal und die Versorgung aufzustocken. Vor allem aber auch Zeit, um ein Medikament zu entdecken bzw. weiterzuentwickeln.</p>
<p>Welche Ansätze es dazu bereits gibt, ist im Blog <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/">Coronavirus – Impfstoffe und Medikamente</a> beschrieben.</p>
<h3></h3>
<h3><strong>Wie ist das mit den Tests auf Coronaviren?</strong></h3>
<p>Je mehr getestet wird, desto weniger Infektionen bleiben unerkannt. Es ist außerdem wichtig die Infektionsketten zu kennen um entsprechend zu reagieren. Ein wichtiger Aspekt für Voraussagen über den Epidemie-Verlauf und somit für eine Entscheidungsbasis zu weiteren Maßnahmen sind die Fallzahlen.</p>
<p>Doch wie lassen scih die Daten reaitätsnahl darzustellen? Dazu müsste korrekterweise auch die Dunkelziffer berücksichtigt werden, also die unentdeckten Fälle mit leichten oder unerkannten Symptomen. Bei einer hohen Dunkelziffer von nicht erfassten Fällen wird auch die Zahl der Todesfälle zu hoch dargestellt.</p>
<p>Der aktuell verfügbare PCR- Test ist früh im Infektionsgeschehen anwendbar. Es konnte inzwischen bestätigt werden, dass sich sehr früh im Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion große Mengen des Virus im Rachen befinden.</p>
<p>Selbst wenn in Deutschland vergleichsweise viel getestet wird, ist aktuell eine flächendeckende Testung noch nicht möglich. Bisher wird dazu das PCR-Verfahren angewandt: Bereits im Januar hat Prof. Drosten, Leiter der Charité Berlin mit seinem Team diesen Test entwicklet und weltweit zur Verfügung gestellt. Erfarung hat  der Virologe genug, bereits bei der SARS-Epidemie von 2003 konnte er den Test entwicklen und forscht seitdem noch intensiver an Coronaviren.</p>
<p>Das PCR-Verfahren ist zwar hochsensitiv, kommt jedoch aufgrund der großen Testzahlen an seine Grenzen. Es müssen alle Fälle getestet werden, als flächendeckende Methode kann die bisherige Labor-Methode alleine zunächst nicht dienen. Deshalb wird aktuell das Testpensum erhöht: Im Labor Berlin, Europas größtes Krankenhauslabor, werden in einer großen Hightech-Maschine die Abläufe weitgehend automatisiert, sodass als 3.000 Corona-Tests pro Tag damit möglich sind. Es sind jedoch jetzt schon Engpässe in den Diagnostiklaboren zu verzeichnen. Sowohl Fachpersonal als auch Laborausrüstung wird knapp.</p>
<h3>Aussichten</h3>
<p>Doch es gibt gute Aussichten: Bald sind auch Antigen-Tests verfügbar. Im Gegensatz zur PCR-Methode, welche die Nukleinsäure des Virus nachweist, werden hier spezifische Virusproteine aufgespürt. Auch wenn Antigen-Tests nicht so sensitiv sind wie die PCR-Tests, sind die Ergebnisse vielverprechend: In Validierungsstudien hat sich der Test gerade in der ersten Infektionswoche als geeignet erwiesen, da dann das Virus im Rachenabstrich in großen Mengen vorliegt. Falsch-negativ könnte der Test allerdings ab der zweiten Woche nach Infektion sein, wenn sich das Virus weniger im Rachen befindet und verstärkt in die Lunge verlagert. Da aber die klassische Testsituation der Beginn der Symptomatik darstellt, sind Antigentests ein wirklicher Lichtblick: Sie sind schnell und günstig herzustellen. So könnten sie bald die PCR-Tests ergänzen und zum Großeinsatz kommen.</p>
<p>Auch Antikörpertests auf den Coronavirus sind in Kürze verfügbar. Hier muss man jedoch differenzieren: Die seit einigen Tagen kommerziell verfügbaren Antikörpertests, meist aus Asien, sind noch nicht ausreichend geprüft. Sie könnten demnach eine gewisse Fehlerrate aufweisen. Es besteht also ein Risiko, dass sie ein falsch negatives Ergebnis liefern, der Test also trotz Virusbefall nicht anschlägt.</p>
<p>Generell gilt bei Antikörpertests: Sie weisen keine Viruspartikel nach, sondern Antikörper gegen das Virus. Das Fatale daran: Die Antikörper werden jedoch die im Laufe unserer Immunreaktion erst in der zweiten Woche, nach rund 10 Tagen, gebildet. In der Anfangsphase der Infektion ist man „blind“, ein negativer Test hat somit keine Aussagekraft.</p>
<p>Im umgekehrten Fall jedoch hat man es schwarz auf weiß: Ist der Test positiv, sind Antikörper gebildet. Somit ist nachgewiesen, dass die getestete Person immun ist. Antikörpertests werden aktuell intensiv geprüft, in Kürze sollen valide Antikörpertests verfügbar sein. Damit könnten großflächig Personen, allem voran aus der Gesundheits- und Pflegebranche, getestet werden, um eine mögliche Immunität festzustellen. Dies würde ein sicherer Einsatz dieser Personengruppen ermöglichen und auch knappe Ressourcen sparen, da z. B. auf spezielle Schutzausrüstung verzichtet werden kann.</p>
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