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	<title>SARS CoV-2 Archive - Redaktion Text Idee</title>
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	<description>Redaktionsbüro Simone Giesler</description>
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	<title>SARS CoV-2 Archive - Redaktion Text Idee</title>
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		<title>Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Feb 2022 06:45:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man sucht sie vergeblich: Gravitationsfreie Räume gibt es auf der Erde nicht. Dabei wäre es spannend, zu sehen, wie sich unter fehlender Schwerkraft neue Materialien formen, Zellen verhalten, etwa um Krebstherapien zu entwickeln, oder auch wie das neue Coronavirus unter Mikrogravitation andockt. Yuri ermöglicht passgenaue Experimente, fast schon für jedermann …   Bilder: © yurigravity.com  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/">Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man sucht sie vergeblich: Gravitationsfreie Räume gibt es auf der Erde nicht. Dabei wäre es spannend, zu sehen, wie sich unter fehlender Schwerkraft neue Materialien formen, Zellen verhalten, etwa um Krebstherapien zu entwickeln, oder auch wie das neue Coronavirus unter Mikrogravitation andockt. Yuri ermöglicht passgenaue Experimente, fast schon für jedermann …</strong></p>
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<p><span style="color: #808080;">Bilder: © <a style="color: #808080;" href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a></span></p>
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<p>Zehn Kubikzentimeter große Boxen, gefüllt mit menschlichen Zellen, versorgt mit einer Nährstofflösung – in 400 Kilometer Höhe. Der deutsche Astronaut Matthias Maurer begleitet die Forschungs-Racks auf der Internationalen Raumstation ISS. Mit an Bord: über 100 Experimente, darunter 35 mit deutscher Beteiligung. So haben die Berliner Charité und Gothe-Universität Frankfurt Zellkukturen auf die ISS geschickt. Sie sollen Aufschlüsse über molekulare und zellphysiologische Details im menschlichen Immunsystem und der Muskulatur unter Mikrogravitation geben. Also nahezu ohne Einflüsse der Schwerkraft.</p>
<p>Yuri – genau: Der Name des Start-ups ist angelehnt an Juri Gagarin, dem ersten Menschen im All. Nicht weniger spannend lesen sich die Angebote des Unternehmens am Bodensee um die Gründer Maria Birlem, Christian, Bruderrek, Philipp Schulien und Mark Kugel: Als Weltraum-Ingenieure und Technologiemanager ermöglichen sie mit <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yuri</a> kommerzielle Forschung in Schwerelosigkeit – auf Parabelflügen, Raketenflügen und der ISS.</p>
<p>Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich nur gewinnen, wenn Experimente der Schwerkraft entfliehen. Und es gibt Fluchtmöglichkeiten: Falltürme, Zero-G-Parabelflüge und Forschungsraketen schalten die Schwerkraft sekunden- oder minutenweise herunter. Oft ist dies bereits ausreichend, um die Eigenschaften von biologischen Systemen oder Werkstoffmaterialien genauer zu analysieren, als es im Labor möglich ist. Für längere Experimente greift yuri auf die ISS zurück. Das 2019 gegründete Start-up hat seinen Head Quarter in Meckenbeuren, unweit von Airbus und ZF Friedrichshafen. Es ermöglicht großen wie kleinen Unternehmen und Forschungseinrichtungen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/senkrechtstart-der-schwerelosigkeit-ein-start-ermoeglicht-kommerzielle-forschungsexperimente-im-all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Experimente in Mikrogravitation, und verspricht schneller und erschwinglicher als in bisherigen Missionen</a> zu sein. Einige Experimente kann yuri mit dem eigens entwickelten Klinostaten dann sogar auf der Erde ausführen.</p>
<p>Die Weltraumforschung ist Treiber vieler Innovationen: von Stress- und Hirnforschung, Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen, Immunkrankheiten oder Entstehung von Tumoren bis hin zu Materialwissenschaften und Mikroelektronik. In der Biomedizin und Biotechnologie erhofft man sich, durch neue Erkenntnisse sowohl auf Gen- als auch Zellebene innovative Ansätze zu entwickeln. Das Spektrum? Nicht weniger unendlich: Es reicht von Grundlagenforschung bis hin zu <a href="https://redaktion-text-idee.de/medizintechnik-innovationen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">individuellen, personalisierten Therapien</a>.</p>
<h3></h3>
<h3><span style="color: #333333;"><strong>Proteinforschung: Schwerkraft-freie Umgebung ermöglicht den Blick ins Detail<br />
</strong></span></h3>
<p>Viele Zellen bzw. Zellbestandteile wie Proteine sind außerhalb ihrer natürlichen Umgebung instabil. Sie zerfallen im Labor schnell und erschwert die Analyse ihrer Struktur, Funktion und den Kontakt mit anderen Zellbestandteilen. Hier kommt die Mikrogravitation ins Spiel: Dort, wo sich Schwerkraft und Zentrifugalkraft infolge der Orbitbewegung fast aufheben, sind detailgenaue Darstellungen möglich. Während auf molekularer Ebene die Expression von Genen abläuft, ist die Funktion der Genprodukte – der Proteine – durch ihre hochspezifische räumliche Struktur bestimmt. Erst wenn Proteine spezifisch gefaltet vorliegen, können sie ihre Funktion erfüllen.</p>
<p>Die <strong>Analyse der Proteinstruktur</strong> ist zur Klärung der Wirkweise und Zusammenhänge im biologischen System essenziell. Und ebendiese komplexe Struktur zerfällt naturbedingt schnell. Abhilfe schafft hier eine gravitationsarme Umgebung, denn hier gibt es weder Ablagerungen noch Konvektionen. Dies macht Kristallisationsexperimente möglich, wie sie auf der Erde nur schwer realisierbar sind. Die genaue Kenntnis der räumlichen Struktur hilft, Funktionen und Eigenschaften besser zu verstehen, um z. B. pharmazeutische Anwendungen zu entwickeln. Auf ihrer Reise in eine gravitationsarme Umgebung erfahren die Zellen zunächst noch einen ordentlichen Kälteschock. So bleiben sie durch Kryokonservierung unter flüssigem Stickstoff vital.</p>
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<h3><strong>Networking losgelöst – Zellforschung ohne Schwerkraft</strong></h3>
<p>Networking auf Zellebene ist ein riesiges Thema. Wenn man bedenkt, welch riesiges Netzwerk unser Körper darstellt, ist das starke Interesse an den Zellverbindungen nur allzu logisch: 100 Billionen Zellen bilden als Haut- und Nervenzellen ein Gewebe oder als Körperzellen Organe. Sie fließen als Blutzellen durch Arterien, Venen und Kapillaren. Als Immunzellen jagen sie nach fremden und schädigenden Stoffen. Das alles geschieht nicht isoliert: Jede einzelne Zelle nimmt ihre Umgebung, um ihre Funktion ausführen zu können. So können unreife Zellen durch „Abtasten“ und „Ziehen“ an Oberflächen taktil erkennen, ob die Umgebung hart oder weich ist und sich in eine entsprechende Zelle, z. B. Knochenzelle, ausdifferenzieren. Durch eine genaue Kenntnis über diese Vorgänge könnte man beispielsweise spezifisch <strong>Stammzellen zum Wachstum</strong> anregen.</p>
<p>Eine weitere Kontaktmöglichkeit sind Zellmembran-Proteine, die Oberflächenrezeptoren. Docken an den Rezeptoren kleine Moleküle an, werden chemische Signale ins Zellinnere geleitet. Klar, Signale bleiben nicht unerkannt: Sie veranlassen die Zelle zu weiteren Aktionen, wie etwa das An- und Ausschalten von Genen. Dies ist beispielsweise für die <strong>Krebsforschung</strong> interessant.</p>
<p>Und was passiert beim Andockprozess des <strong>Coronavirus</strong> Sars CoV-2 an die Zelle? Genau hier sind Strukturanalysen wertvoll, u. a. zur Andockstelle des Virus-Oberflächenproteins an die Wirtszelle – mit Fokus auf die Spaltstelle. So könnte man die verschiedenen Faltungen, die das Spike-Protein kurz vor Eintritt in die Zelle durchmacht, besser darstellen – als Ansatz für eine möglichen Therapie.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt liegt auf der <strong>Osteoporose-Forschung</strong>. Astronauten erfahren im Laufe ihres Weltraum-Aufenthalts einen Knochen- und Muskelabbau. Solche Missionen bieten die einzigartige Situation, die Rolle der Schwerkraft und der Belastung auf Knochen bzw. deren Abbau genau zu untersuchen. Die Weltraumtechnik ermöglicht einen Einblick in die knöcherne Mikroarchitektur. Denn schließlich ist selbst im Erwachsenenalter das Skelett ständig im Werden, es findet ein permanenter Umbau statt. Es geht also nicht um eine simple und oft hinterfragte Knochendichtemessung, sondern um Aufschluss der strukturellen Integrität auf zellulärer Ebene, die für die Festigkeit des Knochens entscheidend ist.</p>
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<div id="attachment_2275" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2275" class=" wp-image-2275" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity.jpg" alt="Gruender von yuri microgravity, Blog Forschung in Schwerelosigkeit" width="810" height="547" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-200x135.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-300x202.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-400x270.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-600x405.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-768x518.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-800x540.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1024x691.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1200x809.jpg 1200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity-1536x1036.jpg 1536w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/yuri-microgravity.jpg 1613w" sizes="(max-width: 810px) 100vw, 810px" /><p id="caption-attachment-2275" class="wp-caption-text">Die Gründer von yuri microgravity in Meckenbeuren (© <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="color: #333333;">Geschwächtes Immunsystem im Weltall – als Simulationsobjekt</span><br />
</strong></h3>
<p>Ein noch immer nicht komplett gelöstes Rätsel ist das Immunsystem. Neue Zusammenhänge kann die Analyse der Blutzellen von Astronauten ans Licht bringen. Denn das Immunsystem wird unter Weltraumbedingungen geschwächt. So ist quasi ein Simulationsobjekt möglich.</p>
<p>Antworten auf spannende Fragen kann man so vielleicht näherkommen. Lassen die Erkenntnisse über die beeinträchtigte Immunfunktion in Schwerelosigkeit auf generelle Ursachen der <strong>Immunschwäche</strong> rückschließen? Auch in der <strong>Umweltmedizin</strong> können Immun-Testsysteme unter Mikrogravitation genutzt werden. Welche Umweltproben und -analysen haben einen schädigenden Einfluss auf das Immunsystem? Dazu lassen sich z. B. Experimente mit Miesmuschel-Zellen unter Mikrogravitation heranziehen. Mit einem entscheidenden Vorteil: <strong>Tierversuche könnten so vermieden werden</strong>, wie sie sonst bei vielen toxikologischen Untersichungen vorgenommen werden.</p>
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<h3><strong>Biologische Systeme und neue Oberflächen<br />
</strong></h3>
<p>Die Schwerelosigkeit dient nicht nur der Analyse von biologischen Systemen, sondern auch als Mittel zum Zweck: <strong>Schwerelose Viren als molekularbiologische Vehikel</strong> sind stärker infektiös. So lässt sich genetisches Material in Zellen effeltiver einschleusen, die Genexpression beeinflussen und die Resultate daraufhin analysieren.</p>
<p>Auch biologische Oberflächen können ins Visier genommen werden. Dazu wird die Stressantwort von Bakterien untersucht, die im Weltraum hoch ist. Mithilfe speziell entwickelter antimikrobieller Kontaktkatalysatoren lassen sich <strong>Oberflächen beschichten</strong>, die gefährliche Biofilme aus Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroben zerstören. Werden die Grenzen der zugrunde liegenden Metalltechnologie durch Forschung in Schwerelosigkeit durchbrochen, könnten sich so neuartige <strong>Anwendungen im Hygienebereich</strong> ergeben, z. B. in Krankenhäusern oder der Klimatechnik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #333333;"><strong>Living in a box – Das Labor in Schachtelgröße</strong></span></h3>
<p>Das Start-up yuri ermöglicht es Forschern, Auswirkungen der Schwerkraft-freien Umgebung auf Zellen, Werkstoffe und Pflanzen zu analysieren. Der Raum dazu? Schwindelfreie Kästchen, in Größe eines Smartphones. Unter Anleitung von yuri können so z. B. bestimmte Gewebe auf ein Gitternetz fixiert oder Zellkulturen im Miniaturformat angelegt werden. Die Forschungskammer wird mit minituarisierter Pumpe und Tanks für die Nährstoff- und Fixierlösung der Zellen angeschlossen. Für ein Experiment auf der ISS müssen im Idealfall die Astronauten die Forschungsboxen nur in eine Plattform stecken, um die Experimente automatisch ablaufen zu lassen. Was auch immer untersucht werden soll, es reist angepasst modularisiert in den Forschungsschränken auf der ISS, in Raumkapseln, in Raketen bei Suborbitalflügen oder bei Parabelfügen.</p>
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<div id="attachment_2276" style="width: 847px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2276" class=" wp-image-2276" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity.jpg" alt="Experimentenkästchen yuri microgravity - Forschung in Schwerelosigkeit" width="837" height="558" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-200x133.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-300x200.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-400x267.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-600x400.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-768x512.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-800x533.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1024x682.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1200x800.jpg 1200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity-1536x1024.jpg 1536w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/OuterInnerShell_Cellxox-yuri-microgravity.jpg 2000w" sizes="(max-width: 837px) 100vw, 837px" /><p id="caption-attachment-2276" class="wp-caption-text">Cellbox, Forschungskästchen von yuri microgravity &#8211; bereit zum Abheben (© <a href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</p></div>
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<h3><strong>Als Forscher ohne Schwerkraft dabei – von Falltürmen, Parabelflügen bis zur ISS<br />
</strong></h3>
<p>Als Auftragsgeber und Forscher wäre man am liebsten selbst dabei. Den Traum eines ISS-Astronauten mag man gerne weiterträumen, eine Versuchsbegleitung ist dennoch möglich: Bei Fallturm-Experimenten oder sogar auf Parabelflügen in einem 20-sekündigen Sturz auf den Boden. Das Freefall-Experiment wird dann gleich mehrmals hintereinander ausgeführt. Ohne langes Anstehen.</p>
<p>Sicher, viele Experimente erfordern eine deutlich längere Dauer der Mikrogravitation. Sie lässt sich mit suborbitalen Raumflügen erreichen, bei denen eine Rakete bis an die Grenzen des Weltraums in über 100 km Höhe gestartet wird und anschließend zur Erde zurückfällt. Da die Dauer mit fünf bis zehn Minuten noch immer vergleichsweise kurz ist, ermöglicht yuri den orbitalen Raumflug in der Umlaufbahn durch die ISS. Mit seiner Expertise kürzt yuri Zertifizierungsschleifen ab: Das Unternehmen stellt Versuchsaufbauten und Plattformen zur Verfügung, kümmert sich um administrative Vorgänge – und macht letztendlich Startslots frei. So soll der meist mehrere Jahre dauernde Prozess vom Kickoff bis zum Start im Idealfall auf 6 Monate verkürzt und Kosten minimiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was auch immer erforscht werden mag – sicher wird man nicht wie einst von Juri Gagarin hören „Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im Weltall“. Aber vielleicht, dass gerade die erste Entdeckung eines wertvollen Materials oder biologischen Vorgangs gemacht worden ist.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Fachartikel für BIOPRO Baden-Württemberg finden Sie hier: <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/senkrechtstart-der-schwerelosigkeit-ein-start-ermoeglicht-kommerzielle-forschungsexperimente-im-all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senkrechtstart in der Schwerelosigkeit – ein Start-up ermöglicht kommerzielle Forschungsexperimente im All</a></p>
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<p><span style="color: #999999;">(Beitrags-Startbild: © <a style="color: #999999;" href="https://www.yurigravity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yurigravity.com</a>)</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/">Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2020 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
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		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert 16.12.21) mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?   Das große  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert 16.12.21)</span><strong> mRNA-Impfstoffe sind die ersten in der EU gegen COVID-19 zugelassene Impfstoffe. Während die zugelassenen Vakzine von BioNTech und Moderna weltweit und auch als Booster verimpft werden, werden bereits angepasste Impfstoffe der 2. Generation entwickelt und in Studien getestet. Doch was steckt hinter der neuartigen Technologie und welche Perspektiven bietet sie?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das große Ziel in der Corona-Pandemie ist die Immunität der Bevölkerung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Im Fokus liegt hier eine erfolgreiche, flächendeckende Impfung. Dabei soll ein weitgehend vollständiges Anwerfen des Immunsystems erreicht werden, als <strong>ausgewogene Immunantwort</strong>.</p>
<p>Zum einen sollen für eine gute Immunantwort neutralisierende Antikörper gebildet werden, die direkt an die Viruspartikel binden und sie daran hindern, eine Zelle effektiv zu infizieren. Auch weitere bindende Antikörper sollen auf den Plan rücken, etwa solche, die sich gegen bestimmte Oberflächen-Molekülbereiche richten. Zum anderen geht es um zelluläre Immunität. Und hier ist die Balance besonders wichtig: Das Zusammenspiel in der T-Zell-Aktivierung mit T-Helferzellen, T-Killerzellen, regulatorischen und Gedächtniszellen sowie Botenstoffen (Interferon) muss passen. Denn schließlich wünscht man sich, eine Infektion durch das neue Coronavirus effektiv zu vereiteln bzw. die Schwere einer Erkrankung stark abzumildern.</p>
<p>Vor allem <strong>mRNA-Impfstoffe</strong> rücken dabei in den Fokus. Sie haben <strong>entscheidende Vorteile</strong>: Während bei Totimpfstoffen mit abgetöteten Erregern das Immunsystem nicht immer vollständig aktiviert und die Balance auf T-Zell-Ebene nicht immer ausgewogen sein kann, ist durch mRNA-Impfstoffe eine weitgehend umfassende Immunantwort möglich. Zudem wird die Impfstoff-RNA schnell abgebaut, sodass keine Rückstände im Körper verbleiben. Lebend-Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern bewirken zwar meist eine gute Immunantwort, jedoch sind Entwicklungs- und Herstellungsverfahren eher aufwendig. Dagegen lassen sich mRNA-Impfstoffe relativ einfach und kostengünstig herstellen, sobald ein gutes Konstrukt gefunden ist: Denn anders als bei herkömmlichen Vakzinen muss es nicht erst mühsam in Kultur herangezüchtet und inaktiviert werden. Vielmehr wird nur die Bauanleitung des Antigens produziert. Der menschliche Körper wird so selbst in die Lage versetzt, die spezifischen Proteine herzustellen. Mit dem Auftrag, eine gezielte Immunantwort auszulösen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Elegante Konstrukte</strong></span></h3>
<p>Elegant sind genetische Impfstoffe, die die Baupläne für das Oberflächenprotein (wie das Spike-Protein oder Teile davon) des neuen Coronavirus enthalten. Im Körper verimpft, können die Baupläne in den Zellen von unseren Proteinfabriken (Ribosomen) abgelesen werden. Somit werden die entsprechenden Virusproteine vom Körper selbst hergestellt. RNA-Impfstoffe haben gegenüber DNA-Impfstoffen einen Vorteil: RNA-Moleküle verbleiben im Zellplasma und bergen nicht das unkalkulierbare Risiko, in das Wirtsgenom eingebaut zu werden. Auch können Zellen RNA nicht in DNA umwandeln, da der menschliche Körper keine Enzyme dafür besitzt. Retroviren wie HIV haben zwar solche Enzyme (sogenannte Reverse Transkriptasen), diese können aber spezifisch nur die eigene Virus-RNA ablesen.</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt, den aktuell Wissenschaftler bei Untersuchungen zur Sinusvenenthrombose beschrieben haben (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Da mRNA im Zytosol übersetzt und die Spike-Proteine dort anschließend modifiziert werden, findet kein sogenannter Spleißvorgang statt. Denn dieses Herausschneiden von Abschnitten geschieht nur im Zellkern. Im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen existiert bei mRNA-Wirkstoffen somit keine Gefahr unerwünschter kürzere Proteinvarianten, die in löslicher Form in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen könnten.</p>
<p>Die Technologie verspricht, vergleichsweise sicher zu sein, da der Impfstoff keine fremden Virusbestandteile enthält. Und sie erlaubt eine gewisse Flexibilität: Denn der Impfstoff lässt sich sehr schnell an das Genom eines Erregers anpassen.</p>
<p>Und die Hürde? Das Molekül <strong>mRNA ist von Natur aus instabil</strong> und wird relativ schnell abgebaut. Als Medikment generell gut, könnte man meinen, so müsse man sich nicht um die Entsorgung im Körper Gedanken machen. Allerdings muss das Biomolekül überhaupt erst in die Wirtszelle gelangen. Dort angekommen, müssen sie der Proteinfabrik, den Ribosomen, auch lange genug zur Verfügung stehen, damit das Protein im ausreichenden Maß gebildet werden kann.</p>
<p>Entscheidende Kenntnisse über die Wirkung des RNA-Moleküls erlangte aber bereits in den 90er-Jahren die Wissenschaftlerin <a href="https://www.bostonglobe.com/2020/11/10/metro/inside-quest-covid-19-cure/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Katalin Kariko</strong> an der Universität Pennsylvania</a> in den USA. Hatte man lange nicht an ihre Forschung geglaubt, haben die von ihr entdeckten Zusammenhänge zwischen mRNA und Immunreaktion inzwischen einen Weg aus der Covid-19-Pandemie bereitet: Ihre Entdeckungen zur modifizierten mRNA führten zu den Impfstoffen, die <strong>BioNTech</strong> aus Mainz und <strong>Moderna</strong> aus Massachusetts entwickelt haben. Auch das Tübinger Unternehmen <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit diesem Biomolekül und hat eine Entdecker- und Vorreiterrolle in der Entwicklung der mRNA-Technologie eingenommen, die auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten vielversprechende Ansätze findet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Das Grundrezept</strong></span></h3>
<p><strong>Im Grunde benutzen alle mRNA-Entwickler die gleiche Zutat</strong>: den Code eines bestimmten Proteins. In diesem Fall den Code eines Oberflächenproteins des neuen Coronavirus, dem Spike(S)-Protein, oder Teile davon. Hier kommt der erste Grund für die schnelle Impfstoff-Entwicklung zutage: Aufgrund bekannter Daten der genomischen Sequenz verwandter Coronaviren (MERS, SARS-1) konnte die komplette DNA-Sequenz des neuen Coronavirus bereits im Januar 2020 entschlüsselt werden. Das neue Coronavirus unterscheidet sich nur in wenigen Bereichen von seinen Verwandten. Man kannte von diesen nahe verwandten Coronaviren bereits das Spike-Oberflächenprotein, das an die Wirtszelle bindet und das durch Antikörper gut angreifbar ist. <strong>Ohne dieses Vorwissen hätte es Jahre gedauert, das angreifbare Target zu finden</strong>.</p>
<p>Das <strong>Ziel bei der Entwicklung des Konstrukts</strong>? Die künstlich hergestellte RNA (z. B. für das komplette Spike-Protein) soll von der körpereigenen zellulären Maschinerie in Protein übersetzt werden. Damit reiht sich die künstlich hergestellte RNA ein in die zahllosen, natürlich vorkommenden RNA-Molekülen in unseren Zellen, die von den Ribosomen übersetzt und im Zytosol nachträglich gespalten und modifiziert werden. Die entstandenen Häppchen des Spike-Proteins werden dann auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, was eine Immunreaktion in Gang setzt. So wird eine <strong>natürliche Infektion durch SARS-CoV-2 nachgeahmt</strong>.</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die Herstellung der mRNA</span><br />
</strong></h3>
<p>Im Labor lässt sich zunächst der DNA-Strang des Spike-Proteins anhand der Anfang des Jahres ermittelten Sequenz künstlich herstellen. Die DNA dient als Schablone, von der die mRNA* erstellt wird. Das instabile Biomolekül muss nun stabilisiert werden. An dieser Stelle kommen die Feinheiten der Rezeptur ins Spiel, die Hersteller-eigen sind. Zusammen stellt dies mit weiteren Aufbereitungsschritten ihre Kernkompetenz dar. Auch wenn die Hersteller vom gleichen Bauplan ausgehen, baut jeder auf seine Erfahrungen mit seiner <strong>Plattform-Technologie</strong>. So setzen BioNTech und Moderna für ihre COVID-Kandidaten chemisch modifizierte Nukleotide** ein, die vor frühzeitiger Erkennung und Inaktivierung der fremden RNA durch Immunzellen schützen sollen. CureVac hingegen hat bisher  auf natürliche mRNA gesetzt und auch den COVIS-Impfstoff der zweiten Generation auf dieser Basis optimiert. Der Fokus liegt hier im Baukasten der RNA: im Aufbau und Anordnung der Codons, also des Tripletts aus drei aufeinanderfolgenden Nukleotiden.</p>
<p>Einige Grundprinzipien zur Herstellung der mRNA sind in der nachfolgenden Tabelle genannt, die von den Herstellern individuell und auch leicht abweichend verfolgt werden.</p>
<table width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>*Das Umschreiben von DNA in mRNA, der Boten-RNA, wird Transkription genannt. Dabei wird die doppelsträngige DNA zunächst in Einzelstränge zerlegt. Anschließend erstellt ein Enzym anhand der einzelsträngigen Matritze eine Kopie als RNA: Sie unterscheidet sich von der DNA in den Zuckermolekülen und einem der vier Basen (statt Thymin der DNA wird an der RNA-Kette ein Uracil angehängt). Erst der entstandene RNA-Strang kann in Protein übersetzt werden.</em></span></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #999999;"><em>**ein Nukleotid ist ein Grundbaustein der DNA bzw. RNA, bestehend aus einem Phosphat-, einem Zuckeranteil und einer von vier Basen. Bei DNA sind die Basen: Cytosin, Guanin, Adenin, Thymin; bei RNA ist Thymin durch Uracil ersetzt.</em></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fertig. Zumindest der mRNA-Strang. Doch wie bekommt man ihn in die menschliche Zelle? Anders als sogenannte Vektorimpfstoffe (z. B. der Impfstoff von AstraZeneca), die Trägerviren als &#8222;Transporter&#8220; nutzen, setzen mRNA-Impfhersteller auf <strong>Nanopartikel</strong>. Understatement ist hier gefragt, schließlich sollen diese Hüllbläschen keinen Alarm des Immunsystems auslösen. Deshalb ähneln sie der Zellmembran: Meist handelt es sich um Lipidnanopartikel (LNPs), winzig kleine Tröpfchen aus fettartigen Substanzen. Sie umschließen die RNA und schützen sie so vor Enzymen. Selbst wenn Fresszellen einige Lipidnanopartikel verdauen, verschmelzen genügend Partikel mit der Zellmembran und geben in der Zelle (Muskelzellen, Immunzellen) ihren Inhalt, die RNA, frei.</p>
<p>Eine Gratwanderung: Die Ladung der Nanopartikel an den Außenschichten muss positiv genug sein, um die negativ geladenen RNA an sich zu binden, zu umhüllen und um mit der negativ geladenen Zellmembran zu fusionieren. Anschließend, in der Zelle, müssen die Nanopartikel die RNA aber auch wieder &#8222;loslassen&#8220;. Hier hat jeder Hersteller seine eigene Formulierung, die auch einen Effekt auf die Temperaturstabilität haben kann. Die häufig verwendeten lipidhaltigen Bestandteile selbst sind jedoch etablierte pharmazeutische Hilfsstoffe, von denen bereits umfangreiche Toxizitätsprüfungen durchgeführt wurden. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zellschädigend (zytotoxisch) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table style="height: 1066px;" width="954">
<tbody>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567"><span style="color: #333333;"><strong><span style="color: #5f7496;">Wie sind mRNA-Medikamente aufgebaut?</span><br />
</strong></span><span style="color: #808080;">(genannt sind Grundprinzipien. Unternehmen verfolgen individuelle, abweichende oder weitere Ansätze)</span></td>
<td width="19"></td>
</tr>
<tr>
<td width="19"></td>
<td width="567">
<ul>
<li><span style="color: #5f7496;">Für das gewünschte Protein wird der <strong>Code erstellt</strong>. Zunächst wird im Labor die künstliche DNA hergestellt. Daraus wird dann die einzelsträngige mRNA abgeleitet. Sie muss noch optimiert werden:</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Die Reise von synthetisch hergestellter RNA im Blut der Geimpften würde schnell beendet werden: Fresszellen oder Enzyme würden sie schnell zerstören. Auch eingeschleust in Trägerviren (Vektor) kann das RNA-Molekül nach Verschmelzen mit der Zellmembran als fremd erkannt und vernichtet werden. Deshalb werden beide Enden des Biomolekuls modifiziert – sie erhalten eine <strong>Kappe, um die mRNA zu stabilisieren</strong> und die Übersetzung in Protein effizienter zu machen. Ein solches „Capping“ findet auch mit natürlich vorkommender RNA in Zellen statt.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Stabilisierungen</strong>, am Beispiel von SARS-CoV-2: Bei Infektion bindet das Virus mit seiner Rezeptorbindestelle (RBD) an Rezeptoren der menschlichen Zelle (ACE-Rezeptoren). Im <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener">Eindringprozess des Virus</a>, also bei der Fusion zwischen Virus und Wirtszelle, ändert sich die Gestalt des Virus-Oberflächenproteins (Spike-Proteins): Die „Präfusions-Konformation“ geht dabei kurz vor Zelleintritt in andere Struktur über. Bei der Entwicklung des Impfstoffdesigns strebt man an, die Präfusions-Konformation zu stabilisieren. Dazu werden zwei Prolinmutationen eingeführt.<br />
An bestimmten D</span><span style="color: #5f7496;">omänen des Spike-Proteins können Antikörper binden. Das ist genau der Angriffspunkt:  <strong>Neutralisierende Antikörper</strong> sollen durch Bindung das Virus am Zelleintritt stören. Zusätzlich soll auch die Bindung weiterer Antikörper an mehreren Domänen ermöglicht werden. <strong>Bindende Antikörper</strong>, die das Antigen nicht direkt neutralisieren, wirken auf das zelluläre Immunsystem ein. Letztendlich können so T-Zellen aktiviert werden, die virusbefallene Zellen zerstören, Gedächtniszellen ausbilden sowie Antikörper-bildende Zellen auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Das gewünschte Protein, das eine Immunantwort hervorrufen soll (z. B. das ganze Spike-Protein oder Teile davon), muss für eine gute Wirkung im Körper in ausreichender Menge produziert werden. Dazu wird zum einen der regulatorische Bereich an beiden RNA-Enden angepasst. Aber auch der Bereich, der in das gewünschte Protein übersetzt wird („Open-Reading-Frame“), wird optimiert: Die RNA erhält eine <strong>stärkende Startersequenz</strong>, damit sie in der Zelle bevorzugt abgelesen wird. Und <strong>Wiederholungssequenzen</strong> stellen sicher, dass ausreichende Mengen des gewünschten Proteins hergestellt werden.</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;">Um in die Zelle gelangen und dort in Protein übersetzt zu werden, muss die RNA vor Enzymen geschützt verpackt werden, z. B. als <strong>Lipid-Nanopartikel</strong>. Gleichzeitig soll es so nicht besonders „auffällig“ erscheinen und das Immunsystem nicht sofort auf den Plan rücken.<br />
</span></li>
<li><span style="color: #5f7496;"><strong>Chemische Modifikationen</strong> erhöhen ebenfalls die Stabilität: Sie können die Syntheserate des Proteins erhöhen und somit die Immunstimulation beeinflussen. Hier gibt es verschiedene Ansätze, die Kernkompetenzen der einzelnen Hersteller (wie BioNTech und Moderna) sind. <strong>Aber auch unmodifizierte mRNA</strong> ,wie CureVac sie nutzt, kann in der Immunstimulation und Proteinexpression ausreichend sein. An dieser Stelle spielt u. a. die Wahl der Codons* eine wichtige Rolle. Die Entwickler gehen mit ihren Plattformen unterschiedlich vor, manche mit, manche ohne chemische Modifikationen.<br />
<em>*Ein Codon ist eine Anordnung von drei hintereinandergeschalteten Nukleotiden. Jedes Codon steht für eine Aminosäure, wobei das 3. Nukleotid zum Erhalt derselben Aminosäure etwas variabler ist. Ein Spielansatz, um die RNA möglichst gut zu stabilisieren. Je nach Anordnung der Codons auf der mRNA werden entsprechende Aminososäuren zugeordnet und diese, wie auf einer Perlenkette, hintereinander verknüpft. Je nach Anordnung der Aminosäuren faltet sich diese Kette entsprechend – was bedeutend für die Funktion des entstandenen Proteins ist. Es gibt aber auch Codons, die nicht in Protein übersetzt werden. Sie haben vor allem regulatorische sowie auch Immun-Funktionen.</em><br />
</span></li>
<li><span style="color: #333333;"><span style="color: #5f7496;">Adjuvanzien unnötig: Da das mRNA-Design eine gewisse „angeborene“ Stimulationsfunktion hat, kann auf den Effekt der verstärkenden Zusätze verzichtet werden. Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und CureVac verwenden keine Adjuvanzien. </span><br />
</span></li>
</ul>
</td>
<td width="19"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Im Fokus: Sicherheit<br />
</span></h3>
<p>Generell gilt: Neben der Wirksamkeit ist immer auch die Sicherheit zu belegen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen verschärft: Demnach muss zwei Monate lang bei der Hälfte der Probanden einer Impfstoffstudie eine Wirkung beobachtet werden. Diese 2-Monats-Frist startet gemäß FDA ab Verabreichung der letzten für eine Immunisierung nötige Impfdosis. Dabei muss die Datenlage über Nebenwirkungen und Infektionen unter den Probanden präzise dargelegt werden.</p>
<p>Im Zuge der Studien muss untersucht werden, <strong>welche Effekte eine Dosis mRNA im Körper auslöst</strong>. Wie lange bleibt sie im Körper? Könnte das Biomolekül noch weitere Prozesse im Körper anstoßen? Die Angst, dass sich RNA ins Genom integrieren könnte, ist rein von der Natur des Biomoleküs ausgeschlossen: Die einzelsträngige RNA ist anders aufgebaut als doppelsträngige DNA und RNA kann nicht durch die Kernmembran in den Zellkern gelangen. Viele der genannten Fragen zur mRNA-Technologie wurden schon lange vor der COVID-19-Pandemie in Studien unter die Lupe genommen und die Ergebnisse publiziert. Seit über 20 Jahren wird dazu an Tieren und an Zellen im Labor geforscht, einige Wirkstoffe wurden auch bereits am Menschen getestet, wie etwa der Tollwut-Impfstoff von CureVac (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31665-3/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lancet, 2017</a>). Die Wirkstoff-mRNA wird – wie jede andere mRNA in unserem Körper auch – nach ihrem Ablesevorgang sehr schnell abgebaut. Es ist eher eine Herausforderung, sie in eine Zelle zu schleusen und lange genug stabil zu halten, wie in etlichen Studien untersucht und veröffentlicht worden ist (z. B. <a href="https://www.nature.com/articles/nrd.2017.243" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature, 2018</a>). Die Prüfung auf Sicherheit schließt ebenso die der Verpackungshülle, der Lipid-Nanopartikel, ein. Dies wird auch <a href="https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/sicherheit-wirksamkeit-impfstoff/9-coronavirus-impfstoff-covid-19-sicherheit-lipidnanopartikel-mrna-impfstoffe.html;jsessionid=94B69742AFF61B3DEB192367C0A00043.intranet231" target="_blank" rel="noopener">vom Paul-Ehrlich-Institut geprüft</a>. Demnach sollen die Fettkügelchen im Körper ähnlich wie mit der Nahrung aufgenommene Fette behandelt werden, d.h. in ihre Bestandteile zerlegt, verarbeitet und abgebaut werden.</p>
<p>Potenzielle späte Nebenwirkungen können – wie bei jeder anderen Impfstoffentwicklung, auch gegen andere Erreger – zwar zum jetztigen Zeitpunkt nicht abgesehen werden. Dazu bräuchte man Jahrzehnte. Die bisherige Datenlage, Art der Herstellung ohne Fremderregerbestandteile, Natur der mRNA, lange Erfahrung mit der Technologie und auch vergleichsweise hohe Probandenzahl stimmen Wissenschaftler jedoch durchweg positiv.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;">Schnelle Entwicklung – vorschnelle Rückschlüsse<br />
</span></h3>
<p>Bei all dem Vorwissen der Technologie seit über 20 Jahren mag man sich fragen, warum noch kein Medikament auf mRNA-Basis entwickelt wurde. Und warum jetzt beim COVID-19-Impfstoff in solch einer Rekordzeit? Sehr schnell lassen sich Rückschlüsse ziehen, dass dies zulasten der Sicherheit gehen könnte. Zunächst einmal muss man berücksichtigen, dass das Virusprotein ein relativ einfaches Antigen darstellt und gut hergestellt werden kann – verglichen zur Herstellung von mRNA-Konstrukten gegen einige andere Erreger oder gar zur Krebstherapie. Gerade bei Krebserkrankungen spielen viele Proteine eine Rolle und die Entwicklung ist entsprechend komplizierter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Für die schnelle Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es einige Gründe:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Rohdaten:</strong> Im Gegensatz zu unbekannten Viren konnte man bei SARS-CoV-2 aufgrund vorhandener Sequenzdaten der verwandten Viren SARS und MERS das genetische Konstrukt sehr schnell entwickeln. An diesem Virustyp forscht man schon Jahrzehnte und kennt daher die angriffsempfindliche Stelle, das Spike-Protein, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste. Auch die Faltung des Proteins war in Grundzügen bekannt.</li>
<li><strong>Konstrukt:</strong> Die genannten bekannten Daten über das Spike-Protein bzw. ihrer zugrunde liegende RNA sind in die mRNA-Plattform eingeflossen: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie dient als Grundlage für die Erstellung des neuen Konstrukts, das in präklinischen Studien getestet wird/wurde. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</li>
<li><strong>schnelle Methode:</strong> Keine langwierige Zellkultur oder Produktion in Hühnereiern (wie beim Influenza-Impfstoff), sondern schnelle synthetische Produktion, die zudem schnell anpassbar ist.</li>
<li><strong>Rückenwind:</strong> Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</li>
<li><strong>Anzahl der Probanden:</strong> Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</li>
<li><strong>Studienzentren:</strong> Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</li>
<li><strong>COVID-Behörden auf der Überholspur</strong>: Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</li>
<li><strong>Risikobereitschaft:</strong> Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</li>
</ul>
<p>In der Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="color: #808080;">Die mRNA-Impfstoff-Entwickler</span></strong></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>BioNTech/Pfizer</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
</strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Mainzer Biotech-Firma BioNTech</span></strong> kooperiert mit dem US-Unternehmen Pfizer. Neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten entwickelt das Unternehmen Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® gegen COVID-19 enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong><br />
Bereits Anfang Oktober 2020 konnten BioNTech/Pfizer den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einleiten. Damit konnte der Zulassungsprozess beschleunigt werden, während die Phase-3-Studien weiterliefen, bis 164 Infektionsfälle eingeschlossen waren. In der EU und auch vom Paul-Ehrlich-Institut wird diese Zahl für eine Zulassung bislang als nötig erachtet.</p>
<p>Die zugrunde liegenden Daten bauen auf die ursprüngliche Form des Virus auf. Ende 2020 wurden die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie des Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u> veröffentlicht:</p>
<ul>
<li>In der Studie, die in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa an rund 150 Studienzentren durchgeführt wird, wurden dabei über 43.660 Probanden eingeschlossen<em>. </em>Die Hälfte erhielten den Impfstoff, die andere ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Hersteller im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>Sowohl Wirksamkeit wie auch das Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Das Impfschema besteht aus zwei Dosen à 30 µg. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung: Die Probanden zeigten einen 95%igen Impfschutz, auch bei über 65-Jährigen lag er über 94 %.</li>
<li>Insgesamt traten 170 bestätigte COVID-19-Fälle auf, davon 162 Fälle in der Placebogruppe und 8 Fälle in der Gruppe der Geimpften.</li>
<li>Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich, schwere Nebenwirkungen konnten laut Hersteller nicht festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Wichtig dabei ist aber – wie bei allen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Jonhson) – dass auch die zweite Impfung wahrgenommen wird, denn mit nur einer Impfdosis fällt die Wirksamkeit gegen die Deltavariante rasant ab.  Fortlaufende Studien geben weiter Aufschluss. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage.</p>
<p><strong>Unterstützung und Perspektiven</strong><br />
Startkapital erhielt BioNTech u . a. 2007 von Thomas und Andreas Strüngmann, den Gründern von Hexal. Im September 2020 unterstützt der BMBF durch eine <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung des Mainzer Unternehmens sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland. Dazu übernimmt BioNTech vom Schweizer Konzern <a href="https://www.novartis.de/aktuelles/pressemitteilungen/novartis-produktionsstandort-marburg-geht-biotechnologie-unternehmen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novartis die biotechnische Produktionsanlage in Marburg</a>. Sie soll zur größten europäischen Fertigungsanlage gentherapeutischer Impfstoffe ausgebaut werden. Das Werk in Marburg,  für das die EMA Ende März &#8217;21 die Zulassung erteilte, wird voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte mit den Auslieferungen beginnen. Geplant sind für das erste Halbjahr &#8217;21 rund 250 Millionen Dosen, für die Zukunft ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr. Bislang produziert BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und dreizehn Orten von Produktionspartnern, wie <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/">Rentschler Biopharma SE</a>: Das Unternehmen aus Laupheim soll die flüssige Ausgangsbasis für den Wirkstoff reinigen, konzentrieren und steril abfüllen.</p>
</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Moderna</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Der Impfstoff von <strong>Moderna</strong> (Handelsname: Spikevax) enthält mit 100 μg RNA pro Dosis, verglichen mit BioNTech (30 µg). Er ist seit 06. Januar 2021 auch in der EU für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Auf Grundlage neuer Daten zu seltenen Myokarditis-Fällen bei jüngeren Personen empfiehlt des Paul-Ehrlich-Institut (PEI), den Moderna-Impfstoff bei Personen über 30 Jahren. Für Menschen ab 30 Jahren besteht laut PEI nach der Impfung mit Spikevax kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung.</p>
<p><strong>Ausgangsdaten</strong></p>
<p>Im November 2020 hat das US-Unternehmen <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy">Zwischenergebnisse mit einer 94,5%igen Wirksamkeit</a> aus den Phase-III-Studien veröffentlicht (in: <a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2022483" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>). Seit Juli 2020 wurden über 30.000 Personen mit ihrem Kandidaten mRNA-1273 oder einem Placebo geimpft. Unter ihnen traten 196 Fälle von Covid-19 auf, darunter 185 der Probanden, die lediglich das Placebo erhalten hatten. Nur 11 der geimpften Freiwilligen erkrankten an Covid-19, jedochs keiner von ihnen schwer. Als Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit unter 10 Prozent wurden Schmerzen an der Einstichstelle sowie kurzzeitige Muskel- und Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen genannt.</p>
<p>In <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-publication-results-pivotal-phase-3-trial" target="_blank" rel="noopener">abschließenden Studien</a> konnte die hohe Wirksamkeit von 94 % bestätigt werden.</p>
<p>Der Moderna-Impfstoff ist bei 5 °C lagerfähig (ca. 30 Tage; bis zu 6 Monate bei -20°C).</p>
<p><strong>Weitere Daten zur Wirksamkeit gegen Varianten</strong></p>
<p>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine &#8222;moderate Reduzierung der Wirksamkeit&#8220; genannt. Wie bei allen alnderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend. Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
<p><strong>Unterstützung</strong><br />
Moderna wird von der US-Regierung im Rahmen von Operation Warp Speed unterstützt, einem Programm, das sich vor allem auf Impfstoffentwicklung konzentriert. Dadurch konnte sich das Unternehmen in der mRNA-Technologie etablieren. Es setzt für einzelne Herstellungsschritte, Qualitätskontrolle und Distribution auf ein Netzwerk, bei dem verschiedene Partner in der USA und auch der Schweiz (Lonza) beteiligt sind.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>CureVac</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Die <strong><span style="color: #333333;">Tübunger Firma CureVac</span></strong> hat bei ihrem Konstrukt CVnCoV eine vergleichbar geringe Wirkstoff-Konzentration (12 µg) eingesetzt, mit dem Ziel, starke Schutzwirkungen bei gleichzeitig möglichst geringem Nebenwirkungsprofil zu erzeugen. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrung mit der mRNA-Plattform hat CureVac auch für die Enwticklung des COVID-Impfstoffs nicht chemisch modifizierte RNA eingesetzt, also rein natürlich vorkommende RNA.</p>
<p><strong>Später Einstieg in Phase 2b/3</strong></p>
<p>Das Tübinger Biotech-Unternehmen startete mit CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Gründe dafür sind vielschichtig. Entscheidende Rollen spielen u. a. die längere Entwicklungsphase zu Erstellung eines niedrigdosierten und temperaturstabilen Wirkstoff-Konstrukts mit möglichst geringem Nebenwirkungsprofil, das geringere Startkapital zu Beginn der Pandemie und die vergleichsweise spät eingegangenen Kooperationen. Zum Startpunkt der Phase 3 waren die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und kurz darauf auch die Vektorimpfstoffe bereits zugelassen. So konnte das Tübinger Unternehmen erst im April die insg. 40.000 Probanden rekrutieren, da die Bereitschaft aufgrund zugelassener Impfstoffe sank. Auch wurde die Verfügbarkeit einiger Komponenten zur Herstellung zu diesem späteren Zeitpunkt mehrfach eingeschränkt.</p>
<p><strong>Ergebnisse und Aussichten</strong></p>
<p>Rund 25 % der Studien fanden in Europa, 75 % in Lateinamerika (v. a. Peru) statt, dem zu diesem Zeitpunkt vermuteten Epizentrum des Ausbruchs. Am 30. Juni 2021 gab CureVac die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden und 228 bestätigten Fällen bekannt: Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads betrug demnach 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen beträgt die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wird eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus. Die aktuell vorherrschende Virus-Landschaft beeinflusst die Wirksamkeit der Impfstoffe, was die Wichtigkeit der Anpassung der Vakzine an vorherrschende Varianten unterstreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV aus behördlicher Prüfung zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren. Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) plant CureVac daher die beschleunigte Entwicklung des Kandidaten CV2CoV, der in Tiermodellen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufwies. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen.</p>
<p><strong>Zukunftserspektive Power-to-X auf Biotech-Ebene<br />
</strong></p>
<p>Für viele überraschend – und durch den Besuch von Elon Musk im Herbst <em>’</em>20 aufgerüttelt: Gemeinsam mit der Tesla-Tochter Grohmann Automation hatte CureVac ein Patent für einen sogenannten RNA-Drucker angemeldet. Unterstützt wird CureVac dafür bereits seit <a href="https://www.curevac.com/2019/02/27/cepi-vergibt-einen-vertrag-ueber-34-millionen-us-dollar-an-curevac-zur-weiteren-entwicklung-des-the-rna-printer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2019 durch die Koalition für Innovationen zur Vorsorge vor Epidemien (CEPI)</a>. Bei den Druckern handelt es sich um eine mobile Produktionseinheit. Im Rahmen der Corona-Pandemie ließen sich somit bei nur wenigen Mikrogramm mRNA pro Impfstoffdosis je Produktionslauf Zehntausende Dosen Impfstoff vor Ort produzieren. Aktuell steht die Zulassung für den Printer noch aus. Ursprünglich war geplant, den RNA-Drucker zur <a href="https://www.bmbf.de/de/impfstoffe-aus-dem-drucker-8003.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Produktion von Impfstoffen gegen Tollwut, Lassa-Fieber und Gelbfieber</a> zu entwickeln. Das Potenzial ist klar: Von der Herstellung personalisierter Medizin im Krankenhausumfeld bis hin zur schnellen Versorgung mit Impfstoffkandidaten direkt in Epidemie-Ausbruchsregionen. Sowohl gegen bekannte, als auch neue Erreger „X“ – eine Art Power-to-X auf Biotech-Ebene.</div></div>
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<p><strong>Es gibt es immer mehr Klarheit über neue Potenziale in der Impfstoffentwicklung und Impfstrategie gegen jegliche Virusinfektionen – mit dem besten Zeitpunkt jetzt. Zudem kann das Potenzial mRNA-Technologie auch in der Krebsmedizin und Therapie seltener Krankheiten besser anerkannt und zukunftsweisend werden.</strong></p>
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<p><strong> </strong></p>
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<p><span style="color: #999999;">Bild: © antoniemo/depositphotos</span></p>
<hr />
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<p><strong>Passend zum Thema Coronavirus-Impfstoffe:</strong></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">COVID-19: mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert: 20.12.21) Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen. (Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)   Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: WHO). Die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(<span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 20.12.21</span>)<strong> Welcher Coronavirus-Impfstoff schützt zuverlässig vor COVID-19 – und das möglichst lange gegen alle Varianten? Der Erkenntnisstand der einzelnen Impfstoffentwicklungen.</strong></p>
<h6 style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">(Foto: © alexeynovikov/Depositphotos.com)</span></h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weltweit ringen Pharmakonzerne, Universitäten und Forschungsinstitutionen mit rund 300 Impfstoff-Kandidaten um den Beweis eines wirksamen Schutzes vor Coronavirus-Infektionen. Mehr als 130 klinische Prüfungen sind bereits angelaufen (aktualisierte Karte: <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>). Die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna werden weltweit verimpft, z. T. bereits als Booster-Impfung. Neben den neuartigen mRNA-Impfstoffen befinden sich Vektor-Impfstoffe des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca und des US-Pharmariesen Johnson &amp; Johnson in der Impfkampagne. Und es gibt einen weiteren Anwärter: Für den ersten Corona-Totimpfstoff, ein Protein-basiertes Vakzin des US-Pharmakonzerns Novavax, ist die EU-Zulassung beantragt.</p>
<h3 style="text-align: center;">→ <a href="#zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler">zum Überblick: COVID-19-Impfstoffe</a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #525252;"><strong>Schutz durch Coronavirus-Impfstoffe – weltumspannendes öffentliches Gut</strong></span></h3>
<p>Grundvoraussetzung ist, dass der Nutzen und die Sicherheit eines Impfstoffs höher sind als das Risiko durch Erkrankungen und verbleibende Organschäden einer SARS-CoV-2-Infektion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2417" style="width: 281px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2417" class="wp-image-2417" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg" alt="COVID-19 Impfung, Spritze und Ampulle" width="271" height="168" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-200x124.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-300x186.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-400x248.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-600x372.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-768x476.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-800x496.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19-1024x635.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/Impfung-COVID-19.jpg 1170w" sizes="(max-width: 271px) 100vw, 271px" /></a><p id="caption-attachment-2417" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Phasen der Impfstoffentwicklung und Wirkweisen </a></p></div>
<p>Der Traum eines guten Impfstoffs? Ganz klar: Ein komplettes Anwerfen des stark <strong>ineinander vernetzen Immunsystems</strong>, das neuralisierende und bindende Antikörper auf den Plan rückt, B- und T-Zellen aktiviert, Gedächtniszellen ausbildet, Makrophagen (Fresszellen) aktiviert sowie Enzyme und bestimmte Botenstoffe (Zytokine, z. B. Interferone u.a. Interleukine) ausschütten lässt. Auf Kaskadenwegen kann so eine Abwehrreaktion in Gang gesetzt werden.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 287px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 " src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="277" height="183" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der komplexe Zusammenhang im Immunsystem – eine Übersicht</a></p></div>
<p>Die <strong>Immunantwort findet auf verschiedenen Wegen</strong> statt.</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Antikörper und T-Zellen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Selbst wenn der Titer gebildeter Antikörper im Blut nach einer Infektion oder Impfung mit der Zeit in Tests abnimmt, kann auf zellulärer Ebene eine Aktivierung von T-Lymphozyten und Ausbildung von Gedächtniszellen wirksam werden. <strong>Antikörper</strong> können so schnell wieder gebildet werden. Die meisten Antikörpertests konzentrieren sich nur auf neutralisierende Antikörper, also solche, die das Virus hindern, eine Wirtszelle zu infizieren. In der Immunantwort gibt es aber auch weitere bindende Antikörper und unterstützende<strong> T-Zelltypen</strong>. Das angeborene Immunsystem schüttet beispielsweise natürliche Killerzellen aus, die das Virus vernichten. Beim spezifischen Immunsystems kommt es auf die richtige Balance der aktivierten T-Zellen (CD8+ und CD4+) an. Einige wirken als Gedächtniszellen, bei einem erneuten Angriff durch den Erreger erkennen sie diesen schnell und setzen die Antikörperproduktion in Gang. Andere markieren die infizierte Zelle zur Vernichtung, wieder andere heften sich an die Viruszelle und signalisieren Fresszellen, das Virus aufzunehmen und so inaktiv zu machen. Bei den T-Helferzellen ist ein ausgewogenes Verhältnis in ihrer Subpopulation entscheidend: So soll ein optimaler Spiegel an Zytokinen (wie Interferon und Interleukine) ausgeschüttet werden, die entzündungsfördernde Prozesse einleiten. Jedoch nur in einem Maß, die zur Vernichtung des Erregers führt. Ein Übermaß an Entzündungsreaktion würde nämlich zum gefürchteten Zytokinsturm führen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Schwere der Krankheit abmildern</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Es wäre also auch möglich, dass es zwar zu einer (erneuten) Infektion kommen kann, diese aber schnell zum Stillstand kommt oder dass die <strong>Schwere der Krankheit gemildert</strong> wird. Um Zusammenhänge aufzudecken, in welchen Fällen und auf welche Weise Gedächtniszellen eine Rolle spielen, werden aktuell noch mehrere Studien durchgeführt und ausgewertet. Die am 2. Oktober 2020 publizierte <a href="https://science.sciencemag.org/content/370/6512/89" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science-Studie</a> lässt vermuten, dass eine Hintergrundimmunität durch früheren Kontakt mit anderen Coronaviren in einzelnen Fällen eine gewisse Rolle spielen kann. Inzwischen gibt es weitere Studien, die sich auch mit den Mutanten befassen. </div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Warum gibt es z. B. bei HIV noch keinen Impfstoff?</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Jedes Impfstoffunternehmen wünscht sich für einen verlässlichen Schutz eine <strong>möglichst komplette, ausgewogene Immunantwort</strong>, um Erreger wirkungsvoll zu bekämpfen. Denn während Impfstoffe gegen einige Infektionskrankheiten (wie Masern) einen guten Schutz bieten, gibt es noch immer keine verlässlichen Ansätze gegen beispielweise Malaria, HIV, Tuberkulose oder auch SARS-CoV-1. Bei jedem Erreger steht man vor anderen Herausforderungen, bei HIV etwa vor seiner komplizierten Oberflächenstruktur und extrem schnell ändernden Gestalt der Virushülle von einer Generation zur nächsten.<br />
In der aktuellen Pandemie durch SARS-CoV-2 hatte sich die Anfangssituation etwas anders gestaltet: Zum Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 hatte man bereist viel Erfahrung aufgrund der umfassenden Daten zu den nahe verwandten Coronaviren SARS-1 (seit Ausbruch 2002) und MERS (seit Ausbruch 20102). Bisherige Zwischenergebnisse mit den bereits entwickelten und zugelassenen Impfstoffen gegen den Wildtyp und auch gegen die britische Variante noch immer vielversprechend. Gegen die südafrikanische Variante weisen erste Studien auf eine auf eine etwas reduzierte Wirksamkeit hin – zumindest auf Antikörperebene. Deshalb werden aktuell Impfstoff-Kandidaten gegen möglichst alle auftretenden Mutationen optimiert, so auch die von CureVac, für die man im ersten Halbjahr &#8217;21 eine Zulassung erhofft.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #525252;">Rückenwind zur schnellen Impfstoffentwicklung</span></h3>
<p>Gleich zu Beginn im Januar 2020 konnte das genetische Konstrukt aufgrund <strong>bekannter Sequenzdaten</strong> des verwandten Virus SARS schnell erstellt werden. Auch kann auf bekannten Impf-Rohkonstrukten als Basis mit bekannter Datenlage aufgebaut werden. Und neben den <strong>simultan getesteten Studienzentren</strong>, bei denen u.a. auch hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen werden, finden bei vielen Projekten inzwischen <strong>fortlaufend Datenübermittlungen an Kontrollbehörden</strong> statt, die diese Studien primär und mit erheblich aufgestockten Ressourcen abhandeln und mit Experten bewerten.</p>
<p>Durch <strong>staatliche Anreizmechanismen</strong>, allem voran aus der EU sowie USA, wird das finanzielle Risiko nicht allein auf Pharmakonzerne gelenkt. Stattdessen können die sonst zögerlichen, jahrelangen hintereinandergeschaltenen Schritte der Impfstoffentwicklung parallelisiert werden.</p>
<p>Zudem fanden sich durch die beispiellose Pandemiesituation – verglichen zu anderen Arzneimittelentwicklungen – <strong>sehr viele Probanden in kürzester Zeit</strong>. Somit konnten groß angelegte klinische Studien in vergleichbar kurzer Zeit realisiert werden. Nach der Zulassung hat sich so auch die Möglichkeit ergeben, potenzielle Nebenwirkungen bei einer großen Zahl an Impfungen festzustellen. Für andere Impfstoff- und Arzneimittelverabreichungen würde es über Jahre bis Jahrzehnte hinweg dauern, um auf solche Erfahrungen und Datenmenge zu kommen. Schon allein deshalb ist der Impfung mit zugelassenen <strong>Corona-Impfstoffen äußerst transparent</strong>.</p>
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<h3 id="zum Überblick: COVID-19-Impfstoff-Entwickler"><span style="color: #333333;"><strong>Überblick über bedeutende <span style="color: #000000;">COVID-19-Impfstoffe und Entwickler<br />
</span></strong></span></h3>
<h4><span style="color: #808080;">→ <a href="#mRNA-Impfstoffe">mRNA-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Vektor-Impfstoffe">Vektor-Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Proteinbasierte Impfstoffe">Proteinbasierte Impfstoffe</a></span><br />
<span style="color: #808080;">→ <a href="#Totimpfstoffe">Totimpfstoffe</a></span></h4>
<h3 id="mRNA-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>1.) mRNA-Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>In der Pandemie-Eindämmung wird ihnen eine entscheidende Rolle zugeschrieben: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe</a>. Dabei dreht es sich um das Biomolekül Ribonukleinsäure, das Körperzellen anweist, Proteine zu produzieren: in diesem Fall Oberflächenproteine des neuen Coronavirus bzw. Teile davon. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als fremd und kann so eine Immunantwort gegen das Coronavirus auslösen. Der Vorteil der Verwendung von RNA gegenüber DNA ist, dass sich dieses Biomolekül nicht in das Genom integriert.</p>
<p>Ausführlicher Artikel zu mRNA-Impfstoffen: <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Impfstoffe – Was macht sie so besonders?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>BioNTech / Pfizer</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch BioNTech (seit <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-announces-pricing-initial-public-offering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herbst 2019 an der US-Technologiebörse Nasdaq</a>) entwickelt – neben Immuntherapien gegen Krebs und Auroimmunkrankheiten – Impfstoffe auf <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-Basis</a>. Ihr Impfstoff-Kandidat Comirnaty® enthält 30 μg, deutlich weniger als beim RNA-Impfstoff von Moderna (100 µg). Aktuell arbeitet das Mainzer Unternehmen an einem angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante, die seit November 2021 kursiert.</p>
<p>– Nach Großbritannien Anfang Dezember 2020 ließen die EU und weitere Staaten weltweit den BioNTech-Impfstoff  mit dem Handelsnamen <strong><em>Comirnaty</em></strong> zur Impfung von Erwachsenen zu.</p>
<p>– Ende Mai 2021 hat die EU-Kommission den Impfstoff für <strong>Kinder ab zwölf Jahren</strong> zugelassen, auch die STIKO spricht eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren aus. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskelerkrankungen bei jungen Menschen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html" target="_blank" rel="noopener">empfiehlt das RKI</a>, <strong>Personen unter 30 Jahren</strong> ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen, sowohl für die Grundimmunisierung wie auch Auffrischimpfungen.</p>
<p>– Seit 13. Dezember 2021 gibt es einen Impfstoff von Biontech, der <strong>Kindern von sechs bis elf Jahren</strong> gespritzt werden kann. Die Stiko empfiehlt sie für Kinder mit Vorerkrankungen, es können nach individuellem Wunsch auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte am 25.11.21 den BioNTech-Impftstoff <em>Corminaty</em> für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Zuvor wurden die Daten zu Risiken und Effektivität bei Fünf- bis Elfjährigen rund zwei Monate lang geprüft.</p>
<p>– <strong>Booster: </strong>Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung mit der 3. Dosis,  der sog. Booster-Impfung, für alle Erwachsenen. Sie soll mit einem RNA-Impfstoff in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Die Auffrischung mit der 3. Dosis wird forciert, seit die <strong>Omikron-Variante</strong> kursiert. Denn nach ersten Daten aus Neutralisierungsstudien im Labor geht hervor, dass die Wirksamkeit aller derzeit verfügbaren Impfstoffe bei der Omikron-Variante im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante um ein Vielfaches verringert ist. Der Schutz nach einer 3. Impfung sei demnach deutlich höher. Erste Daten weisen darauf hin, dass schwere Krankheitsverläufe auch bei Infektion mit der Omikron-Variante bei Geimpften deutlich seltener aufreten als bei Ungeimpften.</p>
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</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit dem US-Partner Pfizer hat BioNTech/Pfizer seit Ende Juli 2020 die <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/pfizer-and-biontech-choose-lead-mrna-vaccine-candidate-against" target="_blank" rel="noopener noreferrer">globale COVID-19 Studie in Phase 2/3</a> an rund 150 Studienzentren in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa durchgeführt.</p>
<p>Am 10. Dezember 2020 veröffentlichten BioNTech/Pfizer die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus der Phase-3-Zulassungsstudie ihres Impfstoffs BNT162b2 im <u><a href="https://www.globenewswire.com/Tracker?data=bRhbnN1Y6TBs8ly8-UQUqwke20_wU81mbihe2r_-MH8hTYsZQB5MtjsfHiO-8zaiPBapeMFBIkGxJGEiZYwH622PvylXFkzYZKYI_eIKH6eWPusQc1qUHOlfBt-rpcdCUlOFPRkSas6-FGFb8VgXZ6OENzhPySrFdZiUVDi1IEw=" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a></u>, so auch zu Nebenwirkungen und Immunität, zusammengefasst. Die Daten sind Teil der bei Behörden auf der ganzen Welt eingereichten Zulassungsanträge, einschließlich der FDA und der EMA. Bereits am 18. November 2020 gaben BioNTech/Pfizer die <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-schliessen-phase-3-studie-erfolgreich-ab-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abschlussanalyse der laufenden Phase-3-Studie</a> mit dem Impfstoffkandidaten BNT162b bekannt.</p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>43.448 Probanden ab 16 Jahren randomisiert getestet: 21.720 erhielten BNT162b2 und 21.728 ein Placebo.</li>
<li>Über 40 % der Probanden sind laut Unternehmen im Alter von 56 bis 85 Jahren.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 30 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>Die Analyse wurde nach 170 bestätigten COVID-19-Fällen durchgeführt: 8 Fälle wurden in der Gruppe, die BNT162b2 erhalten hatten, festgestellt und 162 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Wirksamkeit sowie Verträglichkeitsprofil seien in der gesamten Studienpopulation unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass-Index oder bereits existierenden Vorerkrankungen.</li>
<li>Ingesamt waren die Nebenwirkungen bei älteren Studienteilnehmern weniger und schwächer ausgeprägt.</li>
</ul>
<p>Eingeschlossen wurden Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion. Laut BioNTech konnte der Schutz sieben Tage nach der zweiten Dosis ermittelt werden, d. h. 28 Tage nach Beginn der Impfung. Auch bei über 65-Jährigen, die 41 % der weltweiten Studienteilnehmer ausmachten, lag die Wirksamkeit über 94 %. Zusätzlich wurden rund 100 Jugendliche zwischen 12 bis 15 Jahren in der Abschlussanalyse eingeschlossen.</p>
<p>Zuvor konnten BioNTech/Pfizer aufgrund der fortgeschrittenen Ergebnisse Anfang Oktober 2020 den sogenannten <a href="https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-pfizer-beginnen-rollierenden-einreichungsprozess" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rolling-Review“-Einreichungsprozess</a> zur fortlaufenden Überprüfung ihres Kandidaten bei der EMA einleiten: Arzneimittelhersteller können bei ihr schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Ergebnisse zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Präparats einreichen. Die Bekanntgabe zu Phase-1-Daten erfolgte am 14. Oktober 2020 im <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2027906" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New England Journal of Medicine</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Wirksamkeit gegen Varianten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Weitere Daten des Impfstoffs, dessen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Zusammensetzung</a> der EMA vorgelegt wurde, belegen eine leichte Reduktion der Wirksamkeit gegen die sich aktuell rasamt verbreitende Delta-Variante: Laut einer eigenen Vorab-Studie (<a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.22.21257658v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) bei vollständigen Geimpften geht die <a href="https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/997414/Variants_of_Concern_VOC_Technical_Briefing_16.pdf" target="_blank" rel="noopener">britische Gesundheitsbehörde</a> von einem rund 80-prozentigen Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung aus. Eine schottische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01358-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a>). Die britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) geht davon aus, dass der Impfstoff bei der Delta-Variante zu 96 Prozent effektiv gegen schwere Verläufe mit Klinik-Einweisung schützt. Trotz vereinzelt auftretender Impfdurchbrüche, die das<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener"> RKI regelmäßig im Wochenbericht</a> verzeichnet, stellt das Robert-Koch-Institut die Effektivität des Impfstoffs nicht infrage. Schwere oder gar Todesfälle seien durch den Impfstoff stark verringert. Für eine Kontrolle der Pandemie und Übergang in eine endemische Situation sei aber auch eine Auffrischung mit einer 3. Dosis nötig. Eine solche Booster-Impfung, möglichst nach 6 Monaten, soll im Top-down-Modus verfolgt werden: Ältere und gefährtete Menschen zuerst, gefolgt von der Bevölkerung mit absteigendem Alter.   </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der BMBF unterstützt mit einer <a href="https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/biontech-receive-eu375m-funding-german-federal-ministry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderzusage von bis zu 375 Millionen Euro</a> die beschleunigte Impfstoffentwicklung sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten und Abfüllanlagen in Deutschland (Novartis, Marburg; Sanofi, Frankfurt). Für das Werk in Marburg hat die EMA Ende März 2021 die Zulassung erteilt. Für die Zukunft sollen so insgesamt ca. 1 Mrd. Dosen pro Jahr hergestellt werden. Bislang hat BioNTech in Europa seinen mRNA-Impfstoff in Belgien, Mainz und weiteren Orten von Produktionspartnern produziert. Mit <a href="https://www.rentschler-biopharma.com/de/aktuelles/pressemeldungen/detail/view/mit-vereinten-kraeften-gegen-sars-cov-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rentschler Biopharma SE</a> aus Laupheim wird die flüssige Ausgangsbasis mit dem Wirkstoff gereinigt, konzentriert und steril abgefüllt.</p>
<p>Um eine gerechte Verteilung des Impfstoffs auch für Schwellenländer zu ermöglichen, <a href="https://www.pfizer.de/presse/meldungen/pfizer-und-biontech-geben-potenzielle-liefervereinbarung-mit-der-eu-ueber-200" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laufen Verhandlungen mit COVAX</a>. Die Initiative COVAX wurde von Gavi, der Vaccine Alliance, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Moderna</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Bereits im März 2020 hat das Unternehmen aus Massachusetts ihren Impf-Kandidaten mRNA-1273 einer ersten Testperson verimpft – als erste COVID-19-Impfung überhaupt. Der Impfstoff enthält mit 100 μg RNA die größte Wirkstoff-Menge, verglichen mit dem von BioNTech (30 µg) und dem noch in der Zulassungsstudie befindlichen Kandidaten von CureVac (12 µg).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 19. November 2020 erhielt der Moderna-Impfstoff  <span class="aCOpRe">&#8222;mRNA-1273&#8220;</span> (Spikevax) eine Notfallzulassung in den USA, anlässlich der <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/modernas-covid-19-vaccine-candidate-meets-its-primary-efficacy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positiven Ergebnisse aus ihrer Phase III-Studi</a>e. Ihr mRNA-Wirkstoffkandidat hat demnach eine Wirksamkeit von Wirksamkeit von 94,5 Prozent. In der EU ist der Impfstoff seit Anfang Januar 2021 für Erwachsene zugelassen. Im Juni 2021 hat Moderna ihren <span class="ILfuVd"><span class="hgKElc">Coronaimpfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt.</span></span></p>
<p>Studiendaten aus Phase 2b/3:</p>
<ul>
<li>30.000 Freiwilligen (darunter 7.000 über 65 Jahre) wurden getestet, bei denen die eine Hälfte den Impfstoff und die andere Hälfte ein Pacebo bekam.</li>
<li>BNT162b2 wurde in zwei Impfungen von je 100 µg in einem Abstand von 21 Tagen verabreicht.</li>
<li>In der der Studie zugrunde liegenden Daten erkrankten 95 Teilnehmer an Covid-19: 5 Fälle in der 1273-Impfstoff-Gruppe, 90 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Wirksamkeit von 95%.</li>
<li>Tests aus den bisherigen Studien sollen laut Moderna eine Reaktion des Immunsystems mit vorübergehenden Nebenwirkungen wie Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit hervorgerufen haben. Laut Moderna gab es zudem keine schweren Fälle bei Menschen, die den Impfstoff erhielten, verglichen mit elf bei Freiwilligen, die ein Placebo erhielten.</li>
</ul>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Wirksamkeit gegen Varianten</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Moderna hat eine eigene Vorab-Studie (<a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.06.28.449914v1" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a>) anhand Labor-Untersuchungen mit Blut veröffentlicht, nach der die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (Titer) gegen Deltaviren im Blutserum Vergleich zum Wildtyp um Faktor 2 bis 3 geringer ausfällt. In einer <a href="https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-provides-clinical-update-neutralizing-activity-its-covid/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a> wird dazu eine „moderate Reduzierung der Wirksamkeit“ genannt. Wie bei allen anderen COVID-Impfstoffen (außer Johnson &amp; Johnson) ist für die hohe Wirksamkeit aber die Zweitimpfung entscheidend.</p>
<p>Neuere Studien zeigen, dass der Moderna-Impfstoff eine tendenziell stärkere Immunantwort hervorruft als das Biontech-Vakzin.</p>
<p><strong></div></div></strong></p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>CureVac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Auch das Tübinger Unternehmen CureVac, Vorreiter der <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Technologie</a>, entwickelt neben Impfstoffen auch Medikamente gegen Krebs, Stoffwechselkrankheiten und seltene Krankheiten. Sowohl mit natürlicher mRNA als auch chemisch modifizierter mRNA konnte das Unternehmen gute Erfahrungen machen. Bei unmodifizierter RNA wird die Stabilität durch <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/">mRNA-Optimierungen</a>  erhöht, während dies bei chemisch modizierter RNA ein veränderter Baustein bewirken soll.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Hintergrund zum gescheiterten Impfstoff der 1. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Für ihren COVID-Impfstoff der ersten Generation, CVCoV, hatte CureVac &#8211; im Gegensatz zu BioNTech und Moderna &#8211; auf unmodifizierte mRNA gesetzt. Grundlage waren die vielversprechendem <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.23.424138v1">Studienergebnisse in der präklinische Phase. </a>Zudem wurde eine vergleichbar geringe Wirkstoffmenge (12 µg) eingesetzt. Insgesamt so sollte das Nebenwirkungsprofil so gering wie möglich gehalten werden.</p>
<p>CureVac startete mit dem Kandidaten CVnCoV einige Monate nach BioNTech/Pfizer und Moderna in die zulassungsrelevante Phase 2b/3. Im Gegensatz zu den Studien von Moderna und BioNTech, die noch unter der vorherrschenden Verbreitung des Wildtyp-Virus stattfanden, hat sich bei den CureVac-Studien bereits eine Vielfalt mit 15 Coronavirus-Varianten vorgefunden. Nur in 1 % ließ sich der Wildtyp-Virus nachweisen, der Großteil zählte zu den &#8222;variants of concern&#8220;, u.a. dem Deltavirus.</p>
<p>Die<a href="https://www.curevac.com/2021/06/30/curevacs-daten-der-finalen-analyse-der-phase-2b-3-studie-fuer-cvncov-den-impfstoffkandidaten-der-ersten-generation-zeigen-schutzwirkung-in-altersgruppe-von-18-bis-60-jahren/" target="_blank" rel="noopener"> finalen Analysen</a> aus der Studie mit knapp 40.000 Probanden ergab eine Impfstoffwirksamkeit gegen COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads von nur 48 %. In der Kohorte der 18- bis 60-Jährigen betrug die Wirksamkeit 53 %. Über die gesamten Studienteilnehmer hinweg wurde eine Wirksamkeit von 77 % gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und vollständigen Schutz gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erreicht.</p>
<p>Am 12.Oktober 2021 gab CureVac bekannt, den Impfstoffkandidat der ersten Generation CVnCoV zurückzuziehen und sich auf den Impfstoff der 2. Generation zu fokussieren.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Impfstoff der 2. Generation<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong></p>
<p>Zusammen mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt CureVac den verbesserten Impfstoff der 2. Generation, CV2CoV, der in Tiermodellen laut Unternehmen eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität als der Impfstoff der ersten Generation aufgewiesen haben soll. Parallel zu der gemeinsamen Forschung an der mRNA-Technologie der zweiten Generation geben GSK und CureVac an, auch die Entwicklung von modifizierten mRNA-Impfstoff-Konstrukten zu beschleunigen. Ziel ist, baldmöglichst in die klinische Entwicklung einzutreten und die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs im kommenden Jahr zu erreichen.</p>
</div></div>
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<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Unterstützung und Kooperationen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Unternehmen hatte für u. a. von der dievini Hopp BioTech holding und der Bill &amp; Melinda Gates Foundation Eigenkapitalinvestitionen erhalten hatte, um die um Gründer Ingmar Hoerr entwickelte Technologie voranzutreiben. Am 14. August &#8217;20 konnte CureVac einen erfolgreichen Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verzeichnen, es kann der gesamten <a href="https://www.curevac.com/2020/08/10/curevac-kuendigt-geplante-erstemission-von-stammaktien-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RNA-Technologie als Schlüsseltechnologie auch in Hinblick auf Krebstherapien</a> einen guten Schub nach vorne bringen. Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt die Technologie, mit einem mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrungsschatz, als Sprunginnovation.</p>
<p><a href="https://www.curevac.com/de/news/curevac-raises-a-total-of-usd-640-million-in-private-financing-round">Insgesamt 640 Millionen Euro</a> haben im Rahmen der Corona-Pandemie die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Qatar Investment Authority (QIA) und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) investiert. Bei der Kooperation mit GSK geht es neben der COVID-19-Impfstoffentwicklung auch um RNA-basierten Impfstoffe und monoklonalen Antikörpern zur Bekämpfung von Erregern weiterer Infektionskrankheiten sowie von Krebserkrankungen.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-&amp;#8fancyfancy0;default&amp;#8fancyfancy0; su-spoiler-icon-&#8220;plus&#8220; su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>&#8220;</strong>Weitere</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">
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<p>Einen Fachartikel über CureVac und die mRNA-Technologie finden Sie hier (Portal BIOPRO Baden-Württemberg): <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff</a></p>
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<h3 id="Vektor-Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>2.) Vektorimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Vektorimpfstoffe sind zusammengesetzt aus für Menschen harmlose, abgeschwächte Erreger, den Vektoren (Transporter), und ein oder mehrere Moleküle (Antigene) des Krankheitserregers, gegen den eine Immunantwort hervorgerufen werden soll. So kann etwa ein Molekül aus der Vektor-Virushülle gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers „getauscht“ werden. Diese Vektor-Impfstoffe lösen keine Erkrankung beim Menschen aus. Zur Gewinnung neuer Impfstoffe können Erfahrungen aus Vektorkonstrukte mit bekannter Sicherheit genutzt werden.<br />
Ein Vektor-Impfstoff ist beispielsweise der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, oder der gegen Dengue-Fieber.</p>
<p>Aufgrund der Nebenwirkungen mit Sinusvenenthrombosen, die in seltenen Fällen (rund 1:100.000) sowohl nach Impfung mit dem Astra-Zeneca- als auch Johnson und Johnson-Vektorimpfstoff auftraten, gerät diese Impfstoffart aktuell immer wieder in Kritik. Untersucht wird, ob das Trägervirus eine solche Reaktion auslösen kann oder aber DNA, die möglicherweise in Einzellfällen aus dem Partikel in kleinen Mengen herausgelöst sein kann. Nähere Informationen und Empfehlungen werden auf den Seiten des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Vektorimpfstoff-Tab.html" target="_blank" rel="noopener">RKI</a> aktualisiert.</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>AstraZeneca</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></div></div></strong>Das Wirkstoffprinzip des Kandidaten des britischen Pharmakonzern AstraZeneca beruht auf einem Vektorimpfstoff: Ein modifiziertes Erkältungsvirus (Adenovirus, aus Schimpansen) dient als „Fähre“, um genetisches Material des neuen Coronavirus in den menschlichen Körper zu transportieren und so das Immunsystem zu aktivieren.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Am 1. Oktober 2020 hat die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EMA den Wirkstoff bereits einem beschleunigten Zulassungsverfahren</a> unterzogen. Es ist das erste Rolling-Review-Verfahren in dieser Pandemie. Damit können Arzneimittelhersteller bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Somit werden fortlaufend bereits verfügbare Daten vom Fachausschuss für Humanarzneimittel ausgewertet, und nicht erst zum Zeitpunkt der Zulassungs-Antragsstellung.</p>
<p>Ende 2020 erhielt der Corona-Impfstoff von AstraZeneca die Zulassung in Großbritannien. Die Daten des zugrundeliegenden <a href="https://www.astrazeneca.com/content/astraz/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfstoff-Kandidatens AZD1222</a> (Vaxzevria®) der Kooperation aus dem Pharmakonzern aus Cambridge und dem Jenner-Institut der Universität Oxford wurden am 08. Dezember veröffentlicht (Fachblatt<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Lancet</a>). Der Impfstoff hat demnach eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus der Wirksamkeit von 62 % bei Verabreichung von zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat. Bei Halbierung der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika durchgeführten Studien gerieten in die Kritik, weil bei der Entwicklung des Impfstoffes ein Dosierungsfehler aufgetreten war – die geringere erste Dosis bei einer Gruppe war demnach ein Zufall.</p>
<p>Die Angaben zur Wirksamkeit beruhen laut der Veröffentlichung auf Daten von 11.600 Probanden, die Angaben zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000 Probanden: Drei von ihnen hätten laut Hersteller im Zeitraum von knapp 3,5 Monaten schwere Nebenwirkungen erlitten. Es sei jedoch unklar, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe. Alle drei sind genesen. Der Kandidat AZD1222 ist in Großbritannien und Brasilien <a href="https://www.astrazeneca.de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-schliesst-vereinbarung-mit-der-europaeischen-kommission-fuer-die-lieferung-von-bis-zu-400-millionen-dosen-des-covid-19-impfstoffs-azd1222.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Phase III angelaufen</a>, die Studie wird fortgeführt. Aufgrund der guten Ergebnisse sind weltweit Impfungen gestartet. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen.</p>
<p>Da zunächst noch nicht genügend Ältere über 65 Jahre in die Studie eingeschlossen waren, hatte das PEI den Impfstoff in Deutschland anfangs nur für Unter-55-Jährige zugelassen. Aufgrund der bald folgenden verbesserten Datengrundlage wurde der Impfstoff auch für die ältere Bevölkerung zugelassen.</p>
<p>Mitte März 2021  wurde die Verimpfung des Impfstoffs Vaxzevria® an Unter-60-Jährigen kurzzeitig ausgesetzt. Der Grund: Sehr seltene, aber gefährlichen Thrombosen in Kombination mit Blutplättchenmangel (TTS) konnten vorwiegend bei jüngeren Frauen im zeitlicher Abfolge nach einer Vaxzevria®-Impfung festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 1,6 Millionen Erstimpfungen, aber noch keine Zweitimpfungen durchgeführt worden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät seit dem 1. April 2021 dazu, die Grundimmunisierung bei den Unter-60-Jährigen mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna abzuschließen. Mittlerweile gibt es auch <a href="https://www.uni-saarland.de/universitaet/aktuell/news/artikel/nr/23581.html" target="_blank" rel="noopener">interessante Daten</a> dazu, mit einem interessanten Ergebnis: Wird das AstraZeneca-Vakzin bei der Zweitimpfung mit dem BioNTech-Vakzin als Zweitdosis kombiniert, zeigen die Geimpften eine deutlich stärkere Immunantwort als bei einer doppelten AstraZeneca-Impfung und sogar auch eine geringfügig höhere als bei einer zweifachen BioNTech-Impfung. Und das auf zweifacher Ebene: auf Antikörper- wie auch T-Zell-Ebene.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Logistik<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Konzern AstraZeneca, der vorwiegend Medikamente gegen Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen entwickelt, hat für die Produktion viele Auftragsfertiger eingespannt (u.a. die US-Konzerne Catalent und Emergent Biosolutions sowie das Serum Institute of India).</p>
<p>Laut Unternehmen ist der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, bei zwei bis acht Grad sechs Monate haltbar und erfordert keine aufwendigen Kühlketten.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Planungen und Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die guten Ergebnisse <a href="https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.06.13.21258859v1" target="_blank" rel="noopener">mit mRNA-Impfstoffen als Zweitdosis</a> lassen auch eine kombinierte Impfung in den Fokus rücken. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zum Impfschema gegen das Coronavirus angepasst: Wer eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hat, soll künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff bekommen. Zusätzlich plant AstraZeneca zur verbesserten Immunwikung Kombinationen ihres Wirkstoffs in weiteren Testungen: mit einem weiteren Vektor-Impfstoff („<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Sputnik" data-rtr-id="f0e32952a6e9416ac2f5b50f28af4404b4d00c33" data-rtr-score="94.4344117049" data-rtr-etype="keyword">Sputnik</span> V“ des Galameya-Instituts, siehe unten).</p>
<p>Wie auch BioNTech ist AstraZeneca der Covax-Initiative beigetreten, um auch ärmeren Ländern zu Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen.</p>
<p>Weitere Optimierungen sind möglich. Es gibt Studien zu möglichen <a href="https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/verunreinigungen-im-astrazeneca-impfstoff-gefundenproteine-koennten-qualitaet-des-vakzins-beeintraechtigen/" target="_blank" rel="noopener">Verunreinigungen mit Hitzeschockproteine</a>, die zwar bei der Herstellung zu erwarten sind, aber in weiteren Reinigungsprozeduren aufgereinigt werden könnten – sollten sich Zusammenhänge mit den sehr seltenen Entzündungsreaktionen bestätigen.</p>
<p>Ebenso lassen sich unerwünschte Spleißreaktionen unterbinden, die diskutiert, aber noch nicht bestätigt wurden (<a href="https://www.researchsquare.com/article/rs-558954/v1" target="_blank" rel="noopener">preprint</a>): Beim Oberflächenprotein des Coronavirus (Spike-Protein), das als Impf-Antigen dient, gibt es bestimmte Spleißstellen. Beim sogenannten Spleißen werden die Proteine direkt nach Produktion im Zellkern geschnitten, bevor sie sich im weiteren Verlauf entsprechend falten und ihre volle Funktion erhalten. Wird beim Impfdesign des Impf-Antigens nicht auf spezielle Spleißstellen geachtet, könnten in seltenen Fällen unerwünschte Spleißprodukte entstehen, die dann löslich sind und nicht in der Zellmembran verankert werden. Sie können sie im Blutkreislauf umherschwimmen, der Körper reagiert schlimmstenfalls mit Blutgerinnseln. Solche Spleißstellen lassen sich jedoch durch Punktmutationen entfernen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Johnson &amp; Johnson (Pharmaunternehmen Janssen)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern <a href="https://www.janssen.com/germany/johnson-johnson-beschleunigt-impfstoffentwicklung-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johnson &amp; Johnson</a>, Mutterkonzern des forschenden Pharmaunternehmens Janssen, nutzt ebenfalls einen Vektorimpfstoff, den er in der präklinischen Phase an Rhesusaffen getestet hat. Dabei wird ein verändertes, harmloses menschliches Schnupfenvirus (Adenovirus) verabreicht, dem Konstrukte der Erbinformation für das Spike-Protein des neuen Coronavirus eingefügt wurde. In der Fachzeitschrift <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2607-z">Nature veröffentlichte Daten</a> an Primaten versprechen einen guten Schutz durch Bildung neutralisierender Antikörper.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit August 2020 wird der <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/study/NCT04505722">Impfstoffes Ad26.COV2.S in Phase III</a> getestet. Ende Januar &#8217;21 hat der Pharmakonzern die Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie an 44.000 Probanden bekanntgegeben: Der Impfstoff zeigte demnach vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Daten beziehen sich auf Impfprobanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. Laufende Studien mit älteren Menschen sollen noch weitere Daten liefern.</p>
<p>Am 11. März 21 hat die EU-Kommission den Impfstogg von Johnson &amp; Johnson zugelassen. Die Wirksamkeit liegt nach Angaben des Herstellers bei etwa 66 Prozent. Doch bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent beim Wildtyp. Und die Wirksamkeit gegen Varianten? In der 2020 gestarteten Zulassungsstudie hatte der Impfstoff eine Gesamtwirksamkeit von 64 Prozent gegen die Beta-Variante gezeigt und eine Schutzwirkung von 82 Prozent gegenüber schweren Covid-Erkrankungen. Eine Studiengegen Varianten lag zunächst nur als <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.07.01.450707v1.full.pdf" target="_blank" rel="noopener">Preprint</a> vor.</p>
<p>Im Gegensatz zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde zunächst nur eine Dosis verabreicht. Anfang Oktober hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für eine <strong>generelle Auffrischung</strong> des Impfschutzes, hier also mit einer 2. Dosis, bei allen Menschen ab 70 Jahren 6 Monate nach der ersten Impfung ausgesprochen. Sie begründete die empfohlene Booster-Impfung durch viele Impfdurchbrüche in Deutschland, die überwiegend in der älteren Bevölkerung mit dem Johnson &amp; Johnson-Impfstoff aufgetreten sein soll. Inzwischen rufen die Experten zu einer Booster-Impfung für alle Bürger und Bürgerinnen auf, die als Erstimpfung den Johnson &amp; Johnson-Impfstoff erhalten haben. Es wird erwartet, dass die Stiko aufgrund des nicht ausreichenden Impfschutzes ihren derzeitigen Entwurf dazu als offizielle Empfehlung ausgeben wird.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Gamaleya</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="121.633156294" data-rtr-etype="keyword">Impfstoff</span> Gam-COVID-Vac Lyo wurde vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Moskau" data-rtr-id="73caaad600dd20deecf8d317d7dd0544868aaff9" data-rtr-score="3.84692235831" data-rtr-etype="location">Moskau</span> entwickelt. Der Vektor-Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in Abstand von 21 Tagen verabreicht werden. Sie beruhen auf rekombinanten Vektoren auf Basis zwei verschiedener menschlichen Adenoviren (Erkältungsviren; Adenovirus Typ 26 und 5), in denen jeweils das S-Protein-Gen des neuen Coronavirus integriert wurde. Die erste Impfkomponente dient als sogenannter „Primer“, der eine erste <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auslöst, die zweite Komponente als „Booster“, der die <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> noch verstärken soll. Die Besonderheit der Prime-Boost-Immunisierung: Durch die Kombination unterschiedlicher Immunogene kann eine bessere Wirkung (additiv oder synergistisch) auf das Immunsystem erzielt werden. Denn bei nur einer Wirkstoffkomponente könnte bereits nach der ersten Applikation das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagieren, anstatt auf SARS-CoV-2-Protein. Bei der zweiten Anwendung des gleichen Impfantigens könnte diese <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> auf den <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vektor" data-rtr-id="c926929cd1b8042728a01653dd6cdfb126186273" data-rtr-score="5.15945050792" data-rtr-etype="keyword">Vektor</span> verstärkt werden (Booster-Effekt) und so die eigentlich gewünschte <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Immunantwort" data-rtr-id="58074c869023b55d04610afcd4005892e62e52d3" data-rtr-score="2.57564262784" data-rtr-etype="keyword">Immunantwort</span> gegen das SARS-CoV-2-Protein überlagern.</p>
<p>Die Studiendetails sind im <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04436471?term=vaccine&amp;cond=covid-19&amp;draw=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Register klinischer Studien nachzulesen</a>.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das russische Gesundheitsministerium hat den Impfstoff, auch unter dem Namen „Sputnik V“ bekannt, als ersten Impfstoffkandidaten am 11. August &#8217;20 in einer Notfallzulassung freigegeben – noch bevor die Phase-3-Studienergebnisse vorlagen. Ein unübliches Vorgehen, dem viele Wissenschaftler kritisch begegnet sind.  Inzwischen läuft eine große Studie, geplant mit über 40.000 Teilnehmern.</p>
<p>Kurz nach Veröffentlichung der Wirksamkeit des BioNTech-Pfizer-Kandidaten wurden auch zum Gamaleya-Wirkstoff erste Studienergebnisse veröffentlicht. Zwischenergebnissen zufolge zeigte der Impfstoff laut Hersteller eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen Covid-19. Diese Zwischenergebnisse wurden von vielen Wissenschaftlern aufgrund der noch dünnen Datenlage als noch nicht aussagekräftig bewertet wurden (<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-020-03209-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature-Artikel, 11. November 2020</a>), vor allem, da sie nur 20 Fälle beinhalteten. Zum Vergleich: <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="BioNTech" data-rtr-id="5e488bb99e41f613a118b002892897aa839a93ea" data-rtr-score="25.903472631" data-rtr-etype="organisation">Biontech</span>/<span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Pfizer" data-rtr-id="40169617979b334684dca99016e47b9937d348fd" data-rtr-score="25.6297822248" data-rtr-etype="organisation">Pfizer</span> hatten zunächst ein Zwischenergebnis nach 32 Fällen geplant, nach Übereinkunft mit der US-Zulassungsbehörde <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="FDA" data-rtr-id="11a18ece6d8ff894ac89624179466893852315fe" data-rtr-score="1.52442613302" data-rtr-etype="organisation">FDA</span> dann auf 62 „verlängert“. Letztendlich wurden aber für eine hohe Verlässlichkeit noch mehr Daten eingeschlossen (94 Fälle).</p>
<p>Am 2. Februar wurden weitere Ergebnisse im Medizinjournal <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext" target="_blank" rel="noopener">The Lancet</a> publiziert: Nach Testung an 20.000 Freiwilligen, von denen rund 15.000 den Impfstoff bekamen (und rund 5.000 ein Placebo) zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91.6 %. Auch für ältere Menschen (bisher getestet an 2.000 Menschen über 60 Jahren) hatte er diese hohe Wirksamkeit.</p>
<p>Schwere Erkrankungen traten bei 45 Personen in der geimpften Gruppe auf (0,2 %) und bei 23 Personen in der Placebogruppe (0,4 %). Diese Werte gelten als selten und keiner der Fälle soll auf die Impfung zurückgeführt werden können. Es kam zu vier Todesfällen, von denen keiner mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.</p>
<p>Das bekannte Primer-Boost-Konzept ist auch für AstraZeneca interessant. Mitte Dezember gab die britische Pharmafirma bekannt, eine Kombination ihres Kandidatens mit dem des russischen Wirkstoffs (beide beruhen auf dem Konzept der Adenoviren-Vektorimpstoffe) zu prüfen, um möglicherweise eine Studie zu planen.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>IDT Biologika</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das dritte deutsche Impfstoffunternehmen, das neben BioNTech und CureVac vom Bund unterstützt wird, ist eine Kooperation aus dem Biotech-Unternehmen IDT Biologika aus Dessau, dem Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Philipps-Universität Marburg und des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE Hamburg). Ihr Vektorimpfstoff-Konstrukt: Es besteht aus dem harmlosen, modifizierten Pockenvirus MVA als „Träger“, der an der Ludwig-Maximilian-Universität in München bereits über 30 Jahren verwendet wird. Dieses Trägervirus wird mit nicht vermehrungsfähigem Genmaterial des Coronavirus, der Gensequenz des Spike-Proteins, kombiniert.</p>
<p>Das Besondere der IDT-Entwicklung: Es handelt sich dabei um eine Plattform-Technologie, bei der im Prinzip jede anvisierte genetische Information unter die Kontrolle des bewährten Trägervirus gestellt werden kann. Das Basisvirus ist vollständig charakterisiert und mittlerweile an über 12.000 Personen klinisch getestet, Nebenwirkungsprofil und Immunogenität sind daher bekannt. Während mRNA-Impfstoffe keinen Vektor benötigen, wird hier genetisches Material als rekombiniertes Genmterial mit einem Trägervirus verimpft, über den man jedoch bereits sehr lange Erfahrung hat. Es kam bereits bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Mers-Coronavirus zum Einsatz. Die Technologie ist demnach für eine großtechnische Produktion bereits etabliert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das Konstrukt war ab Oktober &#8217;20 in <a href="https://idt-biologika.de/sars-cov-2-idt-biologika-f%C3%BCllt-impfstoffkandidat-ab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinischer Phase I</a> an der UKE Hamburg an ersten gesunden Probanden zwischen 18 und 45 Jahren verabreicht worden. Am 08. Januar &#8217;21 aber gab Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf bekannt, die klinische Erprobung auszusetzen. Da die Immunreaktionen in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen liegen würden, wolle man die Ursachen dafür finden und den Wirkstoff optimieren.</div></div>
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<h3 id="Proteinbasierte Impfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>3.) P<span style="color: #339966;">roteinbasierte</span> Impfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Proteinbasierte <span data-rtr-entity="Impfstoff" data-rtr-id="f0e4932faf75f590fc5f81f0ca5dbe2c47f103a1" data-rtr-score="395.42186889" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffe</span> enthalten als <span data-rtr-entity="Impfantigen" data-rtr-id="3b032f9c484a50632d987bcf9828ae59826f7f4d" data-rtr-score="15.2630648973" data-rtr-etype="keyword">Impfantigen</span> virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Proteine</span>. Dazu werden bestimmte Zellen in Zellkultur gentechnisch mit dem gewünschten Gen für das virale <span data-rtr-entity="Protein" data-rtr-id="28b06881b86a94f3496b04892beccbfb15448bae" data-rtr-score="33.212825719" data-rtr-etype="keyword">Protein</span> ausgestattet. Das in großen Mengen produzierte Protein (Antigen) wird anschließend isoliert und aufgereinigt. Nach Impfung werden sie in bestimmten Zellen unseres Immunsystem, den Antigen-präsentierenden Zellen, aufgenommen, in Stücke zerteilt und diese „Häppchen“ dem Immunsystem präsentiert. Dies löst eine entsprechende Immunantwort aus, die allerdings nicht immer ausreichend stark ist, sodass oft Impfverstärker (Adjuvanzien) zugesetzt werden. Dazu muss dann die Verträglichkeit auch des Adjuvanz genauestens untersucht werden. Nebenwirkungen wie lokale Entzündung können provoziert werden.</p>
<p>Proteinimpfstoffe kennt man bereits: So gibt es den Hepatitis-B-Impfstoff, der Hepatitis-B-Oberflächenantigen enthält, oder den HPV-Impfstoff, der als <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Antigen" data-rtr-id="894513c9bdc1ba3a7ff98abf4a0e32e21190e327" data-rtr-score="9.80071181444" data-rtr-etype="keyword">Antigen</span> L1-Proteine verschiedener Typen des humanen Papillomavirus beinhaltet. Wie bei mRNA-Impfstoffen oder Vektorimpfstoffen auch, wird das Antigen bei Proteinimpfstoffen gentechnisch hergestellt.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Das US-Biotechunternehmen <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> hat einen rekombinanten Nanopartikel-Impfstoff (NVX-CoV2373; Nuvaxovid) aus einem gentechnisch hergestellten Virusantigen und einem Adjuvans auf Saponin-Basis entwickelt. Dazu wird das Spike-Protein des Virus in Insektenzellen vermehrt, aus diesen Zellen gewonnen und anschließend mit Lipidnanopartikeln kombiniert. Nach der Impfung soll unser Körper die Partikel als &#8222;echtes Virus&#8220; erkennen und einen Immunschutz aufbauen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Nach der ersten Phase I/II-Studie  an Probanden in Australien und USA (<a href="https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2026920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New English Journal of Medicine</a>) hat der US-Konzern  Novavax im Juni 2021 die Phase-3-Daten veröffentlicht. Demnach schützt ihr Kandidat NVX-CoV2373 zu 89,7 % gegen die Alpha-Variante und zu 100 % vor mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verläufen. Auch bei Varianten soll noch ein hoher Schutz vorliegen (<a href="https://ir.novavax.com/2021-06-30-Novavax-Publishes-Results-of-United-Kingdom-Phase-3-Clinical-Trial-in-New-England-Journal-of-Medicine,-Demonstrating-High-Levels-of-Efficacy-of-COVID-19-Vaccine" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung Novavax</a> vom 30.06.21). Am 20. Dezember 2021 hat die EMA den Novavax-Impfstoff als 5. Impfstoff gegen Coronaviren zugelassen. Die zugrundeliegende Studie mit 30.000 Teilnehmern aus den USA und Mexiko zeigte, dass der Impfstoff ähnlich stark wie die zugelassenen mRNA-Impfstoffe und genauso sicher sei. Anfang November 2021 hat Indonesien den Novavax-Impfstoff als erstes Land zugelassen. Verabreicht wird er in 2 Dosen im Abstand von 3 Wochen. </div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Produktion und Unterstützung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für die Produktentwicklung, Testung und Lieferung von mindestens 100 Millionen Dosen hat die US-Regierung im Rahmen des <a href="https://ir.novavax.com/news-releases/news-release-details/novavax-announces-16-billion-funding-operation-warp-speed" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Operation Warp Speed“ dem Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar</a> zugesichert. Weitere 388 Millionen Dollar stellt die internationale Impfstoff-Allianz Cepi dem Unternehmen zur Verfügung. Novavax hat für die Produktion eine Kooperation u.a. mit Emergent BioSolutions abgeschlossen. Insgesamt soll das Unternehmen so über Kapazitäten von bis zu zwei Milliarden Dosen verfügen können. Der Impfstoff kann bei 2 bis 8 °C transportiert und gelagert werden.</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sanofi / GlaxoSmithKline (GSK)</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der französische Pharmakonzern Sanofi nutzt u. a. frühere Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff aus vergangener Edipemie, um möglicherweise die Entwicklung eines SARS-CoV2-Impfstoffs zu beschleunigen. Zusammen mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) arbeitet Sanofi in den USA an der Technologieplattform zur Herstellung eines rekombinanten Impfstoffs mit Adjuvans, Vidprevtyn genannt. Dabei geht es um einen rekombinanten Protein-Impfstoff. Das Spike-Protein des neuen Coronavirus wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt, d. h. die exakte genetische Kopie des Virus-Oberflächen-Proteins erstellt. Diese wird dann als DNA-Sequenz in ein sogenanntes Baculovirus-Expressionssystem integriert. Das daraus produzierte Antigen soll so das Immunsystem aktivieren. Das Baculovirus-Expressionssystem ist keine Unbekannte: Es wird als Grundlage für einen rekombinanten Influenza-Impfstoff genutzt, der in den USA zugelassenen ist.</p>
<p>GlaxoSmithKline, Impfstoff-Weltmarktführer, steuert dabei das Adjuvanz (Impfverstärker) bei. <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2020/2020-04-14-13-00-00" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Kooperation wurde Mitte April</a> bekanntgegeben.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Erste klinische Phase-1/2-Studien sind im September 2020 mit 440 Teilnehmern in den USA (<a href="https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04537208?term=sanofi+vaccine&amp;cond=Covid19&amp;draw=2&amp;rank=1" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">NCT04537208</a>) angelaufen, Ende Mai 2021 dann Phase 3-Studien. Der Grund für die Verzögerung sei laut der Unternehmen die – im Gegensatz zu unter 49-Jährigen – noch unzureichende Immunantwort bei älteren Menschen. Daher verbesserten sie zunächst das Konstrukt durch Konzentration der Antigene. Die Ergebnisse aus <a href="https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2021/2021-05-17-07-30-00-2230312" target="_blank" rel="noopener">Phase 2-Studien</a> zeigten hohe virusneutralisierende Titer sowie akzeptable Verträglichkeit und Sicherheit. Die daraufhin gestartete Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit von zwei Varianten des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Vakzine" data-rtr-id="64592436ba1e0f1084eb989060f3710eb3a8ff3a" data-rtr-score="34.2475949397" data-rtr-etype="keyword">Impfstoffs</span> ermitteln: Eine ist gegen den Wildtyp des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Virus" data-rtr-id="fdb391a8b0af42d7038a0b326143c6ab7eb49c8e" data-rtr-score="3.43630573248" data-rtr-etype="keyword">Virus</span> gerichtet und eine gegen die südafrikanische Variante B.1.351.</p>
<p>Der Impfstoff von Sanofi, der im Abstand von 28 Tagen in 2 Impfdosen verabreicht wird, befindet sich seit dem 20. Juli 2021 im Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA): Die erforderlichen Daten werden für den Zulassungsantrag nicht gebündelt abgegeben, sondern immer dann, wenn sie verfügbar sind. Aus einem Bericht zur <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Nationale_Impfstrategie_Juni_2021.pdf" target="_blank" rel="noopener">nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums vom Juni 2021</a> geht hervor, dass mit einer möglichen Zulassungsentscheidung im vierten Quartal 2021 gerechnet werden könnte.</p>
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<p>Es gibt noch weitere proteinbasierte Impfstoffprojekte, wie z. B. in Kuba (Name der Impfstoffkandidaten: &#8222;Soberana&#8220;), die sich in den klinischen Phasen befinden, und als Versogung eigener sowie bestimmter weiterer Länder dienen.</p>
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<h3 id="Totimpfstoffe"><span style="color: #339966;"><strong><u>4.) Totimpfstoffe</u></strong></span></h3>
<p>Totvakzine enthalten abgetötete, nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger bzw. Teile davon. Der Proten-basierte Impfstoff von Novavax ist im engeren Sinne ein Totimpfstoff.</p>
<p>Totimpfstoffe sind schon länger auf dem Markt, Beispiele sind die Impfstoffe gegen Influenza und Hepatitis B. Sie sind relativ einfach herzustellen, müssen aber in Studien längerfristig beobachtet werden, um ein potenzielles Risiko einer unausgewogenen Immunantwort auszuschließen. Eine Verschlimmerung durch unbalancierte T-Zell-Aktivierung mit möglicherweise stärkerer Virusvermehrung in Immunzellen muss ausgeschlossen werden.</p>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Novavax</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Die Bezeichnung Totimpfstoff für den Kandidaten von <a href="https://novavax.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novavax</a> , Nuvaxovid (NVX-CoV2373), ist ungenau. Nuvaxovid enthält künstlich hergestellte Teile des Spike-Proteins, einem Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, mit dem sich das Virus Eintritt in die Zelle verschafft. Im Unterschied zu den mRNA- und den Vektorimpfstoffen, die den genetischen Bauplan für das Protein liefern und dieses dann erst produzieren müssen, werden bei Novavax bereits fertige Teile des Proteins injiziert. Es handekt sich um einen proteinbasierten Impfstoff, siehe dort (weiter oben).</div></div>
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<h3><span style="color: #808080;"><strong>Valneva</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der COVID-Impfstoffkandidat des österreichisch-französische Impfstoffherstellers Valneva (VLA2001) besteht aus inaktivierten ganzen Viruspartikeln von SARS-CoV-2 mit hoher S-Protein-Dichte. Während die bisher zugelassenen Impfstoffe nur gegen das Spikeprotein (S-Protein) wirken, zeigten die mit dem Ganzvirus-Impfstoff von Valneva behandelten Versuchsteilnehmer auch T-Zellantworten gegen das N- und das M-Protein des Virus. Der Impfstoff enthält zwei Wirkverstärker, sog. Adjuvanzien.</p>
</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>VLA2001 befindet sich in Studienphase III mit über 4000 Probanden über 30 Jahren. Erste Studienangaben des Unternehmens zufolge (<a href="https://valneva.com/press-release/valneva-reports-positive-phase-3-results-for-inactivated-adjuvanted-covid-19-vaccine-candidate-vla2001/" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung, 18.10.2021</a>) soll der Impfstoff sowohl einen hohen Titer an neutralisierenden Antikörpern als auch eine gute T-Zell-Immunität hervorrufen. Letzteres würden die zwei Adjuvanzein positiv beeinflussen. Laut Unternehmen wurde der Impfstoff bei den Probanden gut vertragen, es stehen aber noch mehr Studiendaten aus.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Weitere Aussichten<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Für eine abschließende Beurteilung stehen noch mehr Studiendaten aus. Die EU wird das Vakzin, wie die bisher zugelassen Impfstoffe auch, im Rahmen eines Rolling-Review-Verfahrens prüfen.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinovac</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der private chinesische Impfstoffentwickler <a href="http://www.sinovac.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinovac</a> hat ebenfalls einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bei Untersuchungen an Rhesusaffen zeigte der Impfstoffkandidat CoronaVac bereits Erfolge (<a href="https://doi.org/10.1126/science.abc1932">Science: Gao et al., 2020</a>).</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Der Kandidat wurde ab April 2020 in Phasen I/II-Studien getestet und soll nach eigenen Angaben bei über 90 Prozent aller Probanden Antikörper gegen CoV-2 entwickelt haben. Mit einem brasilianischen immunologischen Institut (Butantan) ist Sinovac in Phase-III-Studie in Brasilien gestartet. Außerdem laufen Studien mit Tausenden Freiwilligen laufen in Indonesien und der Türkei.</p>
<p>In Brasilien zeigte die Studie mit rund 13.000 Probanden laut Gesundheitsbehörde in Sao Paulo eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent gezeigt. Bei Studien in der Türkei ergab sich vorläufigen Daten zufolge ein Schutz vor dem Coronavirus von rund 91 Prozent.</p>
<p>In China ist das Vakzin seit Februar 2021 zugelassen. CoronaVac ist einer der Impfstoffe, die im Notfallprogramm der chinesischen Regierung bereits Zehntausenden Menschen vor Abschluss der klinischen Studien verabreicht wurden.</p>
<p>Im Mai 2921 leitete die EMA ein rollierendes Verfahren zur Prüfung ein. Die WHO hat CoronaVac am 1. Juni 2021 <a href="https://www.who.int/news/item/01-06-2021-who-validates-sinovac-covid-19-vaccine-for-emergency-use-and-issues-interim-policy-recommendations" target="_blank" rel="noopener">die Zulassung erteilt</a>. Der Impfstoff kommt mittlerweile in über 50 Ländern, darunter Chile und Botswana, zum Einsatz.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #808080;"><strong>Sinopharm</strong></span></h3>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Grundlagen<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Auch der staatliche chinesische Biotechkonzern <a href="http://www.sinopharm.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinopharm</a> setzt auf zwei Totimpfstoff-Kandidaten (des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Wuhan Institute" data-rtr-id="fde38a568bcdd68bb287199dca19e683262aa0cd" data-rtr-score="13.400975711" data-rtr-etype="organisation">Wuhan Institute</span> of Biological Products und des <span class="rtr-entity" data-rtr-entity="Beijing Institute" data-rtr-id="82327b96baa2b05363ca5753452a967706039ecc" data-rtr-score="13.0529894125" data-rtr-etype="organisation">Beijing Institute</span> of Biological Products). Die inaktivierten Virusfragmente werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem an. Das Unternehmen aus Peking hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Impfstoffe (u.a. gegen das H1N1-Grippevirus) entwickelt, und ist mittlerweile an der US-Börse notiert.</div></div>
<p><strong><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span></strong>Studienlage und Impfung<strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></strong>Seit Mitte Juli 2020 hat Sinopharm in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Phase-III-Studie mit 15.000 Freiwilligen begonnen, auch Argentinien, Peru, Bahrain und Marokko haben Phase-III-Tests zugelassen. Sinopharm hat gleich zwei Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Einer davon hat seit Februar 2021 eine volle Marktzulassung in China und eine Notfallzulassung in Nordmazedonien, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela erhalten. Das zweite Vakzin hat in China, Bahrain, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine volle Marktzulassung und in vielen weiteren Ländern eine Notfallzulassung erhalten. Er wird auch im Rahmen des WHO-Covax-Programms verimpft, das ärmere Länder mit Impfstoff versorgen soll.</p>
<p>Die Sinopharm-Impfstoffe gehören zum Notfallprogramm in China, in dessen Rahmen Zehntausende Menschen vor Abschluss der klinischen Studien geimpft wurden.</p>
<p>Das zur staatlichen China National Pharmaceutical Group gehörende Unternehmen setzt mit seiner Impfstoffmethode mit den Totimpfstoffen im Wesentlichen auf eine lang bewährte Technologie. Der Nachteil diese Technologie liegt meist in einem oft nötigen Impfstoffverstärker-Einsatz sowie begrenzter Produktkapazität.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h3><span style="color: #525252;">Perspektiven</span></h3>
<p>Es ist wichtig, viele Impfstoffe zu entwickeln, um möglichst viel abdecken zu können: nicht nur Anzahl an Personen, sondern auch individuelle Voraussetzungen. So können sich einige Impfstoffe für bestimmte Personengruppen mit bestimmten Vorerkrankungen oder auch ethnische Bevölkerungsgruppen als geeigneter erweisen als andere. Außerdem vergrößert die Entwicklung vieler Konstrukte die Chance, solche mit einem möglichst langanhaltenden und umfassenden Schutz – auch gegen mögliche Varianten – zu generieren. Entscheidend dabei sind Anreize und Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Produktion. Gerade auch Europa kann das vorhandene große Know-how im Pharmabereich stärken. Selbst wenn es in Deutschland oft noch an Biotech-Analysten und Wagemut seitens Investoren fehlt, ist ein Ruck nun spürbar.</p>
<p>Ende September 2020 haben sich 16 globale Pharmaunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung dazu bekannt, die Produktionskapazitäten so schnell wie noch nie zu erhöhen, um der gesamten Weltbevölkerung COVID-19-Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe zugänglich zu machen. Unter anderem mit Spenden und der Abgabe von Produkten zum Selbstkostenpreis für ärmere Länder. Die <strong>WHO</strong> setzt sich in der Initiative <strong>COVAX</strong> zusammen mit der CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) für die faire Verteilung der Impfstoffe ein und hat dabei bereits über 150 Länder gewonnen. Durch die Allianz sollen ca. 11 Mrd. Dosen beschaffen werden, um ärmere Länder zu versorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Impfung einer ganzen Bevölkerung in Kurzzeit ist beispiellos. Die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung sind enorm. Es geht um den Ziellauf gut verträglicher, möglichst nebenwirkungsfreier Impfstoffe. Gleichzeitig müssen sie lange und auch gegen Mutanten wirksam sein. Eine Mammutaufgabe. Und selbsterklärend, dass diese weder als Nationalstreich noch als Pharmaunternehmen im Alleingang gelöst werden kann.</strong></p>
<p><em>Informationen zu COVID-19-Impfstoffprojekten:</em></p>
<p><a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO: Draft landscape of COVID-19 candidate vaccines</a></p>
<p><a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die forschenden Pharma-Unternemen (vfa): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion</a></p>
<p><a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paul-Ehrlich-Instutut: Alle Infos zu Co­ro­na­vi­rus SARS-CoV-2</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2020 14:35:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizintechnik]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lüften in der kalten Jahreszeit – wie soll das aussehen? Dass Sars-CoV-2 neben Tröpfchen auch durch Aerosole verbreiten werden kann, ist inzwischen bekannt. Die kleinen Partikel, die wir bereits beim Atmen, vor allem aber beim Sprechen, Singen und Husten abgeben, sinken nicht direkt auf den Boden, sondern schweben lange in der Luft. Auch wenn die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/">Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lüften in der kalten Jahreszeit – wie soll das aussehen? Dass Sars-CoV-2 neben Tröpfchen auch durch Aerosole verbreiten werden kann, ist inzwischen bekannt. Die kleinen Partikel, die wir bereits beim Atmen, vor allem aber beim Sprechen, Singen und Husten abgeben, sinken nicht direkt auf den Boden, sondern schweben lange in der Luft.</p>
<p>Auch wenn die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung beachtlich sind, ist eine flächendeckende Versorgung mit Impfstoffen und somit weltweite Immunität gegen das neue Coronavirus noch nicht in greifbarer Nähe. Daher wird empfohlen, gerade in der kalten Jahreszeit neben bisherigen Vorsichtsmaßnahmen (wie Hygiene, Anstand und Mundschutz) auch auf regelmäßiges Lüften zu achten. Vor allem dort, wo keine <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raumlufttechnische Anlagen</a> vorhanden sind, die eine 100% Frischluftzufuhr ermöglichen oder Filtersysteme zur effizienten Virusabscheidung on top. Doch wie kann man sich durch Lüften ausreichend schützen?</p>
<h3><strong>Lüften – ein entscheidender Faktor zur Senkung der Viruslast</strong></h3>
<p>Es geht um die Senkung der Viruslast. Ein Mund-Nasen-Schutz kann die Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamen, wenn es um größere Partikel &gt; 5 µm geht (Tröpfchen), für Aerosole gilt der Schutz nur im begrenzten Maße. Überall wird an weiteren Möglichkeiten zur Reduzierung der Viruslast geforscht. Das Spektrum ist dabei durchaus ideenreich, von <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kfz-Innenraumfiltern mit virusinaktivierenden Oberflächen</a>, über <a href="https://www.empa.ch/web/s604/coronatest" target="_blank" rel="noopener noreferrer">optische Bio-Sensoren</a> zur Virus-Detektion in Räumen bis hin zur Entwicklung von Nasensprays. Doch die Zeit drängt. Der Griff zum Fenster ist eine schnell umsetzbare weitere Maßnahme. Auf der Bundespressekonferenz am 08. Oktober erklärte der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts an der TU Berlin, Martin Kriegel, dass in gut gelüfteten Räumen bisher keine Superspreader-Events nachweisbar waren.</p>
<p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/dokumente/irk_stellungnahme_lueften_sars-cov-2_0.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umweltbundesamt</a> gibt folgende Empfehlungen:</p>
<h3>Wohnräume</h3>
<ul>
<li>Stoßlüftung, d. h. Lüften über weit geöffnete Fenster, für mindestens 10–15 Minuten, im Sommer eher 20–30 Minuten. Im Winter genügen auch 5 Minuten. Der Grund: Da im Winter zwischen Außen- und Innenraumluft ein größerer Temperaturunterschied herrscht, drängt die kältere Luft mit höherer Dichte schneller nach innen.</li>
<li>Noch effektiver ist das Öffnens gegenüberliegender Fenster (Lüften über weit geöffnete Fenster)</li>
<li>Bei Anwesenheit vieler Personen im Raum ist es wichtig, während der Besuchsdauer zu lüften.</li>
</ul>
<h3>Schulen</h3>
<p>Für Klassenräume mit ca. 60–75 m<sup>3</sup> und einer Schüleranzahl von üblicherweise 20–30 Kindern gilt:</p>
<ul>
<li>intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern in jeder Unterrichtspause</li>
<li>zusätzliches Lüften auch während des Unterrichtes bei Unterrichtseinheiten von mehr als 45 Minuten Dauer (Doppelstunden oder bei nur kurzen Pausen von 5 Minuten)</li>
<li>Möglichst Querlüftung. Ist keine Querlüftung möglich, soll die Tür zum Flur geschlossen bleiben, um eine Übertragung von potenziellen Aerosolen in andere Räumen zu vermeiden.</li>
<li>Sind raumlufttechnische Anlagen in den Schulen vorhanden, sollten diese möglichst durchgehend laufen und korrekt durch professionelles Personal gewartet werden. Wichtig: Dabei ist 100 % Zuluft von außen (Frischluft) zuzuführen, bei RLT-Anlagen mit Umluftanteil müssen die Anlagen mit zusätzlicher Filterung (HEPA-Filter) versehen sein.</li>
<li>Sensoren können helfen, die Lüftungsnotwendigkeit rasch zu erkennen: Die sogenannten CO2-Ampeln dienen dabei als Indikator für einen nötigen Luftwechsel, der ab einer angezeigten CO2-Konzentration über 1000 ppm (0,1 Vol-%) empfohlen wird.</li>
</ul>
<h3><strong>Büros</strong></h3>
<ul>
<li>Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat <a href="https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Coronavirus/Coronavirus_node.html">ausführliche Richtlinien</a> veröffentlicht.</li>
<li>Demnach sollte in Büros grundsätzlich alle 60 Minuten stoßgelüftet werden.</li>
<li>Bei Besprechungen sollte aufgrund der erhöhten Personenzahl bzw. kleineren Räumen mindestens alle 20 Minuten gelüftet werden (Lüftung wie oben beschrieben).</li>
<li>Vor der Benutzung der Räume sollte zusätzlich gelüftet werden.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Für alle Räume gilt außerdem:</h3>
<p>Kommt es bei geschlossenen Fenstern bei einzelnen Personen zu Krankheitssymptomen wie wiederholtem Niesen oder Husten, sollte unmittelbar eine Stoßlüftung erfolgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Auch interessant:</h3>
<h3>aktuelle Events:</h3>
<p><a href="https://alt.vdma.org/viewer/-/v2article/render/53367189">Chillventa eSpecial 2020 &#8211; Experten der Luftfiltertechnik informieren (13.–15.10.2020)</a></p>
<p><a href="https://www.provention-erfurt.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/provention-corona-mit-filtern-und-lueftungssystemen-beherrschbar-machen-180/">Pro.vention: bundes- und wohl auch europaweit erste Fachmesse und erste Konferenz zu Corona-Schutzmaßnahmen (5.—6.11.2020)</a></p>
<h3>weitere Artikel:</h3>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/coronavirus-ausgebremst-mit-filtern-gegen-die-aerosol-verbreitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus ausgebremst: Mit Filtern gegen die Aerosol-Verbreitung</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/richtig-lueften-sars-cov-2-uebertragung-reduzieren/">Richtig lüften: SARS-CoV-2-Übertragung reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Impfung und Immunisierung bei COVID-19</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2020 21:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[CureVac]]></category>
		<category><![CDATA[Immunisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Impfstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[mRNA]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie erfolgt die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und welche Arten der Immunisierung gibt es bei COVID-19? Eine Übersicht. (aktualisiert: 05.02.21)   Die Liste ist lang. Laut WHO gibt es derzeit über 230 Impfstoffprojekte, 63 sind bereits in der klinischen Phase (Stand 29.01.2021). Zugelassen, auch in der EU, sind bereits 3 Impfstoffe: Die mRNA-Kandidaten von Biontech/Pfizer sowie  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie erfolgt die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und welche Arten der Immunisierung gibt es bei COVID-19? </strong><strong>Eine Übersicht.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">(aktualisiert: 05.02.21)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Liste ist lang. Laut <a href="https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines">WHO</a> gibt es derzeit über 230 Impfstoffprojekte, 63 sind bereits in der klinischen Phase (Stand 29.01.2021). Zugelassen, auch in der EU, sind bereits 3 Impfstoffe: Die <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener">mRNA-Kandidaten</a> von Biontech/Pfizer sowie Moderna und der Vektorimpfstoff von AstraZeneca.</p>
<p>Bis vor wenigen Jahren hätte man von der Analyse des Virus bis zur Zulassung des Impfstoffs rund 10 bis 15 Jahre angesetzt. In der beispiellosen Situation der Corona-Pandemie wurde eine enorme Beschleunigung möglich, nicht zuletzt aufgrund der Vorerfahrung mit Coronaviren und Impfstoffprojekten. Bei der Fahrt auf der Überholspur kann einen zunächst ein mulmiges Gefühl beschleichen, es gibt jedoch viele Erklärungen für die schnelle Entwicklungen, die die Sicherheit nicht beeinträchtigen sollen  – und somit auch neue Perspektiven.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Phasen der Impfstoffentwicklung</h2>
<p>In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Prüfung klinischer Studien zuständig. Anträge müssen unter Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils genehmigt werden, die Frist hierfür beträgt max. 30 Tage. Am 22. April hat das PEI die <a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2020/08-erste-klinische-pruefung-sars-cov-2-impfstoff-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen COVID-19</a> in Deutschland genehmigt, bereits nach wenigen Tagen.</p>
<p>Bevor ein Impfstoff an Menschen getestet wird, muss er sich <strong>präklinischen Studien</strong> in Zellkultur und Tierversuchen beweisen. Kann der Wirkstoff das Virus hindern, menschliche Zellen zu infizieren? Welche Dosis ist wirksam? Zeigt er in Tierversuchen Nebenwirkungen, die den Einsatz beim Menschen ausschließen? Wie könnte der Impfstoff verabreicht werden?</p>
<p>Hat sich ein Kandidat bewährt, wird er beim Menschen in <strong>klinischen Studien</strong> eingesetzt:</p>
<ul>
<li>In <strong>Phase I</strong> wird an einer kleinen Gruppe von rund 100 gesunden Probanden gemessen, ob und wie gut eine Immunantwort ausfällt und wie verträglich er ist.</li>
<li>Nach einer Beobachtungszeit der Geimpften wird der Wirkstoff in <strong>Phase II</strong> an mehreren Hundert Probanden getestet und sowohl die Dosis optimiert sowie Nebenwirkungen analysiert.</li>
<li>In <strong>Phase III</strong> mit Tausenden bis Zehntausenden Probanden muss sich der Impfstoff beweisen: Ist messbar, dass sich Geimpfte mit dem Erreger nicht infizieren? Ist er sicher oder gibt es verstärkte Symptome?</li>
<li>Hat sich der Kandidat hier bewiesen, ist die Prüfbehörde für die Zulassung (<strong>Phase IV</strong>) am Zug, für Europa ist das die <a href="https://www.ema.europa.eu/en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Medicines Agency (EMA)</a>, sie gibt Empfehlungen an die Kommission, die letztendlich die Zulassung erteilt oder nicht.</li>
</ul>
<p>Auch wenn der Impfstoff dann auf dem Markt ist, laufen die Studien noch weiter. Es wird weiterhin beobachtet, ob Geimpfte den Wirkstoff gut vertragen. Kommt es etwa zu Nebenwirkungen, muss dies an die zuständigen Bundesoberbehörden Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM), das Paul Ehrlich Institut (PEI) und an den Hersteller gemeldet werden meisten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Auf der Überholspur</h2>
<p>Den größten Teil der Entwicklungszeit nimmt die Erprobung von Impfstoffen mit Freiwilligen in Anspruch. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffes viele Jahre bis Jahrzehnte. In der aktuellen Coronavirus-Pandemie gibt es schon nach wenigen Monaten die ersten Tests mit Freiwilligen. Der Grund? Zum einen gibt flexiblere Impfstoff-Arten, die auf bestehende Konstrukte und Erfahrungen aufbauen, zum anderen Neuentwicklungen – und ordentliche Motoren.</p>
<p>Insgesamt gibt es viele Faktoren für die schnelle Entwicklung eines COVID-Impfstoffs:</p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Rohdaten schnell verfügbar</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">SARS-CoV-2 war kein komplett neues Virus: Aufgrund der verwandten Viren SARS und MERS mit vorhandenen Sequenzdaten konnte man das genetische Impfstoff-Konstrukt sehr schnell entwickeln. So ist auch das Spike-Protein, mit dem sich das Virus an die menschliche Zelle bindet, kein Alien gewesen. Anhand der bekannten Struktur und Faltung des Proteins konnte die Entwicklung der Wirkstoffe nun losgehen. Es ist die angriffsempfindliche Stelle, die man sonst über Monate bis Jahre suchen müsste.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Konstrukt</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die genetische Information des Spike-Proteins ist direkt in die Impfstoff-Plattformen eingeflossen: a) mRNA-Impfstoff: Die jahrelange Erfahrung mit der mRNA-Technologie wurde bereits in präklinischen Studien getestet wird. b) Vektorimpfstoffe werden schon länger eingesetzt. So konnte die sonst übliche Zeit für Produktentwicklung und präklinische Testung von 2 bis 4 Jahren auf wenige Monate reduziert werden.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Rückenwind</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Staatliche Anreizmechanismen senken das finanzielle Risiko, das sonst Pharmakonzerne allein tragen. Somit sind simultane, statt hintereinander geschaltete Schritte möglich. Wenn sonst eine Entwicklung 10 Jahre dauert, bedeutet dies nicht, dass 10 Jahre geforscht und getestet wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Stopps aufgrund fehlender Finanzierungsrunden. Dazu müssen auch Anträge geschrieben und Bewilligungen abgewartet werden.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Anzahl der Probanden</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die beispiellose Pandemie hat unzählige Freiwillige in Kürze hervorgebracht – eine Rekrutierung von Probanden bei anderen Produktentwicklungen benötigt meist eine Menge Zeit.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Parallel statt hintereinander</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Statt, wie sonst üblich, einzelne Schritte hintereinander laufen zu lassen, findet bei COVID-19 eine Parallelisierung der Studienzentren weltweit statt, hohe Inzidenzregionen früh eingeschlossen. Somit lassen sich viele Erkenntnisse früher gewinnen.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Behörden: COVID first</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Behörden prüfen und bewerten Anträge zu COVID-Impfstoffen primär – vor allen anderen Anträgen – und das mit erheblich aufgestockten Ressourcen. Sie ermöglichen auch, Studienphasen zusammenzulegen. Zusätzlich findet oft eine fortlaufende Datenübermittlung der Studien an Kontrollbehörden statt, sodass sie fließend geprüft und mit Experten bewertet werden können.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Produktion ins Blaue hinaus</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Die Hersteller sind bereits zu einem Zeitpunkt in Produktion gegangen, zu dem noch lange nicht klar war, ob ihr Impfstoff in greifbare Nähe der Zulassung gelangt. So kann im Fall einer Genehmigung sehr viel Zeit gespart werden und direkt mit dem Impfen begonnen werden.</div></div>
<p>In der renommierten Fachzeitschrift Nature findet man eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3/figures/1">übersichtliche Grafik</a>, wie in der Corona-Pandemie die Entwicklungszeit eines Impfstoffs von rund 15 Jahren auf 10 Monate bis 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Paralleluniversum der Impfstoffarten</h2>
<h3><strong><span style="color: #000080;">I. Passive Immunisierung – Akuttherapie</span><br />
</strong></h3>
<p>Bei der passiven Immunisierung erhält man <strong>Blutserum von Personen</strong>, die von einer Covid-19-Infektion genesen und immun sind. Ihr Blutserum enthält ein Cocktail aus verschiedenen Antikörpern gegen unterschiedliche Strukturen des SARS-CoV-2. Das Problem der passiven Immunisierung: Der Körper wird bei der Heilung durch „vorgefertigte Antikörper“ unterstützt. Nach einigen Wochen werden diese Antikörper wieder abgebaut. Es geht hier also um eine medikamentöse Therapie für schwer erkrankte Patienten, nicht um eine anhaltende Impfung.</p>
<div id="attachment_2301" style="width: 393px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2301" class="wp-image-2301 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg" alt="Coronavirus und Immunsystem, Blog" width="383" height="253" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-200x132.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s-300x198.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Coronavirus-Immunsystem_s.jpg 383w" sizes="(max-width: 383px) 100vw, 383px" /></a><p id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/uni-klinikum-erlangen-darf-immunplasma-herstellen,RvGY1EI" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Uniklinik Erlangen</em> ist eine der ersten Einrichtungen</a> in Deutschland, die für die Herstellung von therapeutischem Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten vom Robert-Koch-Institut eine behördliche Genehmigung erhalten hat. Der Herstellung lebensrettender Antikörper aus Plasma von geheilten COVID-19 Patienten widmet sich u. a. auch <a href="https://www.biotest.com/de/de/investor_relations/news_und_publikationen_/biotest_pressemitteilungen/press_detail.cfm?instance_ID=2769&amp;cmfaction=xmldetail.xmldetail.detailview&amp;showdetails=1939973" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Biotest AG</em></a>, um so z. B. Patienten mit Immundefekten oder mit Immunsuppression (z. B. aufgrund einer Chemotherapie) schnellen Schutz zu bieten.</p>
<p>Aktuell werden als schnelle Therapie bei COVID-19 auch <strong>monoklonale Antikörper</strong> in Betracht gezogen: Es handelt sich hier nicht um ein Gemisch, sondern um nur eine ganz spezifische Antikörperart. Deutschland hat bereits Antikörper-Medikamente von zwei Herstellern bezogen (<a href="https://investor.lilly.com/news-releases/news-release-details/lillys-neutralizing-antibody-bamlanivimab-ly-cov555-prevented" target="_blank" rel="noopener">Ely Lilly</a> und <a href="https://investor.regeneron.com/news-releases/news-release-details/regenerons-regn-cov2-antibody-cocktail-reduced-viral-levels-and/" target="_blank" rel="noopener">Regeneron</a>, vielen vielleicht als Cocktail-Bestandteil der Therapie von Donald Trump bekannt). Erste Studienergebnisse lassen jedoch Zweifel für die Anwendung an schwer Erkrankten. Risikopatienten können sie jedoch vor schweren Erkrankungen bewahren.</p>
<p><strong><u>Antikörper-Therapie im Fokus – Wo liegt der Haken?</u></strong></p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Antikörper-Therapie im Fokus – Wo liegt der Haken</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Gewinnt man Blutplasma genesener Covid-19-Patienten, kann dies hunderte, leicht unterschiedliche Antikörper enthalten. Allerdings wirken nur einige davon <strong>neutralisierend</strong>, also „störend“: Sie binden auf der Virusoberfläche und verhindern entweder dessen die Bindung an die Wirtszelle. Oder sie stören die Strukturänderung der Proteine, wie hier des Spike-Proteins, das es kurz vor Eintritt in die Wirtszelle macht, um sich Eintritt in die Wirtszelle zu verschaffen. Der Türsteher hat somit volle Arbeit geleistet, es kommt gar nicht erst zur Aktivierung der Zellen des Immunsystems.</p>
<p>Hat man solche neutralisierenden Antikörper identifiziert, können sie im Labor massenhaft vermehrt werden und dann als sogenannte <strong>monoklonale Antikörper</strong> gezielt zur Behandlung von Covid-19-Patienten oder <strong>als passive Immunisierung</strong> eingesetzt werden. Eine solche Therapie entwickelt beispielsweise die <a href="https://magazin.tu-braunschweig.de/pi-post/auf-der-suche-nach-einem-antikoerper-medikament-gegen-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Technische Universität Braunschweig</em></a> in Zusammenarbeit mit dem Biotechnologieunternehmen <a href="https://www.yumab.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>YUMAB GmbH</em></a> im CORAT Konsortium.</p>
<p>Es gibt aber noch Haken: Die „<strong>Antibody-Dependent Enhancement</strong>“, d. h. eine von Antikörpern verursachte Verschlimmerung. Denn wenn die verabreichten Antikörper nicht 100% passen und das Virus nicht sofort neutralisieren, kann das Virus sogar noch leichter in Zellen eindringen. Ein weiteres Problem kann die Fähigkeit des Virus sein, zu <strong>mutieren</strong>. Teilweise reicht bereits eine strukturverändernde Mutation im Spike-Protein aus, um die Antikörper-Bindung zu verhindern. Es gibt aber auch hier bereits weiterführende Forschungen: Antikörper-Cocktails aus zwei Antikörpern, die an entscheidenden Stellen des Virus ansetzen, ohne sich dabei gegenseitig zu stören. Sie sollen die Mutationsmöglichkeit ausschließen und eine hohe Neutralisationspotenz besitzen (Science, <a href="https://science.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.abd0827" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doi: 10.1126/science.abd0827).</a></p>
<p>Auch die Herstellung künstlicher menschlicher Antikörper rückt auf den Plan. So konnten Forscher des <a href="https://www.helmholtz-hzi.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI)</em></a> aus einer Vielzahl künstlicher hergestellter Konstrukte 750 Antikörper finden, die an das Coronavirus andocken – als mögliche Therapieentwicklung zur akuten Behandlung von Patienten. An einem vielversprechenden Ansatz mit positiv überraschenden Ansätzen arbeitet auch eine <em>Forschungskooperation aus Köln, München, Tübingen, Marburg, Frankfurt und Israel</em>, wie im letzten Abschnitt „<em>Wie sind die Aussichten?</em>“ unten beschrieben ist.</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Antikörper können aber immer nur als medikamentöse Akuttherapie dienen, für eine langanhaltende Immunität ist die aktive Immunisierung entscheidend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #333399;"><strong>II. Aktive Immunisierung</strong></span></h3>
<p>Mit herkömmlichen Impfstoffen werden entweder<strong> abgetötete oder abgeschwächte Viren</strong> verabreicht. Oder auch nur <strong>Virusteile</strong> – Antigene, wie etwa Oberflächen-Proteinen oder Zuckerketten. Diese wandern ins Lymphgewebe, wo Immunzellen sie erkennen und die Bildung <strong>Antikörpern</strong> angeregt werden soll. Auch das <strong>zelluläre Immunsystem</strong> soll auf den Plan rücken und <strong>Gedächtniszellen</strong> aktiviert werden. Bei einem späteren Kontakt des Geimpften mit dem Erreger ist das Immunsystem alarmiert und kann den Erreger zielgerichtet angreifen.</p>
<p><strong><u>Impfstoff-Arten bei COVID-19<br />
</u></strong></p>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Lebendimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Dabei werden abgeschwächte (attenuierte) Viren verabreicht, die sich im Körper zwar vermehren können, aber keine Krankheit auslösen. Die Symptome können jedoch ähnlich sein, jedoch in abgeschwächter Form. Der Vorteil dieser Impfung: Unser Immunsystem erinnert sich an diesen Erreger sein Leben lang.</p>
<p>Zu deren Entwicklung macht man sich natürliche Mutationen zunutze: Wissenschaftler suchen im Labor spezifisch solche Virenexemplare heraus, bei denen ein passender Gendefekt vorliegt. Oder sie führen diese Gendefekte durch Bestrahlung oder Chemikalien herbei. Einsatz findet sich z. B. bei Pocken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken/Gürtelrose.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Totimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Für die Herstellung von Totimpfstoffen, wie z. B. für die Grippeimpfung, werden die Viren meist in Hühnereiern gezüchtet und mit Chemikalien im Anschluss zerstört. So erhält man Fragmente, etwa Teile der wichtigen Virenhülle, die als Antigen wirken und die das Immunsystem erkennt.</p>
<p>Der Vorteil: Das Infektionsrisiko ist aufgrund der chemischen Zerstörung extrem gering. Als Nachteil ergibt sich aber einen nicht sehr lange anhaltenden Impfschutz, was Auffrischungen nötig macht. Oftmals werden Zusätze, Adjuvanzien, eingesetzt, um einen ausreichenden Schutzeffekt zu erzielen.<br />
Einsatz findet sich z. B. bei: Keuchhusten, Poliomyelitis, Tollwut, FSME), Hepatitis A.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Vektorimpfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Bei Vektorimpfstoffen versuchen Wissenschaftler die nötige <strong>genetische Information</strong> zu den Antigenen, z. B. zu Oberflächenproteinen, <strong>in harmlose Trägerviren einzubauen</strong> und dieses Konstrukt als Impfstoff zu verimpfen. So nutzen beispielsweise die Kooperation aus der Oxford University und des schwedisch-britischen Konzerns <a href="https://www.astrazeneca.de/content/az-de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-und-die-universitaet-oxford-kuendigen-ein-wegweisendes-abkommen-zur-entwicklung-eines-impfstoffs-gegen-covid-19-an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AstraZeneca einen entschärften Adenovirus</a>, einem Schimpansen-Erkältungsvirus, als „Fähre“. Diesem Virus wurden die nötigen Gene genommen, um sich selbst in den menschlichen Zellen vermehren zu können. Stattdessen wurden sie mit einer Bauanleitung für das Spikeprotein von Sars-CoV-2 ausgestattet. Das Immunsystem erkennt die in der Zelle nachgebauten Corona-Proteine und bildet im Idealfall so die passenden Antikörper in ausreichenden Mengen. Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach der EMA-Empfehlung am 29.01.21 zugelassen. Die deutsche Impfkommission empfiehlt aufgrund der anhand bisheriger Daten fraglichen Wirksamkeit bei Älteren, dass er nur an Menschen unter 65 Jahren ausgegeben werden soll.</p>
<p>Auch Johnson&amp; Johnson arbeitet an einen Vektorimpfstoff. Ende Januar zeigten ihre Daten der Phase-3-Studie, dass der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen aufweist. Zudem wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen ausgewertet. Sie betrug bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren 85 Prozent und nahm im Laufe der Zeit zu.</p>
<p>Die Kooperation aus dem Deutsches Zentrum für Infektionsforschung, der Universität München, der Universität Hamburg sowie Universität Marburg müssen ihr Vektor-Konstrukt überarbeiten. Sie konnten Anfang Oktober in die <a href="https://www.dzif.de/de/gruenes-licht-fuer-erste-klinische-pruefung-des-dzif-impfstoffs-gegen-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinische Prüfung starten</a>. Aufgrund der bisher schwachen Wirksamkeit bisher streben sie nun eine Optimierung an.</div></div>
<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span><strong>Genbasierte Impfstoffe: mRNA-Impfstoffe</strong></div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">Sie sind der Hype pur – genetische Impfstoffe. Der Clou dahinter: Man braucht hier nicht mal einen Vektor. Da sich Viren nicht selbst vermehren können, greifen sie auf die Maschinerie der Wirtszellen zu: Sie dringen in Zellen ein und lassen dort ihr Viruserbgut ablesen, das als Bauplan dient, um einzelne Teile des Virus nachzubauen. So lässt es sich vervielfältigen, um im Anschluss andere Zellen zu befallen. Diesen Trick nutzen nun Forscher: Spritzt man dem Körper einen genetischen Bauplan, kann in den Körperzellen dieser Teil des Erregers selbst gebaut werden. Und somit das Immunsystem mit einer möglichst <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umfassenden Immunantwort</a>, die einer natürlichen gleicht, reagieren lassen. Im Falle von Sars-CoV-2 geht es dabei meist um das Spike-Protein. Die große Unbekannte dabei: Die Methode ist noch relativ neu, bisher ist noch kein genetischer Impfstoff zugelassen. Da RNA im Gegensatz zu DNA nicht in das menschliche Erbgut eingebaut werden kann, ist diese <a href="https://redaktion-text-idee.de/covid-19-mrna-impfstoffe/" target="_blank" rel="noopener">mRNA-Impfstofftechnologie</a> sicher und besonders aussichtsreich.</p>
<p>Aufgrund der guten Daten aus Phase-3-Studien wurden sowohl der mRNA-Impfstoff der Kooperation Biontech/Pfizer (Mainz, USA) als auch der des US-Unternehmens Moderna bereits zugelassen. Das Tübinger Unternehmen, Vorreiter dieser mRNA-Technologie, strebt eine Zulassung bis Frühsommer an (ausführlicher Artikel: <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a>).</div></div>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Hersteller von Impfstoffen bei COVID-19 und der aktuelle Stand ist im folgenden Beitrag beschrieben:</strong></span></p>
<div id="attachment_2459" style="width: 463px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-welche-kandidaten-sind-besonders-aussichtsreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2459" class="wp-image-2459 size-full" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small.jpg" alt="Coronavirus-Impfstoffe" width="453" height="255" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-200x113.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-300x169.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small-400x225.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/07/COVID-19-Impfstoffe-und-Versorgung_small.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /></a><p id="caption-attachment-2459" class="wp-caption-text"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-welche-kandidaten-sind-besonders-aussichtsreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p></div>
<h2>Wie sind die Aussichten?</h2>
<p>Es gibt Mikroorganismen, gegen die sich einfach keine Impfstoffe entwickeln lassen, wie z. B. gegen HIV und Hepatitis-C-Viren (HCV). Beide Viren sind sehr gut darin, unserem Immunsystem zu entwischen. Und die Immunantwort, die bisher entwickelte Impfstoffkandidaten in unserem Körper auslösen, schützen offenbar nicht vor einer Infektion.</p>
<p>Sollte es bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus genauso sein? Viele Forscher beschreiben, dass bisherige Studienergebnisse dagegensprechen. So entwickelten Rhesusaffen eine stabile Immunantwort, nachdem sie mit einem Impfstoff aus abgetöteten SARS-CoV-2-Viren behandelt worden waren, auch war eine Reinfektion nicht mehr möglich (<a href="https://science.sciencemag.org/content/369/6499/77.full" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science DOI: 10.1126/science.abc1932</a>, 03.07.2020). Ein Grund dafür kann sein, dass sie weniger variabel wie etwa HIV und HCV sind. Bei HIV und HCV hingegen kursieren innerhalb der Bevölkerung zahlreiche Versionen, die sich dazu ständig weiter verändern. Auch wenn sich das neue Coronavirus seit seinem erstmaligen Auftreten in China bereits verändert hat und die Version, erstmals in Europa identifiziert, nun als Wildtyp-Variante angesehen wird und dominiert, ist die Mutationsrate, verglichen mit Viren wie HIV oder Influenza, geringer.</p>
<p><strong>Und die neu auftretenden Virus-Varianten?</strong></p>
<p>Es hat sich aber gezeigt, dass das neue Coronavirus sein Erbgut umarrangieren kann, d. h. es kann kleine Bereiche seiner RNA mit anderen Coronaviren austauschen. Grippeviren machen dies etwas anders: Sie tauschen ganze Gensegmente aus, deshalb muss jedes Jahr der Grippe-Impfstoff angepasst werden. Coronaviren dagegen haben kein segmentiertes Genom. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass Veränderungen in dieser Größenordnung für diese Viren vorerst nicht zu erwarten sind.</p>
<p>Die neu auftretenden Varianten – britische, südafrikanische und brasilianische – werfen jedoch Spekulationen auf. Nicht nur zur erhöhten Übertragbarkeit, sondern auch zur Immunität: Ist man nach einer durchgemachten Infektion durch eine solche Variante möglicherweise nicht mehr so lange immun? Wirken die Impfstoffe gegen die neuen Varianten weniger gut? Auch wenn Biontech-Pfizer anhand bisheriger Studien keine Beeinträchtigung der Wirksamkeit durch die britische, südafrikanische Variante erwartet, sieht es mit der brasilianischen Variante anders aus. Verlässlichere Daten werden die kommenden Wochen liefern.</p>
<p><strong>Aber: </strong>Eine Immunität beruht <strong>nicht nur auf Antikörper</strong>, die im Blut patrouillieren. Es geht immer um das gesamte Immunitätsgeschehen, und das schließt neben Antikörpern <strong>auch Immunzellen</strong> ein. T- und B-Lymphozyten bilden zum einen Gedächtniszellen, die nach einer erneuten Infektion sowohl Antikörper neu bilden als auch weitere Immunzellen (z. B. Fresszellen) sowie Enzyme und Substanzen (wie Interferone) auf den Plan rücken lassen. Wie komplex unser Immunsystem ist, um Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen, ist <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> beschrieben.</p>
<p>Manchmal ist es einfach klasse, wenn wir Menschen so komplexe Kreaturen sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Passend zum Thema:</strong></p>
<p class="entry-title fusion-post-title fusion-responsive-typography-calculated" data-fontsize="30" data-lineheight="38.1px"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-hoechstleistungsrechnen-und-data-analytics-gegen-das-coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Höchstleistungsrechnen und Data Analytics gegen das Coronavirus</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Data Science in Medizin und Biotechnologie</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/data-science-medizin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 17:15:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Automatisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Coronavirus durch Stammbaum- bzw. Sequenzanalyse auflauern? Therapien entwickeln durch detailgenaue Auflösung beteiligter Strukturen? Data Science, Simulation und Hochleistungsrechnen für Biotechnologie und Medizin kann aber noch viel mehr. Bild (Virtual-Reality-Technologie): ©HLRS Die Biotechnologie ist eine multidisziplinäre Wissenschaft, die Naturwissenschaften mit Ingenieurswissenschaften, wie Verfahrenstechnik und Materialwissenschaften, verbindet. Und das, seit man sie zu mehr als nur  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/data-science-medizin/">Data Science in Medizin und Biotechnologie</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dem Coronavirus durch Stammbaum- bzw. Sequenzanalyse auflauern? Therapien entwickeln durch detailgenaue Auflösung beteiligter Strukturen? Data Science, Simulation und Hochleistungsrechnen für Biotechnologie und Medizin kann aber noch viel mehr.</strong></p>
<p><span style="color: #808080;">Bild (Virtual-Reality-Technologie): ©HLRS</span></p>
<p>Die Biotechnologie ist eine multidisziplinäre Wissenschaft, die Naturwissenschaften mit Ingenieurswissenschaften, wie Verfahrenstechnik und Materialwissenschaften, verbindet. Und das, seit man sie zu mehr als nur Bierbrauen nutzt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat die moderne Biotechnologie gentechnische und molekularbiologische Erkenntnisse und Methoden im Portfolio. Die Errungenschaften daraus? Nichts, worüber wir uns Gedanken machen, sie begleiten uns unmerklich jeden Tag: Grundchemikalien, Pflanzensorten, Diagnosemethoden, Biosensoren und pharmazeutische Wirkstoffe. Ist der Anwendungsbereich Medizin, spricht man von <a href="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/Brockhaus_Rote-Biotechnologie.pdf">Roter Biotechnologie</a>. Und dieser Bereich ist brandaktuell, mit einer prekären Lizenz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Dem Infektionsgeschehen auf der Spur – 007 allein reicht nicht</strong></h3>
<p>Überall werden verschiedenste Methoden angewandt, um dem neuen Coronavirus aufzulauern und COVID-19 zu bekämpfen. Mr. Bond, übernehmen Sie. Angefangen von Stammbaumanalysen, die Aufschluss über Aufkommen und Verbreitung von SARS-CoV-2 geben und anhand von Sequenzdaten Mutationen aufdecken, über strukturelle Darstellung der Virusandockflächen bis hin zur Entwicklung von möglichen Medikamenten und Impfstoffen. All dem liegen Daten zugrunde. Riesige Datenmengen. Und hier kommt eine neue Wissenschaft ins Spiel: Data Science und Computer Aided Drug Design (CADD), Errungenschaften werden auch In-Silico-Innovationen genannt. Denn die Lizenz zum Töten ist das eine. Doch selbst Bond wird an seine Grenzen kommen, sobald er seine Feinde errechnen muss. Aufgrund dieser rasanten Zunahme von semi- und unstrukturierten Daten verschwimmen die Grenzen der Biotechnologie-Industrie und IT zusehends.</p>
<p>Beim Infektionsgeschehen durch das neue Coronavirus-Pandemie ist die Analyse der komplexen Vorgänge des Entfaltungsprozesses bei Eindringen in die Wirtszelle ein Brennpunkt. Die detailgenaue Darstellung der einzelnen Strukturen, z. B. durch Kryoelektronenmikroskopie in Verbindung mit bildgebenden Technologien, erzeugen riesige Datenmenge. Diese können als Grundlagen für verschiedene Modellrechnungen zu Schlüsselstrukturen dienen. So können passgenaue Strukturmodelle als Medikamentendesign entwickelt werden, ob es um die Blockade der Erreger-Eintrittsstelle oder von Enzymen und weiteren Co-Faktoren geht.</p>
<p>In der aktuellen Corona-Pandemie kann Data Science mit Big Data und Smart Data, Simulationen und Hochleistungsrechnen (High Performance Computing) nicht nur auf Molekülebene helfen, sondern auch bei der Erkennung von Infektionsmuster. Welche Möglichkeiten sich hier bieten, ist im Artikel „<a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-hoechstleistungsrechnen-und-data-analytics-gegen-das-coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Höchstleistungsrechnen und Data Analytics gegen das Coronavirus</a>“ über das Technologieberatungs-Unternehmen <a href="https://www.sicos-bw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SICOS BW</a> beschrieben. Ziel des Dienstleisters ist, KMUs, Instituten und Softwareherstellern den Zugang zu Höchstleistungsrechnen und Data Analytics zu erleichtern. Durch seinen universitären Partner, dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), stellt das Unternehmen Analytics-Kompetenz und Infrastruktur zur Verfügung. Unter Nutzung von HAWK, dem Flaggschiff unter den Supercomputern des HLRS und Europas schnellsten Rechner mit 26 Petaflops. Er ermöglicht in Verbindung mit anderen Plattformen für Hochleistungsdatenanalyse und künstlicher Intelligenz die Unterstützung neuartiger Arbeitsabläufe, Simulation, Datenerzeugung sowie -analyse und kombiniert dies mit Deep Learning.</p>
<div id="attachment_2353" style="width: 463px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2353" class="size-full wp-image-2353" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/HAWK-Supercomputer-©HLRS.jpg" alt="Hawk Supercomputer, Data Science ©HLRS" width="453" height="293" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/HAWK-Supercomputer-©HLRS-200x129.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/HAWK-Supercomputer-©HLRS-300x194.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/HAWK-Supercomputer-©HLRS-400x259.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/06/HAWK-Supercomputer-©HLRS.jpg 453w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><p id="caption-attachment-2353" class="wp-caption-text"><span style="color: #808080;">Hawk Supercomputer, Data Science (©HLRS)</span></p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Treffsicherheit erhöhen</strong></h3>
<p>In den letzten Jahren hat eine geringere Anzahl neuer chemischer Wirkstoffe bei der Medikamentenentwicklung zu wachsender Besorgnis geführt. Die Gründe? Zum einen kann dies an hinkender finanzieller Unterstützung bei der Grundlagenforschung liegen. Zum anderen auch daran, dass die angewandten Wissenschaften mit den Fortschritten der Grundlagenwissenschaften nicht immer Schritt halten können. Gerade hier ist der Einsatz alternativer Instrumente erforderlich, um schneller, sicherer und kostengünstiger Antworten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln und Therapien zu erhalten. Computer Aided Drug Design und Data Analytics sind solche Werkzeuge, die in allen Phasen der Arzneimittelentwicklung, von der präklinischen Entdeckung bis zur späten klinischen Entwicklung, entscheidend unterstützen können. Gerade die umfassende Datenanalyse ermöglicht es, nur ein potentes Leitmoleküls spezifisch und schnell auszuwählen und so die späten klinischen Misserfolge zu verhindern. Zudem lassen sich dadurch die Kosten erheblich reduzieren.</p>
<p>Das ist auch ein wichtiger Aspekt für die Personalisierte Medizin. Viele generalisierte Therapien, wie z. B. allgemein verfügbare Krebstherapien, können noch immer bei vielen Patienten nicht greifen und sind oft nicht zielgerichtet. Zudem verschlingen sie viel Geld. Durch Data Analytics und KI kann die Diagnostik viel genauer und die Therapie entsprechend treffsicherer werden. Ärzte, die mühevoll einzelne Bilddaten auswerten, werden durch automatisierte Systeme unterstützt, z. B. um die für die Krebsimmuntherapie relevanten Rezeptoren genauer zu identifizieren. Künftig können hier künstlich intelligente Systeme unterstützen, die mit jedem analysierten Röntgen-, MRT- oder CT-Bild mehr Informationen erhalten, Muster erkennen und Verknüpfungen herstellen. Somit kann die Fehlinterpretation bei der Diagnose durch die Masse an genauen Daten gesenkt und die jeweilige anschließende Behandlung zielgenauer werden. Systeme aus Künstlicher Intelligenz können zudem Gesundheitsdaten nach Auffälligkeiten und Korrelationen durchsuchen.</p>
<p>Schlüsseltechnologien aus der Informationstechnologie ermöglichen vieles. Die Revolution der Diagnostik hat durch die immer schnellere und kostengünstigere Analyse des menschlichen Erbguts schon lange begonnen. Hat die Entschlüsselung des ersten Genoms um die Jahrtausendwende noch 15 Jahre gedauert und mehr als drei Milliarden Dollar verschlungen, dauert das Verfahren heute rund einen Tag und kostet ein paar Tausend Euro. Entscheidend ist, welche Chancen man nutzt und wie schnell. Sag niemals nie, wäre Mr. Bonds Antwort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #003366;"><u><strong>Passend zum Thema:</strong> </u></span></p>
<p>Artikel über CureVac, das mit seinem SARS-CoV-2 Impfstoffkandidaten am 17. Juni in die klinische Phase 1 gestartet ist:<br />
<a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a></p>
<p>Welche Möglichkeiten liegen in Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data versteckt und welche Hürden gibt es?<br />
<a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/innovationsmanagement-in-life-sciences-inova-de-liefert-einblicke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsmanagement in Life Sciences – Inova DE liefert Einblicke</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-hoechstleistungsrechnen-und-data-analytics-gegen-das-coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Höchstleistungsrechnen und Data Analytics gegen das Coronavirus</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/schwerelosigkeit-kann-forschung-im-weltall-die-medizin-revolutionieren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwerelosigkeit – Kann Forschung im Weltall die Medizin revolutionieren?</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/medizintechnik-innovationen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medizintechnik-Innovationen und Personalisierte Medizin</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/data-science-medizin/">Data Science in Medizin und Biotechnologie</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 17:14:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-App]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
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		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Für den Weg aus der Coronakrise setzen viele auf die Corona-Warn-App. Um Infektionsketten durch das Coronavirus frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen, kann die App einer von vielen Bausteinen sein. Dennoch wird sie vereinzelt kontrovers diskutiert. Ein paar Punkte im Überblick.   Seit dem frühen Morgen des 16. Juni steht in Deutschland die Corona-Warn-App  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/">Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Für den Weg aus der Coronakrise setzen viele auf die Corona-Warn-App. Um Infektionsketten durch das Coronavirus frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen, kann die App einer von vielen Bausteinen sein. Dennoch wird sie vereinzelt kontrovers diskutiert. Ein paar Punkte im Überblick.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit dem frühen Morgen des 16. Juni steht in Deutschland die Corona-Warn-App zum Download bereit. Vorgestellt vom Robert-Koch-Institut, von der Politik und SAP- sowie Telekom-Vertretern. Beweisen muss sie sich noch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ziele und Chancen</strong></p>
<p>Die App soll als dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus, die vorwiegend über Tröpfchen und Aerosole geschieht, in Deutschland abzubremsen. Dazu sollen Personen nach Kontakten mit Infizierten gewarnt werden.</p>
<p>Wie geht das? Hat sich ein App-Nutzer mit Sars-CoV-2 infiziert und dies in die App eingegeben, erhalten alle Kontaktpersonen der zurückliegenden 14 Tage, die die Software ebenfalls nutzen, einen Hinweis. Sie können sich so in Quarantäne begeben und testen lassen, selbst wenn sie noch keine Symptome haben. Denn schon bevor sich Symptome bemerkbar machen, besteht eine Infektionsgefahr. In einer Studie (<a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0869-5?utm_medium=affiliate&amp;utm_source=commission_junction&amp;utm_campaign=3_nsn6445_deeplink_PID2190813&amp;utm_content=deeplink" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature Medicine, 15. April 2020</a>) wurde ermittelt, dass knapp die Hälfte der Ansteckungen vor Beginn der Symptome stattfand.</p>
<p>Mit der Corona-Warn-App soll so unterbunden werden, dass Patienten die Krankheit unbemerkt weitertragen. Im Pandemie-Alltag kommt es immer wieder zu zufälligen Begegnungen, was eine manuelle Nachverfolgung erschwert. Hingegen registriert die App alle nahen Kontakte, sobald sich zwei Smartphones lange genug bis auf unter 2 Meter nahekommen. Damit lasst sich das Gesundheitsamt-Prozedere ergänzen und ist dabei deutlich schneller.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist die App entstanden und wie funktioniert sie?</strong></p>
<p>Der Softwarekonzern <a href="https://news.sap.com/germany/series/corona-warn-app/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SAP</a> ist für die Programmierung und weitere Optimierung verantwortlich, der Telekommunikationsspezialist <a href="https://www.telekom.com/de/konzern/details/corona-warn-app-antworten-auf-haeufig-gestellte-fragen-600362" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telekom</a> für die Netzwerk- und Mobilfunktechnik. Die App nutzt den Funkstandard <a href="https://www.bluetooth.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bluetooth Low Energy</a> (BLE), deshalb muss beim Nutzer am Mobilphone immer Bluetooth eingeschaltet sein. Zur Erforschung der Technologie unter Annäherung der Nutzer wurde die Fraunhofer-Gesellschaft mit einbezogen.</p>
<p>Das Prinzip hinter der Software? Alle paar Minuten wird eine neue Identifikationsnummer erstellt und an die nahe Umgebung ausgesendet, gleichzeitig werden die Signale anderer registriert. Sind zwei Smartphones mit der Corona-Warn-App über eine gewisse Zeit weniger als in einem definierten Abstand voneinander entfernt, werden die beiden anonymen Identifikationsnummern auf beiden Smartphones verschlüsselt ausgetauscht. Hat ein Nutzer nachfolgend Krankheitssymptome, kann er das freiwillig über die App eingeben und so die gefährdeten Kontakte warnen. Identität und Standort der betreffenden Personen werden nicht erhoben. Die Bundesregierung hat aus Datenschutzgründen einer dezentralen Speicherung der Daten zugestimmt, also nur auf den Smartphones der Nutzer selbst.</p>
<p>Entwickelt wurde die App in nur 7 Wochen. Der <a href="https://github.com/corona-warn-app/cwa-documentation/blob/master/solution_architecture.md#risk-score-calculation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist offengelegt, eingeschlossen werden Faktoren wie Kontaktzeit, Kontaktnähe (unter 2 m) und Übertragungsrisiko (<a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infektionszeit</a>). Theorie ist eine Sache, wie gut das Warnsystem letztlich in der Praxis funktioniert, ist noch unklar. Erfahrungen werden sicher noch dazugewonnen, auch hinsichtlich Eignung der Bluetooth-Technologie für die Distanzbestimmung.</p>
<p>Wie steht es um die Privatsphäre? Das Konzept sieht vor, dass Teilnehmer anonym bleiben, da bei der Kontaktverfolgung nur anonymisierte und regelmäßig ändernde Schlüssel eigesetzt werden. Informationen über das Zusammentreffen von Personen, die die Corona-Warn-App nutzen, erfolgt dezentral auf deren Smartphones. Dem Server der Betreiber liegt demnach eine Liste mit den anonymisierten Schlüsseln von Infizierten vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Kritikpunkte gibt es?</strong></p>
<p>Zusätzlich zur Bluetooth-Technologie an sich gibt es weitere Punkte, die für ein gutes, reales Abbild hinterfragt werden: So wird nicht berücksichtigt, ob die Nutzer Masken tragen oder sich in Räumen, draußen oder in großen Räumlichkeiten mit starken Konvektionen aufhalten.</p>
<p>Damit die App überhaupt einen guten Effekt hat, müssten laut einer <a href="https://www.research.ox.ac.uk/Article/2020-04-16-digital-contact-tracing-can-slow-or-even-stop-coronavirus-transmission-and-ease-us-out-of-lockdown" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oxford-Studie</a> mindestens 60 % der Bevölkerung diese nutzen (und Bluetooth eingeschaltet haben). Laut vieler Virologen ist aber auch ein geringerer Anteil an Nutzern sinnvoll, um frühzeitig Cluster zu erkennen. Denn großes Ziel ist, ohne eine zweite Welle über den Winter zu kommen und dafür ist es wichtig, größere Übertragungscluster zu verhindern.</p>
<p>Die Bluetooth-Technologie verbraucht Strom, den manche Bürger nicht immer berücksichtigen, sofern sie Bluetooth nicht schon immer gewohnt angeschaltet haben. Möglicherweise muss man dann einplanen, sein Smartphone öfter zu laden, es lassen sich aber auch energiesparende Einstellungen vornehmen (z. B. Abrufen der E-Mails in größeren zeitlichen Abständen, Ausschalten der GPS-Ortung etc.).</p>
<p>Besitzer älterer Smartphones können sich möglicherweise hier nicht einreihen. Mindeststandards sind bei iPhones das aktuelle Betriebssystem iOS 13.5 (es läuft auf Modellen ab dem iPhone 6s und dem iPhone SE), bei Android-Smartphones Betriebssystem-Versionen, die Bluetooth Low Energy (BLE) und Play Store unterstützen. Und Huawei? Da neue Modelle aufgrund US-Sanktionen die Google-Dienste nicht verwenden dürfen, stellt das Unternehmen eine eigene Schnittstelle bereit. Problematisch wird es auch für die ältere Bevölkerung, die entweder gar kein Smartphone benutzt oder die App nicht selbst installieren kann. Gerade diese verstärkt gefährdete Bevölkerungsgruppe wird dann nicht erfasst. Auch wird kritisiert, dass Personen, die sich kein entsprechendes Smartphone leisten können, außen vor gelassen werden.</p>
<p>Die Bundesregierung betont die Freiwilligkeit der App-Nutzung. Die Kontaktverfolgung ist demnach nur dann möglich, wenn man die App selbst installiert und den Datenaustausch im Betriebssystem selbst aktiviert. Um Vertrauen zu stärken, wird ein begleitendes Gesetz diskutiert, das die Freiwilligkeit der Nutzung festschreibt. Denn manche Bürger befürchten, dass etwa Unternehmen ihren Mitarbeitern oder Restaurants ihren Besuchern das Nutzen der Corona-Warn-App zukünftig vorschreiben könnten.</p>
<p>Ein neuralgischer Punkt ist die teilwiese mangelnde digitale Anbindung vieler Labore: Ist man positiv auf COVID-19 getestet, gibt man diesen Status selbst in die App ein. Um einen Missbrauch zu verhindern, muss dieser Status offiziell bestätigt werden. Dazu erhält man vom Test-Labor einen QR-Code zum Einscannen. Der Haken: Viele Labore sind nicht ausreichend sicher digital angebunden. Die Installation neuer Server können sich noch Wochen bis Monate hinziehen. Als Übergangslösung haben das Gesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, deren Mitarbeiter entsprechend geschult sein und zielgerichtete Fragen stellen sollen, um einen Missbrauch der App-Warnfunktion durch Falschinformationen möglichst zu verhindern. Erst dann erhält man einen Code.</p>
<p>Neben dieser Verifikations-Hotline wird es eine weitere Hotline zur Beantwortung technischer Fragen geben. Auch sollen weitere Entwicklungen kommen, die die App weitgehend barrierefrei gestalten und in mehreren Sprachversionen verfügbar machen.</p>
<p>In Europa werden unterschiedliche Apps genutzt, alle zwar immer mit dem Ziel, Infektionsketten zu verfolgen, aber mit unterschiedlichen Systemen. In vielen Ländern wird die Standorterkennung mit GPS genutzt, die jedoch Bewegungsprofile von Personen anfertigt, was den deutschen Datenschutzanforderungen widerspricht. Das langfristige Ziel ist, verschiedene Apps von EU-Staaten untereinander kompatibel zu machen. Aktuell ist das noch nicht der Fall.</p>
<p>Pro Land gibt es immer nur eine offizielle Tracing-App zur Nachverfolgung möglicher infektiösen Kontakte. Es gibt zwar andere Apps, diese haben aber andere Ziele, wie etwa die Datenspende-App des <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Corona-Datenspende.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Robert-Koch-Instituts</a>, die Informationen von Fitness-Trackern erhält. Damit soll u. a. eine Fieberkarte für Deutschland berechnet werden, mit der Rückschlüsse auf eine Region gezogen und so z. B. die Entstehung neuer „Hot Spots“ von COVID-19 sichtbar gemacht werden können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-warn-app-bluetooth-leuchtturm-mit-ein-paar-haken/">Corona-Warn-App: Wie funktioniert der Bluetooth-Leuchtturm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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		<title>Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2020 08:03:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Biotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Coronaviren]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Impfstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamente]]></category>
		<category><![CDATA[neutralisierende Antikörper]]></category>
		<category><![CDATA[RNA-Viren]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
		<category><![CDATA[Spike]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(aktualisiert am 29.01.2021) Um Coronaviren dauerhaft bekämpfen zu können, richtet sich der Fokus vor allem auf Impfungen. Doch wie verläuft die Virus-Reise und was passiert dabei mit unserem Immunsystem, sowohl bei Infektion als auch Impfung?   Viren sind nicht selbstständig lebensfähig und haben keinen Stoffwechsel. Um sich zu vermehren, müssen sie die Wirtszelle entern und  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;">(aktualisiert am 29.01.2021)</span></p>
<p><strong>Um Coronaviren dauerhaft bekämpfen zu können, richtet sich der Fokus vor allem auf Impfungen. Doch wie verläuft die Virus-Reise und was passiert dabei mit unserem Immunsystem, sowohl bei Infektion als auch Impfung?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Viren sind nicht selbstständig lebensfähig und haben keinen Stoffwechsel. Um sich zu vermehren, müssen sie die Wirtszelle entern und für ihre Zwecke umfunktionieren. Damit wir den schädlichen Viren nicht länger als Wirt dienen, müssen wir sie bekämpfen – am effektivsten mit Impfungen. Da Viren weder einen Energiestoffwechsel betreiben noch Hüllmembranen aufbauen, sind Antibiotika keine Waffe. Doch wo liegen dann die Angriffsstellen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Viren: Einfach, aber – aus ihrer Sicht – genial</strong></span></h2>
<p>Viren bestehen im Grunde nur aus einer eingekapselten Ladung Erbgut. Was in ihrem Erbgut festgeschrieben ist? Im Prinzip ihre Bauanleitung, um sich in vielfachen Kopien zusammenzubauen: Zum einen lassen sie in der Zelle von der Maschinerie des Wirts ihr genetisches Material vervielfältigen. Coronaviren bringen dafür sogar das benötigte Enzym (Polymerase) selbst mit. Weiterhin enthält das Virusgenom die Bauanleitung für die Kapsel: So wird in der Wirtszelle auch die Proteinkapsel hergestellt, die das Virus-Erbgut schützend umgibt. Hüllenlose Viren, die nur diese Kapsel und keine weitere Hülle besitzen, sind für den Menschen weniger gefährlich, da sie aufgrund der fehlenden Hülle weniger mutieren und keine Tarntricks haben.</p>
<p><strong>Umhüllte Viren</strong>, zu denen Coronaviren gehören, umgeben ihre Viruskapsel durch eine zusätzliche Membran. Sie besteht aus einer Doppellipidmembran, in die Proteine eingelagert sind. Um sich die Bauanleitung dafür zu sparen, klauen sich die Viren diese Hülle vom Wirt, indem sie einfach durch die Zellmembran von innen nach außen hindurchknospen und dabei ein Stück davon um sich wickeln. Dazu lagern sie noch eigene Proteine ein, die sie zuvor ebenfalls von der Wirtszelle im Zellinnern herstellen ließen. Umgekehrt betrachtet, können die Viren leicht in die Zelle eindringen, denn ihre Hülle kann einfach wieder mit der Zellmembran verschmelzen und so die erbgutgefüllte Kapsel in den Innenraum freisetzen. Warum ist die Kenntnis darüber so wichtig? Weil es ein entscheidender Angriffspunkt ist, um die Virus-Reise zu beenden:</p>
<ul>
<li>Äußere Barriere durch Händewaschen: Seifenmoleküle, bestehend aus einem wasser- und einem fettliebenden Teil, brechen die Fetthülle des Coronavirus auf. Ohne Schutzhülle kann sich das Virus nicht mehr vermehren.</li>
<li>Das detailgenaue Wissen über die Andockstelle des Virus in die menschliche Zelle ist der Ansatz für die Entwicklung von <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfstoffen und antiviralen Mitteln</a>.<br />
Mehr Hintergrund-Informationen: <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Wie befällt das Coronavirus die Zelle?</strong></span></h2>
<p>Doch wie dringt das Virus in unseren Körper ein? Die Haut ist eine geschlossene Barriere. Und auch durch Nahrunsgmittel verspeist lässt die Magensäure dem Virus keine Chance. Günstiges Einfallstor sind daher Nase, Mund oder Augen, wodurch das Virus schnell in Zellen des Rachenbereichs eindringen kann.</p>
<p>Die Zacken des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) sind Virusproteine, die in die Lipidmembran eingelagert sind und zusätzlich Zuckerreste tragen. Sie mögen vielleicht an eine Krone erinnern, woher es auch seinen Namen hat, letztendlich krönen diese Virus-Andockprotein aber in einer Geheimwaffe: Getarnt als Protein, das üblicherweise an Zellen zur Signalübertragung andockt, passen sie wie ein Schlüssel zum Schlüsselloch an Zellrezeptoren und binden mit einem Teil daran.</p>
<p>Das Virus kann die Zellen nur befallen, wenn der Aufbau der Bindungsstelle genau passt: Sie besteht auf viraler Seite aus diesem Virus-Andockprotein, <strong>Spike-Protein</strong> genannt, auf Wirtszell-Seite aus Rezeptoren, die in die Zellmembran eingelagert sind. Nicht alle Körperzellen tragen die gleichen Rezeptoren. Bei den Coronaviren beispielsweise ist das virale Andock-Protein so gebaut, dass es an den zellulären <strong>ACE2-Rezeptor</strong> andocken kann. Diese befinden sich vor allem auf menschlichen Atemwegs- und Lungenzellen, aber auch auf anderen Zellen und Organen (wie Darm-, Herzmuskel-, Nieren- und Immunzellen). Vor dem Anheften legt das Spike-Protein seine Gestalt in einer bestimmten Form frei, um sich so in eine für den Zellrezeptor passende Form bringen<sup>1, 2</sup>. Hot Spot: Denn genau hier liegt ein bedeutender Angriffspunkt, auf den sich Wissenschaftler – von Modellierern, Biotechnologen, Medizinern bis zu <a href="https://redaktion-text-idee.de/data-science-medizin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Simulationstechnikern</a> – stürzen, um wirksame Therapien zu ermöglichen.</p>
<p>Sobald die Virus-Proteinhülle mit der Zellmembran verschmilzt, dringt das Virus in die Zelle ein und entlässt dort sein genetisches Material, im Fall des neuen Coronavirus: RNA. Wie fiese Computerviren schreibt es das zelleigene Bauprogramm um und verwandelt die Wirtszelle in eine Virenfabrik. Es entstehen somit viele identische Viruskopien, bis die Zelle Selbstmord beginnt, zerfällt und so die ausgeschwärmten Viren weitere Zellen infizieren.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2250" src="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona.jpg" alt="" width="895" height="471" srcset="https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-200x105.jpg 200w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-300x158.jpg 300w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-400x211.jpg 400w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-600x316.jpg 600w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-768x404.jpg 768w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-800x421.jpg 800w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona-1024x539.jpg 1024w, https://redaktion-text-idee.de/wp-content/uploads/2020/04/RNA-Fabrik-Corona.jpg 1200w" sizes="(max-width: 895px) 100vw, 895px" /></p>
<p><strong>Es ist üblich, dass sich Viren mit der Zeit verändern.</strong> Sie müssen ihr Genom ständig kopieren, um sich zu vermehren. Und dabei können sich Fehler einschleichen, die oft aber keine Auswirkung haben. Coronaviren können die Reparaturmechanismen des Wirtszellkerns nicht benutzen. Coronaviren haben dafür aber eine Lösung parat: Sie besitzen aber auf ihrer RNA dafür <strong>eigene Korrekturlese-Enzyme</strong>, die verhindern, dass sich bestimmte Mutationen anhäufen.<br />
Es gibt aber auch Mutationen, die dem Virus einen Vorteil bieten. Denn sein einziges Ziel ist die Vermehrung. Anfang Juni entdeckten Forscher des Scripps Research Instituts aus Florida (<a href="https://www.scripps.edu/news-and-events/press-room/2020/20200611-choe-farzan-sars-cov-2-spike-protein.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The D614G mutation in the SARS-CoV-2 spike protein reduces S1 shedding and increases infectivity; 11.06.2020</a>) eine Mutation, D614G genannt. Sie trat erstmals in Europa auf. Die Variante D614G hat das Virus, das erstmals in China aufgetreten war, aufgrund der höheren Viruslast ansteckender, aber nicht stärker kank gemacht. Der Grund dafür ist die deutlich größere Dichte an funktionierenden Spike-Proteinen, die so die Körperzellen leichter befallen können. Diese Variante hat so schnell die Ursprungsvariante dominiert, dass sie als Wildtyp gilt.</p>
<p>Inzwischen hat man drei weitere Mutanten, die britische, südafrikanische und brasilianische Variante, entdeckt. Aktuelle Studien werden in Kürze genaue Daten zu Ansteckung und Immugenität, also die Eigenschaft der Immunantwort (ob durch natürliche Infektion oder Impfung) liefern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Wie reagiert unser Immunsystem?</strong></span></h2>
<p>Unser Immunsystem hat das grundlegende Potenzial, zwischen &#8222;selbst&#8220; und &#8222;nicht selbst&#8220; zu unterscheiden und macht fremde Moleküle und Zellen unschädlich bzw. entfernt sie. Auch ist es in der Lage, entartete Zellen zu erkennen. All dieses erkannte Material wird Antigen (Ag) genannt.</p>
<p>Bei so vielen Angriffen ist verständlich, dass die <strong>Abwehrmechanismen</strong> in unserem Organismus vielfältig aufgestellt sind. Dabei sind sie <strong>eng miteinander verflochten.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><u>Erste Barriere</u></strong></h3>
<p>Als erste Barriere dient eine Reinigungs-Armada. Von unserer Haut mit dem Säureschutzmantel, über Schleimsekret produzierende Schleimhäute bis hin zu Flimmerhärchen zum besseren Abtransport sind viele Fraktionen an vorderster Verteidigungsfront aufgestellt.<br />
Einige dieser Abwehrfunktionen haben bereist aktive Immunfunktionen:</p>
<ul>
<li>Äußere Hautzellen produzieren antimikrobielle Substanzen (große Eiweißmoleküle), Talg- und Schweißdrüsen bilden Milch- und Fettsäuren, die Mikroben hemmen. In der Haut befinden sich auch bereits Zellen des Immunsystems (Mastzellen, Lymphyzyten).</li>
<li>Schleimhäute der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts sowie Urogenitaltrakts: Sie alle enthalten antimikrobielle Substanzen (u.a. Lysozyme, IgA-Antikörper).</li>
</ul>
<p>Hat es ein Erreger geschafft, diese erste Barriere zu durchbrechen, treten zwei miteinander verflochtene Immunantworten in Aktion, die angeborene sowie die erworbene Abwehr:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><u>Unspezifische (angeborene) Abwehr</u></strong></h3>
<p>Es kann direkt loslegen, da dieses Form der Abwehr ohne früheren Kontakt mit dem Erreger wirksam arbeitet (d. h. kein immunologisches Gedächtnis benötigt). Es erkennt unspezifisch großflächig verteilte Antigen-Moleküle. An der unspezifischen Abwehr sind vorrangig <strong>Leukozyten</strong> (weiße Blutkörperchen) beteiligt, die sich in viele weitere Blutzellen untergruppieren und im Blut, in Schleimhäuten, Gewebe und Lymphknoten befinden:</p>
<ul>
<li><strong>Fresszellen</strong>: Bei einer Infektion werden Fresszellen aktiviert, sie erkennen z. B. die Oberflächenproteine der Viren als körperfremd und machen das Virus unschädlich. Es gibt mehrere Arten:
<ul>
<li><strong>Neutrophile Granulozyten</strong>: Sie liegen im Blut und Gewebe vor und machen den Großteil der Leukozyten aus. Während einer entzündlichen Reaktion (z. B. durch Infektion) werden sie durch bestimmte Signale und Moleküle der Blutgefäßwand alarmiert. Sie haben gleich drei Waffen:<br />
Zum einen umschließen sie den Erreger, der dann durch bestimmte Enzyme und Moleküle verdaut wird (Lysozyme, reaktive O2-Verbindungen etc.). Außerdem geben ihre Granula-Vesikel Substanzen in die Umgebung ab und töten dadurch den Eindringling, ohne ihn umarmen zu müssen. Und schließlich können Neutrophile bestimmte Strukturen („Neutrophile Extracellular Traps“) bilden, die die Erreger binden und dadurch unschädlich machen.</li>
<li><strong>Monozyten</strong>: Sie befinden sich als Vorläuferzellen im Blut. Werden sie durch einen (Makrophagenkolonie-stimulierenden) Faktor aktiviert, werden sie zu Makrophagen:</li>
<li><strong>Makrophagen</strong>: zerstören Organismen, die in der Zelle vorliegen. Sie bilden <strong>Zytokine</strong>, also spezielle Eiweiße, die als Botenstoffe die Abwehrreaktion des Körpers steuern. Sie aktivieren auch weitere Immunzellen.<br />
Einige Zytokine lösen Fieber aus und machen vielen Eindringlingen aufgrund der höheren Körpertemperatur hier bereits den Garaus. Die erhöhte Temperatur beschleunigt Stoffwechselprozesse, Immunzellen können effektiver arbeiten. Andere Zytokine, wie<strong> Interferone</strong>, mobilisieren neutrophile Granulozyten. Neutrophile Granulozyten nehmen daraufhin zu, binden die Erreger mittels Rezeptoren auf ihrer Zelloberfläche und bauen sie ab.</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Natürliche Killerzellen</strong>: Neben Fresszellen rücken Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) auf den Plan. Sie können auf verschiedenen Wegen abnormale Zellen wie Tumor- oder virusinfizierte Zellen mit ihren spezifischen Rezeptoren erkennen und abtöten. Die befallene Zelle wird also zum Selbstmord angeregt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><u>Spezifische (erworbene) Abwehr</u></strong></h3>
<p>Damit diese Form der Abwehr in Gang kommt, muss das Antigen zuvor worden präsentiert sein. Es braucht also Zeit, um sich nach der ersten Begegnung mit einem Eindringling zu entwickeln.</p>
<p>Hierbei wirken zwei verschiedenen Zellpopulationen mit unterschiedlichen Aufgaben:</p>
<ul>
<li><strong>T-Lymphozyten</strong> (T-Zellen; <strong>T</strong> steht für Thymus: nach der Bildung im Knochenmark differnzieren die T-Zellen in der Thymus-Drüse aus, bevor sie im Blut weiter reifen): Sie prüfen die Membranzusammensetzung der Körperzellen auf Veränderungen, töten als T-Killerzellen virenbefallene Zellen ab und bilden T-Gedächtniszellen aus. Außerdem unterstützten sie als T-Helferzellen die weitere Immunzell-Population bei ihrer Reifung: die B-Lymphozyten. Es wird deutlich: Das Immunsystem ist eng miteinander verflochten.</li>
<li><strong>B-Lymphozyten</strong> (B-Zellen; <strong>B</strong> steht für <em>bone marrow</em>, ursprünglich für <em>bursa</em>) stellen spezifische Antikörper her. Auch B-Lymphozyten bilden einen Klon aus Gedächtniszellen.</li>
</ul>
<p><strong><span style="color: #808080;">Die Antikörper-vermittelte Immunabwehr (humorale Abwehr)</span><br />
</strong></p>
<p>Diese Art der Abwehr richtet sich gegen Erreger, die frei im Blut oder in der Lymphflüssigkeit vorliegen. Sie ist eine Antikörper-vermittelte Abwehr und wird auf zwei Arten in Gang gesetzt:</p>
<p>Zum einen kann ein Antigen (körperfremdes Molekül) direkt B-Zellen aktivieren. Dadurch werden Antikörper-produzierende Zellen und in der Folge Antikörper gebildet. Die <strong>Antikörper binden körperfremde Moleküle</strong> oder Zellen und kennzeichnen sie zum Abbau durch Fresszellen.</p>
<p>Häufiger ist der andere Weg: Ein Antigen wird zunächst von einem Makrophagen oder einer B-Zelle aufgenommen und in Bruchstücke zerlegt. Die Bruchstücke werden an Oberflächenproteine gebunden und so dem lymphatischen System präsentiert. Und hier findet die Zusammenarbeit dieser Antigen-präsentierenden Zelle mit T-Zellen statt: <strong>T-Zellen</strong> mit dem passenden Antigen-Rezeptor für die Oberflächenproteine (sog. T-Zell Rezeptor, in Wechselwirkung mit CD4 und CD8) werden zur Teilung angeregt. Eine der beiden T-Helferzell-Fraktionen (TH2) aktivieren wiederum B-Zellen, die sich teilen und zu <strong>Antikörper-bildenden Zellen differenzieren</strong>. Die frei zirkulierenden Antikörper binden das Antigen und markieren es für die Zerstörung durch andere Immunzellen. Bei diesen Schritten sind <strong>Zytokine (Interferone)</strong> beteiligt. Einige der B-Zellen entwickeln sich zu <strong>Gedächtniszellen</strong>. Ist kein Antigen mehr da, nimmt die Produktion neuer Antikörper ab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="color: #808080;">Die zellvermittelte Immunabwehr</span> </strong></p>
<p>Sie richtet sich gegen körpereigene Zellen, in die Erreger eingedrungen sind. Auch wenn sich die Eindringliche verstecken wollen, haben die Wirtszellen einen genialen Mechanismus zum Schneiden der Eindringlinge (durch Enzyme) und Vorzeigen von Bruchstücken entwickelt. Die Bruchstücke werden von bestimmten Zellmembranrezeptoren (CD8-Rezeptoren) nach außen präsentiert. Sogenannte <strong>Killer-T-Zellen</strong> berühren sie und tasten den gesamten Rezeptor ab und spüren so das gebundene körperfremde Bruchstück auf. Dann machen sie von ihrer Lizenz zum Töten Gebrauch: Sie lösen sie den Zelltod dieser Wirtszelle aus. <strong>T-Helferzellen</strong> (TH1, mit CD4-Rezeptor) schlagen mit löslichen Botenstoffen (Zytokinen) Alarm, wodurch weitere Immunzellen angelockt werden. Damit das im Rahmen bleibt und es zu keinen überschießende Angriffen auf intakte Körperzellen kommt, wirken hier regulatorische T-Zellen als Entspannungscoach. Diese sind auch wichtig, um Eigenes als eigen und nicht als fremd zu tolerieren.</p>
<p>Zusammen mit der Steuerung der Antikörpern-Antwort ist die zellüläre Immunreaktion ein bedeutsamer Teil im Immunsystem. Es geht also auch bei der Impfstoffwirkung nicht allein um direkte Antikörper-Bildung.</p>
<p>Die Stärke der verschiedenen Reaktionen hängt immer vom stimulierenden Antigen, von der Art der präsentierenden Zelle, und von weiteren, zum Teil noch unbekannten Faktoren ab.</p>
<p>Es wird deutlich: Das Immunsystem ist eng miteinander verknüpft. Für eine erfolgreiche Therapie bzw. Prophylaxe wünscht man sich deshalb das komplette Programm, um den Erregern wie in einer natürlichen Infektion von allen Seiten und mit allen Waffen entgegentreten zu können. Der große Traum aller Impfstoffentwickler.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Neutralisierende Antikörper als Therapie</strong></span></h2>
<p>Antikörper können eine extrem präzise Waffe darstellen, denn diese maßgeschneiderten Peptidmoleküle lagern sich hochspezifisch und gezielt an bestimmten Strukturen auf der Oberfläche von Erreger an. Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 bildet, wie beschrieben, das Immunsystem verschiedene B-Zelllinien. Sie alle haben sich spezifische Merkmale von Teilen eines viralen Oberflächenproteins „gemerkt“. Die Zelllinien werden zu Antikörperfabriken, sie setzen also massenhaft passende Antikörper für dieses eine Oberflächenmerkmal frei.<br />
Gewinnt man Blutplasma genesener Covid-19-Patienten, kann dies hunderte Antikörper enthalten, die sich jeweils leicht unterscheiden. Im Fokus stehen dabei neutralisierende Antikörper. Zum einen sollen neutralisierende Antikörper gebildet werden, die direkt an ein Viruspartikel binden und verhindern, dass dieses Viruspartikel eine Zelle effektiv infiziert. Dies kann auf verschiedenen Weisen erfolgen: Neutralisierende Antikörper blockieren zum Beispiel die Bindung des Viruspartikels an ein Zelloberflächenprotein (Rezeptor) oder die Fähigkeit des Virus, mit der Zellmembran zu verschmelzen. Auch können sie den Abbau der Viruspartikel fördern. Der Effekt ist immer der gleiche: Das Virus wird daran gehindert, eine Zelle zu befallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Und was passiert im Körper bei Infektion mit SARS-CoV-2?</strong> </span></h2>
<p>Das immunologische Gemetzel im ersten Stadium wird als Husten, Halsschmerzen, Schnupfen wahrgenommen, meist begleitet von Fieber. Die oberen Atemwege betreffen den Hals und auch die Nase. Ein <a href="https://www.cell.com/cell/pdf/S0092-8674(20)30675-9.pdf?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0092867420306759%3Fshowall%3Dtrue" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie, publiziert in der Fachzeitschrift &#8222;The Cell&#8220;</a>, zeigt, dass die Dichte des ACE2-Rezeptors entlang der Strecke von den oberen zu den unteren Atemwegen abnimmt. In der Studie waren in den Zellen der Nasenschleimhaut mehr dieser Andockstellen vorhanden als in den Zellen des Rachens und der Bronchien.</p>
<p>Zunächst wird eine unspezifische Immunantwort in Gang gesetzt und die Expression von Zytokinen erhöht. Gleichzeitig werden Virus-Proteinstücke auf der Zelloberfläche von Antigen-präsentierenden Zellen den Zellen des spezifischen Immunsystems präsentiert: Es kommt zu einer spezifischen Immunreaktion gegen das Virus, mit Bildung von T-Zellen und Antikörper-produzierenden B-Zellen.</p>
<p>Viren, die im ersten Schritt den Fresszellen entkommen, breiten sich weiter aus und wandern in die unteren Atemwege. Das Immunsystem läuft dann auf Hochtouren:  Manche Enzyme verursachen im Körper steigendes Fieber, andere aber zerstören neben den Viren auch die Zellen der Lunge. In den meisten Fällen kommt unser Immunsystem mit der Infektion klar. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, kann es überreagieren: Es versucht verzweifelt, die infizierten Zellen zu entfernen und greift auch andere Zellen an. Die Lungen sind dann nicht mehr fähig, genug Sauerstoff aufzunehmen, Lungenbläschen sind verdickt und verstopft. In diesem Stadium müssen Ärzte über eine Sonde Sauerstoff zuführen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auch wenn Viren definitionsgemäß nur eine Grenze zwischen lebendem Organismus und toter Materie darstellen, versuchen sie geradezu, uns Grenzen aufzuzeigen. Dennoch ist die Forschung rasant: Immunologische Zusammenhänge werden aufgeklärt, Angriffspunkte im Infektionsgeschehen entdeckt, Impfstoffe und Möglichkeiten zu Therapien unter Höchstgeschwindigkeit entwickelt. Es müssen sich ja nicht immer nur Viren weiterentwickeln.<br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Passend zum Thema:</strong></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p class="entry-title fusion-post-title fusion-responsive-typography-calculated" data-fontsize="30" data-lineheight="38.1px"><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-aussichtsreiche-kandidaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronavirus-Impfstoffe: Welche Kandidaten sind besonders aussichtsreich?</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac als Pionier der mRNA-Technologie – Was steckt hinter dem neuartigen COVID-19-Impfstoff?</a></p>
<p><a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mit-hoechstleistungsrechnen-und-data-analytics-gegen-das-coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Höchstleistungsrechnen und Data Analytics gegen das Coronavirus</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h6><sup>1</sup> Cryo-EM structure of the 2019-nCoV spike in the prefusion conformation, <a href="https://science.sciencemag.org/content/367/6483/1260.full" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><cite>Science </cite> 13 Mar 2020</a><br />
<sup>2 </sup><a href="https://www.dpz.eu/de/infothek/wissen/coronaviren.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren: Von Erkältungskrankheiten zu COVID-19</a>, Deutsches Primatenzentrum, Leibniz-Institut</h6>
<h6></h6>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/">Coronaviren enttarnt – unser Immunsystem als Inspektor</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Corona: Zahlen und Zusammenhänge</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/</link>
					<comments>https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 10:32:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID]]></category>
		<category><![CDATA[Fallzahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Infektionszahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Modellierungsstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aktualisiert am: 20. Juli 2020 Möglichkeiten für den weiteren Pandemie-Verlauf werden durchgerechnet. Doch welche Größen dienen dabei als Maßstab?   Zahlen und Begriffe hat die Pandemie einige im Gepäck. Um konkrete Maßnahmen ableiten zu können, ist eine gute Datengrundlage nötig. Wissenschaftler weltweit versuchen, Szenarien zu berechnen. Damit lässt sich modellieren, in welchen Rahmen sich der  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/">Corona: Zahlen und Zusammenhänge</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">aktualisiert am: 20. Juli 2020</span></p>
<p><strong>Möglichkeiten für den weiteren Pandemie-Verlauf werden durchgerechnet. Doch welche Größen dienen dabei als Maßstab?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zahlen und Begriffe hat die Pandemie einige im Gepäck. Um konkrete Maßnahmen ableiten zu können, ist eine gute Datengrundlage nötig. Wissenschaftler weltweit versuchen, Szenarien zu berechnen. Damit lässt sich modellieren, in welchen Rahmen sich der zukünftige Verlauf bewegen kann: für den akuten Klinikbedarf, für die Politik, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft.</p>
<p>Das Virus ist neu – und ebenso neu sind die Erkenntnisse, die fortlaufend gewonnen werden. Umso erstaunlicher ist, wie schnell Wissenschaftler und beteiligte Personen agieren und neue Errungenschaften zutage bringen. So konnte das Virusgenom in nur drei Tagen sequenziert werden. Die vollständige Entschlüsselung des Genoms dient u. a. als Grundlage für die Entwicklung der Nachweistests sowie der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung, an der gleichermaßen mit Hochdruck gearbeitet wird.</p>
<p>Im Folgenden sind Begriffe, Größen für die Datengrundlage und Zusammenhänge stichpunktartig erläutert, ergänzt mit Hinweisen, wo Zahlen differenzierter zu betrachten sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Reproduktionszahl R</strong></p>
<ul>
<li>Die <strong>Basisreproduktionszahl R<sub>0</sub></strong> gibt an, wie viele Menschen ein einzelner Infizierter durchschnittlich ansteckt, <u>solange niemand immun ist und keine Gegenmaßnahmen getroffen werden</u> (wie Impfen, Isolierung etc.). R<sub>0</sub> steht also für eine Bevölkerung, <em>in der keinerlei Immunität</em> gegen die Erkrankung, hier COVID-19, besteht.</li>
<li>Für das neue Coronavirus SARS-CoV-2 wird eine R<sub>0</sub> von 2–3 angenommen<sup>1</sup>, d. h.: jeder Infizierte gibt das Virus durchschnittlich an zwei bis drei andere Menschen weiter. Zum Vergleich: R<sub>0</sub> der saisonalen Grippe beträgt 1,3, R<sub>0</sub> der Masernerkrankung 12 bis 18 (s. Robert-Koch-Institut,<a href="https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/MMR/FAQ_Uebersicht_MSG.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> RKI</a>).</li>
<li>R<sub>0</sub> bedeutet zunächst – ohne Intervention – ein exponentielles Wachstum: Jeder Infizierte steckt ca. 2 bis 3 Mitmenschen an, diese stecken wieder 2 bis 3 an usw.</li>
<li>Würde jeder Infizierter genau eine andere Person anstecken, bliebe die Zahl der Infizierten konstant. Sinkt die Basisreproduktionszahl aufgrund vieler immuner Menschen auf unter 1, kommt die Pandemie zum Stillstand.</li>
<li>R<sub>0</sub> hängt davon ab, auf wie viele andere Personen ein Infizierter trifft, <u>solange er ansteckend ist</u>. Treffender lässt sich eine Übertragungsrate mit der <em>Secondary Attack Rate</em> (s. u.) beschreiben.</li>
<li>Die Basisreproduktionszahl kann nie exakt bestimmt werden. Gründe:<br />
&#8211; Da Infizierte das Virus SARS CoV-2 auch ohne Symptome weiterverbreiten können, bleibt die R<sub>0</sub> am Anfang hoch.<br />
&#8211; Im Verlauf der Epidemie nimmt sie ab, weil Schutzmaßnahmen ergriffen werden.<br />
&#8211; Generell ist bei Tröpfcheninfektionen die R<sub>0</sub> in kalten Jahreszeiten etwas höher (für das neue Coronavirus wird dies noch untersucht): Personen halten sich dann vorwiegend in Räumen auf, in denen<br />
1. ein engerer Kontakt zwischen den Personen besteht und<br />
2. trockene Heizungsluft herrscht. Die Tröpfchen erfahren dann einen Verdünnungseffekt und Viren können länger als Aerosol im Luftraum schweben bzw. fast schon an einer Stelle bleiben, anstatt abzusinken. Im Freien hingegen gibt es Einflüsse durch Luftfeuchtigkeit, aber auch bei sehr trockenen Bedingungen findet zumindest Zirkulation statt. Auch sind Viren hier physikalischen Faktoren wie UV-Licht ausgesetzt. [Deshalb wird ein Aufenthalt im Freien empfohlen. Sportliche Betätigung kann zudem das eigene Immunsystem stärken. Bei all dem sollten Begrenzung der Personenzahl und Abstandsregeln aktuell weiterhin eingehalten werden. Es gibt verschiedene Aerodynamik-Modelle, wie z. B. der Universität Eindhoven, die Flugbahnen der Tröpfchenwolken z. B. beim Radfahren beschreiben, was jedoch vor allem beim Windschattenfahren relevant ist. Über die Infektionsgefahr durch Bewegung im Freien gibt es jedoch keine klaren Angaben. Nebeneinander oder versetzt hintereinander zu laufen oder Rad zu fahren unter Einhaltung der normalen Abstände sollte jegliche Gefahr aber reduzieren.]</li>
<li>Alle Maßnahmen, die derzeit getroffen wurden (Hygienemaßnahmen, Kontaktverfolgung, Kontakteinschränkung), dienen dazu, die Reproduktionszahl zu senken. Man spricht dann von <strong>effektiver Reproduktionszahl</strong>. Je kleiner die Reproduktionszahl, desto flacher die Kurve. Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie eine Stellungnahme mit Modellierungen zu verschiedenen Szenarien<sup>2</sup> veröffentlicht. Es ist aber zu beachten, dass selbst bei einer aktuellen Reproduktionszahl von unter 1 (Stand: 19.04.2020) durch Lockerung der Maßnahmen diese wieder steigen wird. Zudem wird befürchtet, dass nicht nur eine größere Angleichung des Infektionsgeschehen innerhalb der Regionen stattfinden wird, sondern auch innerhalb der Altersgruppen. Dadurch könnten auch gerade ältere Menschen verstärkt medizinische Betreuung benötigen.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText3">https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText3</a><br />
<sup>2</sup> <a href="https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109">https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S</strong><strong>ekundäre Attack Rate</strong></p>
<ul>
<li>Die <u>Attack Rate</u> (AR) beschreibt den Anteil an Personen, die nach einer bestimmten Exposition erkrankt sind.<br />
Die <u>sekundäre Attack Rate</u> gibt an, auf wie viele Kontaktpersonen ein Infizierter das Virus <u>tatsächlich übertragen hat</u> <sup>1</sup>.</li>
<li>In einer Studie <sup>2</sup> mit den ersten Coronafällen in Deutschland, dem frühen Münchener Ausbruch, wurde festgestellt, dass die größte Übertragung im Haushalt stattfand. Die Autoren der Studie gehen dabei von ca. 10 % aus, bei Arbeits- und Freizeitkontakten läge sie etwas darunter. Im Alltagsgeschehen jedoch ist das Zeitfenster für eine Infektion größer. Denn die Infektion beginnt laut <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a> 2–3 Tage vor Auftreten der Symptome und dauert im Durchschnitt 5–6 Tage, in einigen Fällen bis zu 14 Tagen. Da durch das Gesundheitsamt und Isolationsmaßnahmen jedoch eingegriffen wurde, müsste dies in den tatsächlichen Übertragungszahlen berücksichtigt werden. Prof. Drosten der Charité Berlin geht daher von einer etwas höheren Secondary Attack Rate als 10 % aus.</li>
<li>Die sekundäre Attack Rate kann die Übertragungsrate in der Realität nicht exakt widerspiegeln, solange nicht Kontaktnähe und -dauer in die Modellrechnung mit berücksichtigt werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Centers für Desease Control and Prevention: <a href="https://www.cdc.gov/csels/dsepd/ss1978/lesson3/section2.html">https://www.cdc.gov/csels/dsepd/ss1978/lesson3/section2.html</a><br />
<sup>2</sup> <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3551335">The Lancet: Outbreak of COVID-19 in Germany Resulting from a Single Travel-Associated Primary Case</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Durchseuchungsrate und Herdenimmunität</strong></p>
<ul>
<li>Die <strong>Durchseuchungsrate</strong> gibt an, wie verbreitet ein Erreger in einer bestimmten Population ist.</li>
<li>Eine hohe Durchseuchungsrate bewirkt, dass sich das Virus nicht mehr ausbreiten kann. Das Virus findet nicht schnell genug einen neuen Wirt, um sich dort zu vermehren und sich so weiter zu verbreiten. Dies bewirkt – ebenso wie eine flächendeckende Impfung – eine Herdenimmunität.</li>
<li><strong>Herdenimmunitätsschwelle</strong>: Jede Infektionskrankheit hat eine charakteristische Basisreproduktionszahl (s. o.). Anhand dieser lässt sich die Herdenimmunitätsschwelle ermitteln. Wie viele Menschen müssen immun sein, damit eine Herdenimmunität auftritt, die auch Ungeschützte vor der Ansteckung schützt? In die Berechnung<sup>1</sup> fließt mit ein, dass die tatsächliche Infektiosität immer geringer ist, weil in jeder Bevölkerung ein Anteil gegen jede Infektion bereits immun ist. Auf den Seiten des <a href="http://rocs.hu-berlin.de/D3/herd/musketierprinzip/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI ist das Prinzip Herdenimmunität anschaulich beschrieben</a>.<br />
Für SARS-CoV-2 hatte man zunächst eine Herdenimmunitätsschwelle von 65–70 %angenommen. Das würde bedeuten: Solange es noch keinen <strong>Impfstoff</strong> gibt, wäre die <strong>Pandemie</strong> erst vorüber, wenn sich 65–70 % der Menschen infiziert und erholt hätten und dann immun wären. Aber: Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass die Immunität bei COVID-19 anders verläuft (s.a. <a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a>, letzter Abschnitt: &#8222;Wie sind die Aussichten?&#8220;. Eine fixe Angaber zur Herdenimmunität kann demnach nicht mehr mit einer verlässlichen Aussagekraft herangezogen werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Gregg N. Milligan, Alan D. T. Barrett: <em>Vaccinology.</em> Wiley, 2015, ISBN 978-1-118-63628-2</h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verdopplungsrate </strong>(<em>Epidemic Doubling Time</em>)</p>
<ul>
<li>Sie ist durch die Zeit definiert, die es dauert, bis jeweils doppelt so viele Menschen infiziert sind.</li>
<li>Sie ist abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests und von der Geschwindigkeit der Meldeverfahren. Zu Letzteren wird die Nutzung einer Tracking-App diskutiert. Die App kann den Verwaltungsapparat unterstützen und so eine Nachverfolgung schneller bewerkstelligen, um der Infektionsausbreitung entgegenzutreten (s. u., Intensivmedizin).</li>
<li>Auch wenn sich die Verdopplungsrate verlangsamt, kann die Zahl der Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte knapp werden. Initiativen und Kooperationen bieten hier wertvolle Unterstützung, wie z. B. <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/Corona-Kooperationsboerse/medizintechnik-formular/angebote-medizintechnik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> (Hilfsangebote gelistet nach: Medizintechnik/Beatmungsgeräte, Schutzkleidung, Diagnostik, Telemedizin und Software).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fallzahlen und Testungen</strong></p>
<ul>
<li>Die Fallzahlen lassen sich den Seiten des <a href="https://corona.rki.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>, weltweit der <a href="https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a> entnehmen. Damit werden die gemeldeten, positiven Laborergebnisse erfasst.</li>
<li>Nicht erfasst werden Infizierte mit unentdeckten bis leichten Symptomen. Zudem lässt sich mit den zugrunde gelegten Daten aus PCR-Testungen nur eine akute Infektion (ca. in den ersten 7 Tagen, s. u. „Viruslast und Virusnachweis“) nachweisen.</li>
<li>Zur Ermittlung der Fallzahlen im Durchschnitt sind Stichproben, wie sie in <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2006100?query=featured_coronavirus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Island</a> und Österreich durchgeführt wurden, nicht aussagekräftig. Sie können nur einer Momentaufnahme dienen, nicht jedoch einer landesweit repräsentativen Situation, da die Infektion zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einheitlich verläuft. Auch die „Gangelt“-Studie („Heinsberg“-Studie) durch Befragungen und Antikörpertests stellt nach eigenen Angaben der Bonner Forscher um den Virologen Hendrik Streeck eine hochprävalente Situation dar, da Gangelt aufgrund des akuten Infektionsherds nach Fasching stark betroffen war. Aktuell gibt es nur Befunde mit zufällig verteiltem Infektionsgeschehen, da wir noch am Anfang der Epidemie stehen.</li>
<li>Die Anzahl der aktuell durchgeführten <strong>PCR-Testungen</strong> (s. u.), die fortlaufend durch hochtechnologische Apparaturen erhöht wird, sind im <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts</a> und im <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/epid_bull_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epidemiologischen Bulletin</a> veröffentlicht. Dort finden sich auch Angaben zu Lieferschwierigkeiten von europaweit geforderten PCR-Reagenzien, was eine schnelle, groß angelegte Testung einschränkt.</li>
<li>Für die Ermittlung eines Ausgangszustands, Überblick über das Infektionsgeschehen und zur Steuerung des Personals im Krankenhaus sowie auch des öffentlichen Lebens muss eine breit verteilte und großflächige Bevölkerung sowie die Geschwindigkeit der Infektionen erfasst werden. Hier werden teilweise <strong>Antikörper-Testungen</strong> (s. u.) eingeführt werden, selbst wenn der Anteil an Antikörper-Positiven in der Bevölkerung aktuell noch gering ist. Das RKI hatte großflächige Antikörper-Testungen angekündigt (<a href="https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/05_2020.html;jsessionid=3B013C4962E0840990B1FD1A764A5E3F.internet061" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI-Pressemitteilung</a>). Mittlerweile hat man aber die Erkenntnis, dass vor allem bei Personen mit nur wenigen oder gar keinen Symptomen schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind. Bluttests der ersten Corona-Patienten in München Ende Januar weisen bei vier der neun Patienten eine inzwischen sinkende Zahl an neutralisierenden Antikörper nach. Auch in China hat man bereits solche Beobachtungen machen können (<a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0965-6#citeas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature 18. Juni 2020, doi.org/10.1038/s41591-020-0965-6</a>).Nach Ansicht vieler Virologen ließe sich damit nicht aber zwingend Rückschlüsse ziehen, dass keine Immunität mehr vorläge – vielmehr könne der Schutz weniger stabil und von kürzerer Dauer sein. Wie hoch der Antikörperspiegel und die Neutralisationsaktivität für einen sicheren Schutz muss, um einen ausreichenden Schutz vor der Erkrankung zu gewährleisten, ist noch nicht bekannt.</li>
<li>Zukünftig weitere wichtige Daten sind die Ermittlung der Fälle pro verfügbaren Krankenhaus- und Intensivbetten, um schneller Voraussagen treffen und planen zu können. Auch die Erfassung des Krankheitsverlaufs der positiv Getesteten sowie die Rate der Infizierten, die ärztliche Hilfe benötigen, müssten für weitere Prognosen erfasst werden.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Todesfälle und Letalität</strong></p>
<p>Aktuelle Angaben zu <u>Todesfällen</u> lassen sich – wie die Anzahl Infizierter (s. Fallzahlen) – den <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>&#8211; und <a href="https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WHO</a>-Seiten entnehmen. Zu unterscheiden sind.</p>
<ul>
<li><u>Fallsterblichkeit</u> <u>Fall-Verstorbenen-Anteil</u> (<em><u>Case Fatality Rate</u></em>, CFR): beschreibt die Zahl der gemeldeten verstorbenen Fälle bezogen auf die Zahl der gemeldeten Fälle.</li>
<li><u>Mortalität</u> beschreibt die Todesfälle in Bezug auf die gesamte Bevölkerung bzw. eine betrachtete Bevölkerungsgruppe.</li>
<li><u>Letalität</u> beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten Fälle <sup>1</sup>. Dazu liegen keine verlässlichen Daten vor. Gründe:<br />
&#8211; Dunkelziffer nicht berücksichtigt. Statt Todesrate ist die „<em><u>Infection Fatality Rate</u></em>“, die <u>Infektionssterblichkeit</u>, die bessere Kennzahl, also der Anteil an Todesfällen aller Infizierten – auch von solchen, die gar keine oder nur wenige Symptome haben. Die Infektionssterblichkeit wird derzeit weiterhin auf ca. 0,7 % geschätzt.<br />
&#8211; Vor allem zu Beginn der Pandemie waren wenig Tests verfügbar (angegebene Infektionsrate zu niedrig und dementsprechend unklares Verhältnis Todes-zu Infektionsrate).<br />
&#8211; Anfangs waren die Krankenhäuser nicht auf die Epidemie vorbereitet.<br />
&#8211; Eine Person, die mit einer Corona-Infektion stirbt, wird statistisch als eine an Corona gestorbene Person gezählt. Die Todesursache könnte in einigen Fällen jedoch eine andere sein. Die Situation bleibt jedoch gleich: Auch für Risikopatienten muss eine medizinische Versorgung sichergestellt sein.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Inkubationszeit und Dauer der Infektiosität</strong></p>
<ul>
<li>Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, liegt durchschnittlich bei 5–6 Tagen, max. 14 Tagen.</li>
<li>Die Infektion beginnt ca. 1–2 Tage vor Auftreten der Symptome. Deshalb kann das Tragen von selbstgemachten <strong>Masken</strong> ein möglicher Schutz für andere sein. Inzwischen haben alle Bundesländer die Maskenpflicht bei engen Kontakten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen, eingeführt.</li>
<li>Die Infektiösität ist am Tag vor Symptombeginn am größten<sup>1</sup>.</li>
<li>Das Ende der infektiösen Periode ist laut <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a> aktuell noch nicht klar definiert. In einer Studie konnten vermehrungsfähige Viren aus Rachen-Proben bis zum vierten, und aus abgehusteten Proben aus der Lunge bis zum achten Tag nach Symptombeginn nachgewiesen werden.</li>
</ul>
<h5><sup>1</sup> Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19, <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-020-0869-5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nature Medicine, published 14.04.2020</a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Viruslast und Virusnachweis</strong></p>
<p><strong>PCR-Testung</strong></p>
<p>Eine hohe Viruslast befindet <u>in der 1. Woche</u> (manchmal bis ca. 14 Tage) im Rachen und kann in dieser Zeit mit Rachen-Proben durch die PCR-Methode äußerst zuverlässig nachgewiesen werden. Mit der PCR wird hochspezifisch und sensitiv <u>genetisches Material</u> des Virus nachgewiesen <sup>1</sup>.</p>
<p><strong>Antigen-Tests</strong></p>
<p>Auch aktuell entwickelte <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antigen-Tests</a> weisen Virus-Material nach und könnten daher ebenfalls in der Anfangsphase zukünftig dem Nachweis dienen.</p>
<p><strong>Antikörper-Tests</strong></p>
<p><u>Ab ca. 7 Tagen</u> findet laut RKI eine Verlagerung der Viren in die Lunge statt. Im Sputum, also durch Abhusten erhaltenem Schleim, lässt sich mit der PCR das Virus nachweisen, im Rachenabstrich dagegen kaum. Hier bietet sich der <strong>ELISA-Antikörpertest</strong></p>
<ul>
<li>Die Immunfluoreszenz-Methode weist in einer Farbreaktion <u>Antikörper gegen das </u><u>Nukleokapsid-Protein</u>, dem Hauptbauprotein des Virus, nach.</li>
<li>Da Antikörper erst ab der 2. Woche gebildet werden, bedeutet ein negatives Ergebnis nicht, dass man nicht infiziert ist.</li>
<li>Der Test kann eingesetzt werden, um zu prüfen, ob eine Immunität besteht. Das aufwendige Zellkulturverfahren wird gegenwärtig immer weiter optimiert. In Kürze sollen in sehr vielen Labors hochautomatisierte und validierte Tests zur Verfügung stehen.</li>
<li>Problem: Zum einen ist die Verfügbarkeit validierter Immunfluoreszenz-Tests derzeit noch begrenzt. Zum anderen ist eine Kreuzreaktion mit anderen Coronaviren nicht ausgeschlossen: Hat man gerade eine Infektion mit einem der <a href="https://www.helmholtz-hzi.de/de/wissen/themen/keime-und-krankheiten/coronaviren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erkältungs-Coronaviren</a> hinter sich, können einige Wochen danach noch IgM-Antikörper aus dieser Infektion im Test gegen das neue Corona-Virus nachweisbar sein (falsch Positive). Es gibt aber weitere, ergänzende Zellkulturverfahren, wie z. B. Neutralisationstests, die die Funktion nachweisen: Befällt in Zellkultur das Virus die Serumzellen noch? Ist das nicht der Fall, hat der Patient Antikörper gebildet. Für solche aufwendigen Tests ist die jeweilige Notwendigkeit abzuklären (z. B. Priorität für klinisches Personal).</li>
<li>Das RKI erachtet eine breite Testung auf SARS-CoV-2 durch spezifische Antikörper wichtig für epidemiologische Fragestellungen, um den Stand der Immunisierung in der Bevölkerung abzuschätzen. Zwar lässt sich damit noch keine flächendeckende Aussage zum Infektionsgeschehen treffen, dafür aber zu Ergebnissen wie z. B. zur Serokonversionsrate in der Bevölkerung. Gemeint ist damit der Antikörperwechsel von unspezifischen IgM- zu spezifischen IgG-Antikörpern <sup>2</sup>, die eine Immunität vermitteln.</li>
<li>Auch wenn von einigen bereits verfügbaren Schnelltests momentan noch abgeraten wird (s. a. RKI), da sie noch nicht komplett validiert sind und evt. falsch negative, andererseits stark kreuzreagieren und falsch positive Ergebnisse liefern können, werden solche Schnelltests weiter geprüft und validiert. Für die künftige IVD-Verordnung bereitet sich das Paul-Ehrlich-Institut als eines der möglichen EU-Referenzlabore vor <sup>3</sup>.</li>
<li>Da sich in einigen PCR-Proben Virusmaterial auch im Darm nachweisen ließ (bisher ohne nachgewiesene Infektiösität, s. <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RKI</a>), wäre generell auch Stuhl-Testung möglich. Allerdings ist hier ein komplett anderes Testverfahren vonnöten, das zudem noch validiert werden müsste.</li>
</ul>
<p>Weitere und aktuelle Informationen zur Immunität, Immunisierung und Impfung sowie Aussichten:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<h5><sup>1 </sup>Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM e.V.) und Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI e.V.), <a href="https://www.alm-ev.de/pressemitteilung/nachweis-des-coronavirus-abstrich-untersuchungen-mit-etablierten-pcr-verfahren-bleiben-das-mittel-der-wahl.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a><br />
<sup>2 </sup>Xiao DAT et al. Profile of specific antibodies to SARS-CoV-2: <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7118534/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the first report</a><br />
<sup>3</sup> Paul-Ehrlich-Institut, newsroom <a href="https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/200323-covid-19-nat-tests.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/200323-covid-19-nat-tests.html </a></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Intensivmedizin: Modellrechnungen</strong></p>
<p>Es gibt einen Aspekt, der oft nicht wahrgenommen wird: Bei einem großen Teil der COVID-19-Betroffenen handelt es sich um ältere vielfach erkrankte Menschen. Dabei ist ein großer Anteil der Erkrankten schwerstpflegebedürftig oder wurde bislang palliativmedizinisch versorgt. Wird nun eine Corona-Infektion diagnostiziert, wird aus dem Patienten ein Intensivpatient. Auch hier müssen Ausstattung und Personal vorbereitet sein. Zum anderen müssen auch ethische Fragen in der Palliativmedizin geklärt werden.</p>
<p>Ob nun Palliativpatient, ältere Menschen oder <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Risikopatienten</a> jeglichen Alters: Wie stark müssten wir die Reproduktionszahl senken, damit die Kurve hinreichend flach wird, d. h. unser Gesundheitssystem mit der Erkrankung gut fertigwerden kann? Hier stellt sich die Frage nach verfügbaren Kapazitäten (Personal, Schutzkleidung, Intensivbetten, Beatmungsgeräte) unseres deutschen Gesundheitssystems. Dazu hat die <a href="https://www.dgepi.de/de/aktuelles/article/aktualisierte-stellungnahme-der-deutschen-gesellschaft-fuer-epidemiologie-dgepi-zur-verbreitung-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2/109" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie verschiedene Szenarien</a> anhand des Faktors Anzahl Intensivbetten (derzeit rund 30.000, die jedoch mit weiteren Intensivpatienten geteilt werden müssen) errechnet. Geschätzt werden 2–6 % Intensivbehandlung und 10–20 Tage Liegedauer der Patienten. Selbst im besten Fall – 2 % Intensivbehandlung, 10 Tage Liegedauer und einer Reproduktionszahl von 1,5 – würde man sich zwar der 30.000-Betten-Kurve etwas annähern, in Peak-Zeiten sie aber noch immer übersteigen.</p>
<p>Anhand dieser Modellstudien wurde errechnet, dass sich die Reproduktionszahl auf 1,1 senken müsste, um eine Überbelastung der Intensivstationen zu vermeiden. Das dafür nötige Durchhalten der aktuellen Kontaktverbots-Maßnahmen über 1,5 Jahre ist mental, gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht tragbar. Deshalb verfolgt man aktuell die Möglichkeit etwas lockereren Maßnahmen mit der Konsequenz, dass sich die Bevölkerung wieder stärker infiziert und die Reproduktionsziffer wieder stärker steigt.</p>
<p>Ziel dabei ist weiterhin die <strong>Isolation von Kranken</strong> und die <strong>Nachverfolgung der Kontakte</strong>, um Infektionsketten zu brechen. Dennoch müssen die Fallzahlen so klein sein, dass unsere Gesundheitsämter wieder dazu in der Lage sind, alle Fälle zu verfolgen. Dazu muss die Datengrundlage fortlaufend verbessert werden. Eine<strong> Tracking-App</strong> kann hier unterstützen. Zusammen mit Schutzmaßnahmen wie Einhaltung von <strong>Hygieneregeln</strong>, Tragen von <strong>Masken</strong> in der Öffentlichkeit (öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufen) sowie breit angelegter <strong>Antikörper-Testung</strong> könnten diese Gegenmaßnahmen nachkorrigieren, ohne dass die Übertragungsrate wieder explodiert und die Krankenversorgung einen Kollaps erfährt. Dieses Nachkorrigieren könnte nach Einschätzung vieler Wissenschaftler ein Weg aus dem Corona-Shutdown oder eines <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ON-Off-Mechanismus</a> sein. Aber auch damit würde eine Herdenimmunität noch lange nicht erreicht. Diese lässt sich dann erst durch eine <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung</a> erzielen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Offene Aspekte – es gibt auch hoffnungsvolle<br />
</strong></p>
<p>Doch bis es soweit ist, gibt es noch einige Aspekte, die positiven Einfluss haben könnten, wenngleich sie derzeit spekulativ sind. So sind zum einen weitere Fortschritte in der Medikamentenentwicklung zu erwarten, sodass man z. B. Risikopatienten frühzeitig medikamentös behandeln könnte.</p>
<p>Darüber hinaus weiß man noch zu wenig über die Infektiösität von Kindern. Erfahrungen aus Infektionsgeschehen mit anderen Coronaviren haben gezeigt, dass Kinder vergleichsweise wenig infiziert werden. Für diese Infektion mit dem neuen Coronavirus müsste man prüfen, ob Kinder nur ohne Symptome oder auf irgendeine bestimmte Art resistent sind und somit die Herdenimmunitätsschwelle herabsetzen würden.</p>
<p><strong>Zur Übertragungsrate: </strong>Die Charité in Berlin hat am 30. April <a href="https://virologie-ccm.charite.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine erste Studie</a> dazu vorgenommen. Auch wenn es noch weiterer Studien bedarf, geben diese Ergebnisse – wie auch die frühe Studie aus China<sup>1</sup> –erste Hinweise, dass Kinder das Virus genauso übertragen wie Erwachsene. Jedoch kann die Empfänglichkeit eine andere sein.</p>
<p><strong>Die Empfänglichkeit</strong> wurde in einer weiteren Studie aus Shanghai<sup>2</sup> analysiert. Grob vereinfacht hat sie ergeben, dass ein Kind (0 bis ca. 14 Jahre) etwa ein Drittel so hohes Risiko hat, das Virus zu empfangen wie ein Erwachsener. Zudem ermittelte die Studie, dass ein Ruheständler ein anderthalbmal so hohes Risiko hat wie ein Erwachsener.</p>
<p>Möglicherweise gibt es noch eine weitere unbekannte<a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Immunität</a>: Die Studie aus China beschreibt, dass innerhalb eines Haushalts nur rund 15 % Übertragung stattfindet. Hygiene- und Abstandsregeln können in einem Haushalt nur bedingt Einfluss haben. Es muss noch erforscht werden, ob und auf welcher Basis eine gewisse Immunität, eine <strong>Grundimmunität</strong>, vorliegen könnte, etwa durch frühere Infektionen mit Erkältungs-Coronaviren. Möglicherweise hat auch die Saisonalität einen Einfluss (s.o. Reproduktionszahl), auch wenn Epidemiologen hier eher einen eher geringen vermuten.</p>
<p>Aktuelle Informationen zur Immunität, Immunisierung und Impfung:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-enttarnt-die-rolle-des-immunsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coronaviren enttarnt – die Rolle des Immunsystems</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><sup>1 </sup><a href="https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(20)30357-1/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impact of contact tracing on SARS-CoV-2 transmission</a>, The Lancet, April 27th<br />
<sup>2 </sup><a href="https://science.sciencemag.org/content/early/2020/04/28/science.abb8001?rss=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Changes in contact patterns shape the dynamics of the COVID-19 outbreak in China</a>, Science, April 29th</h5>
<p><strong>Unverkennbar ist: So plötzlich das neue Virus aufgetreten ist, so rasant laufen auch Forschungen und Studien. Es geht um den Schutz von Menschen und darum und dabei den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten. Wichtig dabei ist, dass Daten umfassend erhoben und richtig interpretiert werden. Schließlich dienen sie als Stellschrauben für weitere Maßnahmen. Dennoch ist klar: Erst durch Impfung lässt sich die Situation in den Griff bekommen. Unterstützung für Wissenschaft und Forschung ist essenziell. Sei es durch Förderung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene als auch auf gesellschaftlicher, bei der Akzeptanz, Bildung von Initiativen oder einfach nur Geduld gefragt sind. Das gilt sowohl für diese Epidemie als auch für jede weitere.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/corona-zahlen-und-zusammenhaenge/">Corona: Zahlen und Zusammenhänge</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente</title>
		<link>https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone_Giesler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2020 11:51:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Life Sciences / Medizin-, Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Antikörper]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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		<category><![CDATA[SARS CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aktualisiert: 18.06.2020 Die Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen und Medikamente läuft auf Hochtouren. Derzeit zeichnen Modellierungsstudien verschiedene Szenarien zur Eindämmung des Coronavirus auf, wie etwa die vielbeachtete Studie des Imperial College London. Dabei kommen alle auf den gleichen Nenner: Durch Ergreifen von Maßnahmen wird wertvolle Zeit gewonnen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und um Coronavirus-Impfstoffe und  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://redaktion-text-idee.de/coronavirus-impfstoffe-und-medikamente/">Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente</a> erschien zuerst auf <a href="https://redaktion-text-idee.de">Redaktion Text Idee</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">aktualisiert: 18.06.2020</span></p>
<p><strong>Die Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen und Medikamente läuft auf Hochtouren. Derzeit zeichnen Modellierungsstudien verschiedene Szenarien zur Eindämmung des Coronavirus auf, wie etwa die vielbeachtete <a href="https://redaktion-text-idee.de/wie-laesst-sich-das-coronavirus-sars-cov-2-eindaemmen/">Studie des Imperial College London</a>. Dabei kommen alle auf den gleichen Nenner: Durch Ergreifen von Maßnahmen wird wertvolle Zeit gewonnen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und um Coronavirus-Impfstoffe und Medikamente auf den Weg zu bringen.<br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Forschung und Entwicklung an Impfstoffkonzepten ist im vollen Gange. Sie liefert vielversprechende Ansätze und Konzepte, die sich teilweise bereits in klinischen Studien befinden. Aktuell gibt es ehr als <a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov" target="_blank" rel="noopener noreferrer">90 Impfstoff-Projekte</a> von Einzelunternehmen sowie als Kooperationen, einige davon werden von CEPI, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, finanziell unterstützt. Die Initiative vernetzt Stiftungen (wie etwa die Bill &amp; Melinda Gates Foundation), Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen. Ziel dabei ist, auf Epidemien besser vorbereitet zu sein und auch Impfstoffe gegen besonders gefährliche Krankheitserreger zu entwickeln. Wie z. B. aktuell Coronavirus-Impfstoffe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Auf herkömmlichen Impfverfahren aufbauen</h3>
<p>Mit herkömmlichen Impfverfahren hat man bereits viel Erfahrung gewinnen können und deshalb werden derzeit Ansätze geprüft, die schnell darauf aufbauen können. Bei der passiven Immunisierung handelt es sich um Verfahren mit Antikörpern gegen das Virus sowie Impfung mit Oberflächenstrukturen von Viren. Coronavirus-Impfstoffe können darauf aufbauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Genbasierte Impfverfahren als neuer Ansatz</h3>
<p>Zusätzlich zu diesen Ansätzen verdienen auch die neuen genbasierten Impfverfahren eine Beachtung. Der Vorteil: Es kann damit eine größere Menge von Impfstoff in kurzer Zeit hergestellt werden, da der Impfstoff relativ einfach aufgebaut und leicht herzustellen ist. Neben einigen anderen Unternehmen rücken hier vor allem die kollaborierenden Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BioNTech (Mainz) mit Pfitzer</a> sowie das Tübingen Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CureVac</a> ins Blickfeld. Beiden Unternehmen hat das Paul-Ehrlich-Institut die Genehmigung zum Start der klinischen Phase erteilt. Ihr Konzept ist die Nutzung von mRNA als therapeutisches Molekül: Der Impfstoff enthält nicht Bestandteile des Virus direkt, sondern – anhand der sequenzierten Daten zum Erbgut von SARS-CoV-2 – nur die Bauanleitung dafür, in Form einer messenger-RNA. Diese mRNA wird von den Zellen aufgenommen und in den Ribosomen, der Proteinmaschinerie der Zelle, „ausgelesen“. Das daraufhin produzierte virale Protein wird von dem Immunsystem erkannt und bildet gegen dieses Antigen Antikörper. Dieser Impfstoff liesse sich leicht in großen Mengen produzieren und könnte demnach der optimale Pandemie-geeignete Impfstoff sein. Das Verfahren dieser aussichtsreichen Methode ist im <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel über CureVac</a> genauer beschrieben.</p>
<p>Die Crux: Bisher ist noch kein genetischer Impfstoff zugelassen, allerdings hat beispielsweise CureVac bereits lange Erfahrung und große Datenmengen zu anderen Ansätzen, wie z. B. zum mRNA-basierten Tollwut-Vakzin, das sich ebenfalls bereits in klinischen Studien befindet. Zudem gibt es seit Kurzem auch erste <a href="https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/curevac-als-pionier-der-mrna-technologie-was-steckt-hinter-dem-neuartigen-covid-19-impfstoff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mRNA-basierte therapeutische Medikamente gegen seltene Krankheiten</a>, erste Erfahrung mit dieser Molekül-Klasse sind bereits vorhanden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Coronavirus-Impfstoffe mit Booster-Effekt</h3>
<p>Auch Adjuvanzien, also Wirkverstärker in Impfstoffen, wie sie etwa das Unternehmen <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GSK</a> beisteuern, haben eine große Bedeutung bei der Impfstoffentwicklung. Im Nationalen Pandemieplan des Robert-Koch-Instituts ist dies im Fall der Influenza-Impfstoffe beschrieben. Neuartige Adjuvanzien könnten dabei zu einer deutlichen Verstärkung der Antikörperantwort nach der Impfung führen. Durch diesen Booster-Effekt lässt sich die pro Impfdosis erforderliche Menge an Antigen reduzieren. Gerade im Pandemiefall ist eine hohe Zahl an schnell verfügbaren Impfdosen extrem wichtig.</p>
<h3></h3>
<h3>Welche medikamentösen Ansätze gibt es?</h3>
<p>Derzeit werden viele <a href="https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/therapeutische-medikamente-gegen-die-coronavirusinfektion-covid-19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medikamente gegen das neue Corona-Virus</a> erprobt, wie etwa das gegen Ebola entwickelte Virostatikum <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111311/Bundesweit-erste-Studie-zu-Remdesivir-bei-COVID-19-Patienten-gestartet">Remdesivir</a>, das aktuell in Deutschland getestet wird. Auch laufen bereits Studien mit Freiwilligen zu monoklonalen Antikörpern, die ursprünglich Behandlung des MERS-Coronavirus entwickelt wurden, sowie Testungen zu Antikörpern, die gegen das 2003 kursierende SARS-Virus eingesetzt wurden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Wie ist das mit der Zulassung?</h3>
<p>Klar ist: Der Fokus richtet sich hauptsächlich auf Impfstoffe. Entsprechend stellt sich vielerorts die Frage nach einer verkürzten Zulassung. Das Robert-Koch-Institut beschreibt im Nationalen Pandemieplan (<a href="https://edoc.rki.de/handle/176904/174" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teil II</a>; seit 05.03.2020 auch eine allg. Ergänzung zu <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COVID-19</a>), wie z. B. die Influenza-Impfung bewerkstelligt wird. Da sich die Antigene in diesem Fall kontinuierlich ändern, wird der Influenza-Impfstoff jedes Jahr datengestützt in leicht veränderter Form auf den Markt gebracht. Für die saisonale Grippe liegte bereits eine jahrzehntelange Erfahrung in der Anwendung in der Bevölkerung mit umfangreicher Wirk- und Sicherheitsdatenbasis vor. Dies ermöglicht eine gewisse Flexibilität und ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.</p>
<p>Man würde sich nun auch eine solche Flexibilität bzw. Abkürzung in der Zulassung eines neu entwickelten Impfstoffs gegen COVID wünschen. Im Falle der akuten Corona-Virusinfektion müssten die Zulassungsvorgänge im Vergleich zur Influenza dann noch stärker beschleunigt werden. Das bedeutet, der Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit müsste mit weniger Studiendaten erfolgen als normalerweise üblich.</p>
<p>Einige Wissenschaftler stellen bereits Überlegungen an, wie Erfahrungen genutzt und Verfahren für Coronavirus-Impfstoffe angepasst werden könnten. So könnte beispielsweise ein weit entwickelter, bereits klinisch getesteter Impfstoff, wie etwa der gegen das SARS-Virus von 2003, ein guter Ausgangspunkt für die Entwicklung eines COVID-Impfstoffs sein. In diesem Fall könnte man sich die Ähnlichkeit beider Viren zunutze machen. Man könnte auch überlegen, regulatorische Prozesse zu beschleunigen und z. B. den Zugang zu einem neuen Impfstoff für eine Spezialgruppe in der Bevölkerung als Ausnahmesituation zu ermöglichen. Fundamental für eine gezieltes Voranbringen von Innovationen sind eine gute <a href="https://redaktion-text-idee.de/medizintechnik-innovationen/">Wissenschaftsvernetzung und ein valider Datenaustausch</a>.</p>
<p><strong>Bei all dem geht es immer um die übergeordnete Nutzen-Risiko-Abwägung. Hier liegt es an der Zulassungsbehörde zu entscheiden, ob dies beim Coronavirus mit der aktuellen Sterblichkeitsrate zu einer Ausnahmeregelung führen kann. Dadurch ergeben sich viele Fragen, sowohl für die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die über die Zulassung entscheidet, sowie Haftungsfragen.</strong></p>
<p><strong>Es gibt viele Ansätze, um die aktuelle Pandemie einzudämmen Diese zu forcieren und zielgerecht zu steuern, ist die große Herausforderung dieser Tage.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weiterführende Informationen:</p>
<p><a href="https://redaktion-text-idee.de/impfung-und-immunisierung-bei-covid-19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impfung und Immunisierung bei COVID-19</a></p>
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