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	<title>BioNTech Archive - Redaktion Text Idee</title>
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	<description>Redaktionsbüro Simone Giesler</description>
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	<item>
		<title>COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2020 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert 16.12.21) mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?   Das große  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert 16.12.21)</span><strong> mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das große Ziel in der Corona-Pandemie ist die Immunität der Bevölkerung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Im Fokus liegt hier eine erfolgreiche, flächendeckende Impfung. Dabei soll ein weitgehend vollständiges Anwerfen des Immunsystems erreicht werden, als <strong>ausgewogene Immunantwort</strong>.</p>
<p>Zum einen sollen für eine gute Immunantwort neutralisierende Antikörper gebildet werden, die direkt an die Viruspartikel binden und sie daran hindern, eine Zelle effektiv zu infizieren. Auch weitere bindende Antikörper sollen auf den Plan rücken, etwa solche, die sich gegen bestimmte Oberflächen-Molekülbereiche richten. Zum anderen geht es um zelluläre Immunität. Und hier ist die Balance besonders wichtig: Das Zusammenspiel in der T-Zell-Aktivierung mit T-Helferzellen, T-Killerzellen, regulatorischen und Gedächtniszellen sowie Botenstoffen (Interferon) muss passen. Denn schließlich wünscht man sich, eine Infektion durch das neue Coronavirus effektiv zu vereiteln bzw. die Schwere einer Erkrankung stark abzumildern.</p>
<p>Vor allem <strong>mRNA-Impfstoffe</strong> rücken dabei in den Fokus. Sie haben <strong>entscheidende Vorteile</strong>: Während bei Totimpfstoffen mit abgetöteten Erregern das Immunsystem nicht immer vollständig aktiviert und die Balance auf T-Zell-Ebene nicht immer ausgewogen sein kann, ist durch mRNA-Impfstoffe eine weitgehend umfassende Immunantwort möglich. Zudem wird die Impfstoff-RNA schnell abgebaut, sodass keine Rückstände im Körper verbleiben. Lebend-Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern bewirken zwar meist eine gute Immunantwort, jedoch sind Entwicklungs- und Herstellungsverfahren eher aufwendig. Dagegen lassen sich mRNA-Impfstoffe relativ einfach und kostengünstig herstellen, sobald ein gutes Konstrukt gefunden ist: Denn anders als bei herkömmlichen Vakzinen muss es nicht erst mühsam in Kultur herangezüchtet und inaktiviert werden. Vielmehr wird nur die Bauanleitung des Antigens produziert. Der menschliche Körper wird so selbst in die Lage versetzt, die spezifischen Proteine herzustellen. Mit dem Auftrag, eine gezielte Immunantwort auszulösen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Elegante Konstrukte</strong></span></h3>
<p>Elegant sind genetische Impfstoffe, die die Baupläne für das Oberflächenprotein (wie das Spike-Protein oder Teile davon) des neuen Coronavirus enthalten. Im Körper verimpft, können die Baupläne in den Zellen von unseren Proteinfabriken (Ribosomen) abgelesen werden. Somit werden die entsprechenden Virusproteine vom Körper selbst hergestellt. RNA-Impfstoffe haben gegenüber DNA-Impfstoffen einen Vorteil: RNA-Moleküle verbleiben im Zellplasma und bergen nicht das unkalkulierbare Risiko, in das Wirtsgenom eingebaut zu werden. Auch können Zellen RNA nicht in DNA umwandeln, da der menschliche Körper keine Enzyme dafür besitzt. Retroviren wie HIV haben zwar solche Enzyme (sogenannte Reverse Transkriptasen), diese können aber spezifisch nur die eigene Virus-RNA ablesen.</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt, den aktuell Wissenschaftler bei Untersuchungen zur Sinusvenenthrombose beschrieben haben (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Da mRNA im Zytosol übersetzt und die Spike-Proteine dort anschließend modifiziert werden, findet kein sogenannter Spleißvorgang statt. Denn dieses Herausschneiden von Abschnitten geschieht nur im Zellkern. Im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen existiert bei mRNA-Wirkstoffen somit keine Gefahr unerwünschter kürzere Proteinvarianten, die in löslicher Form in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen könnten.</p>
<p>Die Technologie verspricht, vergleichsweise sicher zu sein, da der Impfstoff keine fremden Virusbestandteile enthält. Und sie erlaubt eine gewisse Flexibilität: Denn der Impfstoff lässt sich sehr schnell an das Genom eines Erregers anpassen.</p>
<p>Und die Hürde? Das Molekül <strong>mRNA ist von Natur aus instabil</strong> und wird relativ schnell abgebaut. Als Medikment generell gut, könnte man meinen, so müsse man sich nicht um die Entsorgung im Körper Gedanken machen. Allerdings muss das Biomolekül überhaupt erst in die Wirtszelle gelangen. Dort angekommen, müssen sie der Proteinfabrik, den Ribosomen, auch lange genug zur Verfügung stehen, damit das Protein im ausreichenden Maß gebildet werden kann.</p>
<p>Entscheidende Kenntnisse über die Wirkung des RNA-Moleküls erlangte aber bereits in den 90er-Jahren die Wissenschaftlerin <a href="https://www.bostonglobe.com/2020/11/10/metro/inside-quest-covid-19-cure/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Katalin Kariko</strong> an der Universität Pennsylvania</a> in den USA. Hatte man lange nicht an ihre Forschung geglaubt, haben die von ihr entdeckten Zusammenhänge zwischen mRNA und Immunreaktion inzwischen einen Weg aus der Covid-19-Pandemie bereitet: Ihre Entdeckungen zur modifizierten mRNA führten zu den Impfstoffen, die <strong>BioNTech</strong> aus Mainz und <strong>Moderna</strong> aus Massachusetts entwickelt haben. Auch das Tübinger Unternehmen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit diesem Biomolekül und hat eine Entdecker- und Vorreiterrolle in der Entwicklung der mRNA-Technologie eingenommen, die auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten vielversprechende Ansätze findet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Das Grundrezept</strong></span></h3>
<p><strong>Im Grunde benutzen alle mRNA-Entwickler die gleiche Zutat</strong>: den Code eines bestimmten Proteins. In diesem Fall den Code eines Oberflächenproteins des neuen Coronavirus, dem Spike(S)-Protein, oder Teile davon. Hier kommt der erste Grund für die schnelle Impfstoff-Entwicklung zutage: Aufgrund bekannter Daten der genomischen Sequenz verwandter Coronaviren (MERS, SARS-1) konnte die komplette DNA-Sequenz des neuen Coronavirus bereits im Januar 2020 entschlüsselt werden. Das neue Coronavirus unterscheidet sich nur in wenigen Bereichen von seinen Verwandten. Man kannte von diesen nahe verwandten Coronaviren bereits das Spike-Oberflächenprotein, das an die Wirtszelle bindet und das durch Antikörper gut angreifbar ist. <strong>Ohne dieses Vorwissen hätte es Jahre gedauert, das angreifbare Target zu finden</strong>.</p>
<p>Das <strong>Ziel bei der Entwicklung des Konstrukts</strong>? Die künstlich hergestellte RNA (z. B. für das komplette Spike-Protein) soll von der körpereigenen zellulären Maschinerie in Protein übersetzt werden. Damit reiht sich die künstlich hergestellte RNA ein in die zahllosen, natürlich vorkommenden RNA-Molekülen in unseren Zellen, die von den Ribosomen übersetzt und im Zytosol nachträglich gespalten und modifiziert werden. Die entstandenen Häppchen des Spike-Proteins werden dann auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, was eine Immunreaktion in Gang setzt. So wird eine <strong>natürliche Infektion durch SARS-CoV-2 nachgeahmt</strong>.</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die Herstellung der mRNA</span><br />
</strong></h3>
<p>Im Labor lässt sich zunächst der DNA-Strang des Spike-Proteins anhand der Anfang des Jahres ermittelten Sequenz künstlich herstellen. Die DNA dient als Schablone, von der die mRNA* erstellt wird. Das instabile Biomolekül muss nun stabilisiert werden. An dieser Stelle kommen die Feinheiten der Rezeptur ins Spiel, die Hersteller-eigen sind. Zusammen stellt dies mit weiteren Aufbereitungsschritten ihre Kernkompetenz dar. Auch wenn die Hersteller vom gleichen Bauplan ausgehen, baut jeder auf seine Erfahrungen mit seiner <strong>Plattform-Technologie</strong>. So setzen BioNTech und Moderna für ihre COVID-Kandidaten chemisch modifizierte Nukleotide** ein, die vor frühzeitiger Erkennung und Inaktivierung der fremden RNA durch Immunzellen schützen sollen. CureVac hingegen hat bisher  auf natürliche mRNA gesetzt und auch den COVIS-Impfstoff der zweiten Generation auf dieser Basis optimiert. Der Fokus liegt hier im Baukasten der RNA: im Aufbau und Anordnung der Codons, also des Tripletts aus drei aufeinanderfolgenden Nukleotiden.</p>
<p>Einige Grundprinzipien zur Herstellung der mRNA sind in der nachfolgenden Tabelle genannt, die von den Herstellern individuell und auch leicht abweichend verfolgt werden.</p>
<table width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>*Das Umschreiben von DNA in mRNA, der Boten-RNA, wird Transkription genannt. Dabei wird die doppelsträngige DNA zunächst in Einzelstränge zerlegt. Anschließend erstellt ein Enzym anhand der einzelsträngigen Matritze eine Kopie als RNA: Sie unterscheidet sich von der DNA in den Zuckermolekülen und einem der vier Basen (statt Thymin der DNA wird an der RNA-Kette ein Uracil angehängt). Erst der entstandene RNA-Strang kann in Protein übersetzt werden.</em></span></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>**ein Nukleotid ist ein Grundbaustein der DNA bzw. RNA, bestehend aus einem Phosphat-, einem Zuckeranteil und einer von vier Basen. Bei DNA sind die Basen: Cytosin, Guanin, Adenin, Thymin; bei RNA ist Thymin durch Uracil ersetzt.</em></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fertig. Zumindest der mRNA-Strang. Doch wie bekommt man ihn in die menschliche Zelle? Anders als sogenannte Vektorimpfstoffe (z. B. der Impfstoff von AstraZeneca), die Trägerviren als &#8222;Transporter&#8220; nutzen, setzen mRNA-Impfhersteller auf <strong>Nanopartikel</strong>. Understatement ist hier gefragt, schließlich sollen diese Hüllbläschen keinen Alarm des Immunsystems auslösen. Deshalb ähneln sie der Zellmembran: Meist handelt es sich um Lipidnanopartikel (LNPs), winzig kleine Tröpfchen aus fettartigen Substanzen. Sie umschließen die RNA und schützen sie so vor Enzymen. Selbst wenn Fresszellen einige Lipidnanopartikel verdauen, verschmelzen genügend Partikel mit der Zellmembran und geben in der Zelle (Muskelzellen, Immunzellen) ihren Inhalt, die RNA, frei.</p>
<p>Eine Gratwanderung: Die Ladung der Nanopartikel an den Außenschichten muss positiv genug sein, um die negativ geladenen RNA an sich zu binden, zu umhüllen und um mit der negativ geladenen Zellmembran zu fusionieren. Anschließend, in der Zelle, müssen die Nanopartikel die RNA aber auch wieder &#8222;loslassen&#8220;. Hier hat jeder Hersteller seine eigene Formulierung, die auch einen Effekt auf die Temperaturstabilität haben kann. Die häufig verwendeten lipidhaltigen Bestandteile selbst sind jedoch etablierte pharmazeutische Hilfsstoffe, von denen bereits umfangreiche Toxizitätsprüfungen durchgeführt wurden. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zellschädigend (zytotoxisch) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table style="height: 1066px;" width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #333333;"><strong><span style="color: #5f7496;">Wie sind mRNA-Medikamente aufgebaut?</span><br />
</strong></span><span style="color: #808080;">(genannt sind Grundprinzipien. Unternehmen verfolgen individuelle, abweichende oder weitere Ansätze)</span></td>
<td width="19"></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567">
<ul>
<li><span style="color: #5f7496;">Für das gewünschte Protein wird der <strong>Code erstellt</strong>. Zunächst wird im Labor die künstliche DNA hergestellt. Daraus wird dann die einzelsträngige mRNA abgeleitet. Sie muss noch optimiert werden:</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Die Reise von synthetisch hergestellter RNA im Blut der Geimpften würde schnell beendet werden: Fresszellen oder Enzyme würden sie schnell zerstören. Auch eingeschleust in Trägerviren (Vektor) kann das RNA-Molekül nach Verschmelzen mit der Zellmembran als fremd erkannt und vernichtet werden. Deshalb werden beide Enden des Biomolekuls modifiziert – sie erhalten eine <strong>Kappe, um die mRNA zu stabilisieren</strong> und die Übersetzung in Protein effizienter zu machen. Ein solches „Capping“ findet auch mit natürlich vorkommender RNA in Zellen statt.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Stabilisierungen</strong>, am Beispiel von SARS-CoV-2: Bei Infektion bindet das Virus mit seiner Rezeptorbindestelle (RBD) an Rezeptoren der menschlichen Zelle (ACE-Rezeptoren). Im <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener">Eindringprozess des Virus</a>, also bei der Fusion zwischen Virus und Wirtszelle, ändert sich die Gestalt des Virus-Oberflächenproteins (Spike-Proteins): Die „Präfusions-Konformation“ geht dabei kurz vor Zelleintritt in andere Struktur über. Bei der Entwicklung des Impfstoffdesigns strebt man an, die Präfusions-Konformation zu stabilisieren. Dazu werden zwei Prolinmutationen eingeführt.<br />
An bestimmten D</span><span style="color: #5f7496;">omänen des Spike-Proteins können Antikörper binden. Das ist genau der Angriffspunkt:  <strong>Neutralisierende Antikörper</strong> sollen durch Bindung das Virus am Zelleintritt stören. Zusätzlich soll auch die Bindung weiterer Antikörper an mehreren Domänen ermöglicht werden. <strong>Bindende Antikörper</strong>, die das Antigen nicht direkt neutralisieren, wirken auf das zelluläre Immunsystem ein. Letztendlich können so T-Zellen aktiviert werden, die virusbefallene Zellen zerstören, Gedächtniszellen ausbilden sowie Antikörper-bildende Zellen auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Das gewünschte Protein, das eine Immunantwort hervorrufen soll (z. B. das ganze Spike-Protein oder Teile davon), muss für eine gute Wirkung im Körper in ausreichender Menge produziert werden. Dazu wird zum einen der regulatorische Bereich an beiden RNA-Enden angepasst. Aber auch der Bereich, der in das gewünschte Protein übersetzt wird („Open-Reading-Frame“), wird optimiert: Die RNA erhält eine <strong>stärkende Startersequenz</strong>, damit sie in der Zelle bevorzugt abgelesen wird. Und <strong>Wiederholungssequenzen</strong> stellen sicher, dass ausreichende Mengen des gewünschten Proteins hergestellt werden.</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Um in die Zelle gelangen und dort in Protein übersetzt zu werden, muss die RNA vor Enzymen geschützt verpackt werden, z. B. als <strong>Lipid-Nanopartikel</strong>. Gleichzeitig soll es so nicht besonders „auffällig“ erscheinen und das Immunsystem nicht sofort auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Chemische Modifikationen</strong> erhöhen ebenfalls die Stabilität: Sie können die Syntheserate des Proteins erhöhen und somit die Immunstimulation beeinflussen. Hier gibt es verschiedene Ansätze, die Kernkompetenzen der einzelnen Hersteller (wie BioNTech und Moderna) sind. <strong>Aber auch unmodifizierte mRNA</strong> ,wie CureVac sie nutzt, kann in der Immunstimulation und Proteinexpression ausreichend sein. An dieser Stelle spielt u. a. die Wahl der Codons* eine wichtige Rolle. Die Entwickler gehen mit ihren Plattformen unterschiedlich vor, manche mit, manche ohne chemische Modifikationen.<br />
<em>*Ein Codon ist eine Anordnung von drei hintereinandergeschalteten Nukleotiden. Jedes Codon steht für eine Aminosäure, wobei das 3. Nukleotid zum Erhalt derselben Aminosäure etwas variabler ist. Ein Spielansatz, um die RNA möglichst gut zu stabilisieren. Je nach Anordnung der Codons auf der mRNA werden entsprechende Aminososäuren zugeordnet und diese, wie auf einer Perlenkette, hintereinander verknüpft. Je nach Anordnung der Aminosäuren faltet sich diese Kette entsprechend – was bedeutend für die Funktion des entstandenen Proteins ist. Es gibt aber auch Codons, die nicht in Protein übersetzt werden. Sie haben vor allem regulatorische sowie auch Immun-Funktionen.</em><br />
</span></li>
<li><span style="color: #333333;"><span style="color: #5f7496;">Adjuvanzien unnötig: Da das mRNA-Design eine gewisse „angeborene“ Stimulationsfunktion hat, kann auf den Effekt der verstärkenden Zusätze verzichtet werden. Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und CureVac verwenden keine Adjuvanzien. </span><br />
</span></li>
</ul>
</td>
<td width="19"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Im Fokus: Sicherheit<br />
</span></h3>
<p>Generell gilt: Neben der Wirksamkeit ist immer auch die Sicherheit zu belegen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen verschärft: Demnach muss zwei Monate lang bei der Hälfte der Probanden einer Impfstoffstudie eine Wirkung beobachtet werden. Diese 2-Monats-Frist startet gemäß FDA ab Verabreichung der letzten für eine Immunisierung nötige Impfdosis. Dabei muss die Datenlage über Nebenwirkungen und Infektionen unter den Probanden präzise dargelegt werden.</p>
<p>Im Zuge der Studien muss untersucht werden, <strong>welche Effekte eine Dosis mRNA im Körper auslöst</strong>. Wie lange bleibt sie im Körper? Könnte das Biomolekül noch weitere Prozesse im Körper anstoßen? Die Angst, dass sich RNA ins Genom integrieren könnte, ist rein von der Natur des Biomoleküs ausgeschlossen: Die einzelsträngige RNA ist anders aufgebaut als doppelsträngige DNA und RNA kann nicht durch die Kernmembran in den Zellkern gelangen. Viele der genannten Fragen zur mRNA-Technologie wurden schon lange vor der COVID-19-Pandemie in Studien unter die Lupe genommen und die Ergebnisse publiziert. Seit über 20 Jahren wird dazu an Tieren und an Zellen im Labor geforscht, einige Wirkstoffe wurden auch bereits am Menschen getestet, wie etwa der Tollwut-Impfstoff von CureVac (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31665-3/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lancet, 2017</a>). Die Wirkstoff-mRNA wird – wie jede andere mRNA in unserem Körper auch – nach ihrem Ablesevorgang sehr schnell abgebaut. Es ist eher eine Herausforderung, sie in eine Zelle zu schleusen und lange genug stabil zu halten, wie in etlichen Studien untersucht und veröffentlicht worden ist (z. B. <a href="https://www.nature.com/articles/nrd.2017.243" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature, 2018</a>). Die Prüfung auf Sicherheit schließt ebenso die der Verpackungshülle, der Lipid-Nanopartikel, ein. Dies wird auch <a href="https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/sicherheit-wirksamkeit-impfstoff/9-coronavirus-impfstoff-covid-19-sicherheit-lipidnanopartikel-mrna-impfstoffe.html;jsessionid=94B69742AFF61B3DEB192367C0A00043.intranet231" target="_blank" rel="noopener">vom Paul-Ehrlich-Institut geprüft</a>. Demnach sollen die Fettkügelchen im Körper ähnlich wie mit der Nahrung aufgenommene Fette behandelt werden, d.h. in ihre Bestandteile zerlegt, verarbeitet und abgebaut werden.</p>
<p>Potenzielle späte Nebenwirkungen können – wie bei jeder anderen Impfstoffentwicklung, auch gegen andere Erreger – zwar zum jetztigen Zeitpunkt nicht abgesehen werden. Dazu bräuchte man Jahrzehnte. Die bisherige Datenlage, Art der Herstellung ohne Fremderregerbestandteile, Natur der mRNA, lange Erfahrung mit der Technologie und auch vergleichsweise hohe Probandenzahl stimmen Wissenschaftler jedoch durchweg positiv.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Schnelle Entwicklung – vorschnelle Rückschlüsse<br />
</span></h3>
<p>Bei all dem Vorwissen der Technologie seit über 20 Jahren mag man sich fragen, warum noch kein Medikament auf mRNA-Basis entwickelt wurde. Und warum jetzt beim COVID-19-Impfstoff in solch einer Rekordzeit? Sehr schnell lassen sich Rückschlüsse ziehen, dass dies zulasten der Sicherheit gehen könnte. Zunächst einmal muss man berücksichtigen, dass das Virusprotein ein relativ einfaches Antigen darstellt und gut hergestellt werden kann – verglichen zur Herstellung von mRNA-Konstrukten gegen einige andere Erreger oder gar zur Krebstherapie. Gerade bei Krebserkrankungen spielen viele Proteine eine Rolle und die Entwicklung ist entsprechend komplizierter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Für die schnelle Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es einige Gründe:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Rohdaten:</strong> Im Gegensatz zu unbekannten Viren konnte man bei SARS-CoV-2 aufgrund vorhandener Sequenzdaten der verwandten Viren SARS und MERS das genetische Konstrukt sehr schnell entwickeln. An diesem Virustyp forscht man schon Jahrzehnte und kennt daher die angriffsempfindliche Stelle, das Spike-Protein, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste. Auch die Faltung des Proteins war in Grundzügen bekannt.</li>
<li><strong>Konstrukt:</strong> Die genannten bekannten Daten über das Spike-Protein bzw. ihrer zugrunde liegende RNA sind in die mRNA-Plattform eingeflossen: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie dient als Grundlage für die Erstellung des neuen Konstrukts, das in präklinischen Studien getestet wird/wurde. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</li>
<li><strong>schnelle Methode:</strong> Keine langwierige Zellkultur oder Produktion in Hühnereiern (wie beim Influenza-Impfstoff), sondern schnelle synthetische Produktion, die zudem schnell anpassbar ist.</li>
<li><strong>Rückenwind:</strong> Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</li>
<li><strong>Anzahl der Probanden:</strong> Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</li>
<li><strong>Studienzentren:</strong> Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</li>
<li><strong>COVID-Behörden auf der Überholspur</strong>: Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</li>
<li><strong>Risikobereitschaft:</strong> Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</li>
</ul>
<p>In der Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die mRNA-Impfstoff-Entwickler</span></strong></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>BioNTech/Pfizer</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
</strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Mainzer Biotech-Firma BioNTech</span></strong> kooperiert mit dem US-Unternehmen Pfizer. Neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten entwickelt das Unternehmen Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® gegen COVID-19 enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong><br />
Bereits Anfang Oktober 2020 konnten BioNTech/Pfizer den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einleiten. Damit konnte der Zulassungsprozess beschleunigt werden, während die Phase-3-Studien weiterliefen, bis 164 Infektionsfälle eingeschlossen waren. In der EU und auch vom Paul-Ehrlich-Institut wird diese Zahl für eine Zulassung bislang als nötig erachtet.</p>
<p>Die zugrunde liegenden Daten bauen auf die ursprüngliche Form des Virus auf. Ende 2020 wurden die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie des Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u> veröffentlicht:</p>
<ul>
<li>In der Studie, die in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa an rund 150 Studienzentren durchgeführt wird, wurden dabei über 43.660 Probanden eingeschlossen<em>. </em>Die Hälfte erhielten den Impfstoff, die andere ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Hersteller im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>Sowohl Wirksamkeit wie auch das Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Das Impfschema besteht aus zwei Dosen à 30 µg. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung: Die Probanden zeigten einen 95%igen Impfschutz, auch bei über 65-Jährigen lag er über 94 %.</li>
<li>Insgesamt traten 170 bestätigte COVID-19-Fälle auf, davon 162 Fälle in der Placebogruppe und 8 Fälle in der Gruppe der Geimpften.</li>
<li>Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich, schwere Nebenwirkungen konnten laut Hersteller nicht festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Wichtig dabei ist aber – wie bei allen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Jonhson) – dass auch die zweite Impfung wahrgenommen wird, denn mit nur einer Impfdosis fällt die Wirksamkeit gegen die Deltavariante rasant ab.  Fortlaufende Studien geben weiter Aufschluss. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage.</p>
<p><strong>Unterstützung und Perspektiven</strong><br />
Startkapital erhielt BioNTech u . a. 2007 von Thomas und Andreas Strüngmann, den Gründern von Hexal. Im September 2020 unterstützt der BMBF durch eine <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung des Mainzer Unternehmens sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland. Dazu übernimmt BioNTech vom Schweizer Konzern <a href="https://www.novartis.de/aktuelles/pressemitteilungen/novartis-produktionsstandort-marburg-geht-biotechnologie-unternehmen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novartis die biotechnische Produktionsanlage in Marburg</a>. Sie soll zur größten europäischen Fertigungsanlage gentherapeutischer Impfstoffe ausgebaut werden. Das Werk in Marburg,  für das die EMA Ende März &#8217;21 die Zulassung erteilte, wird voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte mit den Auslieferungen beginnen. Geplant sind für das erste Halbjahr &#8217;21 rund 250 Millionen Dosen, für die Zukunft ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr. Bislang produziert BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und dreizehn Orten von Produktionspartnern, wie <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/">Rentschler Biopharma SE</a>: Das Unternehmen aus Laupheim soll die flüssige Ausgangsbasis für den Wirkstoff reinigen, konzentrieren und steril abfüllen.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Moderna</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Der Impfstoff von <strong>Moderna</strong> (Handelsname: Spikevax) enthält mit 100 μg RNA pro Dosis, verglichen mit BioNTech (30 µg). Er ist seit 06. Januar 2021 auch in der EU für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Auf Grundlage neuer Daten zu seltenen Myokarditis-Fällen bei jüngeren Personen empfiehlt des Paul-Ehrlich-Institut (PEI), den Moderna-Impfstoff bei Personen über 30 Jahren. Für Menschen ab 30 Jahren besteht laut PEI nach der Impfung mit Spikevax kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung.</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong></p>
<p>Im November 2020 hat das US-Unternehmen <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy">Zwischenergebnisse mit einer 94,5%igen Wirksamkeit</a> aus den Phase-III-Studien veröffentlicht (in: <a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2022483" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>). Seit Juli 2020 wurden über 30.000 Personen mit ihrem Kandidaten mRNA-1273 oder einem Placebo geimpft. Unter ihnen traten 196 Fälle von Covid-19 auf, darunter 185 der Probanden, die lediglich das Placebo erhalten hatten. Nur 11 der geimpften Freiwilligen erkrankten an Covid-19, jedochs keiner von ihnen schwer. Als Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit unter 10 Prozent wurden Schmerzen an der Einstichstelle sowie kurzzeitige Muskel- und Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen genannt.</p>
<p>In <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-publication-results-pivotal-phase-3-trial" target="_blank" rel="noopener">abschließenden Studien</a> konnte die hohe Wirksamkeit von 94 % bestätigt werden.</p>
<p>Der Moderna-Impfstoff ist bei 5 °C lagerfähig (ca. 30 Tage; bis zu 6 Monate bei -20°C).</p>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine &#8222;moderate Reduzierung der Wirksamkeit&#8220; genannt. Wie bei allen alnderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend. Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
<p><strong>Unterstützung</strong><br />
Moderna wird von der US-Regierung im Rahmen von Operation Warp Speed unterstützt, einem Programm, das sich vor allem auf Impfstoffentwicklung konzentriert. Dadurch konnte sich das Unternehmen in der mRNA-Technologie etablieren. Es setzt für einzelne Herstellungsschritte, Qualitätskontrolle und Distribution auf ein Netzwerk, bei dem verschiedene Partner in der USA und auch der Schweiz (Lonza) beteiligt sind.</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>CureVac</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Tübunger Firma CureVac</span></strong> hat bei ihrem Konstrukt CVnCoV eine vergleichbar geringe Wirkstoff-Konzentration (12 µg) eingesetzt, mit dem Ziel, starke Schutzwirkungen bei gleichzeitig möglichst geringem Nebenwirkungsprofil zu erzeugen. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrung mit der mRNA-Plattform hat CureVac auch für die Enwticklung des COVID-Impfstoffs nicht chemisch modifizierte RNA eingesetzt, also rein natürlich vorkommende RNA.</p>
<p><strong>Später Einstieg in Phase 2b/3</strong></p>
<p>Das Tübinger Biotech-Unternehmen startete mit CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Gründe dafür sind vielschichtig. Entscheidende Rollen spielen u. a. die längere Entwicklungsphase zu Erstellung eines niedrigdosierten und temperaturstabilen Wirkstoff-Konstrukts mit möglichst geringem Nebenwirkungsprofil, das geringere Startkapital zu Beginn der Pandemie und die vergleichsweise spät eingegangenen Kooperationen. Zum Startpunkt der Phase 3 waren die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und kurz darauf auch die Vektorimpfstoffe bereits zugelassen. So konnte das Tübinger Unternehmen erst im April die insg. 40.000 Probanden rekrutieren, da die Bereitschaft aufgrund zugelassener Impfstoffe sank. Auch wurde die Verfügbarkeit einiger Komponenten zur Herstellung zu diesem späteren Zeitpunkt mehrfach eingeschränkt.</p>
<p><strong>Ergebnisse und Aussichten</strong></p>
<p>Rund 25 % der Studien fanden in Europa, 75 % in Lateinamerika (v. a. Peru) statt, dem zu diesem Zeitpunkt vermuteten Epizentrum des Ausbruchs. Am 30. Juni 2021 gab CureVac die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden und 228 bestätigten Fällen bekannt: Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads betrug demnach 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen beträgt die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wird eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus. Die aktuell vorherrschende Virus-Landschaft beeinflusst die Wirksamkeit der Impfstoffe, was die Wichtigkeit der Anpassung der Vakzine an vorherrschende Varianten unterstreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV aus behördlicher Prüfung zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren. Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) plant CureVac daher die beschleunigte Entwicklung des Kandidaten CV2CoV, der in Tiermodellen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufwies. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen.</p>
<p><strong>Zukunftserspektive Power-to-X auf Biotech-Ebene<br />
</strong></p>
<p>Für viele überraschend – und durch den Besuch von Elon Musk im Herbst <em>’</em>20 aufgerüttelt: Gemeinsam mit der Tesla-Tochter Grohmann Automation hatte CureVac ein Patent für einen sogenannten RNA-Drucker angemeldet. Unterstützt wird CureVac dafür bereits seit <a href="https://www.curevac.com/2019/02/27/cepi-vergibt-einen-vertrag-ueber-34-millionen-us-dollar-an-curevac-zur-weiteren-entwicklung-des-the-rna-printer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2019 durch die Koalition für Innovationen zur Vorsorge vor Epidemien (CEPI)</a>. Bei den Druckern handelt es sich um eine mobile Produktionseinheit. Im Rahmen der Corona-Pandemie ließen sich somit bei nur wenigen Mikrogramm mRNA pro Impfstoffdosis je Produktionslauf Zehntausende Dosen Impfstoff vor Ort produzieren. Aktuell steht die Zulassung für den Printer noch aus. Ursprünglich war geplant, den RNA-Drucker zur <a href="https://www.bmbf.de/de/impfstoffe-aus-dem-drucker-8003.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Produktion von Impfstoffen gegen Tollwut, Lassa-Fieber und Gelbfieber</a> zu entwickeln. Das Potenzial ist klar: Von der Herstellung personalisierter Medizin im Krankenhausumfeld bis hin zur schnellen Versorgung mit Impfstoffkandidaten direkt in Epidemie-Ausbruchsregionen. Sowohl gegen bekannte, als auch neue Erreger „X“ – eine Art Power-to-X auf Biotech-Ebene.</div></div>
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<p><strong>Es gibt es immer mehr Klarheit über neue Potenziale in der Impfstoffentwicklung und Impfstrategie gegen jegliche Virusinfektionen – mit dem besten Zeitpunkt jetzt. Zudem kann das Potenzial mRNA-Technologie auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten besser anerkannt und zukunftsweisend werden.</strong></p>
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<p><strong> </strong></p>
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<p><span style="color: #999999;">Bild: © antoniemo/depositphotos</span></p>
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<p><strong>Passend zum Thema Coronavirus-Impfstoffe:</strong></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert: 20.12.21) Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen. (Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)   Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: WHO). Die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(<span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 20.12.21</span>)<strong> Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen.</strong></p>
<h6 style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">(Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)</span></h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>). Die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna werden weltweit verimpft, z. T. bereits als Booster-Impfung. Neben den neuartigen mRNA-Impfstoffen befinden sich Vektor-Impfstoffe des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca und des US-Pharmariesen Johnson &amp; Johnson in der Impfkampagne. Und es gibt einen weiteren Anwärter: Für den ersten Corona-Totimpfstoff, ein Protein-basiertes Vakzin des US-Pharmakonzerns Novavax, ist die EU-Zulassung beantragt.</p>
<h3 style="text-align: center;">→ <a href="#zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler">zum Überblick: COVID-19-Impfstoffe</a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #525252;"><strong>Schutz durch Coronavirus-Impfstoffe – weltumspannendes öffentliches Gut</strong></span></h3>
<p>Grundvoraussetzung ist, dass der Nutzen und die Sicherheit eines Impfstoffs höher sind als das Risiko durch Erkrankungen und verbleibende Organschäden einer SARS-CoV-2-Infektion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2417" style="width: 281px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2417" class="wp-image-2417" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg" alt="COVID-19 Impfung, Spritze und Ampulle" width="271" height="168" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-200x124.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-300x186.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-400x248.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-600x372.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-768x476.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-800x496.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-1024x635.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg 1170w" sizes="(max-width: 271px) 100vw, 271px" /></a><p id="caption-attachment-2417" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Phasen der Impfstoffentwicklung und Wirkweisen </a></p></div>
<p>Der Traum eines guten Impfstoffs? Ganz klar: Ein komplettes Anwerfen des stark <strong>ineinander vernetzen Immunsystems</strong>, das neuralisierende und bindende Antikörper auf den Plan rückt, B- und T-Zellen aktiviert, Gedächtniszellen ausbildet, Makrophagen (Fresszellen) aktiviert sowie Enzyme und bestimmte Botenstoffe (Zytokine, z. B. Interferone u.a. Interleukine) ausschütten lässt. Auf Kaskadenwegen kann so eine Abwehrreaktion in Gang gesetzt werden.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 287px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="277" height="183" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der komplexe Zusammenhang im Immunsystem – eine Übersicht</a></p></div>
<p>Die <strong>Immunantwort findet auf verschiedenen Wegen</strong> statt.</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Antikörper und T-Zellen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Selbst wenn der Titer gebildeter Antikörper im Blut nach einer Infektion oder Impfung mit der Zeit in Tests abnimmt, kann auf zellulärer Ebene eine Aktivierung von T-Lymphozyten und Ausbildung von Gedächtniszellen wirksam werden. <strong>Antikörper</strong> können so schnell wieder gebildet werden. Die meisten Antikörpertests konzentrieren sich nur auf neutralisierende Antikörper, also solche, die das Virus hindern, eine Wirtszelle zu infizieren. In der Immunantwort gibt es aber auch weitere bindende Antikörper und unterstützende<strong> T-Zelltypen</strong>. Das angeborene Immunsystem schüttet beispielsweise natürliche Killerzellen aus, die das Virus vernichten. Beim spezifischen Immunsystems kommt es auf die richtige Balance der aktivierten T-Zellen (CD8+ und CD4+) an. Einige wirken als Gedächtniszellen, bei einem erneuten Angriff durch den Erreger erkennen sie diesen schnell und setzen die Antikörperproduktion in Gang. Andere markieren die infizierte Zelle zur Vernichtung, wieder andere heften sich an die Viruszelle und signalisieren Fresszellen, das Virus aufzunehmen und so inaktiv zu machen. Bei den T-Helferzellen ist ein ausgewogenes Verhältnis in ihrer Subpopulation entscheidend: So soll ein optimaler Spiegel an Zytokinen (wie Interferon und Interleukine) ausgeschüttet werden, die entzündungsfördernde Prozesse einleiten. Jedoch nur in einem Maß, die zur Vernichtung des Erregers führt. Ein Übermaß an Entzündungsreaktion würde nämlich zum gefürchteten Zytokinsturm führen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Schwere der Krankheit abmildern</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Es wäre also auch möglich, dass es zwar zu einer (erneuten) Infektion kommen kann, diese aber schnell zum Stillstand kommt oder dass die <strong>Schwere der Krankheit gemildert</strong> wird. Um Zusammenhänge aufzudecken, in welchen Fällen und auf welche Weise Gedächtniszellen eine Rolle spielen, werden aktuell noch mehrere Studien durchgeführt und ausgewertet. Die am 2. Oktober 2020 publizierte <a href="https://science.sciencemag.org/content/370/6512/89" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science-Studie</a> lässt vermuten, dass eine Hintergrundimmunität durch früheren Kontakt mit anderen Coronaviren in einzelnen Fällen eine gewisse Rolle spielen kann. Inzwischen gibt es weitere Studien, die sich auch mit den Mutanten befassen. </div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Warum gibt es z. B. bei HIV noch keinen Impfstoff?</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Jedes Impfstoffunternehmen wünscht sich für einen verlässlichen Schutz eine <strong>möglichst komplette, ausgewogene Immunantwort</strong>, um Erreger wirkungsvoll zu bekämpfen. Denn während Impfstoffe gegen einige Infektionskrankheiten (wie Masern) einen guten Schutz bieten, gibt es noch immer keine verlässlichen Ansätze gegen beispielweise Malaria, HIV, Tuberkulose oder auch SARS-CoV-1. Bei jedem Erreger steht man vor anderen Herausforderungen, bei HIV etwa vor seiner komplizierten Oberflächenstruktur und extrem schnell ändernden Gestalt der Virushülle von einer Generation zur nächsten.<br />
In der aktuellen Pandemie durch SARS-CoV-2 hatte sich die Anfangssituation etwas anders gestaltet: Zum Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 hatte man bereist viel Erfahrung aufgrund der umfassenden Daten zu den nahe verwandten Coronaviren SARS-1 (seit Ausbruch 2002) und MERS (seit Ausbruch 20102). Bisherige Zwischenergebnisse mit den bereits entwickelten und zugelassenen Impfstoffen gegen den Wildtyp und auch gegen die britische Variante noch immer vielversprechend. Gegen die südafrikanische Variante weisen erste Studien auf eine auf eine etwas reduzierte Wirksamkeit hin – zumindest auf Antikörperebene. Deshalb werden aktuell Impfstoff-Kandidaten gegen möglichst alle auftretenden Mutationen optimiert, so auch die von CureVac, für die man im ersten Halbjahr &#8217;21 eine Zulassung erhofft.</div></div>
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<h3><span style="color: #525252;">Rückenwind zur schnellen Impfstoffentwicklung</span></h3>
<p>Gleich zu Beginn im Januar 2020 konnte das genetische Konstrukt aufgrund <strong>bekannter Sequenzdaten</strong> des verwandten Virus SARS schnell erstellt werden. Auch kann auf bekannten Impf-Rohkonstrukten als Basis mit bekannter Datenlage aufgebaut werden. Und neben den <strong>simultan getesteten Studienzentren</strong>, bei denen u.a. auch hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen werden, finden bei vielen Projekten inzwischen <strong>fortlaufend Datenübermittlungen an Kontrollbehörden</strong> statt, die diese Studien primär und mit erheblich aufgestockten Ressourcen abhandeln und mit Experten bewerten.</p>
<p>Durch <strong>staatliche Anreizmechanismen</strong>, allem voran aus der EU sowie USA, wird das finanzielle Risiko nicht allein auf Pharmakonzerne gelenkt. Stattdessen können die sonst zögerlichen, jahrelangen hintereinandergeschaltenen Schritte der Impfstoffentwicklung parallelisiert werden.</p>
<p>Zudem fanden sich durch die beispiellose Pandemiesituation – verglichen zu anderen Arzneimittelentwicklungen – <strong>sehr viele Probanden in kürzester Zeit</strong>. Somit konnten groß angelegte klinische Studien in vergleichbar kurzer Zeit realisiert werden. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</p>
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<h3 id="zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler"><span style="color: #333333;"><strong>Überblick über bedeutende <span style="color: #000000;">COVID-19-Impfstoffe und Entwickler<br />
</span></strong></span></h3>
<h4><span style="color: #808080;">→ <a href="#mRNA-Impfstoffe">mRNA-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Vektor-Impfstoffe">Vektor-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Proteinbasierte Impfstoffe">Proteinbasierte Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Totimpfstoffe">Totimpfstoffe</a></span></h4>
<h3 id="mRNA-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>1.) mRNA-Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>In der Pandemie-Eindämmung wird ihnen eine entscheidende Rolle zugeschrieben: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe</a>. Dabei dreht es sich um das Biomolekül Ribonukleinsäure, das Körperzellen anweist, Proteine zu produzieren: in diesem Fall Oberflächenproteine des neuen Coronavirus bzw. Teile davon. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als fremd und kann so eine Immunantwort gegen das Coronavirus auslösen. Der Vorteil der Verwendung von RNA gegenüber DNA ist, dass sich dieses Biomolekül nicht in das Genom integriert.</p>
<p>Ausführlicher Artikel zu mRNA-Impfstoffen: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a></p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>BioNTech / Pfizer</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch BioNTech (seit <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-announces-pricing-initial-public-offering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herbst 2019 an der US-Technologiebörse Nasdaq</a>) entwickelt – neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten – Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit dem US-Partner Pfizer hat BioNTech/Pfizer seit Ende Juli 2020 die <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/pfizer-and-biontech-choose-lead-mrna-vaccine-candidate-against" target="_blank" rel="noopener noreferrer">globale COVID-19 Studie in Phase 2/3</a> an rund 150 Studienzentren in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa durchgeführt.</p>
<p>Am 10. Dezember 2020 veröffentlichten BioNTech/Pfizer die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie ihres Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u>, so auch zu Nebenwirkungen und Immunität, zusammengefasst. Die Daten sind Teil der bei Behörden auf der ganzen Welt eingereichten Zulassungsanträge, einschließlich der FDA und der EMA. Bereits am 18. November 2020 gaben BioNTech/Pfizer die <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-schliessen-phase-3-studie-erfolgreich-ab-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abschlussanalyse der laufenden Phase-3-Studie</a> mit dem Impfstoffkandidaten BNT162b bekannt.</p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>43.448 Probanden ab 16 Jahren randomisiert getestet: 21.720 erhielten BNT162b2 und 21.728 ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Unternehmen im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 30 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>Die Analyse wurde nach 170 bestätigten COVID-19-Fällen durchgeführt: 8 Fälle wurden in der Gruppe, die BNT162b2 erhalten hatten, festgestellt und 162 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Wirksamkeit sowie Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Ingesamt waren die Nebenwirkungen bei älteren Studienteilnehmern weniger und schwächer ausgeprägt.</li>
</ul>
<p>Eingeschlossen wurden Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung. Auch bei über 65-Jährigen, die 41 % der weltweiten Studienteilnehmer ausmachten, lag die Wirksamkeit über 94 %. Zusätzlich wurden rund 100 Jugendliche zwischen 12 bis 15 Jahren in der Abschlussanalyse eingeschlossen.</p>
<p>Zuvor konnten BioNTech/Pfizer aufgrund der fortgeschrittenen Ergebnisse Anfang Oktober 2020 den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der EMA einleiten: Arzneimittelhersteller können bei ihr schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Ergebnisse zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Präparats einreichen. Die Bekanntgabe zu Phase-1-Daten erfolgte am 14. Oktober 2020 im <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2027906" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Wirksamkeit gegen Varianten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage. Schwere oder gar Todesfälle seien durch den Impfstoff stark verringert. Für eine Kontrolle der Pandemie und Übergang in eine endemische Situation sei aber auch eine Auffrischung mit einer 3. Dosis nötig. Eine solche Booster-Impfung, möglichst nach 6 Monaten, soll im Top-down-Modus verfolgt werden: Ältere und gefährtete Menschen zuerst, gefolgt von der Bevölkerung mit absteigendem Alter.   </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der BMBF unterstützt mit einer <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland (Novartis, Marburg; Sanofi, Frankfurt). Für das Werk in Marburg hat die EMA Ende März 2021 die Zulassung erteilt. Für die Zukunft sollen so insgesamt ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr hergestellt werden. Bislang hat BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und weiteren Orten von Produktionspartnern produziert. Mit <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rentschler Biopharma SE</a> aus Laupheim wird die flüssige Ausgangsbasis mit dem Wirkstoff gereinigt, konzentriert und steril abgefüllt.</p>
<p>Um eine gerechte Verteilung des Impfstoffs auch für Schwellenländer zu ermöglichen, <a href="https://www.pfizer.de/presse/meldungen/pfizer-und-biontech-geben-potenzielle-liefervereinbarung-mit-der-eu-ueber-200" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laufen Verhandlungen mit COVAX</a>. Die Initiative COVAX wurde von Gavi, der Vaccine Alliance, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Moderna</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Bereits im März 2020 hat das Unternehmen aus Massachusetts ihren Impf-Kandidaten mRNA-1273 einer ersten Testperson verimpft – als erste COVID-19-Impfung überhaupt. Der Impfstoff enthält mit 100 μg RNA die größte Wirkstoff-Menge, verglichen mit dem von BioNTech (30 µg) und dem noch in der Zulassungsstudie befindlichen Kandidaten von CureVac (12 µg).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 19. November 2020 erhielt der Moderna-Impfstoff  <span class="aCOpRe">&#8222;mRNA-1273&#8220;</span> (Spikevax) eine Notfallzulassung in den USA, anlässlich der <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positiven Ergebnisse aus ihrer Phase III-Studi</a>e. Ihr mRNA-Wirkstoffkandidat hat demnach eine Wirksamkeit von Wirksamkeit von 94,5 Prozent. In der EU ist der Impfstoff seit Anfang Januar 2021 für Erwachsene zugelassen. Im Juni 2021 hat Moderna ihren <span class="ILfuVd"><span class="hgKElc">Coronaimpfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt.</span></span></p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>30.000 Freiwilligen (darunter 7.000 über 65 Jahre) wurden getestet, bei denen die eine Hälfte den Impfstoff und die andere Hälfte ein Pacebo bekam.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 100 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>In der der Studie zugrunde liegenden Daten erkrankten 95 Teilnehmer an Covid-19: 5 Fälle in der 1273-Impfstoff-Gruppe, 90 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Tests aus den bisherigen Studien sollen laut Moderna eine Reaktion des Immunsystems mit vorübergehenden Nebenwirkungen wie Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit hervorgerufen haben. Laut Moderna gab es zudem keine schweren Fälle bei Menschen, die den Impfstoff erhielten, verglichen mit elf bei Freiwilligen, die ein Placebo erhielten.</li>
</ul>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Wirksamkeit gegen Varianten</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine „moderate Reduzierung der Wirksamkeit“ genannt. Wie bei allen anderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend.</p>
<p>Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>CureVac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Auch das Tübinger Unternehmen CureVac, Vorreiter der <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Technologie</a>, entwickelt neben Impfstoffen auch Medikamente gegen Krebs, Stoffwechselkrankheiten und seltene Krankheiten. Sowohl mit natürlicher mRNA als auch chemisch modifizierter mRNA konnte das Unternehmen gute Erfahrungen machen. Bei unmodifizierter RNA wird die Stabilität durch <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Optimierungen</a>  erhöht, während dies bei chemisch modizierter RNA ein veränderter Baustein bewirken soll.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Hintergrund zum gescheiterten Impfstoff der 1. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Für ihren COVID-Impfstoff der ersten Generation, CVCoV, hatte CureVac &#8211; im Gegensatz zu BioNTech und Moderna &#8211; auf unmodifizierte mRNA gesetzt. Grundlage waren die vielversprechendem <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.23.424138v1">Studienergebnisse in der präklinische Phase. </a>Zudem wurde eine vergleichbar geringe Wirkstoffmenge (12 µg) eingesetzt. Insgesamt so sollte das Nebenwirkungsprofil so gering wie möglich gehalten werden.</p>
<p>CureVac startete mit dem Kandidaten CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus.</p>
<p>Die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden ergab eine Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads von nur 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen betrug die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wurde eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Impfstoff der 2. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt CureVac den verbesserten Impfstoff der 2. Generation, CV2CoV, der in Tiermodellen laut Unternehmen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufgewiesen haben soll. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen. Ziel ist, baldmöglichst in die klinische Entwicklung einzutreten und die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs im kommenden Jahr zu erreichen.</p>
</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung und Kooperationen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Unternehmen hatte für u. a. von der dievini Hopp BioTech holding und der Bill &amp; Melinda Gates Foundation Eigenkapitalinvestitionen erhalten hatte, um die um Gründer Ingmar Hoerr entwickelte Technologie voranzutreiben. Am 14. August &#8217;20 konnte CureVac einen erfolgreichen Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verzeichnen, es kann der gesamten <a href="https://www.curevac.com/2020/08/10/curevac-kuendigt-geplante-erstemission-von-stammaktien-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RNA-Technologie als Schlüsseltechnologie auch in Hinblick auf Krebstherapien</a> einen guten Schub nach vorne bringen. Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt die Technologie, mit einem mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrungsschatz, als Sprunginnovation.</p>
<p><a href="https://www.curevac.com/de/news/curevac-raises-a-total-of-usd-640-million-in-private-financing-round">Insgesamt 640 Millionen Euro</a> haben im Rahmen der Corona-Pandemie die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Qatar Investment Authority (QIA) und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) investiert. Bei der Kooperation mit GSK geht es neben der COVID-19-Impfstoffentwicklung auch um RNA-basierten Impfstoffe und monoklonalen Antikörpern zur Bekämpfung von Erregern weiterer Infektionskrankheiten sowie von Krebserkrankungen.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-&amp;#8fancyfancy0;default&amp;#8fancyfancy0; su-spoiler-icon-&#8220;plus&#8220; su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>&#8220;</strong>Weitere</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
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<p>Einen Fachartikel über CureVac und die mRNA-Technologie finden Sie hier (Portal BIOPRO Baden-Württemberg): <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff</a></p>
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<h3 id="Vektor-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>2.) Vektorimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Vektorimpfstoffe sind zusammengesetzt aus für Menschen harmlose, abgeschwächte Erreger, den Vektoren (Transporter), und ein oder mehrere Moleküle (Antigene) des Krankheitserregers, gegen den eine Immunantwort hervorgerufen werden soll. So kann etwa ein Molekül aus der Vektor-Virushülle gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers „getauscht“ werden. Diese Vektor-Impfstoffe lösen keine Erkrankung beim Menschen aus. Zur Gewinnung neuer Impfstoffe können Erfahrungen aus Vektorkonstrukte mit bekannter Sicherheit genutzt werden.<br />
Ein Vektor-Impfstoff ist beispielsweise der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, oder der gegen Dengue-Fieber.</p>
<p>Aufgrund der Nebenwirkungen mit Sinusvenenthrombosen, die in seltenen Fällen (rund 1:100.000) sowohl nach Impfung mit dem Astra-Zeneca- als auch Johnson und Johnson-Vektorimpfstoff auftraten, gerät diese Impfstoffart aktuell immer wieder in Kritik. Untersucht wird, ob das Trägervirus eine solche Reaktion auslösen kann oder aber DNA, die möglicherweise in Einzellfällen aus dem Partikel in kleinen Mengen herausgelöst sein kann. Nähere Informationen und Empfehlungen werden auf den Seiten des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Vektorimpfstoff-Tab.html" target="_blank" rel="noopener">RKI</a> aktualisiert.</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>AstraZeneca</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></div></div></strong>Das Wirkstoffprinzip des Kandidaten des britischen Pharmakonzern AstraZeneca beruht auf einem Vektorimpfstoff: Ein modifiziertes Erkältungsvirus (Adenovirus, aus Schimpansen) dient als „Fähre“, um genetisches Material des neuen Coronavirus in den menschlichen Körper zu transportieren und so das Immunsystem zu aktivieren.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 1. Oktober 2020 hat die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EMA den Wirkstoff bereits einem beschleunigten Zulassungsverfahren</a> unterzogen. Es ist das erste Rolling-Review-Verfahren in dieser Pandemie. Damit können Arzneimittelhersteller bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Somit werden fortlaufend bereits verfügbare Daten vom Fachausschuss für Humanarzneimittel ausgewertet, und nicht erst zum Zeitpunkt der Zulassungs-Antragsstellung.</p>
<p>Ende 2020 erhielt der Corona-Impfstoff von AstraZeneca die Zulassung in Großbritannien. Die Daten des zugrundeliegenden <a href="https://www.astrazeneca.com/content/astraz/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfstoff-Kandidatens AZD1222</a> (Vaxzevria®) der Kooperation aus dem Pharmakonzern aus Cambridge und dem Jenner-Institut der Universität Oxford wurden am 08. Dezember veröffentlicht (Fachblatt<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Lancet</a>). Der Impfstoff hat demnach eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus der Wirksamkeit von 62 % bei Verabreichung von zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat. Bei Halbierung der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika durchgeführten Studien gerieten in die Kritik, weil bei der Entwicklung des Impfstoffes ein Dosierungsfehler aufgetreten war – die geringere erste Dosis bei einer Gruppe war demnach ein Zufall.</p>
<p>Die Angaben zur Wirksamkeit beruhen laut der Veröffentlichung auf Daten von 11.600 Probanden, die Angaben zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000 Probanden: Drei von ihnen hätten laut Hersteller im Zeitraum von knapp 3,5 Monaten schwere Nebenwirkungen erlitten. Es sei jedoch unklar, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe. Alle drei sind genesen. Der Kandidat AZD1222 ist in Großbritannien und Brasilien <a href="https://www.astrazeneca.de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-schliesst-vereinbarung-mit-der-europaeischen-kommission-fuer-die-lieferung-von-bis-zu-400-millionen-dosen-des-covid-19-impfstoffs-azd1222.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Phase III angelaufen</a>, die Studie wird fortgeführt. Aufgrund der guten Ergebnisse sind weltweit Impfungen gestartet. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen.</p>
<p>Da zunächst noch nicht genügend Ältere über 65 Jahre in die Studie eingeschlossen waren, hatte das PEI den Impfstoff in Deutschland anfangs nur für Unter-55-Jährige zugelassen. Aufgrund der bald folgenden verbesserten Datengrundlage wurde der Impfstoff auch für die ältere Bevölkerung zugelassen.</p>
<p>Mitte März 2021  wurde die Verimpfung des Impfstoffs Vaxzevria® an Unter-60-Jährigen kurzzeitig ausgesetzt. Der Grund: Sehr seltene, aber gefährlichen Thrombosen in Kombination mit Blutplättchenmangel (TTS) konnten vorwiegend bei jüngeren Frauen im zeitlicher Abfolge nach einer Vaxzevria®-Impfung festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 1,6 Millionen Erstimpfungen, aber noch keine Zweitimpfungen durchgeführt worden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät seit dem 1. April 2021 dazu, die Grundimmunisierung bei den Unter-60-Jährigen mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna abzuschließen. Mittlerweile gibt es auch <a href="https://www.uni-saarland.de/universitaet/aktuell/news/artikel/nr/23581.html" target="_blank" rel="noopener">interessante Daten</a> dazu, mit einem interessanten Ergebnis: Wird das AstraZeneca-Vakzin bei der Zweitimpfung mit dem BioNTech-Vakzin als Zweitdosis kombiniert, zeigen die Geimpften eine deutlich stärkere Immunantwort als bei einer doppelten AstraZeneca-Impfung und sogar auch eine geringfügig höhere als bei einer zweifachen BioNTech-Impfung. Und das auf zweifacher Ebene: auf Antikörper- wie auch T-Zell-Ebene.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Logistik<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Konzern AstraZeneca, der vorwiegend Medikamente gegen Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen entwickelt, hat für die Produktion viele Auftragsfertiger eingespannt (u.a. die US-Konzerne Catalent und Emergent Biosolutions sowie das Serum Institute of India).</p>
<p>Laut Unternehmen ist der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, bei zwei bis acht Grad sechs Monate haltbar und erfordert keine aufwendigen Kühlketten.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Planungen und Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die guten Ergebnisse <a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.06.13.21258859v1" target="_blank" rel="noopener">mit mRNA-Impfstoffen als Zweitdosis</a> lassen auch eine kombinierte Impfung in den Fokus rücken. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zum Impfschema gegen das Coronavirus angepasst: Wer eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hat, soll künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff bekommen. Zusätzlich plant AstraZeneca zur verbesserten Immunwikung Kombinationen ihres Wirkstoffs in weiteren Testungen: mit einem weiteren Vektor-Impfstoff („<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Sputnik" data-rtr-id="f0e32952a6e9416ac2f5b50f28af4404b4d00c33" data-rtr-score="94.4344117049" data-rtr-etype="keyword">Sputnik</span> V“ des Galameya-Instituts, siehe unten).</p>
<p>Wie auch BioNTech ist AstraZeneca der Covax-Initiative beigetreten, um auch ärmeren Ländern zu Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen.</p>
<p>Weitere Optimierungen sind möglich. Es gibt Studien zu möglichen <a href="https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/verunreinigungen-im-astrazeneca-impfstoff-gefundenproteine-koennten-qualitaet-des-vakzins-beeintraechtigen/" target="_blank" rel="noopener">Verunreinigungen mit Hitzeschockproteine</a>, die zwar bei der Herstellung zu erwarten sind, aber in weiteren Reinigungsprozeduren aufgereinigt werden könnten – sollten sich Zusammenhänge mit den sehr seltenen Entzündungsreaktionen bestätigen.</p>
<p>Ebenso lassen sich unerwünschte Spleißreaktionen unterbinden, die diskutiert, aber noch nicht bestätigt wurden (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Beim Oberflächenprotein des Coronavirus (Spike-Protein), das als Impf-Antigen dient, gibt es bestimmte Spleißstellen. Beim sogenannten Spleißen werden die Proteine direkt nach Produktion im Zellkern geschnitten, bevor sie sich im weiteren Verlauf entsprechend falten und ihre volle Funktion erhalten. Wird beim Impfdesign des Impf-Antigens nicht auf spezielle Spleißstellen geachtet, könnten in seltenen Fällen unerwünschte Spleißprodukte entstehen, die dann löslich sind und nicht in der Zellmembran verankert werden. Sie können sie im Blutkreislauf umherschwimmen, der Körper reagiert schlimmstenfalls mit Blutgerinnseln. Solche Spleißstellen lassen sich jedoch durch Punktmutationen entfernen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Johnson &amp; Johnson (Pharmaunternehmen Janssen)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern <a href="https://www.janssen.com/germany/johnson-johnson-beschleunigt-impfstoffentwicklung-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johnson &amp; Johnson</a>, Mutterkonzern des forschenden Pharmaunternehmens Janssen, nutzt ebenfalls einen Vektorimpfstoff, den er in der präklinischen Phase an Rhesusaffen getestet hat. Dabei wird ein verändertes, harmloses menschliches Schnupfenvirus (Adenovirus) verabreicht, dem Konstrukte der Erbinformation für das Spike-Protein des neuen Coronavirus eingefügt wurde. In der Fachzeitschrift <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2607-z">Nature veröffentlichte Daten</a> an Primaten versprechen einen guten Schutz durch Bildung neutralisierender Antikörper.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit August 2020 wird der <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/study/NCT04505722">Impfstoffes Ad26.COV2.S in Phase III</a> getestet. Ende Januar &#8217;21 hat der Pharmakonzern die Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie an 44.000 Probanden bekanntgegeben: Der Impfstoff zeigte demnach vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Daten beziehen sich auf Impfprobanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. Laufende Studien mit älteren Menschen sollen noch weitere Daten liefern.</p>
<p>Am 11. März 21 hat die EU-Kommission den Impfstogg von Johnson &amp; Johnson zugelassen. Die Wirksamkeit liegt nach Angaben des Herstellers bei etwa 66 Prozent. Doch bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent beim Wildtyp. Und die Wirksamkeit gegen Varianten? In der 2020 gestarteten Zulassungsstudie hatte der Impfstoff eine Gesamtwirksamkeit von 64 Prozent gegen die Beta-Variante gezeigt und eine Schutzwirkung von 82 Prozent gegenüber schweren Covid-Erkrankungen. Eine Studiengegen Varianten lag zunächst nur als <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.07.01.450707v1.full.pdf" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a> vor.</p>
<p>Im Gegensatz zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde zunächst nur eine Dosis verabreicht. Anfang Oktober hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für eine <strong>generelle Auffrischung</strong> des Impfschutzes, hier also mit einer 2. Dosis, bei allen Menschen ab 70 Jahren 6 Monate nach der ersten Impfung ausgesprochen. Sie begründete die empfohlene Booster-Impfung durch viele Impfdurchbrüche in Deutschland, die überwiegend in der älteren Bevölkerung mit dem Johnson &amp; Johnson-Impfstoff aufgetreten sein soll. Inzwischen rufen die Experten zu einer Booster-Impfung für alle Bürger und Bürgerinnen auf, die als Erstimpfung den Johnson &amp; Johnson-Impfstoff erhalten haben. Es wird erwartet, dass die Stiko aufgrund des nicht ausreichenden Impfschutzes ihren derzeitigen Entwurf dazu als offizielle Empfehlung ausgeben wird.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Gamaleya</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="121.633156294" data-rtr-etype="keyword">Impfstoff</span> Gam-COVID-Vac Lyo wurde vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Moskau" data-rtr-id="73caaad600dd20deecf8d317d7dd0544868aaff9" data-rtr-score="3.84692235831" data-rtr-etype="location">Moskau</span> entwickelt. Der Vektor-Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in Abstand von 21 Tagen verabreicht werden. Sie beruhen auf rekombinanten Vektoren auf Basis zwei verschiedener menschlichen Adenoviren (Erkältungsviren; Adenovirus Typ 26 und 5), in denen jeweils das S-Protein-Gen des neuen Coronavirus integriert wurde. Die erste Impfkomponente dient als sogenannter „Primer“, der eine erste <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auslöst, die zweite Komponente als „Booster“, der die <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> noch verstärken soll. Die Besonderheit der Prime-Boost-Immunisierung: Durch die Kombination unterschiedlicher Immunogene kann eine bessere Wirkung (additiv oder synergistisch) auf das Immunsystem erzielt werden. Denn bei nur einer Wirkstoffkomponente könnte bereits nach der ersten Applikation das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagieren, anstatt auf SARS-CoV-2-Protein. Bei der zweiten Anwendung des gleichen Impfantigens könnte diese <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auf den <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vektor" data-rtr-id="c926929cd1b8042728a01653dd6cdfb126186273" data-rtr-score="5.15945050792" data-rtr-etype="keyword">Vektor</span> verstärkt werden (Booster-Effekt) und so die eigentlich gewünschte <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> gegen das SARS-CoV-2-Protein überlagern.</p>
<p>Die Studiendetails sind im <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04436471?term=vaccine&amp;cond=covid-19&amp;draw=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Register klinischer Studien nachzulesen</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das russische Gesundheitsministerium hat den Impfstoff, auch unter dem Namen „Sputnik V“ bekannt, als ersten Impfstoffkandidaten am 11. August &#8217;20 in einer Notfallzulassung freigegeben – noch bevor die Phase-3-Studienergebnisse vorlagen. Ein unübliches Vorgehen, dem viele Wissenschaftler kritisch begegnet sind.  Inzwischen läuft eine große Studie, geplant mit über 40.000 Teilnehmern.</p>
<p>Kurz nach Veröffentlichung der Wirksamkeit des BioNTech-Pfizer-Kandidaten wurden auch zum Gamaleya-Wirkstoff erste Studienergebnisse veröffentlicht. Zwischenergebnissen zufolge zeigte der Impfstoff laut Hersteller eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen Covid-19. Diese Zwischenergebnisse wurden von vielen Wissenschaftlern aufgrund der noch dünnen Datenlage als noch nicht aussagekräftig bewertet wurden (<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-03209-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature-Artikel, 11. November 2020</a>), vor allem, da sie nur 20 Fälle beinhalteten. Zum Vergleich: <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="BioNTech" data-rtr-id="5e488bb99e41f613a118b002892897aa839a93ea" data-rtr-score="25.903472631" data-rtr-etype="organisation">Biontech</span>/<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Pfizer" data-rtr-id="40169617979b334684dca99016e47b9937d348fd" data-rtr-score="25.6297822248" data-rtr-etype="organisation">Pfizer</span> hatten zunächst ein Zwischenergebnis nach 32 Fällen geplant, nach Übereinkunft mit der US-Zulassungsbehörde <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="FDA" data-rtr-id="11a18ece6d8ff894ac89624179466893852315fe" data-rtr-score="1.52442613302" data-rtr-etype="organisation">FDA</span> dann auf 62 „verlängert“. Letztendlich wurden aber für eine hohe Verlässlichkeit noch mehr Daten eingeschlossen (94 Fälle).</p>
<p>Am 2. Februar wurden weitere Ergebnisse im Medizinjournal <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a> publiziert: Nach Testung an 20.000 Freiwilligen, von denen rund 15.000 den Impfstoff bekamen (und rund 5.000 ein Placebo) zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91.6 %. Auch für ältere Menschen (bisher getestet an 2.000 Menschen über 60 Jahren) hatte er diese hohe Wirksamkeit.</p>
<p>Schwere Erkrankungen traten bei 45 Personen in der geimpften Gruppe auf (0,2 %) und bei 23 Personen in der Placebogruppe (0,4 %). Diese Werte gelten als selten und keiner der Fälle soll auf die Impfung zurückgeführt werden können. Es kam zu vier Todesfällen, von denen keiner mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.</p>
<p>Das bekannte Primer-Boost-Konzept ist auch für AstraZeneca interessant. Mitte Dezember gab die britische Pharmafirma bekannt, eine Kombination ihres Kandidatens mit dem des russischen Wirkstoffs (beide beruhen auf dem Konzept der Adenoviren-Vektorimpstoffe) zu prüfen, um möglicherweise eine Studie zu planen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>IDT Biologika</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das dritte deutsche Impfstoffunternehmen, das neben BioNTech und CureVac vom Bund unterstützt wird, ist eine Kooperation aus dem Biotech-Unternehmen IDT Biologika aus Dessau, dem Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Philipps-Universität Marburg und des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE Hamburg). Ihr Vektorimpfstoff-Konstrukt: Es besteht aus dem harmlosen, modifizierten Pockenvirus MVA als „Träger“, der an der Ludwig-Maximilian-Universität in München bereits über 30 Jahren verwendet wird. Dieses Trägervirus wird mit nicht vermehrungsfähigem Genmaterial des Coronavirus, der Gensequenz des Spike-Proteins, kombiniert.</p>
<p>Das Besondere der IDT-Entwicklung: Es handelt sich dabei um eine Plattform-Technologie, bei der im Prinzip jede anvisierte genetische Information unter die Kontrolle des bewährten Trägervirus gestellt werden kann. Das Basisvirus ist vollständig charakterisiert und mittlerweile an über 12.000 Personen klinisch getestet, Nebenwirkungsprofil und Immunogenität sind daher bekannt. Während mRNA-Impfstoffe keinen Vektor benötigen, wird hier genetisches Material als rekombiniertes Genmterial mit einem Trägervirus verimpft, über den man jedoch bereits sehr lange Erfahrung hat. Es kam bereits bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Mers-Coronavirus zum Einsatz. Die Technologie ist demnach für eine großtechnische Produktion bereits etabliert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Konstrukt war ab Oktober &#8217;20 in <a href="https://idt-biologika.de/sars-cov-2-idt-biologika-f%C3%BCllt-impfstoffkandidat-ab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinischer Phase I</a> an der UKE Hamburg an ersten gesunden Probanden zwischen 18 und 45 Jahren verabreicht worden. Am 08. Januar &#8217;21 aber gab Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf bekannt, die klinische Erprobung auszusetzen. Da die Immunreaktionen in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen liegen würden, wolle man die Ursachen dafür finden und den Wirkstoff optimieren.</div></div>
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<h3 id="Proteinbasierte Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>3.) P<span style="color: #339966;">roteinbasierte</span> Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Proteinbasierte <span data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="395.42186889" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffe</span> enthalten als <span data-rtr-entity="Impfantigen" data-rtr-id="3b032f9c484a50632d987bcf9828ae59826f7f4d" data-rtr-score="15.2630648973" data-rtr-etype="keyword">Impfantigen</span> virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Proteine</span>. Dazu werden bestimmte Zellen in Zellkultur gentechnisch mit dem gewünschten Gen für das virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Protein</span> ausgestattet. Das in großen Mengen produzierte Protein (Antigen) wird anschließend isoliert und aufgereinigt. Nach Impfung werden sie in bestimmten Zellen unseres Immunsystem, den Antigen-präsentierenden Zellen, aufgenommen, in Stücke zerteilt und diese „Häppchen“ dem Immunsystem präsentiert. Dies löst eine entsprechende Immunantwort aus, die allerdings nicht immer ausreichend stark ist, sodass oft Impfverstärker (Adjuvanzien) zugesetzt werden. Dazu muss dann die Verträglichkeit auch des Adjuvanz genauestens untersucht werden. Nebenwirkungen wie lokale Entzündung können provoziert werden.</p>
<p>Proteinimpfstoffe kennt man bereits: So gibt es den Hepatitis-B-Impfstoff, der Hepatitis-B-Oberflächenantigen enthält, oder den HPV-Impfstoff, der als <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Antigen" data-rtr-id="894513c9bdc1ba3a7ff98abf4a0e32e21190e327" data-rtr-score="9.80071181444" data-rtr-etype="keyword">Antigen</span> L1-Proteine verschiedener Typen des humanen Papillomavirus beinhaltet. Wie bei mRNA-Impfstoffen oder Vektorimpfstoffen auch, wird das Antigen bei Proteinimpfstoffen gentechnisch hergestellt.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das US-Biotechunternehmen <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> hat einen rekombinanten Nanopartikel-Impfstoff (NVX-CoV2373; Nuvaxovid) aus einem gentechnisch hergestellten Virusantigen und einem Adjuvans auf Saponin-Basis entwickelt. Dazu wird das Spike-Protein des Virus in Insektenzellen vermehrt, aus diesen Zellen gewonnen und anschließend mit Lipidnanopartikeln kombiniert. Nach der Impfung soll unser Körper die Partikel als &#8222;echtes Virus&#8220; erkennen und einen Immunschutz aufbauen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Nach der ersten Phase I/II-Studie  an Probanden in Australien und USA (<a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2026920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New English Journal of Medicine</a>) hat der US-Konzern  Novavax im Juni 2021 die Phase-3-Daten veröffentlicht. Demnach schützt ihr Kandidat NVX-CoV2373 zu 89,7 % gegen die Alpha-Variante und zu 100 % vor mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verläufen. Auch bei Varianten soll noch ein hoher Schutz vorliegen (<a href="https://ir.novavax.com/2021-06-30-Novavax-Publishes-Results-of-United-Kingdom-Phase-3-Clinical-Trial-in-New-England-Journal-of-Medicine,-Demonstrating-High-Levels-of-Efficacy-of-COVID-19-Vaccine" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung Novavax</a> vom 30.06.21). Am 20. Dezember 2021 hat die EMA den Novavax-Impfstoff als 5. Impfstoff gegen Coronaviren zugelassen. Die zugrundeliegende Studie mit 30.000 Teilnehmern aus den USA und Mexiko zeigte, dass der Impfstoff ähnlich stark wie die zugelassenen mRNA-Impfstoffe und genauso sicher sei. Anfang November 2021 hat Indonesien den Novavax-Impfstoff als erstes Land zugelassen. Verabreicht wird er in 2 Dosen im Abstand von 3 Wochen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für die Produktentwicklung, Testung und Lieferung von mindestens 100 Millionen Dosen hat die US-Regierung im Rahmen des <a href="https://ir.novavax.com/news-releases/news-release-details/novavax-announces-16-billion-funding-operation-warp-speed" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Operation Warp Speed“ dem Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar</a> zugesichert. Weitere 388 Millionen Dollar stellt die internationale Impfstoff-Allianz Cepi dem Unternehmen zur Verfügung. Novavax hat für die Produktion eine Kooperation u.a. mit Emergent BioSolutions abgeschlossen. Insgesamt soll das Unternehmen so über Kapazitäten von bis zu zwei Milliarden Dosen verfügen können. Der Impfstoff kann bei 2 bis 8 °C transportiert und gelagert werden.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sanofi / GlaxoSmithKline (GSK)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der französische Pharmakonzern Sanofi nutzt u. a. frühere Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff aus vergangener Edipemie, um möglicherweise die Entwicklung eines SARS-CoV2-Impfstoffs zu beschleunigen. Zusammen mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) arbeitet Sanofi in den USA an der Technologieplattform zur Herstellung eines rekombinanten Impfstoffs mit Adjuvans, Vidprevtyn genannt. Dabei geht es um einen rekombinanten Protein-Impfstoff. Das Spike-Protein des neuen Coronavirus wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt, d. h. die exakte genetische Kopie des Virus-Oberflächen-Proteins erstellt. Diese wird dann als DNA-Sequenz in ein sogenanntes Baculovirus-Expressionssystem integriert. Das daraus produzierte Antigen soll so das Immunsystem aktivieren. Das Baculovirus-Expressionssystem ist keine Unbekannte: Es wird als Grundlage für einen rekombinanten Influenza-Impfstoff genutzt, der in den USA zugelassenen ist.</p>
<p>GlaxoSmithKline, Impfstoff-Weltmarktführer, steuert dabei das Adjuvanz (Impfverstärker) bei. <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2020/2020-04-14-13-00-00" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Kooperation wurde Mitte April</a> bekanntgegeben.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Erste klinische Phase-1/2-Studien sind im September 2020 mit 440 Teilnehmern in den USA (<a href="https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04537208?term=sanofi+vaccine&amp;cond=Covid19&amp;draw=2&amp;rank=1" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">NCT04537208</a>) angelaufen, Ende Mai 2021 dann Phase 3-Studien. Der Grund für die Verzögerung sei laut der Unternehmen die – im Gegensatz zu unter 49-Jährigen – noch unzureichende Immunantwort bei älteren Menschen. Daher verbesserten sie zunächst das Konstrukt durch Konzentration der Antigene. Die Ergebnisse aus <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2021/2021-05-17-07-30-00-2230312" target="_blank" rel="noopener">Phase 2-Studien</a> zeigten hohe virusneutralisierende Titer sowie akzeptable Verträglichkeit und Sicherheit. Die daraufhin gestartete Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit von zwei Varianten des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vakzine" data-rtr-id="64592436ba1e0f1084eb989060f3710eb3a8ff3a" data-rtr-score="34.2475949397" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffs</span> ermitteln: Eine ist gegen den Wildtyp des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Virus" data-rtr-id="fdb391a8b0af42d7038a0b326143c6ab7eb49c8e" data-rtr-score="3.43630573248" data-rtr-etype="keyword">Virus</span> gerichtet und eine gegen die südafrikanische Variante B.1.351.</p>
<p>Der Impfstoff von Sanofi, der im Abstand von 28 Tagen in 2 Impfdosen verabreicht wird, befindet sich seit dem 20. Juli 2021 im Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA): Die erforderlichen Daten werden für den Zulassungsantrag nicht gebündelt abgegeben, sondern immer dann, wenn sie verfügbar sind. Aus einem Bericht zur <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Nationale_Impfstrategie_Juni_2021.pdf" target="_blank" rel="noopener">nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums vom Juni 2021</a> geht hervor, dass mit einer möglichen Zulassungsentscheidung im vierten Quartal 2021 gerechnet werden könnte.</p>
</div></div>
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<p>Es gibt noch weitere proteinbasierte Impfstoffprojekte, wie z. B. in Kuba (Name der Impfstoffkandidaten: &#8222;Soberana&#8220;), die sich in den klinischen Phasen befinden, und als Versogung eigener sowie bestimmter weiterer Länder dienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 id="Totimpfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>4.) Totimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Totvakzine enthalten abgetötete, nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger bzw. Teile davon. Der Proten-basierte Impfstoff von Novavax ist im engeren Sinne ein Totimpfstoff.</p>
<p>Totimpfstoffe sind schon länger auf dem Markt, Beispiele sind die Impfstoffe gegen Influenza und Hepatitis B. Sie sind relativ einfach herzustellen, müssen aber in Studien längerfristig beobachtet werden, um ein potenzielles Risiko einer unausgewogenen Immunantwort auszuschließen. Eine Verschlimmerung durch unbalancierte T-Zell-Aktivierung mit möglicherweise stärkerer Virusvermehrung in Immunzellen muss ausgeschlossen werden.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die Bezeichnung Totimpfstoff für den Kandidaten von <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> , Nuvaxovid (NVX-CoV2373), ist ungenau. Nuvaxovid enthält künstlich hergestellte Teile des Spike-Proteins, einem Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, mit dem sich das Virus Eintritt in die Zelle verschafft. Im Unterschied zu den mRNA- und den Vektorimpfstoffen, die den genetischen Bauplan für das Protein liefern und dieses dann erst produzieren müssen, werden bei Novavax bereits fertige Teile des Proteins injiziert. Es handekt sich um einen proteinbasierten Impfstoff, siehe dort (weiter oben).</div></div>
<p><strong> </strong></p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Valneva</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der COVID-Impfstoffkandidat des österreichisch-französische Impfstoffherstellers Valneva (VLA2001) besteht aus inaktivierten ganzen Viruspartikeln von SARS-CoV-2 mit hoher S-Protein-Dichte. Während die bisher zugelassenen Impfstoffe nur gegen das Spikeprotein (S-Protein) wirken, zeigten die mit dem Ganzvirus-Impfstoff von Valneva behandelten Versuchsteilnehmer auch T-Zellantworten gegen das N- und das M-Protein des Virus. Der Impfstoff enthält zwei Wirkverstärker, sog. Adjuvanzien.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>VLA2001 befindet sich in Studienphase III mit über 4000 Probanden über 30 Jahren. Erste Studienangaben des Unternehmens zufolge (<a href="https://valneva.com/press-release/valneva-reports-positive-phase-3-results-for-inactivated-adjuvanted-covid-19-vaccine-candidate-vla2001/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung, 18.10.2021</a>) soll der Impfstoff sowohl einen hohen Titer an neutralisierenden Antikörpern als auch eine gute T-Zell-Immunität hervorrufen. Letzteres würden die zwei Adjuvanzein positiv beeinflussen. Laut Unternehmen wurde der Impfstoff bei den Probanden gut vertragen, es stehen aber noch mehr Studiendaten aus.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Weitere Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für eine abschließende Beurteilung stehen noch mehr Studiendaten aus. Die EU wird das Vakzin, wie die bisher zugelassen Impfstoffe auch, im Rahmen eines Rolling-Review-Verfahrens prüfen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinovac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der private chinesische Impfstoffentwickler <a href="http://www.sinovac.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinovac</a> hat ebenfalls einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bei Untersuchungen an Rhesusaffen zeigte der Impfstoffkandidat CoronaVac bereits Erfolge (<a href="https://doi.org/10.1126/science.abc1932">Science: Gao et al., 2020</a>).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Kandidat wurde ab April 2020 in Phasen I/II-Studien getestet und soll nach eigenen Angaben bei über 90 Prozent aller Probanden Antikörper gegen CoV-2 entwickelt haben. Mit einem brasilianischen immunologischen Institut (Butantan) ist Sinovac in Phase-III-Studie in Brasilien gestartet. Außerdem laufen Studien mit Tausenden Freiwilligen laufen in Indonesien und der Türkei.</p>
<p>In Brasilien zeigte die Studie mit rund 13.000 Probanden laut Gesundheitsbehörde in Sao Paulo eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent gezeigt. Bei Studien in der Türkei ergab sich vorläufigen Daten zufolge ein Schutz vor dem Coronavirus von rund 91 Prozent.</p>
<p>In China ist das Vakzin seit Februar 2021 zugelassen. CoronaVac ist einer der Impfstoffe, die im Notfallprogramm der chinesischen Regierung bereits Zehntausenden Menschen vor Abschluss der klinischen Studien verabreicht wurden.</p>
<p>Im Mai 2921 leitete die EMA ein rollierendes Verfahren zur Prüfung ein. Die WHO hat CoronaVac am 1. Juni 2021 <a href="https://www.who.int/news/item/01-06-2021-who-validates-sinovac-covid-19-vaccine-for-emergency-use-and-issues-interim-policy-recommendations" target="_blank" rel="noopener">die Zulassung erteilt</a>. Der Impfstoff kommt mittlerweile in über 50 Ländern, darunter Chile und Botswana, zum Einsatz.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinopharm</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch der staatliche chinesische Biotechkonzern <a href="http://www.sinopharm.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinopharm</a> setzt auf zwei Totimpfstoff-Kandidaten (des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Wuhan Institute" data-rtr-id="fde38a568bcdd68bb287199dca19e683262aa0cd" data-rtr-score="13.400975711" data-rtr-etype="organisation">Wuhan Institute</span> of Biological Products und des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Beijing Institute" data-rtr-id="82327b96baa2b05363ca5753452a967706039ecc" data-rtr-score="13.0529894125" data-rtr-etype="organisation">Beijing Institute</span> of Biological Products). Die inaktivierten Virusfragmente werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem an. Das Unternehmen aus Peking hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Impfstoffe (u.a. gegen das H1N1-Grippevirus) entwickelt, und ist mittlerweile an der US-Börse notiert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit Mitte Juli 2020 hat Sinopharm in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Phase-III-Studie mit 15.000 Freiwilligen begonnen, auch Argentinien, Peru, Bahrain und Marokko haben Phase-III-Tests zugelassen. Sinopharm hat gleich zwei Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Einer davon hat seit Februar 2021 eine volle Marktzulassung in China und eine Notfallzulassung in Nordmazedonien, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela erhalten. Das zweite Vakzin hat in China, Bahrain, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine volle Marktzulassung und in vielen weiteren Ländern eine Notfallzulassung erhalten. Er wird auch im Rahmen des WHO-Covax-Programms verimpft, das ärmere Länder mit Impfstoff versorgen soll.</p>
<p>Die Sinopharm-Impfstoffe gehören zum Notfallprogramm in China, in dessen Rahmen Zehntausende Menschen vor Abschluss der klinischen Studien geimpft wurden.</p>
<p>Das zur staatlichen China National Pharmaceutical Group gehörende Unternehmen setzt mit seiner Impfstoffmethode mit den Totimpfstoffen im Wesentlichen auf eine lang bewährte Technologie. Der Nachteil diese Technologie liegt meist in einem oft nötigen Impfstoffverstärker-Einsatz sowie begrenzter Produktkapazität.</div></div>
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<h3><span style="color: #525252;">Perspektiven</span></h3>
<p>Es ist wichtig, viele Impfstoffe zu entwickeln, um möglichst viel abdecken zu können: nicht nur Anzahl an Personen, sondern auch individuelle Voraussetzungen. So können sich einige Impfstoffe für bestimmte Personengruppen mit bestimmten Vorerkrankungen oder auch ethnische Bevölkerungsgruppen als geeigneter erweisen als andere. Außerdem vergrößert die Entwicklung vieler Konstrukte die Chance, solche mit einem möglichst langanhaltenden und umfassenden Schutz – auch gegen mögliche Varianten – zu generieren. Entscheidend dabei sind Anreize und Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Produktion. Gerade auch Europa kann das vorhandene große Know-how im Pharmabereich stärken. Selbst wenn es in Deutschland oft noch an Biotech-Analysten und Wagemut seitens Investoren fehlt, ist ein Ruck nun spürbar.</p>
<p>Ende September 2020 haben sich 16 globale Pharmaunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung dazu bekannt, die Produktionskapazitäten so schnell wie noch nie zu erhöhen, um der gesamten Weltbevölkerung COVID-19-Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe zugänglich zu machen. Unter anderem mit Spenden und der Abgabe von Produkten zum Selbstkostenpreis für ärmere Länder. Die <strong>WHO</strong> setzt sich in der Initiative <strong>COVAX</strong> zusammen mit der CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) für die faire Verteilung der Impfstoffe ein und hat dabei bereits über 150 Länder gewonnen. Durch die Allianz sollen ca. 11 Mrd. Dosen beschaffen werden, um ärmere Länder zu versorgen.</p>
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<p><strong>Die Impfung einer ganzen Bevölkerung in Kurzzeit ist beispiellos. Die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung sind enorm. Es geht um den Ziellauf gut verträglicher, möglichst nebenwirkungsfreier Impfstoffe. Gleichzeitig müssen sie lange und auch gegen Mutanten wirksam sein. Eine Mammutaufgabe. Und selbsterklärend, dass diese weder als Nationalstreich noch als Pharmaunternehmen im Alleingang gelöst werden kann.</strong></p>
<p><em>Informationen zu COVID-19-Impfstoffprojekten:</em></p>
<p><a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO: Draft landscape of COVID-19 candidate vaccines</a></p>
<p><a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die forschenden Pharma-Unternemen (vfa): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion</a></p>
<p><a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paul-Ehrlich-Instutut: Alle Infos zu Co­ro­na­vi­rus SARS-CoV-2</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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